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STUDENTEN
Der Ausländerbeirat... auch für ausländische Studenten der Universität
Der Ausländerbeirat der Stadt Potsdam, dessen Vorsitzende ich bin, ist ein ehrenamtliches, beratendes Gremium der Stadtverordnetenversammlung bei der Entscheidungsfindung zu Ausländerfragen. Am 3. Juni 1992 beschloß die Stadtverordnetenver
Maria Pichottka, Ungarin, seit 32 Jahren in Deutschland, Vorsitzende des Ausländerbeirates, seit Mitte Februar Mitarbeiterin der Universität Pots
dam, Fachbereich Germanistik, Abteilung Sprachwissenschaft, Tel.: 9 76 31 38
Foto: Rüffert
sammlung die Satzung über den Ausländerbeirat, damit war der Weg zur Wahl des Beirates freigegeben. Nach den Wahlen im November wurde der Beirat am 4. Dezember 1992 konstitutiert. Er besteht aus 14 Mitgliedern. Dazu gehören 7 ausländische Mitbürger mit ständigem Wohnsitz in Potsdam, 6 Fraktionsmitglieder der Stadtverordnetenversammlung und die Ausländerbeauftragte der Stadt, mit beratender Stimme.
Unsere Aufgabe ist es, die Interessen der ausländischen Mitbürger zu vertreten. Der Klientel des Ausländerbeirates setzt sich aus den ausländischen Mitbürgern und nicht zuletzt aus den ausländischen Studenten der Universi
tät und Hochschuleinrichtungen zusammen. Etwa 2 000 Ausländer leben z. Z. in Potsdam. Für die Realisierung der breit gefächerten Aufgabenstellung des Ausländerbeirates wurden Arbeitsgruppen gebildet. Eine von diesen ist die Arbeitsgruppe Jugendarbeit, die sich mit den Problemen und Wünschen der Studenten befaßt. Zu der Arbeitsgruppe gehört Frau Anna Metschies(Mitarbeiterin der Universität und Beiratsmitglied) und Herr Dr. Hans Schubert (Verbandsfraktion). Wir rufen die ausländischen StudentInnen zur Mitarbeit in dieser Arbeitsgruppe auf und haben vor, Sprechstunden auf dem Universitätsgelände einzurichten. Im Rahmen dieser Sprechstunden planen wir Rechtsberatung und die Gewährung von Lebenshilfe, auch in Form von Broschüren, die von den Beiratsmitgliedern zu unterschiedlichen Themen wie z. B.„Was: sind meine Rechte und Pflichten?‘“, „An welchen Arzt kann ich mich mit meinen gesundheitlichen Problemen wenden?“ usw. erarbeitet wurden. Für Probleme im Zusammenhang mit dem Studium bleibt weiterhin das Akademische Auslandsamt zuständig. Eine Begegnungsstätte ist (außer„Cabana‘ im Haus der Jugend) vorgesehen, wo die deutsche und nichtdeutsche Bevölkerung gemeinsame Veranstaltungen zur Pflege der Kultur, der Sitten und Gebräuche, der Küchenkultur aller Nationen durchführen können. Dort könnten mit Hilfe der Bevölkerung fremdsprachige Bücher und auch die Broschüren zur Unterstützung der Integration der Ausländer, Hinweise zur Rechtsberatung der Studenten u. a. untergebracht werden.
Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhaß gehören z. Z. zu den größten Problemen in
Deutschland. Die Integration der Ausländer ist der wichtigste Bestandteil der Bekämpfung der Ausländerfeindlichkeit, und zur Integration gehören immer zwei, die sich integrieren lassen wollen und die mit der Integration beschäftigt sind. Nur wenn beide ihr Herz öffnen und ihren Beitrag zur Integration leisten, wird eine echte Integration möglich. Der erste Schritt dabei ist das Erlernen der deutschen Sprache. Am eigenen Leibe spürte ich alle Phasen dieses Integrationsprozesses, nachdem ich vor 32 Jahren deutschen Boden betrat. Das Leben war nicht immer leicht, es gab bei mir Integrationsschwierigkeiten. Plötzlich in einem anderen Land, mit anderen Sitten und Lebensgewohnheiten, ohne
Freunde und Bekannte, manchmal sogar ohne Verwandtschaft, und wenn die Sprachkenntnisse auch noch fehlen, ist die Situation oft schwer zu ertragen. Meine positiven Erfahrungen, den Schlüssel zum„Wie mache ich es am klügsten?‘“ möchte ich in meiner Arbeit im Ausländerbeirat an alle ausländischen Mitbürger der Stadt Potsdam weitervermitteln. Sich für Ausländer einzusetzen, ist einer der schönsten, eine edle Aufgabe, und micht bewegt dabei der Gedanke, daß jeder Mensch unabhängig von seiner Hautfarbe und Nationalität gleich ist, ausschlaggebend sind die inneren Werte, die wir fördern und auch mit pflegen können. Maria Pichottka
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