Nr. 19/92— Seite 14
SPORT
Nicht reinwaschen, nicht vertuschen, aber auch nicht rechtfertigen
Lehrstuhl für Zeitgeschichte des Sports an der Universität
Sport in der DDR-— das ist ein Thema für ein abendfüllendes Programm.
In der PUZ 12/92 berichteten wir im Zusammenhang mit einer Pressekonferenz Willi Daumes in Potsdam über die Bemühungen, an der Universität Potsdam ein Institut für Zeitgeschichte des Deutschen Sportes einzurichten. Dieser Tage erkundigten wir uns beim Geschäftsführenden Direktor des Fachbereiches Sportwissenschaft, Prof. Dr. Horst Philipp, über den Stand der Din
ge.
Als Minister Hinrich Enderlein vor einiger Zeit über die Gründung eines Zentrums für Zeitgeschichte„laut‘“ nachdachte, fiel Prof. Philipp nach entsprechen
Frau Sabath und Prof. Philipp
den Recherchen auf, daß der Bereich Sport ausgeklammert war. Wie alle Sphären des gesellschaftlichen Lebens, so müsse man natürlich auch die Geschichte des Sports der DDR systematisch wissenschaftlich erforschen und aufarbeiten. Es darf nichts reingewaschen oder vertuscht werden. Aber auch das Gegenteil, also Rechtfertigung für negative Seiten, soll es nicht geben.„Wir wollen nicht die Gauck-Behörde des Sports sein.“ Als Beispiel nennt er die Kinderund Jugendspartakiaden. Sie seien beispielgebend für Nachwuchsförderung gewesen, auch wenn administriert und manches überzogen wurde.
Im Frühjahrssemester soll der
Foto: Rüffert
Lehrstuhl für Zeitgeschichte des Sports seine Arbeit aufnehmen. Dann könnte begonnen werden, die zeitgeschichtliche Betrachtung des Sports archivarisch aufzuarbeiten.
In den nächsten Jahren könnte sich der Lehrstuhl zu einem Institut im Rahmen des Fachbereiches entwickeln. Drittmittel werden fließen, so Prof. Philipp. Schon jetzt gibt es für das Vorhaben des Institutes von vielen Seiten Interesse und Bekundung von Unterstützung, so z. B. vom Nationalen Olympischen Komitee für Deutschland, von der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, vom Sportausschuß des Deutschen Bundestages, vom Bundesausschuß
Wissenschaft, Bildung und Gesundheit und vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg. Themenfelder für das zu gründende Institut sind Sportpolitik, Sportorganisation, Leistungssport, Sportwissenschaft und Schulsport.
In unserem Gespräch brachte Prof. Philipp seine Sorge über Rechtsextremismus und Antisemitismus unter Jugendlichen zum Ausdruck.„Das wird irgendwann auch den Sport tangieren. Hoffentlich wird hier der richtige Weg gefunden. Wir werden uns einschalten.‘
Dr. Barbara Eckardt
AOK für das Land Brandenburg
Frau Stud.prof. Ilsa-Maria Sabath ist Diplomsportlehrerin mit dem Schwerpunkt Gesundheitspflege und Versehrtensport. In Boston (USA) studierte sie Krankengymnastik, Physiotherapie und Rehabilitationsmedizin. Wissenschaftliche Arbeit leistete sie u. a. in Bielefeld und auch Münster, wo sie die Überführung der Pädagogischen Hochschule in die Universität mitgestaltete. Bei ihrem Besuch im Fachbereich Sportwissenschaft brachte sie zum Ausdruck, daß sie Probleme und Chancen eines solchen Prozesses kenne. Durch Fächerdenken könne pädagogisches Engagement schnell verloren gehen.
Als Vorstandsmitglied des Deutschen Verbandes für Gesundheitssport und Sporttherapie e. V. ist sie mitbeteiligt an Ausbildungsgängen zum Sportlehrer für Prävention und Fitneß sowie Sporttherapeuten.
Die inzwischen pensionierte Wissenschaftlerin übergab dem FB aus ihrem privaten Besitz für die Ergänzung der Bibliothek des Bereiches Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung unersetzliche Materialien(teilweise Unikate) als Geschenk.
Neue Borsten bürsten besser Über 700 Potsdamer Studentinnen und Studenten wollen keine gebogenen Borsten mehr an ihe Zähne lassen. Am 10., 11. und 12. November brachten sie ihre alten Zahnbürsten zum AOK-Stand in die Mensagebäude der Uni Potsdam, um sie gegen neue Putzwerkzeuge einzutauschen.
Studentin Ilka Seppelt(links im Bild) und die AOK-Mitarbeiter hielten neben bißfesten AOK-Tips für gesunde Zähne medizinische Zahncreme bereit. Für das AOK-Team blieb nur eine Frage offen: Was tun mit den alten Bürsten? Umweltgerecht entsorgen, zum Kunstwerk recyclen oder...? Auf Eure Anregungen und Ideen— auch für weitere gesunde AOK-Aktionen— freut sich: AOK für das Land Brandenburg
Studentenservice
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P.S.: Jeden Dienstag sind wir Am Neuen Palais von 10.00 bis 13.00 Uhr im K-gebäude, Raum 208 für Euch da. Bei uns gibt es Krankenscheine, Versi
cherungsbescheinigungen, Uni-Planer und vieles mehr.