UMWELTWISSENSCHAFTEN
Nr. 10/93— Seite 7
Umweltbildung an der Universität Potsdam—Die Universität verkauft sich unter Wert
Grüne Plakate im A3-Format warben für den Besuch einer Ausstellung des Zentrums für Umweltwissenschaften, in der die Umweltbildung an der Universität Potsdam vorgestellt wurde.
Was den Besucher erwartete, war enttäuschend. Auf wenigen Schautafeln wurde die Umweltbildung an der Potsdamer Universität auf Fortbildungskurse für Lehrer bzw. Kurzlehrgänge in der Erwachsenenweiterbildung zu Umweltberatern reduziert. Umweltforschung wird in den einzelnen Fachbereichen nicht betrieben. Lediglich die Umwelterziehung beschäftigt sich mit dem Erstellen von Videos für den Einsatz im Schulunterricht. Ein Glück, daß das Zentrum für Umweltwissenschaften einige assoziierte WIPGruppen ausfindig machen konnte, die umweltrelevante Fragestellungen als Forschungsgegenstand bearbeiten. Läuft wirklich so wenig an unserer Universität, oder hat man im „Zentrum für Umweltwissenschaften“ nur noch nicht gemerkt, was an umweltrelevanten Lehrveranstaltungen angeboten wird, und das, wie es sich für eine Universität gehört, in Einheit mit entsprechender Forschung? Für den Fachbereich Geographie, an dem die Ausbildung von Geoökologen angelaufen ist, stellt die Ausstellung eine glatte Provokation dar. Dem Zentrum für Umweltwissenschaften ist bis heute verborgen geblieben, daß der Fachbe
reich Chemie die Lehrveranstaltung Umweltchemie/Umweltanalytik anbietet, die sich eines regen Zuspruchs durch die Studenten erfreut.
Im Bereich Technikwissenschaften werden umweltrelevante Fragen in Lehre und Forschung einbezogen. Sollte im Fachbereich Biologie die Umweltbildung keine Rolle spielen? Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe„Stoffdynamik in Geosystemen“‘ erhält aus Dritt
mittelprojekten mit dem Lan-|
desumweltamt Brandenburg erhebliche finanzielle Unterstützung und hat sich in den zurückliegenden drei Jahren zum Partner renommierter Einrichtungen in den Altbundesländern profiliert. Im Institut für Physikalische Chemie gibt es die Arbeitsgruppe Umweltanalytik, die allein 1993 Arbeitsergebnisse auf drei internationalen Symposien, so in Lissabon, Berlin und Brno, vorstellen konnte. Diese Liste ist völlig unvollständig und spontan im ersten Ärger über den Ausstellungsbesuch niedergeschrieben. Nur, wenn das alles dem Zentrum für Umweltwissenschaften verborgen blieb, ergibt sich die Frage, warum keinerlei Bestrebungen unternommen wurden, es herauszufinden. Bei Ausstellungen dieser Art verkaufen wir die Arbeit an der Universität Potsdam unter Wert. Es bleibt zu hoffen, daß die Ausstellung nicht von allzuvielen Gästen von außerhalb der Universität besucht worden ist.
W. Bechmann
NR; 786, u EUTENOP NK 2
W. SCHAUSS POTSDAM
Inh. Wolfgang Dehmel Staatl. Gepr. Augenoptiker Brandenburger Str. 10
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Prof. Kempter eröffnete die Ausstellung
Am 24. Mai nahm der stellvertretende Gründungsrektor der Alma:mater, Herr: Prof.:G. Kempter, die Eröffnung der einwöchigen Ausstellung„Umweltbildung an der Universität Potsdam“* vor. Die Exposition stellte bisherige Aktivitäten des Zentrums für Umweltwissenschaften.(ZfU).: im:+Bereich Umweltbildung dar und gab Auskunft über perspektivische Pläne.
Bereits seit 1990 wurde an der damaligen Brandenburgischen Landeshochschule diesem bisher vernachlässigten Gebiet verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt. Damit trug man den wachsenden Anforderungen aus der Praxis Rechnung.
Noch steckt das ZfU mit seinen Ausbildungsaufgaben in den „Kinderschuhen“. Konzeption und Ziele sind jedoch klar. Umweltbildung an der Universität Potsdam bedeutet für die dafür Verantwortlichen die Einbeziehung aller Studenten und Universitätsangestellten in ein Bildungsmodell, das sich einfügt in einen übergeordneten Entwurf im Land Brandenburg, der die Beschäftigung mit Umweltbildung als Prozeß lebenslangen Lernens begreift. Dabei versteht
Foto: Rüffert
sich das ZfU als Anbieter von Lehrveranstaltungen mit dem Ziel, allen Studenten unabhängig von ihrer Fachrichtung attraktive Angebote zu machen. Von besonderer Bedeutung ist z. B. die Realisierung eines Curriculum-Moduls ‚„Umweltbildung‘ als Bestandteil des„Potsdamer Modells der Lehrerbildung‘ und eines Fortbildungsprogramms der Universitätsangestellten.
SG.
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