FORSCHUNG
Nr. 19/92— Seite 11
Forschungsprojekt Elbrus— Entwicklung von Lehrmaterialien für den bilingualen deutsch-russischen Zweig
Die gesellschaftlichen Umwälzungen in den neuen Bundesländern seit dem Herbst 1989 zogen auch neue gesellschaftliche Anforderungen an die wissenschaftliche Landschaft der Hochschulen nach sich.
So hat sich z. B. ein neues Verhältnis zum Fremdsprachenunterricht allgemein und zum Russischunterricht im besonderen herausgebildet, das auch für Schulen eine neue Ausbildungsform hervorbrachte— den bilingualen Sachunterricht des deutsch-russischen Zweiges. Sachfächer wie Erdkunde, Geschichte und Politische Bildung werden in russischer Sprache unterrichtet bzw. für den Unterricht aufbereitet.
Erfahrungen aus dem Bereich Erdkunde(Leibnizgymnasium Potsdam und Städtisches Gymnasium Essen-Überruhr) zeigten, daß bilingualer Sachunterricht ohne geeignete, nutzerbezogene Lehrmaterialien auf qualitativ hohem und der gymnasialen Oberstufe entsprechendem Niveau nicht durchführbar sind. Aus diesen Erfordernissen erwuchs die Notwendigkeit der Gründung einer wissenschaftlichen Projektgruppe, die sich zur Aufgabe stellte, unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Kriterien Lehr- und Lernmedien für den bilingualen Sachunterricht der gymnasialen Oberstufe zu entwickeln. Ergebnis einer Arbeitsberatung „bilingualer Unterricht mit dem deutsch-russischen Zweig“, zu der sich'vom 29. bis 31.‘10.92 LehrerInnen des Leibnizgymnasiums Potsdam, des Städtischen Gymnasiums Essen-Überruhr, des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Düsseldorf und wissenschaftliche MitarbeiterInnen der Universität Potsdam trafen, war die Bildung der fachübergreifenden Forschungsgruppe„Elbrus“ an der Universität Potsdam, der z. Z. drei MitarbeiterInnen des
Fachbereiches Slavistik(Frau Dr. M. Auerbach, Frau L. Siebeneicher, Herr Dr. A. Sultanow) und eine Mitarbeiterin des Fachbereiches Geographie(Frau Dr. M. Buder) angehören. Aus der Arbeit mit dem Experimentalmaterial zu den Themen „Gradnetz der Erde*“‘,„Relief und Gewässer Asiens“,„Klima- und Vegetationszonen Asiens“(Vervielfältigung in Soest/NRW für den Einsatz in Potsdam und Essen-Überruhr) sowie Hospitationen der Autoren an den Gymnasien in Essen und Potsdam wurden für die Forschungsgruppe nachstehende Fragestellungen aktuell:
1. Wie muß der bilinguale Sachunterricht gestaltet werden, um den Verlust an Fachkenntnissen durch permanente Konfrontation mit der Fremdsprache zu vermeiden?
. Wie kann der Unterrichtsablauf optimiert und effektiviert werden, daß eine Effizienz des Zusammenführens von Sprach- und Sachstoff erreicht wird?(Hauptbedingung des bilingualen Sachunterrichts: Fachkenntnisse vor Sprachsystemkenntnisse)
Daraus ergeben sich fach- und sprachspezifische Anforderungen an die Text- und Aufgabengestaltung, die zu einer ausgewogenen Korrelation zwischen kognitiver und sprachlicher Leistung der Schüler führen soll.
Bilingualer Sachunterricht erfor
dert von den unterrichtenden
LehrerInnen sowohl Fach- und
Sprachkompetenz als auch fach
und sprachmethodische Kompe
tenz.
Aus der Erfahrung der überre
gionalen Zusammenarbeit eini
ger Gymnasien Nordhrein-Westfalens, Brandenburgs und Berlins erwächst u. E. die Notwendigkeit einer institutionalisierten
Lehreraus- und-fortbildung für
die bilingualen Sachfächer Erd
kunde, Geschichte und Politische
Bildung(evtl. auch Sport und Musik) z. B. an der Universität Potsdam. Fakultative Veranstaltungen für StudentInnen der Fachkombination„Slavistik/
DAAD-Sommersprachkurss
Stipendien werden für folgende Hochschulkurse vergeben:
1. Vom Bundesverband der Lehrkräfte der russischen Sprache e. V. vermittelte Sprachkurse:
St. Petersburg, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaftliches Institut
Simferopol, Universität Simferopol Tverj, Polytechnisches Institut Tverj 2. Andere von Hochschulen in den Ländern der GUS veranstaltete Sommersprachkurse von vierwöchiger Dauer:
St. Petersburg, Universität St. Petersburg, Zentrum für Russische Sprache und Kultur
Donezk, Polytechnsiche Hochschu
Geographie“ werden zu diesem Zweck bereits durchgeführt.
Dr. Marianne Auerbach
Dr. Aidyn Sultanow
FB Slavistik
tipendien für Russisch 1993
le Donezk, Fakultät für Rechentechnik
Minik, Weißrussische Universität Minsk,„LINTECH“
Die Entscheidung über die Stipendienvergabe trifft der DAAD, über die Plazierung der Teilnehmer der Bundesverband. Bewerber werden gebeten, mehrere Präferenzen anzugeben.
Bewerbungsschluß für alle Programme ist der 15. Januar 1993 beim Akademischen Auslandsamt. Aufgrund der Vielzahl von Bewerbungen kann der DAAD seine Entscheidung über die Stipendienvergabe voraussichtlich frühestens im Laufe der ersten Märzhälfte mitteilen.
„Leistung und Service— zwei überzeugende
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Argumente.
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SK
Die Gesundheitskasse.