Nr. 7/93— Seite 10
SPORT
Die Schlagzeile dieses Artikels ist das Motto eines seit März über zwei Jahre laufenden und vom Arbeitsbereich„Sport und Gesellschaft“ des Fachbereiches Sportwissenschaft der Universität Potsdam geleiteten Projektes. Es wird vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg als„Modellversuch: Seniorensport im Land Brandenburg“ gefördert. Kooperationspartner in diesem Modellversuch sind der Landessportbund Brandenburg e. V., Kommunen sowie freie Träger und Wohlfahrtsverbände.
Das Motto„Der goldene Weg‘ verbindet als Leitgedanke verschiedene mit dem Projekt verbundene Absichten, die im folgenden skizziert werden sollen. Zunächst beabsichtigen wir, im Rahmen unserer Untersuchungen eine spezifische Lösung für eine übergreifende Problemlage mittels des Sportes anzubieten. Verkürzt dargestellt, lassen wir uns dabei von dem Gedanken leiten, daß im Prozeß zunehmender Veralterung der Bevölkerung sportorientierte Angebote das Gelingen des Alterns markant unterstützen können. Dies erwarten wir sowohl für den Teil der Älteren, deren Übergang.und Weg in den bzw. im Altersbereich der über Fünfzigjährigen mehr oder weniger„undramatisch‘ erfolgt. Aber auch(oder vielleicht sogar gerade) für diejenigen, deren Lebenslagen in diesem Lebensabschnitt aus unterschiedlichen Gründen durch eingeschränkte Lebensqualität und-zufriedenheit geprägt sind, versprechen wir uns, mit darauf „eingehenden‘“‘ Angeboten aus dem Bereich Sport, Spiel und Bewegung den„Betroffenen‘‘ Alltagsprobleme einen(goldenen igen ÖNnen.
Solche Bestrebungen schlagen sich(wenn auch noch nicht
„Der goldene Weg“
Modellversuch: Seniorensport im Land Brandenburg
durchgängig) in der aktuellen Sportlandschaft der alten Bundesländer zwar schon in Form einer teilweise sehr facettenreichen Seniorensport-Praxis nieder. Jedoch liegen differenzierte Erkenntnisse über die Beziehungen von Lebenslagen und Sporterfahrungen der Älteren kaum zusammenhängend vor, so daß wir im Ergebnis unserer Untersuchungen erhoffen, zur
Entwicklung eines_ solchen Theoriegebäudes_mit beizutra
gen. Und da außerdem die Lebensla
gender Ältereninden„Neufünfländern“ ja in großem und teilweise sehr dramatischem Maße eine ‚Wende‘ erfahren haben bzw. in dieser begriffen sind, unterscheiden sie sich im Kontext sportlicher Aktivitäten(so nehmen wir an) überwiegend doch wesentlich von denen in den alten Bundesländern.
Dementsprechend erwarten wir von der Bearbeitung dieses Erkenntnisneulandes Ergebnisse,
"die als gesicherte Grundlage für
angemessene Beratungsleistungen dienen. Damit zielen wir das
(eigentliche) praktische Ziel des Projektes an: den Interessenten
einen(möglichst erfolgversprechenden) Weg des Aufbaus und der Förderung des_Senioren
sportes_im Land Brandenburg aufzuzeigen. Folglich kenn
zeichnen nachstehende Maßnahmen die Schwerpunkte unserer Bemühungen, die Möglichkeiten des Sportes entsprechend der besonderen Ssozialpolitischen Situation des Landes Brandenburg zu analysieren und in die Praxis zu überführen:
— Ermittlung der sportbezogenen Interessen der Älteren im Kontext ihrer Lebenslagen;
— Erhebung derzeit bestehender Sportangebote für Ältere im Land Brandenburg;
— Entwicklung altersgerechter Sportangebote;
— Auslösung und Durchführung
von Modellmaßnahmen für den Seniorensport.
Die zwei letztgenannten Projektakzente ermöglichen uns schließlich und endlich, insbesondere den Studierenden des sportwissenschaftlichen__Diplomstudienganges neue Tätigkeitsfelder für die aktuelle Ausbildung und perspektivische Berufswahl zu eröffnen.
Dies haben bereits 15 Studierende genutzt, indem sie im vergangenen Zwischensemester zunächst an einer 240stündigen Übungsleiter-Sonderausbildung des Landessportbundes Brandenburg mit der Lizenz „Sport mit Älteren“ an der Sportschule in Lindow erfolgreich teilnahmen. Zur Zeit betätigen sie sich im Rahmen„Berufspraktischer Übungen“ beim Aufbau und der Betreuung von
Seniorensportgruppen in Sportvereinen und Wohlfahrtseinrichtungen der Stadt Potsdam. In ihren Praktika werden sie dann ihre Kenntnisse und Erfahrungen in ausgewählten Orten des Landes Brandenburg zur Gründung und Betreuung neuer Seniorensportgruppen einbringen. Mit ihrer Integration in das Projekt tragen sie nicht nur wesentlich zu dessen Gelingen bei. Sie bringen darüber hinaus (wenn auch in einem begrenzten Bereich, so doch aber mit einer nicht zu unterschätzenden Wirkung) etwas„auf den Weg“, das in einer Zeit zunehmender Spannungen zwischen Anderen(so man„Jung“ und„Alt“ auch anwachsend als Konfliktgruppen wahrnimmt) bemerkt und annehmbare Zeichen setzt.
Dr. Detlef Krüger
__AOK für das Land Brandenburg"”
„Potstausend“—
Wanderspaß gegen Unistreß
Einmal so richtig ausspannen, tief durchatmen und den Unistreß vergessen? Die AOK unterstützt Euch dabei mit vielen guten Ideen. So lädt die Gesundheitskasse am 9. Mai 1993 zu einer Wanderung durch den Potsdamer Forst ein. Mehrere tausend Naturfreunde aus dem gesamten Bundesgebiet werden sich auf den Weg rund um den Schwielowsee machen und den Wanderspaß genießen.
Die Strecken von 16 und 27 Kilometern führen durch die abwechslungsreiche Havellandschaft vorbei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer wird eine fünf Kilometer lange Route entlang des Templiner Sees angeboten. Start und Ziel ist im Stadion am Luftschiffhafen in Potsdam-West.
Der Startschuß für die Wanderer fällt um 9.00 Uhr. Bis 11.00 Uhr können sich die Teilnehmer auf den Weg machen. Unterwegs sorgt die AOK für gesunde Getränke und Verpflegung. Wir von der Gesundheitskasse würden uns freuen, wenn viele Hochschulangehörige und Studenten die Wanderstiefel schnüren würden.
Weitere Infos gibt es bei Jens Czempinski am AOK-Wandertelefon unter der Nummer 033 28/45 11 13 oder bei Thoralf Fiedler, der Euch jeden Dienstag von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr im H-Gebäude, Am Neuen Palais erwartet. Von ihm erfahrt Ihr auch mehr über Service und Leistungen der ACK.