Heft 
(1.1.2019) 20
Einzelbild herunterladen

Nr. 20/92 Seite 10

STUDENTENWERK

Studentenwerk Potsdam reagiert auf Diskussion zu neuen Mietpreisen

MieterInnen in den Wohnheimen trotz mangelnder Wohnqualität

Liebe Mieterinnen und Mieter in den Wohnheimen des Stu­dentenwerks Potsdam! In Anbetracht der falschen und teilweise lückenhaften Darstel­lung der Gesamtproblematik zur Mieterhöhung in den Wohnhei­men des Studentenwerks Pots­dam in der Presse und auf Flug­blättern bedarf es der Richtig­stellung einiger Sachverhalte.

1. Zum Zeitpunkt

der Mieterhöhung: Im Juni 92 erhielt das Studenten­werk vom Ministerium für Wis­senschaft, Forschung und Kultur die Richtlinie zur Bestimmung der Mieterhöhung in den Stu­dentenwohnheimen des Landes Brandenburg, die ab 01. 10. 92 anzuwenden war. Wenige Tage blieben den Mitarbeitern des Studentenwerks zur Mietberech­nung, so daß in der Zeit vom 21.07. 92 bis 24. 07. 92. alle Mieter auf dem Postweg an die Vertragspartneranschrift im Rahmen der gesetzlichen Frist informiert werden mußten. Das Studentenwerk hat also diesen für uns auch ungünstigen Zeit­raum nicht bewußt gewählt!

2. Zur Festsetzung

der Miethöhe:

Studentenwerke haben entspre­chend der zu beachtenden Be­wirtschaftungsgrundsätze im studentischen Wohnbereich kostendeckend zu arbeiten, wie wir es Ihnen in dem Schreiben zur Festsetzung der Mieten mit­geteilt haben. Gegenwärtig wer­den auf der Grundlage der ge­

setzlich zulässigen Mietberech­nung nur 80% der tatsächlichen Betriebskosten gedeckt. Der Restbetrag wird vom Land bezu­schußt, ebenso ein erheblicher Teil an Investitionen(Bau und Ausrüstungen 1991: 3,2 Mio DM, 1992: 3,0 Mio DM).

3. Zu den Aktionen der IG Studentisches Wohnen: Die Studentendemonstration am 28. 10. 92 vor dem Landtag und die Unterschriftensammlung haben dazu geführt, daß der Minister des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Herr Enderlein, am 20. November die Wohnheime in Golm und die T-Heime be­sichtigte. Danach wurde am 26. 11. 92 mit dem Minister, Herrn Enderlein, eine Beratung mit Vertretern der IG Wohnen und Studentenwerksvertretern

geführt.

Dieses Gespräch hatte ein positi­ves Ergebnis und nicht wie in der Presse und in Flugblättern ver­lautet:blieben die Gespräche mit den Zuständigen ergebnis­los(Märkische Allgemeine vom 30. 11.92).

Dem Studentenwerk werden für den Bereich Studentisches Woh­nen 1992 zusätzlich 0,5 Mio DM bereitgestellt, um schneller Alt­lasten(altes Mobiliar, Bauzu­stand) beseitigen zu können. Das Ministerium vertritt den Stand­punkt der erhöhten Bereitstel­lung von Mitteln, um die Altla­sten zu beseitigen.

Die von den IG-Vertretern ge­

Wollten Sie in der einzigen Ver­kaufsstelle nahe des Neuen Palais' einkaufen gehen? Versuchen Sie es. Es erwarten Sie seit geraumer Zeit weitgehend leere Regale. Sie werden eine angemessene Versor­gung mit Waren des täglichen Bedarfs sowohl in ihrer Menge als auch hinsichtlich der Vielfalt und Qualität vermissen.

aber wo?

Einziger Ausweg für den Kunden der Gang zur Bushaltestelle oder zum Auto, um Notwendiges au­ßerhalb zu besorgen.

Sicher, weder die Verkäuferinnen noch Verantwortliche der Univer­sität haben diesen Zustand zu ver­treten. Vielleicht fühlt sich durch diese Zeilen doch noch jemand an­gesprochen?

zu uneingeschränkter Zahlung aufgefordert

forderte Mietsenkung und sogar das Herunterwohnen von Wohn­heimen stellen keine Form der Kostensenkung bzw. Verbesse­rung des Zustandes der Wohn­heimplätze dar und konnten deshalb in dieser Form nicht akzeptiert werden.

4. Zu den Vorwürfen gegen das Studentenwerk: Den Vorwurf, das Studenten­werk hätte nicht genug finan­zielle Unterstützung vom Land gefordert, weisen wir auf das

Entschiedenste zurück.

Daß das Studentenwerk alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um den Zuschuß des Landes zu erhöhen, hat auch der Minister, Herr Enderlein, in der Beratung am 24. 11. 92 betont. Die jähr­lich bereitgestellten Mittel des Landes, auch im Vergleich zu den beiden anderen Studenten­werken des Landes, zeigen, welche Prioritäten das Studen­tenwerk Potsdam besitzt.

In diesem Zusammenhang darf man nicht außer acht lassen, daß aufgrund des starken Engage­ments des Studentenwerks Pots­dam vom Land für ca. 39 Mio DM 1992 eine studentische Wohnanlage mit 545 Bettenplät­zen errichtet wird. Dies dürfte wohl in den neuen Bundeslän­dern einmalig sein.

5. Zum Mietboykott: Bis zum gegenwärtigen Zeit­punkt haben 10 Studierende die anteilige Mietzahlung schriftlich erklärt. Aus den Saldenlisten der Mietbuchhaltung sind seit Okto­ber 53 säumige Mietzahler zu

Mehr Sicherheit

erkennen. Diese werden von uns aufgefordert, die Miete sofort einzuzahlen.

Da offensichtlich das Land, bis auf die gewährten zusätzlichen Mittel zur Altlastenbeseitigung, keinen weiteren Zuschuß zur Mietsenkung bereitstellt, ist das Studentenwerk verpflichtet, auf der Mietzahlung zu bestehen, da sonst die Liquidität des Studen­tenwerks in Frage gestellt ist. Wir bitten Sie um Verständnis und um Zahlung der Mieten, da wir aus dieser Konstellation her­aus gezwungen sein könnten, weitere Maßnahmen ergreifen zu müssen.

Um derzeitig verbreiteten Ge­rüchten entgegenzuwirken, er­klären wir, daß durch das Mini­sterium für Forschung und Kul­tur ab 01. Januar 1993 keine Erhöhung der Mieten festgesetzt ist.

Lediglich im modernisierten Wohnheim in Wildau(7,7 Mio DM) erfolgt aufgrund der im IV. Quartal 92 erreichten Bewirt­schaftungskosten eine Überar­beitung der Mieten. Wir hoffen, daß wir mit unserer Darstellung in dem Wirrwarr dieser Proble­matik einiges klarstellen konn­ten, sollten Sie dennoch Fragen haben, wenden Sie sich bitte an die Mitarbeiter Abt. Studenti­sches Wohnen.

... Ihnen den sozialen Bereich im Studienalltag so angenehm wie möglich zu gestalten, wird Aufgabe des Studentenwerks auch 1993 sein. Bänsch Geschäftsführerin(9. 12. 1992)