Heft 
(1.1.2019) 10
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Nr. 10/93 Seite 4

WISSENSCHAFT

Foto: Rüffert

Neuer Universitätsprofessor

Prof. Dr. rer. nat. Jochen Zschau Professur für Geophysik

Geb. 1944; studierte Geophysik in Kiel und München; 1969 Diplom im Fach Geophysik in München; 1969-1974 wissen­schaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kiel; 1974 Promo­

] tion mit einer Arbeit überEbbe

und Flut in der festen Erde; 1974-1978 wissenschaftlicher

Forschung an den Hoch­schulen sichert den Standort Deutschland

Als neuartige Organisations­form für Forschung in den deut­schen Hochschulen hat der Prä­sident der Hochschulrektoren­konferenz:(HRK),: Prof. Dr. Hans-Uwe Erichsen,For­schungskollegs vorgeschlagen. Anläßlich der HRK-Jahresver­sammlung vom 9.-11. 5. 1993 in Erlangen und Nürnberg sagte Erichsen:Es müssen: neue Wege bschritten werden, um der Tendenz zur Auslagerung von Forschung und damit der Ab­wanderung des hochbegabten

wissenschaftlichen Nachwuch-.

ses aus den Hochschulen entge­genzuwirken. Forschungskol­legs sollten als fächer- und fa­kultätsübergreifende Zentren insbesondere geistes- und ge­sellschaftswissenschaftlicher Grundlagenforschung in den Hochschulen geschaffen und gemeinsam von Bund und Län­dern finanziert werden. Sie müßten offen sein für die Betei­ligung von Wissenschaftlern aus aller Welt. Die Mittelvergabe solle durch die Deutsche For­schungsgemeinschaft erfolgen, die gleichzeitig nach bewährtem Verfahren die Evaluation und Betreuung der Projekte überneh­men solle.

Breite Zustimmung herrschte unter den Teilnehmern der Jah­

resversammlung, daß nicht nur der sinkende Finanzanteil der Hochschulen an den For­schungsausgaben Anlaß zu ern ster Besorgnis gibt. Die Ein schnürung der experimentellen Forschung durch gesetzliche und bürokratische Rahmenbe­dingungen nehme bedrohliche Formen an, so daß die internatio­nale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Forschung ernsthaft in Gefahr sei. Die Teilnehmer warnten in diesem Zusammen­hang vor einer Novellierung des geltenden Tierschutzrechts, das sich in seiner jetzigen Form als gelungene Abwägung von Schutz des Tieres vor Leiden und lebenswichtigen Interessen der Menschen bewährt habe. Bei der angestrebten Novellierung des Gentechnikgesetzes müßten sachgerechte Lösungen gefun­den werden, die alle Sicherheits­anforderungen erfüllen, aber nicht die Freiheit der Forschung darüber hinaus beschränken dürften. Übereinstimmung be­stand, daß Hochschulen und Forschungseinrichtungen ver­pflichtet seien, Ergebnisse der Forschung der Öffentlichkeit zu vermitteln und sich der öffentli­chen Diskussion darüber zu stel­len.

Pressemitteilung

Assistent an der Universität Kiel; 9monatiger Forschungs­aufenthalt in den USA; 1979 Ha­bilitation mit einer Arbeit über die Bestimmung rheologischer Eigenschaften des Erdinnern aus gezeitenbedingten Oberflächen­verformungen; seit 1980 Profes­sor für Theoretische Geophysik

und Direktor am Institut für Geophysik der Universität Kiel; Forschungsschwerpunkte: Glo­bale Dynamik des Erdkörpers einschließlich seiner Wechsel­wirkungen mit Ozean und At­mosphäre; Erdbebenforschung, speziell Möglichkeiten der Vor­hersage.;

Zu Gast im Chemischen Kolloquium an der Universität war am 5. Mai 1993 Prof. Dr. Elias(r.), TH Darmstadt. Sein Vortrag behandelte die Sauerstoffaktivierung durch Nickelkomplexe. Im Gespräch mit Fachkollegen, hier Doz. Dr. Ludwig und Prof. Dr. Schade, wurden vor allem Fragen der Ausbildung disku­

tiert.

Foto: Tribukeit

DFG-Mittel eingeworben

Der Lehrstuhlinhaberin für Ge­schichte der Frühen Neuzeit, Frau Prof. Dr. Schorn-Schütte, wurden von der Deutschen For­schungsgemeinschaft 20 000 DM als Sachbeihilfen für eine wissenschaftliche Hilfskraft und Reisemittel bewilligt. Die Gel­der sind zweckgebunden für die abschließende Bearbeitung ei­ner Edition eines Gelehrten­briefwechsels vom Ende des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhun­derts.

Die Briefschreiber sind die Historiker Karl Lamprecht (1856-1915, Professor in Leip­zig), Ernst Bernheim (1850-1942, Professor in Greifswald) und Henri Pirenne (1862-1935, Professor in Genf/

Belgien). Diese drei in ihrer Zeit europaweit bekannten Gelehr­ten haben einen Briefwechsel hinterlassen, der 1886 beginnt und 1915 endet. Er umfaßt zen­trale Fragen der Geschichtswis­senschaft, insbesondere deren theoretische Grundlegung, die zu Beginn des Jahrhunderts hef­tig umstritten war einerseits, aufschlußreiche Diskussionen wissenschafts- und kulturpoliti­scher Fragestellungen des be­ginnenden 20. Jahrhunderts andererseits. Das Textkorpus enthält knapp 400 Briefe; es wird mit Einleitung und wissen­schaftlichem Anmerkungsappa­rat gut 300 Druckseiten umfas­sen und soll 1994 im Druck er­scheinen.