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(1.1.2019) 02
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Nr. 2/93 Seite 16

WISSENSCHAFT

10 Thesen des Wissenschaftsrates zur Hochschulpolitik

Fortsetzung von Seite 15

len wieder einen höheren Stel­lenwert bekommen, kommen­tierte Simon das Konzept.

Der WR läßt keinen Zweifel daran, daß die Hochschulen seit Jahren unterfinanziert sind. Er verweist auf die Kalkulationen von Kultusministerkonferenz und Finanzminister-Konferenz vom Herbst vergangenen Jahres, wonach allein in den Hochschu­len der alten Länder jährlich drei bis vier Milliarden DM fehlen. Es ist ein Irrtum zu glauben, die fehlenden Mittel ließen sich al­lein durch interne Reformen der

Hochschulen und die Reorgani­sation des Studienbetriebs ge­winnen. Die Vollversammlung des WR hat den Vorschlag zur Einführung von Studiengebüh­ren nicht aufgegriffen und for­derteinen höheren Stellenwert für die Hochschulen in der staat­lichen Finanzpolitk. Nachdem die Politiker aller Parteien sich gegen die Einführung von Stu­diengebühren ausgesprochen haben, sind jetzt also die Parla­mente von Bund und Länder am Zuge, die Hochschulen finanziell besser auszustatten. Pressemitteilung

Symposium zur Präsentation der Zwischenergebnisse zum BMFT-ProjektBewertung und Gestaltung der naturnahen Land­schaft in Schutzgebieten, Freizeit­und Erholungsgebieten

Am 13. Januar dieses Jahres fand an der Universität Potsdam am Fachbereich Geographie eine Präsentation der Ergebnisse der ersten Phase einer Proöjektbear­beitung statt.;

Vor zahlreichen Vertretern öf­fentlicher Einrichtungen und Organisationen, der Landes­regierung und der Kommuna­len Verwaltung sowie Fachkol­legen und dem Auftraggeber wurden Denkansätze, Methoden und Aussagen zu einer integrier­ten Landschaftsplanung vorge­stellt.

Ziel des vom Bundesminister für Forschung und Technologie über einen Zeitraum von 28 Mona­ten finanzierten Projektes ist die Entwicklung einer Rahmenme­thodik zur Ermittlung und poly­funktionalen Bewertung des Landschaftszustandes im Gebiet der Brandenburgischen Platten und Niederungen, zur Abwägung der dort bestehenden und zu erwartenden Nutzungskonflikte

und zur Ableitung von Behand­lungsvorschlägen innerhalb re­gionaler Nutzungskonzepte. Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführenden Direktor des Fachbereiches Geographie der Universität Potsdam, Prof. Dr. habil. H. Brunner, der auf die Bedeutung der Lösung dieses Problemkreises verwies, wurden in einer Vortrags- und Diskus­sionsrunde die Konzeption und erste Ergebnisse der Projektbear­beitung erläutert.

Ausgehend vom raumordneri­schen Strukturkonzept für das Land Brandenburg und seiner Bedeutung für die Entwicklung von Schutz-, Freizeit- und Erho­lungsgebieten wurden die Rah­menbedingungen für die konzep­tionellen Grundvorstellungen markiert(Dr. habil. G. Saupe) und eine Herangehensweise zur modularen Integration land­schaftsökologischer Daten in die gebietliche Planung vorge­stellt(Prof. Dr. habil. H. Barsch).

Dabei wurde auf die Bedeutung der Ermittlung von Eckdaten, die das Bedingungs- und Wirkungs­gefüge kennzeichnen, verwiesen und auf die Notwendigkeit der Entwicklung einer objektiven, nachvollziehbaren und ver­gleichsfähigen Rahmenbewer­tung aufmerksam gemacht.

In einem zweiten Komplex wur­den die Methoden zur Ermitt­lung von Basisdaten für die Landschaftsbewertung im Rah­men der Landschaftsplanung 1:10 000 vorgestellt. Die Richt­linien und Verfahrensweisen der landschaftsplanerischen Be­standsaufnahme und Bewertung wurden von Dr. habil. D. Knothe am Beispiel des Havelgebietes bei Potsdam erläutert. Frau Dr. K. Ziener sprach über die unter sozialwissenschaftlichen Gesichtspunkten gewonnenen objektbezogenen Daten und wahrnehmungsbezogenen Wer­te, auf deren Grundlage Präfe­renzgebiete für die Erholungs­nutzung ausgewiesen werden konnten. Frau Dipl.-Math. B. Ebert stellte das Konzept der Verwaltung und Verarbeitung der landschaftsökologischen und sozialräumlichen Basisdaten in einem Geographischen Informa­tionssystem vor.

Ein weiterer Schwerpunkt der Darlegungen befaßte sich mit Problemen der Auswahl von Vorzugsflächen unter naturwis­senschaftlichem Gesichtspunkt. An einem Beispiel aus dem Oberspreewald wurden zunächst Probleme der Landschaftsbewer­tung und Vorschläge zu ihrer Lösung durch die Arbeit mit Fuzzy-Sets diskutiert(Dipl.­Lehrer R.-U. Syrbe). Am glei­chen Beispiel wurde eine Strate­gie zur Selektierung von derarti­gen Präferenzflächen vorgestellt

(Dr. habil. K. Kaden), die primär auf der Abschätzung von Folge­wirkungen als Ausschlußkrite­rium basiert.

Der Umsetzung landschaftsöko­logischer Basisdaten bei einer Landschaftsrahmenplanung im Sinne des raumordnerischen Strukturkonzeptes für das Land Brandenburg galten die abschlie­ßenden Vorträge. Frau Dr. U. Schwarzkopf stelle zunächst Möglichkeiten der Integration von Fernerkundungsdaten zur Kennzeichnung sensibler Berei­che vor und diskutierte die the­matische, räumliche und zeitli­che Relevanz derartiger Daten für die Landschaftsplanung. Die Gestaltung naturnaher Land­schaften im Rahmen einer öko­logischen Landnutzung wurde an Szenarios vorgestellt, die noch­mals die Linienführung des Ge­samtkonzeptes verdeutlichten und das angetrebte Ziel der Schaffung einer Strategie zur Landschaftsplanung hervorhob (Prof. Dr. habil. H. Barsch). Die zahlreichen Diskussionsbei­träge zeigten die Wichtigkeit und das allgemeine Interesse, die der Problematik zukommen. Bei al­ler Komplexität der zu bearbei­tenden Aufgaben wurde immer wieder betont, wie wichtig es sei, Grundsätze und Ziele des Naturschutzes und der Land­schaftspflege zu berücksichtigen. Die zahlreichen Anregungen wurden vom Veranstalter dan­kend aufgenommen und werden für die weiteren Arbeiten Be­rücksichtigung finden. Eine Ver­öffentlichung der Vorträge ist im Rahmen derPotsdamer geogra­phischen Forschungen für den Monat April vorgesehen.

Dr. habil. K. Kaden Dr. U. Schwarzkopf

WIR ERWARTEN SIE: - täglich(außer montags) 20.00 Uhr - Freitag/Samstag(im Cafe Klatsch) 22.00 Uhr

Di.- Do. ermäßigter Eintritt für Studenten

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