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EINSTEIN FORUM
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wo beide oft mit dem gleichen Bus zur Universität fahren. Der Student Mandelbrot grüß den Heros Einstein stets ehrfurchtsvoll und ist noch heute stolz, ein leichtes Kopfnicken als Antwort erhalten zu haben. Der Hauptteil seines Vortrages ist natürlich seinem Reich gewidmet, den Fraktalen. B. Mandelbrot demonstriert die Möglichketen Computer-generierter Kunstwerke anhand vieler DIAS, die einen repräsentativen Querschnitt des von ihm initiierten Schaffens zeigen. Die Präsentation untergliedert sich in drei Hauptrichtungen: a) Zunächst wird versucht, fraktale Landschaften, die aus Gebirgen, Gewässern und Wolken bestehen, zu gestalten. Die Computer-Grafiken vermitteln einen realistischen Eindruck; man glaubt sich inmitten einer Phantasielandschaft. Tatsächlich werden diese Bilder in Science-Fiction-Filmen oft verwendet. b) Die fraktale Geometrie ermöglicht, den in Physik und Chemie kaum_verstandenen Prozeß der Perkolation nachzuvollziehen. Perkolation ist die Durchdringung eines porösen Mediums in einer Flüssigkeit.
Wählt man eine geeignete Farb-,
skalierung, gelingen tatsächlich Bilder, die den experimentellen Befunden sehr ähneln.
c) Schließlich behandelt Mandelbrot streng mathematisch motivierte Muster, die auf Juliaund Mandelbrot-Mengen basieren. Wiederum begeistert er die Zuhörer mit der unerschöpflichen Formenvielfalt, die sich aus simpel hingeschriebenen nichtlinearen Gleichungen ergeben. Es offenbart sich eine weitere tiefe Einsicht: Fraktale sind eine nicht-vorhersagbare Mischung aus Regelmäßigkeit (Wiederholung) und Entstehen neuartiger Strukturen. Dieses für chaotische Prozesse typische Wechselspiel von Tradition und Innovation bezeichnet Mandel
brot einprägsam als JosephNoah-Effekt.
Die vorgestellten Bilder erwekken den Eindruck großer Leichtigkeit. Der Festredner bekräftigt diesen Eindruck, indem er wiederholt bemerkt, hinter all dem Formenreichtum stehe nur eine einfache Formel. Unsere Erfahrungen mit derartigen Rechnungen zeigen, daß man schnell die„einfachen“ Gebilde wie Apfelmännchen erhält, die Generierung etwa von Landschaften mit genau plaziertem See oder Berg jedoch eines enormen Aufwands bedarf. Mandelbrot verweist immer wieder auf Verbindungen von Fraktalen und Kunstwerken (hier: Malerei) und zeigt Beispiele, wo sich beide kaum unterscheiden. Noch einmal ist wichtig zu erinnern; eine Formel produziert die Computergrafik nicht unmittelbar. Der Operator kann durch Balancieren der Farben und Festlegen weiterer Parameter das Bild selbst entscheidend prägen. Vielleicht vermögen Kunsttheoretiker zu klären, ob der Operator Mandelbrot ein Künstler ist.
Abschließend noch einige persönliche Eindrücke: In einem langen Gespräch während der Besichtigung von Potsdam und Berlin erlebten wir B. Mandelbrot als allgemein sehr interessierten und informierten Mann, dessen wissenschaftliche Interessen jedoch höchst einseitig ausgeprägt sind, selbst in seinem Fachgebiet der Chaosforschung. Er war begeistert von der Anlage des WUniversitätscampus am Neuen Palais und berichtete etwas verstimmt, daß das Gebäude des IBM-Forschungslaboratoriums, in demertätig ist, keine Fenster hat. Wichtig auch zu erwähnen, daß selbst ein so geübter Redner die Vorbereitung seines Vortrages sehr ernst nahm, am gesamten 21. Mai nichts anderes unternahm.
Dr. Jürgen Kurths,
Dr. Wolfgang Jansen Arbeitsgruppe Nichtlineare Dynamik
Gemeinsame Edition der Haskala-Reihe mit dem Moses Mendelssohn Zentrum(MMZ)
Die bisher vom Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte (Duisburg) unter dem Titel „Haskala‘(Aufklärung) herausgegebenen wissenschaftlichen Abhandlungen erscheinen seit diesem Jahr gemeinsam mit dem MMZ an der Universität Potsdam. 1993 sind im Georg Olms Verlag(Hildesheim-ZürichNew York) bisher drei Bücher erschienen. Es handelt sich um den Bd. 4„Philo des 19. Jahrhunderts— Studien zu Salomon Ludwig Steinheim‘; Bd. 8„A Stranger here Myself: KurtWeill-Studien(mit Notenbeispielen)‘ und Bd. 10„Jüdische Zeitung für Ostdeutschland. 1924-1937“. In Vorbereitung befindet sich der Band 12„Jacob Adam. Zeit zur Abreise“, der den Lebensbericht eines jüdischen Händlers aus der Emanzipationszeit enthält.
Die drei Publikationen vereinen eine Fülle von Einzelbeiträgen, so neueste Ergebnisse der WeillForschung sowohl zur Person Weills, zu seinen musikalischen Schaffensperioden, aber auch zu literarischen Einflüssen und zur Zusammenarbeit mit Künstlern seiner Zeit(Brecht, Neher, Ira Gershwin, u. a.). Dem Band ist
die derzeit umfassendste Bibliographie von Sekundärliteratur beigefügt. Das Buch zu Salomon Ludwig Steinheim, der zu den herausragenden jüdischen Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts gehört, dokumentiert die Vielfalt seines Denkens und Wirkens und gibt Auskunft über seine Wirkungsgeschichte. Die kontroversen Aussagen der Autoren sind für einen breiten Leserkreis von Interesse, wie auch Steinheims Grundprinzipien— die Gestaltung der Welt nach moralischen Prinzipien, Erziehung zu Verantwortlichkeit des einzelnen und zu Toleranz— nichts von ihrer Gültigkeit verloren haben. Die Studie über die Jüdische Zeitung für Ostdeutschland— von 1924-1937 in Breslau erschienen— verdient u. a. insofern Interesse, als sie ein Dokument Jüdischen Alltagslebens und darüber hinaus der Zeitgeschichte ist. Der Verfasser Joseph Walter stammt aus Breslau und mußte 1936 nach Palästina emigrieren, wo er auch als Dozent für Pädagogik, Lehrerfortbildung und Geschichte des Holocaust an der Bar-Ilan-Universität arbeitete.
R.D.
F
Buchbindermeister
Heinz Bullert
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DO
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Hand- und Preßvergoldung 1] Sortiments- und Partiearbeiten
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