Heft 
(1.1.2019) 11
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Nr. 1!/93 Seite 10

WISSENSCHAFT

Euler-Vorlesung in Sanssouci

Fortsetzung von Seite 1

Forschung und Kultur des Lan­des Brandenburg, Herr F. Portz, anschloß(diese wie auch die künftigenEuler- Vorlesungen stehen unter der Schirmherr­schaft des Ministers H. Ender­lein).

Leonhard Euler(1707-1783), mit dessen Namen sich diese in der Berlin-Brandenburgischen Wissenschaftslandschaft neu eingerichtete Unternehmung verbunden hat, war der bedeu­tendste Mathematiker des 18. Jahrhunderts. Während der Re­gentschaft Friedrich II wirkte er 25 Jahre in Berlin(1741-1766). Ereignisse im Leben und Schaf­fen des Gelehrten aus den Berli­ner Jahren standen im Mittel­punkt der Ausführungen von Dr. R. Bölling(Potsdam). Schließ­lich ging Prof. B.-W. Schulze (Potsdam) in seiner Laudatio auf verschiedene Aspekte im Werk von R. Bott ein. Studenten und Lehrkräfte des Fachbereiches Musik der Universität Potsdam trugen durch ihre Darbietungen zur feierlichen Ausgestaltung dieses Nachmittages bei. Nach dem Schlußwort des Direktors

des Fachbereiches Mathematik

Prof. Raoul H. Bott

Foto: Rüffert

der Universität Potsdam, Prof. H. Kaiser, bot sich den Teilneh­mern, die erfreulicherweise zum großen Teil einem jugendlichen Publikum angehörten, beim an­schließenden Imbiß reichliche Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen.

Worin besteht das Anliegen, das mit der Einrichtung derEuler­Vorlesung verfolgt wird?

Der leitende Gedanke ist, eine große gemeinsame Veranstal­tung der in Berlin und Potsdam ansässigen mathematischen In­stitutionen zu etablieren, der auch eine integrative Funktion zukommt und die die Möglich­keit einer Wirkung in die Öffent­lichkeit einschließt. Beteiligt sind die Fachbereiche Mathema­tik der Berliner Universitäten (Humboldt-Universität, Techni­sche Universität, Freie Universi­tät) und der Universität Potsdam sowie das Konrad-Zuse-Zen­trum für Informationstechnik und das Institut für Angewandte Analysis und Stochastik(beide Berlin). Jährlich einmal wird

‚von einer unabhängigen Jury

eine weltweit anerkannte For­scherpersönlichkeit für einen Gastvortrag ausgewählt. Das Schloßtheater in Sanssouci, für eine Versammlung von Mathe­matikern sicherlich ein unge­wöhnlicher Ort, wird dann je­

‚weils im Mai als imposante Ku­

lisse für diesesaußergewöhnli­che Ereignis dienen.

Der Jury gehörten in diesem Jahr Prof. F. Hirzebruch(Bonn), Prof. K.-H. Hoffmann(Mün­chen) und Prof. M. Grötschel (Berlin) an(über die Nachfolge im Falle des Ausscheidens eines Mitgliedes entscheidet die Jury selbst).

Ein Anfang, der zur Zufrieden­heit aller Beteiligten ausfiel, ist

| gemacht. Mögen dieEuler­Vorlesungen in Sanssouci ei­

nen dauerhaften und angesehe­nen Platz im wissenschaftlichen Leben Berlins und Branden­burgs einzunehmen in der Lage sein.

R. Bölling

Im Einsatz für die Wirtschaft des Landes Brandenburg:

Die Technologie- und Inno­vationsberatungsstelle der Universität Potsdam

Seit Januar 1992 arbeitet an der Universität Potsdam eine vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und_Technolo­gie des Landes Brandenburg initiierte und geförderte Ein­richtung, die Technologie­und Innovationsberatungsstel­le(TIBS). Diese dem Informa­tions- und Technologietransfer der Universität Potsdam ange­schlossene Einrichtung hat die Aufgabe, auf speziellen innova­tiven technologischen Gebieten kleine und mittelständische Un­ternehmen sowie sich neu grün­dende Firmen des Landes Bran­denburg zu beraten und zu unter­stützen. Die Leistungen der TIBS erstrecken sich hierbei auf Beratungen zu technischen und technologischen Problemen, Kontaktvermittlungen, Hilfen zu Marketingproblemen, Orga­nisation von Tagungen, Work­shops und Präsentation von Fir­men bis hin zu Beratungen über Fördermöglichkeiten des Lan­des, des Bundes und der Euro­päischen Gemeinschaften. Da­bei werden Ergebnisse der uni­versitären Forschung gezielt zur Beförderung des Innovations­schubes in der brandenburgi­schen Wirtschaft eingesetzt. Während sich im vergangenen Jahr; die ‚Tätigkeit der. JIBS ausschließlich dem technolo­gisch innovativen Gebiet der Sensorik und der sensitiven Son­dermaterialien widmete, wurden in diesem Jahr weitere Sachge­biete in das Tätigkeitsfeld der TIBS aufgenommen: Mikrosy­stemtechnologie, alternative nichtbiologische Energiequel­len, Umweltanalytik und Laser­technologie.

Die Sensorik ist ein zukunfts­trächtiges Feld, auf dem interna­tional sehr starke Zuwachsraten

der industriellen Produktion erwartet werden und das insbe­sondere auch für kleine und mit­telständische Unternehmen im Land Brandenburg interessante Aufgabengebiete und Absatz­märkte bieten kann. An der Uni­versität Potsdam wird auf dem Gebiet der Grundlagenfor­schung für chemische Sensoren sehr intensiv gearbeitet. Die TIBS befördert aktiv den Trans­fer dieser Forschungsergebnisse in die Wirtschaft des Landes und arbeitet hier mit einer Reihe Brandenburger Unternehmen zusammen. Für die von der TIBS neu übernommenen Sachgebie­te werden ähnlich hohe industri­elle Zuwachsraten erwartet, So daß sich auch hier bedeutungs­volle Aufgaben für Brandenbur­ger kleine und mittelständische Unternehmen erschließen wer­den. Die Technologie- und Innova­tionsberatungsstelle erfreut sich einer guten Akzeptanz bei den beratenen Firmen, und sie er­wartet dies auch bei den neu in das Tätigkeitsgebiet aufgenom­menen Sachgebieten. Die TIBS hat ihren Sitz im For­schungsstandort Teltow-See­hof. Interessierte Firmen des Landes Brandenburg und Inter­essenten, die auf den genannten Gebieten eine Firmengründung planen, können sich jederzeit mit den Mitarbeitern der TIBS, Herrn Dipl-Phys. H. Herbst und Herrn Dipl.-Chem. Dr. W. Lamm, in Verbindung setzen: Universität Potsdam TIBS O-1530 Teltow Kantstr. 55 Tel.:(0 33 28) 4 64 12 Fax(0 33 28) 4 65 10 H. Herbst Dr. W. Lamm