Heft 
(1.1.2019) 05
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WISSENSCHAFT

Nr. 5/93 Seite 7

Populäre Vermittlung

Erstmalig verlieh der seit zwei Jahren bestehende URANIA­VereinWilhelm Foerster Pots­dam e. V. am 11. März 1993 den Wilhelm-Foerster-Preis. Wilhelm Julius. Foerster (1832-1921) war Astronomie­professor und langjähriger Di­rektor der Berliner Sternwarte. Er begründete die Astronomi­sche Gesellschaft 1863 mit, baute den öffentlichen Zeitdienst in Deutschland auf, initiierte und begründete das Astronomische Recheninstitut sowie die Physi­kalisch-Technische Reichsan­stalt, um nur einiges zu nennen. Große Verdienste erwarb er sich als Wissenschaftsorganisator. Von Beginn seiner beruflichen Tätigkeit an galt sein Bestreben der Verbreitung wissenschaftli­cher Erkenntnisse.

Große Resonanz auf die Preis­ausschreibung(siehe PUZ 7/92) konnte der Vereinsvorsitzende,

Prof. Dr. Klaus Bürger, konsta­tieren. Die Auszeichnung soll jene WissenschaftlerInnen und WissenschaftspublizistInnen des Landes Brandenburg ehren, die sich durch die Popularisierung und Publizierung ihrer Arbeiten verdient gemacht und auf diese Weise einen Beitrag zur Ver­mittlung zwischen Wissenschaft und Bevölkerung geleistet ha­ben. Es ist zu wünschen, daß das Vorhaben der jährlichen Aus­zeichnung nicht an Geldmangel scheitern wird.

Minister Enderlein begrüßte die Idee der Preisstiftung ausdrück­

lich, umaus dem Wissenschaft-\4

lerghetto herauszukommen.

Der erfolgreiche, international anerkannte Naturwissenschaft­ler, Dr. rer. nat. habil. Jürgen Staude, wurde vom Schirmherrn, Minister Enderlein, und vom Vereinsvorsitzenden in Anwe­senheit zahlreicher Gäste, dar­

unter der Enkelin Foersters, aus­gezeichnet. Der Preisträger ist Leiter des Sonnenobservato­riums des Einsteinturms Pots­dam. In seinem Festvortrag sprach er zur Geschichte der Sonnenphysik in Potsdam.

Der Sonnenphysiker Dr. rer. nat. habil. Jürgen Staude er­hielt den 1.Wilhelm-Foerster­

Preis des gleichnamigen URANIA-Vereins. Text und Foto: Eckardt

84. Hauptversammlung vom 4. bis 8. April 1993

MNU steht für Deutscher Verein zur Förderung des mathemati­schen und naturwissenschaftli­chen Unterrichts. MNU ist über 100 Jahre alt, hat in den Altbun­desländern über 5 800 Mitglie­der und in den neuen Bundeslän­dern inzwischen fast 1 000. Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde 1992 Herr Wolfgang Asselborn gewählt.

Es ist verständlich, daß dieser Verein immer schon und ganz besonders derzeit eine Fülle von Aufgaben hat, dazu gehören

vor allem und im allgemeinen die fachliche Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer durch Experten, aber auch durch den Erfahrungsaustausch,

speziell in diesen Jahren Hilfe zu geben bei der Integration der neuen Informations- und Kom­munikationstechnologien in den Unterricht

und nicht zuletzt der beharrli­

che Kampf um eine angemesse­ne Präsentation der mathema­tisch-naturwissenschaftlichen Fächer in der Stundentafel. Höhepunkte im Wirken dieses Vereins sind die alljährlich statt­findenden Hauptversammlun­gen. 1990 konnten erstmals auch Lehrerinnen und Lehrer aus Brandenburg in München dabei sein, 1991 war ein wesentliches Moment in Göttingen die aktive Beteiligung aus den neuen Bun­desländern, die ich dann aller­dings 1992 in Bielefeld schon wieder als sehr reduziert regi­strierte. In Berlin erwartet man ca. 2 000 Teilnehmer und vor allem sehr viele aus den neuen Bundesländern.

Kommen Sie, die Sie Lehrer ausbilden oder Lehrer werden wollen, doch einfach mal vor­bei!

Das Programm beginnt am 5. April, 9.00 Uhr mit der feierli­

chen Eröffnung in der Kongreß­halle am Alexanderplatz; den Festvortrag hält Herr Prof. Dr. Stock, Mitglied des Vorstandes der Schering AG zum Thema Gentechnologie eine Heraus­forderung für die moderne Indu­striegesellschaft. An der Tech­nischen Universität finden vom Montag bis zum Mittwoch ins­gesamt 117 Vorträge zu den Fächern Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Informatik und Astronomie statt. Aus Pots­dam treffen Sie als Vortragen­den nur Herrn Dr. habil. Spren­gel; er spricht am Mittwoch von 8.30 bis 9.15 Uhr zum: Thema Wer ist denn nun begabt?. Aber die Potsdamer können Sie sicher öfter vor Ort erleben, hören Sie sich lieber an, was man von München bis Rostock zu berich­ten weiß.

Dr. habil. H.-J. Sprengel

Drittmittelein­werbung

Die Wissenschafts- und For­schungseinrichtungen im Land Brandenburg haben im Rahmen des Auf- und Ausbaus der neu­strukturierten Wissenschafts­landschaft große Anstrengungen unternommen, Drittmittel von unterschiedlichen Zuwendungs­gebern einzuwerben. Diese Anstrengungen führten zu be­achtlichen Erfolgen der wissen­schaftlichen Einrichtungen.

Bei den brandenburgischen Uni­versitäten steht die Universität Potsdam mit 5,4 Mio. DM an der Spitze bei der Drittmitteleinwer­bung, gefolgt von der Techni­schen Universität Cottbus mit bereits 1,5 Mio. DM an Drittmit­teln. Die Technische Fachhoch­schule Wildau, die erst im Win­tersemester 1992/93 ihren Lehr­betrieb aufnahm, konnte eben­falls bereits Forschungsaufträge mit Drittmitteln erhalten.

Bei den außeruniversitären For­schungseinrichtungen ist der Spitzenreiter das Institut für Halbleiterphysik in Frankfurt/ Oder mit über 11 Mio. DM an Drittmitteln. Mit jeweils ca. 3,5 Mio. DM weisen das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (Potsdam) und die Fraunhofer­Einrichtung für Angewandte Polymerforschung(Teltow-See­hof) beeindruckende Erfolge auf. Über der Millionengrenze liegen auch das Astrophysikalische Institut, das Geoforschungszen­trum Potsdam und das Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung. Von den Dritt­mitteln werden über 3,5 Mio. DM von der Industrie finan­zen.

Die Forschungseinrichtungen im Land Brandenburg haben insge­samt 41 224 056 DM im Jahr 1992 an Drittmitteln für For­schungszwecke eingeworben.

Pressemitteilung MWFK