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WISSENSCHAFT
10 Thesen des Wissenschaftsrates zur Hochschulpolitik
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len wieder einen höheren Stellenwert bekommen‘‘, kommentierte Simon das Konzept.
Der WR läßt keinen Zweifel daran, daß die Hochschulen seit Jahren unterfinanziert sind. Er verweist auf die Kalkulationen von Kultusministerkonferenz und Finanzminister-Konferenz vom Herbst vergangenen Jahres, wonach allein in den Hochschulen der alten Länder jährlich drei bis vier Milliarden DM fehlen. Es ist ein Irrtum zu glauben, die fehlenden Mittel ließen sich allein durch interne Reformen der
Hochschulen und die Reorganisation des Studienbetriebs gewinnen. Die Vollversammlung des WR hat den Vorschlag zur Einführung von Studiengebühren nicht aufgegriffen und fordert„einen höheren Stellenwert für die Hochschulen in der staatlichen Finanzpolitk“. Nachdem die Politiker aller Parteien sich gegen die Einführung von Studiengebühren ausgesprochen haben, sind jetzt also die Parlamente von Bund und Länder am Zuge, die Hochschulen finanziell besser auszustatten. Pressemitteilung
Symposium zur Präsentation der Zwischenergebnisse zum BMFT-Projekt„Bewertung und Gestaltung der naturnahen Landschaft in Schutzgebieten, Freizeitund Erholungsgebieten“
Am 13. Januar dieses Jahres fand an der Universität Potsdam am Fachbereich Geographie eine Präsentation der Ergebnisse der ersten Phase einer Proöjektbearbeitung statt.;
Vor zahlreichen Vertretern öffentlicher Einrichtungen und Organisationen, der Landesregierung und der Kommunalen Verwaltung sowie Fachkollegen und dem Auftraggeber wurden Denkansätze, Methoden und Aussagen zu einer integrierten Landschaftsplanung vorgestellt.
Ziel des vom Bundesminister für Forschung und Technologie über einen Zeitraum von 28 Monaten finanzierten Projektes ist die Entwicklung einer Rahmenmethodik zur Ermittlung und polyfunktionalen Bewertung des Landschaftszustandes im Gebiet der Brandenburgischen Platten und Niederungen, zur Abwägung der dort bestehenden und zu erwartenden Nutzungskonflikte
und zur Ableitung von Behandlungsvorschlägen innerhalb regionaler Nutzungskonzepte. Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführenden Direktor des Fachbereiches Geographie der Universität Potsdam, Prof. Dr. habil. H. Brunner, der auf die Bedeutung der Lösung dieses Problemkreises verwies, wurden in einer Vortrags- und Diskussionsrunde die Konzeption und erste Ergebnisse der Projektbearbeitung erläutert.
Ausgehend vom raumordnerischen Strukturkonzept für das Land Brandenburg und seiner Bedeutung für die Entwicklung von Schutz-, Freizeit- und Erholungsgebieten wurden die Rahmenbedingungen für die konzeptionellen Grundvorstellungen markiert(Dr. habil. G. Saupe) und eine Herangehensweise zur modularen Integration landschaftsökologischer Daten in die gebietliche Planung vorgestellt(Prof. Dr. habil. H. Barsch).
Dabei wurde auf die Bedeutung der Ermittlung von Eckdaten, die das Bedingungs- und Wirkungsgefüge kennzeichnen, verwiesen und auf die Notwendigkeit der Entwicklung einer objektiven, nachvollziehbaren und vergleichsfähigen Rahmenbewertung aufmerksam gemacht.
In einem zweiten Komplex wurden die Methoden zur Ermittlung von Basisdaten für die Landschaftsbewertung im Rahmen der Landschaftsplanung 1:10 000 vorgestellt. Die Richtlinien und Verfahrensweisen der landschaftsplanerischen Bestandsaufnahme und Bewertung wurden von Dr. habil. D. Knothe am Beispiel des Havelgebietes bei Potsdam erläutert. Frau Dr. K. Ziener sprach über die unter sozialwissenschaftlichen Gesichtspunkten gewonnenen objektbezogenen Daten und wahrnehmungsbezogenen Werte, auf deren Grundlage Präferenzgebiete für die Erholungsnutzung ausgewiesen werden konnten. Frau Dipl.-Math. B. Ebert stellte das Konzept der Verwaltung und Verarbeitung der landschaftsökologischen und sozialräumlichen Basisdaten in einem Geographischen Informationssystem vor.
Ein weiterer Schwerpunkt der Darlegungen befaßte sich mit Problemen der Auswahl von Vorzugsflächen unter naturwissenschaftlichem Gesichtspunkt. An einem Beispiel aus dem Oberspreewald wurden zunächst Probleme der Landschaftsbewertung und Vorschläge zu ihrer Lösung durch die Arbeit mit Fuzzy-Sets diskutiert(Dipl.Lehrer R.-U. Syrbe). Am gleichen Beispiel wurde eine Strategie zur Selektierung von derartigen Präferenzflächen vorgestellt
(Dr. habil. K. Kaden), die primär auf der Abschätzung von Folgewirkungen als Ausschlußkriterium basiert.
Der Umsetzung landschaftsökologischer Basisdaten bei einer Landschaftsrahmenplanung im Sinne des raumordnerischen Strukturkonzeptes für das Land Brandenburg galten die abschließenden Vorträge. Frau Dr. U. Schwarzkopf stelle zunächst Möglichkeiten der Integration von Fernerkundungsdaten zur Kennzeichnung sensibler Bereiche vor und diskutierte die thematische, räumliche und zeitliche Relevanz derartiger Daten für die Landschaftsplanung. Die Gestaltung naturnaher Landschaften im Rahmen einer ökologischen Landnutzung wurde an Szenarios vorgestellt, die nochmals die Linienführung des Gesamtkonzeptes verdeutlichten und das angetrebte Ziel der Schaffung einer Strategie zur Landschaftsplanung hervorhob (Prof. Dr. habil. H. Barsch). Die zahlreichen Diskussionsbeiträge zeigten die Wichtigkeit und das allgemeine Interesse, die der Problematik zukommen. Bei aller Komplexität der zu bearbeitenden Aufgaben wurde immer wieder betont, wie wichtig es sei, Grundsätze und Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu berücksichtigen. Die zahlreichen Anregungen wurden vom Veranstalter dankend aufgenommen und werden für die weiteren Arbeiten Berücksichtigung finden. Eine Veröffentlichung der Vorträge ist im Rahmen der„Potsdamer geographischen Forschungen“ für den Monat April vorgesehen.
Dr. habil. K. Kaden Dr. U. Schwarzkopf
WIR ERWARTEN SIE: - täglich(außer montags) 20.00 Uhr - Freitag/Samstag(im Cafe Klatsch) 22.00 Uhr
Di.- Do. ermäßigter Eintritt für Studenten
NEU: Sonntag ist Kabarett- Tag! Alle Karten zum halben Preis.