STUDENTEN
Nr. 20/92— Seite 11
283 000 Studienanfänger- 1,83 Millionen Studierende im Jahre 1992
Im Jahr 1992 haben sich an den Hochschulen in Deutschland rund 283 000 Studienanfänger immatrikuliert. Das ist gegenüber 1991 ein Rückgang um 7,4%. Allerdings liegt die Zahl der Studienanfänger um 8% oberhalb der an der Bevölkerungsentwicklung ausgrichteten KMK-Prognose von Anfang 1991. Der aufgrund der Verringerung der Geburtenzahlen zu erwartende Rückgang ist also erheblich geringer ausgefallen als prognostiziert. Dazu erklärte der Präsident der Hochschulrektorenkonfrenz, Professor Dr. HansUwe Erichsen, vor der Presse in Bonn:„Der Rückgang der Studienanfängerzahlen wird weiterhin durch die steigende Studienneigung überlagert. Daher ist eine Entlastung der Hochschulen nicht in Sicht.“
Die Studierendenzahl ist im laufenden Wintersemester um etwa 2,7% gegenüber 1991 auf 1,83 Millionen gestiegen. Dazu stellte Erichsen fest, daß die Zahl der Studienanfänger vor vier bis sechs Jahren erheblich geringer gewesen sei als heute, so daß im Gesamtergebnis weniger Studierende ihr Studium beendeten als aufnähmen. Der Anstieg zeigte aber auch die zunehmende, durch die schlechten Rahmenbedingungen der Hochschulen in der Personal-, Raum- und Sachmittelausstattung verursachte Funktionsbeeinträchtigung des Hochschulsystems.
„Diese Zahlen“, erklärte Erichsen,„bestätigen die angespannte Situation der Hochschulen und den Handlungsbedarf. Die Hochschulen haben im HRK-Konzept zur Entwicklung der Hochschulen in Deutschland vom Juli 1992 ihre Vorstellungen zur Bewältigung der Strukturkrise der Hochschulen unterbreitet. Sie haben deren Umsetzung bereits in Angriff genommen. Länder und Bund müssen nun dringend ihren Beitrag zur Verbesserung der
Rahmenbedingungen erbringen. Wissenschafts- und Finanzminister der Länder haben einvernehmlich die Unterfinanzierung des Hochschulbereichs festgestellt. Die Hochschulen begrüßen, daß die Ministerpräsidenten in Dresden die Bereitschaft der Länder erklärt haben, in den alten Ländern zusätzliche Ressourcen für den Hochschulbereich bereitzustellen und in den neuen Ländern auf einen raschen Abschluß der Neuordnung des Hochschulbereichs hinzuwirken. Die Hochschulen erwarten vom Gespräch des Bundeskanzlers und der Ministerpräsidenten der Länder am 17. 12. 92 perspektivische Entscheidungen über die Behebung der Ausstattungsdefizite der Hochschulen und die Finanzierung des Hochschulbaus, die zur Umsetzung der Strukturreform der Hochschulen unerläßlich sind.““
In den alten Bundesländern ist mit 249 000 Studienanfängern
ein Rückgang um 7,9% zu ver-| zeichnen, der sich bei den Uni-|
versitäten mit 9,2% stärker auswirkt als bei den Fachhochschu
len mit 4,9%. Die Entwicklung| an den Hochschulen der neuen| Länder ist wesentlich positiver| als bisher aufgrund vereinzelter|
Pressemeldungen angenommen. Nach der Umfrage der Hoch
schulrektorenkonfrenz ist zwar|
ein Rückgang der Studienanfängerzahlen um 2400 oder 7% auf 34 800 zu verzeichnen. Diese Zahl liegt jedoch um 28% oberhalb der Schätzung der Kultus
ministerkonferenz von 1991.| Dies zeigt— so Erichsen—, daß|
die Hochschulen in den neuen Ländern trotz der Umbruchsituation, der schwierigen personellen Erneuerung, der Stellenkürzungen und der räumlichen und Ausstattungsprobleme von den Studienanfängern nicht negativ eingeschätzt werden.
Die Entwicklung wird bestätigt|
durch die Wanderungen der
Studienanfänger zwischen Ost und West: Die Zahl derjenigen, die mit einer Hochschulzugangsberechtigung aus den neuen Ländern ein Studium an Hochschulen der alten Länder aufgenommen haben, ist gegenüber dem Vorjahr um rund ein Viertel auf etwa 4000, davon 1000 in Berlin, zurückgegangen. Andererseits ist bei der West-OstWanderung eine Verdoppelung auf rund 3000 Studienanfänger zu verzeichnen, von denen 1200 auf den früheren Ostteil Berlins entfallen. Die Zahl der ausländischen Studierenden in der Bundesrepublik ist trotz rückläufiger Studienanfängerzahlen um etwa 10% angestiegen und beläuft sich nunmehr auf mehr als 120 000. Damit beträgt der Anteil ausländischer Studierender an der Gestamtstudentenzahl gut 6,5%. Pressemitteilung HRK 9. 12. 1992
Are you inter
ested in Englisch language Courses in Great Britain?
„Na klar, aber immer!‘“, werden viele sagen. Und daraus erklärt sich auch das rege Interesse an Sommersprachkursstipendien des DAAD. Alle Anträge dieses Sonderprogrammes für ostdeutsche Hochschulen werden sicher nicht bewilligt werden können, denn die zu vergebenden Teilstipendien für Sprachkurse in Großbritannien betragen immerhin 2500,- DM pro Kursplatz. Wer aber trotzdem fahren möchte und eine günstige private Finanzierung nicht ausschließt, könnte zum Beispiel nach Chester(eine der schönsten alten, aus‘ der Römerzeit stammenden englischen Städte) fahren, um an der dortigen Sprachschule, die von Britsh Council anerkannt wird, seine Englischkenntnisse„aufzupolieren“‘. Die Kursgebühren, die der Principal der Schule anbietet für Studenten der Universität Potdam, liegen exakt 70£ unter dem sonst zu entrichtenden Betrag. Das würde dem Preis für Unterkunft und Verpflegung in einer Gastfamilie pro Woche entsprechen. English in Chester zu lernen, in einer Gastfamilie zu leben und die traumhaft schöne Stadt zu erkunden— ich kann nur zuraten!— Und ich weiß, wovon ich rede— ich habe es selbst erlebt. Informationen, Broschüren, Anmeldeformulare gibt es bei uns im Akademischen Auslandsamt, F(06) 105.
Antje Bürger
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