Heft 
(1.1.2019) 10
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UMWELTWISSENSCHAFTEN

Nr. 10/93 Seite 7

Umweltbildung an der Universität Potsdam­Die Universität verkauft sich unter Wert

Grüne Plakate im A3-Format warben für den Besuch einer Ausstellung des Zentrums für Umweltwissenschaften, in der die Umweltbildung an der Uni­versität Potsdam vorgestellt wurde.

Was den Besucher erwartete, war enttäuschend. Auf wenigen Schautafeln wurde die Umwelt­bildung an der Potsdamer Uni­versität auf Fortbildungskurse für Lehrer bzw. Kurzlehrgänge in der Erwachsenenweiterbil­dung zu Umweltberatern redu­ziert. Umweltforschung wird in den einzelnen Fachbereichen nicht betrieben. Lediglich die Umwelterziehung beschäftigt sich mit dem Erstellen von Vi­deos für den Einsatz im Schulun­terricht. Ein Glück, daß das Zentrum für Umweltwissen­schaften einige assoziierte WIP­Gruppen ausfindig machen konnte, die umweltrelevante Fragestellungen als Forschungs­gegenstand bearbeiten. Läuft wirklich so wenig an unserer Universität, oder hat man im Zentrum für Umweltwissen­schaften nur noch nicht ge­merkt, was an umweltrelevanten Lehrveranstaltungen angeboten wird, und das, wie es sich für eine Universität gehört, in Ein­heit mit entsprechender For­schung? Für den Fachbereich Geographie, an dem die Ausbil­dung von Geoökologen ange­laufen ist, stellt die Ausstellung eine glatte Provokation dar. Dem Zentrum für Umweltwis­senschaften ist bis heute verbor­gen geblieben, daß der Fachbe­

reich Chemie die Lehrveranstal­tung Umweltchemie/Umwelt­analytik anbietet, die sich eines regen Zuspruchs durch die Stu­denten erfreut.

Im Bereich Technikwissen­schaften werden umweltrele­vante Fragen in Lehre und For­schung einbezogen. Sollte im Fachbereich Biologie die Um­weltbildung keine Rolle spie­len? Die interdisziplinäre Ar­beitsgruppeStoffdynamik in Geosystemen erhält aus Dritt­

mittelprojekten mit dem Lan-|

desumweltamt Brandenburg er­hebliche finanzielle Unterstüt­zung und hat sich in den zurück­liegenden drei Jahren zum Part­ner renommierter Einrichtungen in den Altbundesländern profi­liert. Im Institut für Physikali­sche Chemie gibt es die Arbeits­gruppe Umweltanalytik, die al­lein 1993 Arbeitsergebnisse auf drei internationalen Symposien, so in Lissabon, Berlin und Brno, vorstellen konnte. Diese Liste ist völlig unvollständig und spon­tan im ersten Ärger über den Ausstellungsbesuch niederge­schrieben. Nur, wenn das alles dem Zentrum für Umweltwis­senschaften verborgen blieb, ergibt sich die Frage, warum keinerlei Bestrebungen unter­nommen wurden, es herauszu­finden. Bei Ausstellungen dieser Art verkaufen wir die Arbeit an der Universität Potsdam unter Wert. Es bleibt zu hoffen, daß die Ausstellung nicht von allzu­vielen Gästen von außerhalb der Universität besucht worden ist.

W. Bechmann

NR; 786, u EUTENOP NK 2

W. SCHAUSS POTSDAM

Inh. Wolfgang Dehmel Staatl. Gepr. Augenoptiker Brandenburger Str. 10

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Prof. Kempter eröffnete die Ausstellung

Am 24. Mai nahm der stellver­tretende Gründungsrektor der Alma:mater, Herr: Prof.:G. Kempter, die Eröffnung der ein­wöchigen AusstellungUm­weltbildung an der Universität Potsdam* vor. Die Exposition stellte bisherige Aktivitäten des Zentrums für Umweltwissen­schaften.(ZfU).: im:+Bereich Umweltbildung dar und gab Auskunft über perspektivische Pläne.

Bereits seit 1990 wurde an der damaligen Brandenburgischen Landeshochschule diesem bis­her vernachlässigten Gebiet ver­stärkt Aufmerksamkeit ge­schenkt. Damit trug man den wachsenden Anforderungen aus der Praxis Rechnung.

Noch steckt das ZfU mit seinen Ausbildungsaufgaben in den Kinderschuhen. Konzeption und Ziele sind jedoch klar. Um­weltbildung an der Universität Potsdam bedeutet für die dafür Verantwortlichen die Einbezie­hung aller Studenten und Uni­versitätsangestellten in ein Bil­dungsmodell, das sich einfügt in einen übergeordneten Entwurf im Land Brandenburg, der die Beschäftigung mit Umweltbil­dung als Prozeß lebenslangen Lernens begreift. Dabei versteht

Foto: Rüffert

sich das ZfU als Anbieter von Lehrveranstaltungen mit dem Ziel, allen Studenten unabhän­gig von ihrer Fachrichtung attraktive Angebote zu machen. Von besonderer Bedeutung ist z. B. die Realisierung eines Cur­riculum-ModulsUmweltbil­dung als Bestandteil desPots­damer Modells der Lehrerbil­dung und eines Fortbildungs­programms der Universitätsan­gestellten.

SG.

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