Nr. 4/93— Seite 8
SONDERPÄDAGOGEN
Am 11. Februar 1993 hatte der Arbeitsbereich Sonderpädagogik, der im August 1991 dem Fachbereich Pädagogik angegliedert wurde, zu seinem 2. Institutstreffen geladen. Auf der Tagesordnung standen neben der Analyse des bisher Erreichten detaillierte Anforderungen der neuen Landesprüfungsordnung, inhaltliche Fragen des Ausbildungsprogrammes und die Vorbereitung der Erarbeitung von „Potsdamer Studientexten‘“‘. Prof: Dr. Dr. h. c. Kanter, der Leiter des: Arbeitsbereiches Sonderpädagogik, verlas zu Beginn des Treffens ein Grußwort des Dekans des Fachbereiches Rehabilitationswissenschaften der Humboldt-Universität Berlin, Prof. Dr. Teichmann, der sich für eine gute Zusammenarbeit der beiden Universitäten aussprach.
Unter den ca. 40 Teilnehmern konnte Prof. Kanter die Referentin für Aus-, Fort- und Weiterbildung des Ministeriums für Jugend, Bildung und Sport, Frau Dr. Junginger, die Schulamtsdirektorin Frau Lücke-Deckert, ebenfalls aus diesem Ministerium, den Leiter des Landesprüfungsamtes, Dr. Sprengel, und den Geschäftsführenden Direktor des Fachbereiches Pädagogik, Prof. Thiem begrüßen.
Zu den Anwesenden gehörten aber auch die Dozenten, wissenschaftlichen Mitarbeiter und Fachpraktiker der verschiedensten Einrichtungen, die beim Aufbau des neu entstandenen Arbeitsbereiches durch ihre Bereitschaft zur Durchführung von Lehrveranstaltungen tatkräftig mitgeholfen haben. Über 60 Kolleginnen und Kollegen arbeiten zur Zeit im Bereich Sonderpädagogik auf der Basis von Honorarverträgen mit. Das wurde notwendig, weil sich inner
halb eines Jahres ungefähr 300 Lehrerinnen und Lehrer der Förderschulen des Landes Brandenburg in die verschiedensten Studiengänge einschrieben. Es war für Dr. Buss, den Koordinator dieser neuen Studienrichtung, außerordentlich kompliziert, den Lehrbetrieb für fünf verschiedene Studiengänge zu organisieren. Ihm standen drei promovierte ABM-Kräfte zur Verfügung, die längst nicht alle Lehrveranstaltungen durchführen konnten. Die Neuartigkeit dieses Studiums brachte in den ersten drei Semestern viele Schwierigkeiten und Unklarheiten mit sich. Kurzfristige Veränderungen im Studienablaufplan waren da sicher das geringste Problem. Viel gravierender waren die Fragen, welchen Abschluß die in der DDR ausgebildeten Erzieher, Unter- bzw. Oberstufenlehrer erhalten und inwieweit dieser Abschluß auch über die Grenzen des Landes Brandenburg hinaus anerkannt wird. Prof. Kanter bat die Zuhörer um Nachsicht. Er verglich die„Holperstrecken‘‘ auf dem Weg zu einem eigenen Institut mit dem steinigen und unwegsamen Weg nach Golm. Doch das große Interesse der Brandenburger Lehrer an dieser Ausbildung bestärkte die Anwesenden in ihrer Auffassung, eine gute Sache auf den Weg gebracht zu haben.
Derzeit haben sich über 300 Studierende in sonderpädagogischen Studiengängen eingeschrieben, davon ca. 70 im Direktstudium und 250 im Fernstudium. In den Fachrichtungen Lernbehindertenpädagogik, Geistigbehindertenpädagogik, Sprachheilpädagogik, Verhaltensgestörtenpädagogik und Körperbehindertenpädagogik wird zur Zeit eine Ausbildung angeboten. Die Struktur
und auch die Inhalte sind auf die Erfordernisse der Lehramtsprüfungsordnung abgestimmt. Dem parlamentarischen Willen und der Gesetzgebung des Landes Brandenburg entsprechend, ist die Ausbildung so aufgebaut, daß die Absolventen auf eine Tätigkeit sowohl in Förderschulen als auch in Integrationsklassen vorbereitet werden. Damit hat die Universität Potsdam einen ersten wichtigen Schritt beim Aufbau einer sonderpädagogischen Fachrichtung getan. Sachsen und Thüringen, die so wie Brandenburg bislang nicht über eigene Studienorte für Sonderpädagogik verfügten, haben bis heute noch nicht einmal angefangen, solche Studiengänge einzurichten.
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Dr: Sprengel, ‚der. sich in der Entstehungsphase sehr stark für dieses Studium einsetzte, machte als Leiter des Landesprüfungsamtes die Teilnehmer mit den Prüfungsmodalitäten vertraut. Seinen Ausführungen konnte entnommen werden, daß bis zum Sommer 1993 alle Voraussetzungen gegeben sind, um die ersten 78 Studenten, die ihr zweijähriges Fernstudium beenden, vor dem Landesprüfungsamt zu prüfen.
Danach trafen sich die Teilnehmer in einzelnen Arbeitskreisen, um über das Studienprogramm und konkrete Lehrinhalte zu diskutieren. Die Ergebnisse der Beratungen wurden im Plenum ausgewertet.
Einem kleineren Kreis der Lehrkräfte stellte Prof. Kanter ab
schließend das Anliegen der „Potsdamer Studientexte‘* vor. Die sich in Verbereitung befindenden„Potsdamer Studientexte“ sollen als studienergänzendes und-begleitendes Material für die Studenten erarbeitet werden. Wissenschaftler aller 0. g. Fachrichtungen sind aufgerufen, sich an der Erarbeitung solcher Texte zu beteiligen. Es bleibt nun noch zu wünschen übrig, daß die geplanten Strukturen so schnell wie möglich umgesetzt werden, um den schweren Weg zur Errichtung eines neuen Fachbereiches zu erleichtern. Dr. Karin Salzberg-Ludwig Arbeitsbereich Sonderpädagogik
URANMA
Verein„Wilhelm Foerster“ Potsdam e. V.
Donnerstag, 1. April 1993 19.30 Uhr, Haus der URANIA "100 Jahre meteorologische Beobachtungen im 1000jährigen Potsdam" mit Dr. Angela Lehmann Sonnabend, 3. April 1993 10.00 Uhr, Telegrafenberg "WISSENSCHAFTSLANDSCHAFT POTSDAM" Führung durch die Wetterstation auf dem Telegrafenberg mit Ralf Schmidt Dienstag, 6. April 1993 19.30 Uhr, Hörsaal der Fachhochschule Potsdam "Erlöst?- Wovon?- Zwischen Karfreitag und Ostern" mit Dr. Dr. Eugen Drewermann Dienstag, 13. April 1993 17.00 Uhr, Haus der URANIA-"Israel- das Land und seine Geschichte" mit Vera Sacher Donnerstag, 15. April 1993 17.00 Uhr,„Vom Stummfilm zum Tonfilm mit Dr. Heinz Baumert Donnerstag, 15. April 1993 19.30 Uhr, Haus der URANIA Initiative Gewaltprävention Donnerstag, 22. April 1993 17.00 Uhr, Haus der URANIA „Abenteuer Kanada“ mit Dr. Werner Künzel Sonnabend, 24. April 1993 10.00 Uhr, Neuer Garten- Haupteingang „Führung durch den Neuen Garten“ es führt Otto Raudensky Montag, 26. April 1993 17.00 Uhr, Haus der URANIA MITGLIEDER VERSAMMLUNG des URANIA- Vereins „Wilhelm Foerster“ Potsdam e.V. Donnerstag, 29. April 1993 17.00 Uhr, Haus der URANIA „Vom Stummfilm zum Tonfilm“ Donnerstag, 29, April 1993 19.30 Uhr, Haus der URANIA „BERÜHMTE POTSDAMER PERSÖNLICHKEITEN“ C. G. J. Jacobi- der erste bedeutende jüdische Mathematiker in Deutschland mit Dr, Herbert Pieper
URANIA-Haus„Wilhelm Foerster“ 1560 Potsdam, Brandenburger Str. 38 Fon 21724- Fax 2 36 83