Heft 
(1.1.2019) 04
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Nr. 4/93 Seite 8

SONDERPÄDAGOGEN

Am 11. Februar 1993 hatte der Arbeitsbereich Sonderpädago­gik, der im August 1991 dem Fachbereich Pädagogik ange­gliedert wurde, zu seinem 2. Insti­tutstreffen geladen. Auf der Ta­gesordnung standen neben der Analyse des bisher Erreichten detaillierte Anforderungen der neuen Landesprüfungsordnung, inhaltliche Fragen des Ausbil­dungsprogrammes und die Vor­bereitung der Erarbeitung von Potsdamer Studientexten. Prof: Dr. Dr. h. c. Kanter, der Leiter des: Arbeitsbereiches Sonderpädagogik, verlas zu Beginn des Treffens ein Gruß­wort des Dekans des Fachberei­ches Rehabilitationswissen­schaften der Humboldt-Univer­sität Berlin, Prof. Dr. Teichmann, der sich für eine gute Zusam­menarbeit der beiden Universi­täten aussprach.

Unter den ca. 40 Teilnehmern konnte Prof. Kanter die Referen­tin für Aus-, Fort- und Weiterbil­dung des Ministeriums für Ju­gend, Bildung und Sport, Frau Dr. Junginger, die Schulamtsdi­rektorin Frau Lücke-Deckert, ebenfalls aus diesem Ministe­rium, den Leiter des Landesprü­fungsamtes, Dr. Sprengel, und den Geschäftsführenden Direk­tor des Fachbereiches Pädago­gik, Prof. Thiem begrüßen.

Zu den Anwesenden gehörten aber auch die Dozenten, wissen­schaftlichen Mitarbeiter und Fachpraktiker der verschieden­sten Einrichtungen, die beim Aufbau des neu entstandenen Arbeitsbereiches durch ihre Bereitschaft zur Durchführung von Lehrveranstaltungen tatkräf­tig mitgeholfen haben. Über 60 Kolleginnen und Kollegen ar­beiten zur Zeit im Bereich Son­derpädagogik auf der Basis von Honorarverträgen mit. Das wur­de notwendig, weil sich inner­

halb eines Jahres ungefähr 300 Lehrerinnen und Lehrer der Förderschulen des Landes Bran­denburg in die verschiedensten Studiengänge einschrieben. Es war für Dr. Buss, den Koordina­tor dieser neuen Studienrichtung, außerordentlich kompliziert, den Lehrbetrieb für fünf verschiede­ne Studiengänge zu organisie­ren. Ihm standen drei promo­vierte ABM-Kräfte zur Verfü­gung, die längst nicht alle Lehr­veranstaltungen durchführen konnten. Die Neuartigkeit die­ses Studiums brachte in den er­sten drei Semestern viele Schwie­rigkeiten und Unklarheiten mit sich. Kurzfristige Veränderun­gen im Studienablaufplan waren da sicher das geringste Problem. Viel gravierender waren die Fragen, welchen Abschluß die in der DDR ausgebildeten Erzie­her, Unter- bzw. Oberstufenleh­rer erhalten und inwieweit dieser Abschluß auch über die Grenzen des Landes Brandenburg hinaus anerkannt wird. Prof. Kanter bat die Zuhörer um Nachsicht. Er verglich dieHolperstrecken auf dem Weg zu einem eigenen Institut mit dem steinigen und unwegsamen Weg nach Golm. Doch das große Interesse der Brandenburger Lehrer an dieser Ausbildung bestärkte die Anwe­senden in ihrer Auffassung, eine gute Sache auf den Weg gebracht zu haben.

Derzeit haben sich über 300 Studierende in sonderpädago­gischen Studiengängen einge­schrieben, davon ca. 70 im Di­rektstudium und 250 im Fern­studium. In den Fachrichtun­gen Lernbehindertenpädago­gik, Geistigbehindertenpäda­gogik, Sprachheilpädagogik, Verhaltensgestörtenpädagogik und Körperbehindertenpäda­gogik wird zur Zeit eine Ausbil­dung angeboten. Die Struktur

und auch die Inhalte sind auf die Erfordernisse der Lehramtsprü­fungsordnung abgestimmt. Dem parlamentarischen Willen und der Gesetzgebung des Landes Brandenburg entsprechend, ist die Ausbildung so aufgebaut, daß die Absolventen auf eine Tätig­keit sowohl in Förderschulen als auch in Integrationsklassen vor­bereitet werden. Damit hat die Universität Potsdam einen er­sten wichtigen Schritt beim Aufbau einer sonderpädagogi­schen Fachrichtung getan. Sach­sen und Thüringen, die so wie Brandenburg bislang nicht über eigene Studienorte für Sonder­pädagogik verfügten, haben bis heute noch nicht einmal ange­fangen, solche Studiengänge ein­zurichten.

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Dr: Sprengel, ‚der. sich in der Entstehungsphase sehr stark für dieses Studium einsetzte, mach­te als Leiter des Landesprüfungs­amtes die Teilnehmer mit den Prüfungsmodalitäten vertraut. Seinen Ausführungen konnte entnommen werden, daß bis zum Sommer 1993 alle Voraussetzun­gen gegeben sind, um die ersten 78 Studenten, die ihr zweijähri­ges Fernstudium beenden, vor dem Landesprüfungsamt zu prü­fen.

Danach trafen sich die Teilneh­mer in einzelnen Arbeitskreisen, um über das Studienprogramm und konkrete Lehrinhalte zu diskutieren. Die Ergebnisse der Beratungen wurden im Plenum ausgewertet.

Einem kleineren Kreis der Lehr­kräfte stellte Prof. Kanter ab­

schließend das Anliegen der Potsdamer Studientexte* vor. Die sich in Verbereitung befin­dendenPotsdamer Studientex­te sollen als studienergänzen­des und-begleitendes Material für die Studenten erarbeitet wer­den. Wissenschaftler aller 0. g. Fachrichtungen sind aufgerufen, sich an der Erarbeitung solcher Texte zu beteiligen. Es bleibt nun noch zu wünschen übrig, daß die geplanten Struktu­ren so schnell wie möglich umgesetzt werden, um den schweren Weg zur Errichtung eines neuen Fachbereiches zu erleichtern. Dr. Karin Salzberg-Ludwig Arbeitsbereich Sonderpädagogik

URANMA

VereinWilhelm Foerster Potsdam e. V.

Donnerstag, 1. April 1993 19.30 Uhr, Haus der URANIA "100 Jahre meteorologische Beobachtungen im 1000jährigen Potsdam" mit Dr. Angela Lehmann Sonnabend, 3. April 1993 10.00 Uhr, Telegrafenberg "WISSENSCHAFTSLANDSCHAFT POTSDAM" Führung durch die Wetterstation auf dem Telegrafenberg mit Ralf Schmidt Dienstag, 6. April 1993 19.30 Uhr, Hörsaal der Fachhochschule Potsdam "Erlöst?- Wovon?- Zwischen Karfreitag und Ostern" mit Dr. Dr. Eugen Drewermann Dienstag, 13. April 1993 17.00 Uhr, Haus der URANIA-"Israel- das Land und seine Geschichte" mit Vera Sacher Donnerstag, 15. April 1993 17.00 Uhr,Vom Stummfilm zum Tonfilm mit Dr. Heinz Baumert Donnerstag, 15. April 1993 19.30 Uhr, Haus der URANIA Initiative Gewaltprävention Donnerstag, 22. April 1993 17.00 Uhr, Haus der URANIA Abenteuer Kanada mit Dr. Werner Künzel Sonnabend, 24. April 1993 10.00 Uhr, Neuer Garten- Haupteingang Führung durch den Neuen Garten es führt Otto Raudensky Montag, 26. April 1993 17.00 Uhr, Haus der URANIA MITGLIEDER VERSAMMLUNG des URANIA- Vereins Wilhelm Foerster Potsdam e.V. Donnerstag, 29. April 1993 17.00 Uhr, Haus der URANIA Vom Stummfilm zum Tonfilm Donnerstag, 29, April 1993 19.30 Uhr, Haus der URANIA BERÜHMTE POTSDAMER PERSÖNLICHKEITEN C. G. J. Jacobi- der erste bedeutende jüdische Mathematiker in Deutschland mit Dr, Herbert Pieper

URANIA-HausWilhelm Foerster 1560 Potsdam, Brandenburger Str. 38 Fon 21724- Fax 2 36 83