FORSCHUNG
Nr. 3/93— Seite 5
Intensivierung der Forschung wurde möglich
„Die Mathematik hat es aus naheliegenden Gründen nicht leicht, sich gegenüber der Öffentlichkeit mit ihren Forschungsvorhaben und Entwicklungstendenzen verständlich darzustellen. Der weniger spezialisierte Betrachter hat eventuell vage Vorstellungen aus der Schulmathematik und möglicherweise unbehagliche Erinnerungen.“
Diese Aussagen Prof. Dr. BertWolfgang Schulzes, des Leiters der Max-Planck-Arbeitsgruppe „Partielle Differentialgleichungen und Komplexe Analysis“, aus Anlaß der Eröffnung der Max-Planck-Arbeitsgruppen an der Universität Potsdam werden sicherlich viele bestätigen können.
Dennoch oder gerade deshalb sei an dieser Stelle über die genannte Arbeitsgruppe berichtet. Von der Entscheidung des Senats der Max-Planck-Gesellschaft im November 1991, sie an der Universität Potsdam anzusiedeln (siehe PUZ 5/92) über die feierliche Einführung am 5. November 1992(siehe PUZ 17/92) bis zum heutigen Zeitpunkt ist ein sichtbarer Aufschwung in der Forschung zu verzeichnen. Angeknüpft wird an die Traditionen einer entsprechenden Arbeitsgruppe des ehemaligen Karl-Weierstraß-Institutes.
Die Analysis der partiellen Differentialgleichungen stellt einen Kernbereich der mathematischen Wissenschaften dar und gehört zu den Schwerpunkten internationaler Forschung. Auf Tagungen wurden im vergangenen Jahr
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Hieraus hat sich das Forschungsprojekt organisatorisch und personell im folgenden konstitutiert: — Entsprechend dem Autonomiegesetz der Hochschulen und ihrer Strukturen ist das Forschungsprojekt eine selbständi
mehrfach von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Forschungsergebnisse vorgestellt und diskutiert. Internationale Beziehungen konnte man erweitern und vertiefen. Durch die finanzielle Förderung der Max-PlanckGesellschaft werden im Sommersemester Gäste aus zahlreichen wissenschaftlichen Einrichtungen erwartet, so beispielsweise aus Marseille, München, Bochum, Bonn, Tübingen, Augsburg, Lille, Moskau, Peking. Die Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Mathematik unserer Universität sei intensiviert worden, so Prof. Schulze. Prof. Kaiser und Prof. Junek begleiten die Entwicklung mit großer Anteilnahme.
Für Diplommathematiker und Dipolmphysiker halten Prof. Dr. Schulze und Dr. habil. Demuth im SS Vorlesungen zu den Themen„Partielle Differentialgleichungen“ und„Einführung in die Theorie der Operatorhalbgruppen, Spektral- und Streutheorie“‘. Insgesamt schätzt der Arbeitsgruppenleiter die inhaltlichen Voraussetzungen für die Studiengänge Mathematik bei uns als blendend ein.
Zwei Vorhaben der Zukunft seien genannt. So veranstaltet die Arbeitsgruppe vom 16. bis 20. März ihre Frühjahrsschule „Analysis auf Mannigfaltigkeiten mit Singularitäten‘. Vom 6. bis 10. September trifft man sich, ebenfalls mit nationalen und internationalen Kollegen, im Potsdamer Residence-Hotel zur Konferenz:„Partial Differential Equations“.
Prof. Dr. Schulze Foto: Rüffert
Inein bis zwei Jahren müsse sich die Lage der Arbeitsgruppe, aber auch der Universität insgesamt, stabilisiert haben.„Die Existenz
Physikalisches Kolloquium
Am Mittwoch, dem 10. März 1993, findet um 15.15 Uhr im Raum 1 218(09/218, Am_ Neuen Palais) der Universität Potsdam ein gemeinsames Kolloquium des Fachbereiches Physik und des Instituts für Umweltwissenschaften statt. Es spricht Herr Prof. Dr. K. Hinsch, Fachbereich Physik der Carl v. Ossietzky Universität Oldenburg. Das Thema der Veranstaltung wird sein„LaserspeckleMeßtechnik für Schadens
der Max-Planck-Gruppen wird\
zweifellos ausstrahlen.“ Da Potsdam eine große natur
wissenschaftliche Tradition ha- Mi
be, könne und müsse daran an
geknüpft werden. Dies betrach- S|
tet‘ Prof. Schulze als enorme Verpflichtung.„Die mathematischen Wissenschaften gehören bei aller erwiesenen Nützlichkeit auch zu den wesentlichen kulturellen Elementen im fachlichen Profil. Die Strukturen der Mathematik sind von ewiger Schönheit. Sie hat in allen Zeiten
die Wissenschaftler in ihren T il
Anstrengungen beflügelt. besteht seitens der Beteiligten aus diesem Bereich natürlich die Bereitschaft, ihren Beitrag zum geistigen Antlitz der Universität zu leisten.‘
Dr. Barbara Eckardt
ge Struktureinheit und besteht aufgrund der Spezifik seiner Ziele und Aufgaben ausschließlich aus Slavisten.
— Aktuelle Personalbesetzung und Aufgabenbereich: Frau L. Siebeneicher— für Übersetzung, Frau S. Rauch— für technische
Gestaltung, Frau Dr. M. Auerbach— für russisch-deutsche Redaktion und Entwicklung, Herr Dr. A. Sultanow— für deutsch-russische Redaktion und Entwicklung. Dr. Marianne Auerbach Dr. Ajdyn Sultanow
nn diese Aufeaben und _ von Meßergebnissen an Pro-) hekörpemn: und Denkmälern,
Buch-Tip
Unsere Haut
Tagebücher von Frauen aus dem Herbst 1990
Hrsg.: Irene Dölling, Adelheid Kuhlmey-Oehlert, Gabriela Seibt Die„Wende“ noch einmal erleben— Frauen mit ihren Sehnsüchten, Ängsten und Hoffnungen, festgehalten in Tagebüchern, aus dem Herbst 1990.
Dietz Verlag Berlin, 253 Seiten, Pappband, 32,00 DM,
ISBN 3-320-01796-9