Heft 
(1.1.2019) 19
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Nr. 19/92 Seite 6

HOCHSCHULEN

Profilbildung gegenüber Berlin Initiative zur Straffung und Ent­schlackung von Studiengängen

HRK treibt Umsetzung ihresKonzepts zur Entwicklung der Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland voran

In seiner Regierungserklärung vom 6. Dezember 1990 betonte Ministerpräsident Manfred Stol­pe die zentrale Bedeutung der Hochschulen und Forschungs­einrichtungen für die weitere Entwicklung des Landes Bran­denburg.

Ministerialdirigent Klaus Faber, Abteilungsleiter Wissenschaft und Forschung beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, und der Referatsleiter Hochschu­le/Forschung beim GEW-Haupt­vorstand, Dr. Gerd Köhler, in­formierten kürzlich über die Brandenburger Wissenschafts­politik. Dabei wurden auch die die Kooperation mit Berlin be­treffenden Fragen erörtert. Ausgangspunkt der Betrachtun­gen von Herrn Faber war die am 25. September 1992 unterzeich­neteÜbereinkunft über die Zu­sammenarbeit auf dem Gebiet von Wissenschaft und Forschung zwischen dem Land Branden­burg und dem Land Berlin. Eindeutige Prognosen würden belegen, daß Brandenburg in den kommenden Jahren einen Bevöl­kerungszuwachs und damit ver­bunden eine Zunahme der Nach­frage nach Studienplätzen zu ver­zeichnen hätte, so Herr Faber. Spezifisch für Brandenburg im Vergleich zu Berlin ist u. a. fol­

Die Hochschulrektorenkonferenz nimmt mit Befriedigung zur Kennt­nis, daß die Ministerpräsidenten­konferenz in ihrer Sitzung am 29./ 30. Oktober in Dresden erklärt hat, daß die Länder im Jahre 1993 zwei Milliarden DM für die Gemein­schaftsaufgabe Hochschulbau be­reitstellen werden. Die Hochschul­rektorenkonferenz erneuert ihre am 6. Juli 1992 einstimmig beschlos­sene Aufforderung an den Bund, seinerseits ebenfalls zwei Milliar­den DM für 1993 zur Verfügung zu stellen und den Ansatz für die Folgejahre auf 2,3 Milliarden DM pro Jahr anzuheben.

Wenn der Ansatz des Bundes für die Gemeinschaftsaufgabe Hoch­schulbau unverändert bleibt,

können die Hochschulen der neu­

gendes: Im Land Brandenburg werden keine Massenuniversitä­ten geschaffen, bis Ende dieses Jahrzehnts sollen ca. 40 000 Stu­dienplätze(davon 40% Fach­hochschulanteil) zur Verfügung stehen. In Frankfurt/Oder kön­nen sich Interessenten im Be­reich Kulturwissenschaften im­matrikulieren lassen, medizi­nische und theologische Fakul­täten wird es in unserem Bun­desland in absehbarer Zeit nicht geben.

Aus der Tatsache, daß Berlin und Brandenburg eine Wissen­schaftsregion bilden, ergibt sich die Regionalisierung und Dif­ferenzierung im außeruni­versitären und Hochschulbe­reich. Kooperationsverträge und 50 gemeinsame Berufungen von Hochschullehrern dienen dem Ziel des Ausbaus des universitä­ren Bereichs in Verbindung mit anderen Forschungseinrichtun­gen.

Nicht wenige der bei der Veran­staltung Anwesenden stellten sich die Frage nach der Reali­sierbarkeit des Vorhabens klei­ner Universitäten in Brandenburg angesichts der Berliner Situation. Man wünschte sich auch kon­kretere Formen der Kooperation beider Länder auf dem Gebiet von Wissenschaft und.For­schung. B.E.

en Bundesländer nicht zügig sa­niert und ausgebaut werden,

können die Fachhochschulen nicht entsprechend der bereits 1989 getroffenen Entscheidung der Regierungschefs von Bund und Ländern in den alten Län­dern um 50 000 flächenbezoge­ne Studienplätze ausgebaut wer­den,

können neue Sanierungs- und Ausbauvorhaben in den alten Bundesländern weder für die Universitäten noch für die Uni­versitätsklinika begonnen wer­den,

müssen laufende Bauvorhaben gestreckt werden, was zu Bau­verzögerungen und zu unwirt­schaftlicher Verwendung öffent­licher Investitionsmittel führt.

Pressemitteilung HRK

Als ersten Schritt auf dem Weg zur Umsetzung des im Juli die­sen Jahres verabschiedeten Konzepts zur Entwicklung der Hochschulen hat das Plenum der Hochschulrektorenkonfe­renz am 2. November in Bonn beschlossen, Fachkommissionen für Mathematik, Architektur, Rechtswissenschaften, Betriebs­wirtschaftslehre und Anglistik einzusetzen. Prüfungs- und Stu­dienordnungen der Hochschulen sollen unter formalen und inhalt­lichen Gesichtspunkten auf die Ursachen für unterschiedliche Studienzeiten an den einzelnen Hochschulen hin analysiert wer­den.

Als Ergebnis der Beratungen werden konkrete Vorschläge zum Abbau der Prüfungsrelevanz von Spezialisierungen im grund­ständigen Studium, zur Reduk­tion von Bearbeitungsdauer und Umfang der Examensarbeiten und zur strafferen Strukturierung des Studiums erwartet. Die

Kommissionen, die ihre Arbeit im Laufe des Wintersemesters aufnehmen werden, sollen Bera­tungen in einzelnen Bundeslän­

Dr. Jürgen Kurths(r. im Vordergrund)

dern oder zu einzelnen Fächern einbeziehen und berücksichti­gen. Der Minister für Wissenschaft und Forschung des Landes Rheinland-Pfalz, Professor Dr. Jürgen Zöllner, begrüßte in ei­nem Vortrag mit anschließender Diskussion diesen von der HRK eingeschlagenen Weg. Es gelte, von seiten der Hochschulen not­wendige Reformschritte schnell anzugehen, um ihre Handlungs­autonomie nicht zu gefährden. Umgekehrt seien die Länder wie der Beschluß der Minister­präsidentenkonferenz zeige, sich die Analyse von Finanz- und Kultusministerkonferenz im we­sentlichen zu eigen zu machen bereit, ihre Verantwortung für die Zukunft der Hochschulen ernst zu nehmen.} Die Rektoren und Präsidenten betonten, daß strukturelle Maß­nahmen gegen überlange Stu­dienzeiten nur bei gleichzeitiger Verbesserung der personellen und sächlichen Ausstattung er­folgreich sein könnten. Pressemitteilung HRK, 3.11.1992

Foto: Tribukeit

Es war nicht leicht, die maßgeblichen Herren von der Max-Planck-Gesellschaft zu überzeugen, daß der Rechner für den Standort Potsdam sehr wichtig ist. Daß er nicht in der Wüste steht, wie einige aus München die Neuen Länder vielfach noch betrachten, sondern hier wissenschaftlich voll genutzt wird, dafür wird die Arbeits­

gruppeNichtlineare Dynamik sorgen.

Dr. Jürgen Kurths (anläßlich der CRAY-Einweihung)