EG-PROGRAMME
Nr. 6/93— Seite 13
EUROPA, CHANCE FÜR STUDIUM UND BERUF
EG-Bildungsprogramme erleichtern den Weg ins Ausland
Der Europäische Binnenmarkt bedeutet mehr als nur ungehinderten Warenverkehr: Jeder EG-Bürger darf in jedem EG-Mitgliedsland leben, lernen und arbeiten, so das Recht auf Freizügigkeit. Mit zahlreichen Austauschprogrammen und Regelungen zur Anerkennung der Diplome erleichtert die Europäische Gemeinschaft den Schritt ins Ausland. Der Aufenthalt in einem EG-Nachbarland wird sich lohnen: Auf dem europäischen Arbeitsmarkt werden neben einer guten beruflichen Qualifikation Mobilität, Auslandserfahrungen und nicht zuletzt Fremdsprachenkenntnisse ein Plus für jeden Bewerber sein.
EG-Bürger können in Zukunft in der ganzen Gemeinschaft leben, lernen und arbeiten. Dieses Recht allein ist wenig wert, wenn es nicht von Angeboten begleitet wird, die den Bürgern der Gemeinschaft helfen,„ihre‘* Chance auch tatsächlich wahrzunehmen. Während sie den rechtlichen Rahmen des Binnenmarktes schuf, hat die Europäische Gemeinschaft deshalb nach Wegen gesucht, die jedem EGBürger den Arbeitsmarkt in anderen EG-Mitgliedsstaaten
öffnen konnten: Etliche Bildungs- und Austauschprogramme erleichtern heute eine Aus
serer Universität.
bildung für Europa. Regelungen
zur Anerkennung der Berufsab
schlüsse machen eine problemlose Arbeitsaufnahme im EG
Ausland möglich.
Das Programm ERASMUS soll
die Mobilität von Studenten för
dern. COMETT vermittelt und unterstützt Partnerschaften zwischen Hochschulen und Unternehmen und verschafft Studenten Betriebspraktika in anderen
Mitgliedsstaaten.„Jugend für
Europa“ hilft bei Jugendaus
tauschmaßnahmen für junge
Leute zwischen 15 und 26, und
LINGUA soll die Sprachausbil
dung von Schülern, Studenten
und Arbeitnehmern verbessern.
Folgende Grundprinzipien prä
gen die Bildungspolitik und die
Austauschprogramme der Euro
päischen Gemeinschaft:
— Möglichst viele Europäer sollen bereits als Lernende im Rahmen von Austauschmaßnahmen einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland absolviert haben. Nur dann werden sie von den Chancen, die ihnen der Binnenmarkt 1993 bietet, profitieren können; nur dann werden sie den Mut finden, einen Job im Ausland zu suchen.
— Im Europa der Zukunft soll es keine Einheitssprache, sondern mehrsprachige Bürger geben. Deshalb setzt die EG-Kommission einen be
Wie im vergangenen Jahr informiert die Vertretung der EGKommission in der BRD über ihr Anliegen im Mai auch an un
Foto: Rüffert
sonderen Akzent auf das Erlernen von Fremdsprachen.
Durch den Austausch von Lehrern und Professoren sollen die Europäer die Ausbildungssysteme in den anderen Mitgliedsstaaten kennenlernen. Kontakte sollen entstehen, auch über die geförderte Einzelmaßnahme hinaus bestehen bleiben. Dies ist
Die Vertretung der EG-Kommission in der Bundesrepublik Deutschland veranstaltet im Sommersemester 1993 in Zusammenarbeit mit dem Bundespresseamt eine Info
mobil-Tour an 45 bundes
deutsche Hochschulen.
Am Montag, dem 10. Mai 1993 wird dieses Infomobil von 10 bis ca. 15 Uhr vor der Mensa„Neues Palais‘ aufgebaut. Begleitend wurde eine Artikelserie zum Thema„Studieren ın Europa“ herausgegeben, die wir in— loser Folge veröffentlichen werden.‘)
auch eine„vertrauensbildende Maßnahme*“‘: Gerade bei denjenigen, die unterrichten, ist das Mißtrauen gegenüber ausländischen Bildungssystemen oft noch groß. Der Studienbesuch bei einem EG-Nachbarn soll die Zweifler überzeugen, daß sich der Weg ins Ausland für ihre Schüler und Studenten in jedem Fall lohnt.
Damit die EG-Bürger vom Mobilitätsangebot des Binnenmarktes auch tatsächlich
Mehr Sicherheit
die möglichst—
Gebrauch machen können, müssen die Berufsabschlüsse gegenseitig anerkannt werden, denn das theoretische Recht auf Freizügigkeit nützt den Europäern wenig, wenn sie den gelernten Beruf im Ausland nicht ohne große Hindernisse ausüben dürfen. Um die Antragswege bei den EG-Bildungsprogrammen nicht unnötig zu komplizieren, gibt es in:jedem EGMitgliedsstaat nationale Büros, die über die EG-Programme informieren.
— Grundsätzlich werden die
Fragen der Ausbildung auch im Binnenmarkt weiter von den einzelnen Mitgliedsstaaten selbst geregelt. Die EGBildungsprogramme sollen die nationalen Angebote nicht ersetzen, sondern ergänzen. Die Förderung der EG soll vor allem Anreize zum Austausch bieten. Sie tritt ergänzend zu nationalen Fördermaßnahmen hinzu, soll diese aber niemals ersetzen. So kann ein deutscher Studienanfänger immer nur nationale Hilfen erhalten, selbst wenn er sein Studium im Ausland beginnen will. Erst nachdem er seine Ausbildung begonnen hat, setzen die Möglichkeiten der EG-Förderung ein. Geld gibt es aber auch dann nur für einen klar eingegrenzten Austauschaufenthalt.
Info: Eine Liste der EG-Bildungsprogramme ist bei der Vertretung der EG-Kommission in der Bundesrepublik Deutschland, Zitelmannstraße 22, 5300 Bonn kostenlos erhältlich.
Pressemitteilung