Heft 
(1.1.2019) 06
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EG-PROGRAMME

Nr. 6/93 Seite 13

EUROPA, CHANCE FÜR STUDIUM UND BERUF

EG-Bildungsprogramme erleichtern den Weg ins Ausland

Der Europäische Binnen­markt bedeutet mehr als nur ungehinderten Warenver­kehr: Jeder EG-Bürger darf in jedem EG-Mitgliedsland le­ben, lernen und arbeiten, so das Recht auf Freizügigkeit. Mit zahlreichen Austausch­programmen und Regelungen zur Anerkennung der Diplo­me erleichtert die Europäische Gemeinschaft den Schritt ins Ausland. Der Aufenthalt in einem EG-Nachbarland wird sich lohnen: Auf dem euro­päischen Arbeitsmarkt wer­den neben einer guten berufli­chen Qualifikation Mobilität, Auslandserfahrungen und nicht zuletzt Fremdsprachen­kenntnisse ein Plus für jeden Bewerber sein.

EG-Bürger können in Zukunft in der ganzen Gemeinschaft leben, lernen und arbeiten. Dieses Recht allein ist wenig wert, wenn es nicht von Angeboten begleitet wird, die den Bürgern der Gemeinschaft helfen,ihre* Chance auch tatsächlich wahr­zunehmen. Während sie den rechtlichen Rahmen des Binnen­marktes schuf, hat die Europäi­sche Gemeinschaft deshalb nach Wegen gesucht, die jedem EG­Bürger den Arbeitsmarkt in anderen EG-Mitgliedsstaaten

öffnen konnten: Etliche Bil­dungs- und Austauschprogram­me erleichtern heute eine Aus­

serer Universität.

bildung für Europa. Regelungen

zur Anerkennung der Berufsab­

schlüsse machen eine problem­lose Arbeitsaufnahme im EG­

Ausland möglich.

Das Programm ERASMUS soll

die Mobilität von Studenten för­

dern. COMETT vermittelt und unterstützt Partnerschaften zwi­schen Hochschulen und Unter­nehmen und verschafft Studen­ten Betriebspraktika in anderen

Mitgliedsstaaten.Jugend für

Europa hilft bei Jugendaus­

tauschmaßnahmen für junge

Leute zwischen 15 und 26, und

LINGUA soll die Sprachausbil­

dung von Schülern, Studenten

und Arbeitnehmern verbessern.

Folgende Grundprinzipien prä­

gen die Bildungspolitik und die

Austauschprogramme der Euro­

päischen Gemeinschaft:

Möglichst viele Europäer sollen bereits als Lernende im Rahmen von Austausch­maßnahmen einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland ab­solviert haben. Nur dann werden sie von den Chancen, die ihnen der Binnenmarkt 1993 bietet, profitieren kön­nen; nur dann werden sie den Mut finden, einen Job im Ausland zu suchen.

Im Europa der Zukunft soll es keine Einheitssprache, sondern mehrsprachige Bür­ger geben. Deshalb setzt die EG-Kommission einen be­

Wie im vergangenen Jahr informiert die Vertretung der EG­Kommission in der BRD über ihr Anliegen im Mai auch an un­

Foto: Rüffert

sonderen Akzent auf das Erlernen von Fremdspra­chen.

Durch den Austausch von Lehrern und Professoren sollen die Europäer die Aus­bildungssysteme in den an­deren Mitgliedsstaaten ken­nenlernen. Kontakte sollen entstehen, auch über die geförderte Einzelmaßnahme hinaus bestehen bleiben. Dies ist

Die Vertretung der EG-Kom­mission in der Bundesrepu­blik Deutschland veranstaltet im Sommersemester 1993 in Zusammenarbeit mit dem Bundespresseamt eine Info­

mobil-Tour an 45 bundes­

deutsche Hochschulen.

Am Montag, dem 10. Mai 1993 wird dieses Infomobil von 10 bis ca. 15 Uhr vor der MensaNeues Palais aufgebaut. Begleitend wur­de eine Artikelserie zum ThemaStudieren ın Euro­pa herausgegeben, die wir in loser Folge veröffentlichen werden.)

auch einevertrauensbil­dende Maßnahme*: Gerade bei denjenigen, die unter­richten, ist das Mißtrauen gegenüber ausländischen Bildungssystemen oft noch groß. Der Studienbesuch bei einem EG-Nachbarn soll die Zweifler überzeugen, daß sich der Weg ins Ausland für ihre Schüler und Studenten in jedem Fall lohnt.

Damit die EG-Bürger vom Mobilitätsangebot des Bin­nenmarktes auch tatsächlich

Mehr Sicherheit

die möglichst

Gebrauch machen können, müssen die Berufsabschlüs­se gegenseitig anerkannt werden, denn das theoreti­sche Recht auf Freizügigkeit nützt den Europäern wenig, wenn sie den gelernten Beruf im Ausland nicht ohne große Hindernisse ausüben dürfen. Um die Antragswege bei den EG-Bildungsprogrammen nicht unnötig zu komplizie­ren, gibt es in:jedem EG­Mitgliedsstaat nationale Bü­ros, die über die EG-Pro­gramme informieren.

Grundsätzlich werden die

Fragen der Ausbildung auch im Binnenmarkt weiter von den einzelnen Mitgliedsstaa­ten selbst geregelt. Die EG­Bildungsprogramme sollen die nationalen Angebote nicht ersetzen, sondern er­gänzen. Die Förderung der EG soll vor allem Anreize zum Austausch bieten. Sie tritt ergänzend zu nationalen Fördermaßnahmen hinzu, soll diese aber niemals ersetzen. So kann ein deutscher Studienanfänger immer nur na­tionale Hilfen erhalten, selbst wenn er sein Studium im Aus­land beginnen will. Erst nach­dem er seine Ausbildung begon­nen hat, setzen die Möglichkei­ten der EG-Förderung ein. Geld gibt es aber auch dann nur für einen klar eingegrenzten Aus­tauschaufenthalt.

Info: Eine Liste der EG-Bil­dungsprogramme ist bei der Vertretung der EG-Kommission in der Bundesrepublik Deutsch­land, Zitelmannstraße 22, 5300 Bonn kostenlos erhältlich.

Pressemitteilung