Heft 
(1.1.2019) 09
Einzelbild herunterladen

GEDENKEN

Man suchte nach einer Form, an die Bücherverbrennung des 10. Mai 1933 zu erinnern. In Ko­

Nr. 9/93 Seite 5

operation mit Lehrkräften und Studenten wurde im Bereich Kultur(Prof. Dr. Alfred Berg­stedt), in den Fachbereichen Germanistik(Prof. Dr. Helmut John) und Musik(Prof. Dr. Günther Eisenhardt) die Idee geboren, am 10. Mai 1993 ein Leseprogramm in derGalerie am Neuen Palais darzubieten (siehe PUZ 7/93).

Lars Steger(1.) las exte von Brecht und Kästner

Gedenken an finsteres Ereignis vor 60 Jahren

Foto: Eckardt Selbst ausgesuchte Texte und Musikstücke wurden von jenen Studierenden und Mitarbeitern der Universität vorgetragen, die dem Aufruf der Initiatoren folg­ten. Dort, wo man Bücher ver­brennt, verbrennt man auch am Ende Menschen. Wer kennt ihn nicht, diesen Satz des 23jäh­rigen Heinrich Heine. Er stand

dann auch am Beginn des Abends.

| Nichts war vorgegeben, man

verständigte sich kurz vor Ver­anstaltungsbeginn lediglich auf die Reihenfolge der Beiträge. Texte von Brecht, Kästner, Graf, Goll, Feuchtwanger, H. Mann, Mühsam, Tucholsky, Döblin, Ringelnatz, Seghers und der Strittmatters sowie Musikstücke brachten zu Gehör: Helmut John, Lars Steger, Kerstin Mor­ling, Sven Frank, Steffen Rich­ter, Cornelia Kitzmann, Johanna Arndt, Arnold Pistiak, Jörn Strohner, Heiko Pannwitz, Al­fred Bergstedt, Maren Knut und Margrid Bircken.

Mahnung, Erinnerung, War­nung mußten vordergründig nicht ausgesprochen werden. Es war ein zum Hören bereites Pu­blikum im Saal.

B.E.

Interkulturelles Lernen in der Schule

Als es darum ging, in der jetzi­gen Fachgruppe Pädagogik un­serer Universität neue Schwer­punkte zu setzen, entschied sich Dr. Andreas Seidel aus dem Arbeitsbereich Erziehung/Sozia­lisation fürInterkulturelles Lernen in der Schule. Das war 1990.

Er knüpfte erste Kontakte bei­spielsweise zum InstitutInter­kulturelle Erziehung an der Freien Universität Berlin, zu entsprechenden Gremien in un­serer Stadt, besuchte zur eigenen Profilierung Lehrveranstaltun­gen in Berlin. Danach konzipier­te erseine Seminarreihe, die dem Anspruch genügen sollte, das Thema aus spezifisch ost­deutscher Sicht abzuhandeln, Ohne allgemeine Ansätze zu vernachlässigen. Unsere Erfah­rungen mit ausländischen Men­schen sind, historisch gewach­

sen, andere als jene der Bürger in den alten Bundesländern. Das muß Berücksichtigung finden auch in der Lehre. Es sollten sich die der Thematik zuwenden und sich in sie einarbeiten, die hier groß geworden sind, so Dr. Sei­del.

Die LehrveranstaltungenInter­kulturelle Erziehung begannen im Sommersemester 1991 auf freiwilliger Basis für die Studie­renden. Seit dem Winterseme­ster 1991/92 ist dieser Kurs obli­gatorischer Bestandteil der Päd­agogikausbildung von Lehramts­studenten. Das Interesse der StudentInnen an dieser Proble­matik sei nicht ungeteilt, aber die meisten sehen die Notwendig­keit und Wichtigkeit der Ausein­andersetzung damit ein. Oft werde aber zu pragmatisch her­angegangen, nach dem Motto: Welche Rezepte gibt es für die

Bewältigung konkreter Situatio­nen?

Dr. Seidel ist auf der Suche nach neuen Organisationsformen. Er wünscht sich für die Zukunft, den StudentInnen verschiedene Themenangebote zur Auswahl unterbreiten zu können. Dafür müsse aber die personelle Grund­lage in der Fachgruppe erweitert werden.

In diesem Semester ist das je­weilige Seminar in Arbeitsgrup­pen unterteilt, welche sich aus­

gewählten Themenkreisen zu­wenden, wie z. B.Die Entwick­lung von der Ausländerpädago­gik zur interkulturellen Erzie­hung oderKunst als Medium für die Vermittlung von Kultu­ren. Besuche in Schulen oder Asyl­bewerberheimen sind selbstver­ständlich. Am Ende des 30stün­digen Kurses werden die Arbeits­ergebnisse im Seminar zusam­mengetragen.

Dr. Barbara Eckardt

JO

Unsere Öffnungszeiten: Montag-Freitag 9-18 Uhr Samstag 9-12 Uhr

Schauen Sie N doch mal rein!

Reiseladen Potsdam Gutenbergstraße 91 ES

* Flug weltweit* Bus und Bahnreisen

* Abenteuer* Aktivurlaub* Reiten* Wandern* Trekking* Segeln * Tauchen* Mountainbiking* Sprachreisen

* internationale Studenten- und Schülerausweise

* Mitfahrzentrale* Jugend- und Gruppenreisen

22 6 48 48 4 196