Nr. 11/93— Seite 6
EXPEDITION
Ein Geograph im Eis...
Sommer in der Antarktis findet in den Monaten Dezember bis Januar bei positiven Temperaturen am Tage statt. Zum Sommerende hin ist dann bereits wieder das Eis der Gewässer gefroren. Dieses Naturschauspiel erlebte der Potsdamer Dieter Knothe von Mitte März bis Mitte April 1993 in der Ostantarktis. Warum führte ihn die Reise zu diesem entlegenen Kontinent?
“ Dr. habil. Dieter Knothe, Institut für Physische Geographie und Geoökologie des Fachbereiches Geographie der Universität Potsdam, ist beteiligt am von der DFG finanzierten und von Herbst 1991 bis Frühjahr 1994 laufenden Projekt„Struktur und Dynamik von Landschaften im eisfreien Raum der Antarktis“.
Auswertbare Ergebnisse dafür erfordern komplexe physischgeographische Untersuchungen vor Ort. Per Flugzeug, Hubschrauber und Schiff über Kapstadt gelangte der Wissenschaftler zum Ziel: Station„Georg Forster‘ in der SchirmacherOase. Gemeinsam mit Werner Krause von der Universität und sieben anderen Wissenschaftlern und Technikern führte er die für sein Projekt wichtigen Messungen und Untersuchungen durch. In der 20 km langen und ein bis zwei Kilometer breiten eisfreien Oase befinden sich
Dr. Dieter Knothe weilte in der Ostantarktis
Foto: Eckardt
außer der ehemaligen DDR-Station noch eine russische(mit 16 Überwinterern) und eine indische(mit 25 Überwinterern). Dr. Knothe erlebte Temperaturen zwischen— 10°C und—- 20°C bei einer Luftfeuchtigkeit von 30 bis 40% sowie Windgeschwindigkeiten zwischen 20 und 25 m/s. Algen und einige Moosarten, Raubmöwen, schwalbenähnliche Vögel und Sturmvögel gehören zur dort anzutreffenden Flora und Fauna. Berge, Hügel und Täler kennzeichnen die schneebedeckte Oberfläche des Kontinentalrandes der Antarktis in diesem Bereich.
Beeindruckt zeigt sich der Geograph von der Farben- und Strukturvielfalt des Eises. Wichtig ist für ihn zu erwähnen, daß man mit Umweltproblemen unter diesen besonderen Lebensbedingungen neu umzugehen lernt.
Die von Dr. Knothe entnommenen Boden- und Gesteinsproben sollen Aufschluß über das Alter der verschiedenen Schuttablagerungen geben. Wie und wann sind die Schuttdecken entstanden? Gibt es Anzeichen für eine Bodenentwicklung? Wie ver
"laufen die Verwitterungsprozes
se unter diesen klimatischen und meist vegetationsfreien Bedingungen?
Diese und andere Fragen müssen einer Antwort zugeführt werden.
Die Ergebnisse der Hubschrauberüberflüge über die Oase werden u. a. zur Kartierung der unterschiedlichen Schuttdecken genutzt. Schneefeldverteilung
Die Bildnachricht
Foto: Trihukeit
Zum großen Chemischen Kolloquium war am 26. Mai 1993 Herr Prof. Eusebio Juaristi, Direktor des Institutes für Organische Chemie der Universität MexikoCity, Gast unserer Universität. Der während seiner sabbatical
period of absence zur Zeit an der ETH Zürich bei Prof. Seebach forschende und lehrende Chemiker gehört in der Konformationsanalyse heterocyclischer Verbindungen, insbesondere der Wirksamkeit stereoelektronischer Effekte, zu den international führenden Wissen
1 schaftlern und gab in seinem
Vortrag Study of the Anomeric Effekt in Sulfur-CarbonPhosphorus Segments einen breiten Überblick über ein hochaktuelles Gebiet chemischer Grundlagenforschung.
Prof. Dr. E. Kleinpeter
MENDELSSOHN COLLOQUIUM
=„Eigenbild und Fremabild deutschsprachiger Juden“
6. Juli 1993
Dr. Gary Smith(Einstein Forum Potsdam): „Gershom Scholems Poetik des Judentums“
a7. 9 Uhr c.t., Am Neuen Palais 10, Gebäude 11, Raum K 226)
„Leistung und Service—
zwei überzeugende
in der Oase, die Veränderung|”
des Eisrandes sind weitere Pro
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den:
Dr. Barbara Eckardt
44
Argumente.
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