_ EINDRÜCKE
Im Großen Saal des Hauses 5, Universitätskomplex II Golm, fand am 2. Juli 1993 das bereits angekündigte_amerikanischdeutsche Benefizkonzert statt. | Eingeladen dazu hatten die Uni| versität Potsdam und der LIONS-Club Potsdam Sanssouci.
Beteiligte der Veranstaltung waren das Crane Wind Ensemble der Crane Scool of Music des Potsdam College of the State University of New York/ USA | sowie die Big Band und die Di_ xieland-Gruppe der Universität _ Potsdam. Gespielt wurden Werke zeitgenössischer amerikanischer Komponisten für Blasorchester und klassischer Big| Band- und Dixieland-Sound. Nach dem Konzert gab es, je nach Ermessen, die Möglichkeit einer finanziellen Spende. Das Geld soll dem Kindergarten und der Kinderkrippe, in denen vorwiegend Kinder Studierender unserer Alma mater untergebracht sind, zugute kommen. Das Musikereignis war eingebunden in den einwöchigen Besuch einer 45 köpfigen Dele=|gation von Musikstudenten aus Potsdam/ New York. Den Rahmen hierfür bildete die 1000Jahrfeier der Landeshauptstadt. Maßgeblichen Anteil am Zustandekommen der Kontakte zwischen Potsdam/Brandenburg und Potsdam/NY hat der Herausgeber des hiesigen StadtJournals, Herr H. Ehrengard. Seinen Bemühungen und Ideen ist es zu danken, daß die vorhandenen Beziehungen mit Leben erfüllt werden. Zunächst noch in überschaubarem Rahmen ist die Niversität Potsdam in die ZuSammenarbeit integriert. So vird von September-Dezember “ne amerikanische Kollegin Prof, Sheila Weisse) hier Englisch sowie Didaktik der engliSchein Sprache lehren. Im glei. Chen Zeitraum wird Frau Dr. ü ck, FB Anglistik und Amerianistik, sowie die Studentin Silvia Hübner(für 1 Jahr!) in die
USA reisen, um am Potsdam College zu lehren bzw. zu studieren. Ab September wird ein Student der Clarkson‘University ein Semester an unserer Universität weilen, um in den Fachgebieten Politik, Geschichte und Germanistik sein Wissen zu erweitern. Im Laufe des akademischen Jahres soll zwei Kollegen des Fachbereiches Musik ein zweimonatiger Lehraufenthalt in Potsdam/NY gewährt werden. Erste Schritte auf dem Weg zu intensiver deutsch-amerikanischer Kooperation sind demnach getan. Ein Fortführen dieser Bemühungen sollte sich Johnen.....
P. Görlich
Brennpunkt
Man(n) glaubt es kaum, die Bundeswehr zeigte sich uns nicht nur als Streitkraft, sondern auch durchaus“streitkräftig”. Zum Themenkomplex“Sicherheitspolitik der Bundesrepublik” wurden Dozenten und Studierende unserer Universität vom 15. bis 19. August nach Königswinter bei Bonn zur Information und Diskussion eingeladen. Obwohl im Rahmen des Seminars so interessante Themen wie zum Beispiel“Der Islam- Eine Bedrohung für den Weltfrieden?” oder“Der Einsatz deutscher Soldaten bei UN-Missionen” referiert wurden, nahmen insgesamt nur zehn Studierende und ein Dozent dieses Angebot wahr.
Studenten spielen für Studenten
Im Oktober zeigt das Studententheater der Uni, DeGater‘87, nochmals seine neueste Inszenierung:
“JELISAWETA BAM” Daniil Charms.
Nach erfolgreicher Premiere im Juli diesen Jahres im Lindenpark erhofft sich die Gruppe wieder zahlreiche Zuschauer. Vor allem Studenten, die bedauerlicherweise zu den ersten beiden Vorstellungen größtenteils ausblieben. Wohl aus Unkenntnis sowohl der Gruppe als auch des Autors, obgleich Charms zur Zeit überall entdeckt wird. Charms, frühvollendet und während der Leningrader Blockade 1942 im Gefängnis am Hungertod früh verstorben, hat mit seiner“JELISAWETA BAM” einen merkwürdigen Mischmasch aus Absurdität, Überraschung, Unfaßbarkeit und Bestürzung
von
geschaffen und gleichsam ein|
Lebens- oder Traumgefühl der
nachrevolutionären Zeit in Ruß-;
land als unentwirrbares Durcheinander brillant und beklem
mend zugleich gezeichnet.
Zwar hat das Stück sehr viel mit Rußland zu tun, doch erhellen die lakonischen und übersteigerten Miniaturen weit mehr als die “große: russische: Seele”, die bekanntermaßen zu einem besonderen Spiegelbild des modernen europäischen Bewußtseins avancierte. Wie scheinbar nur fern wir ihr sind und doch nie nah genug, offenbart uns DeGater‘87 am 5. und 6. Oktober, jeweils 20.00 Uhr im Lindenpark. Togo
Szenenfoto
Nr. 13/93— Seite 13
Bundeswehr
Hier bot sich die Gelegenheit im Auswärtigen Amt, im Verteidigungsministerium bzw. auf der Hardthöhe konträre Standpunkte zu vertreten und einen konstruktiven Dialog zu führen.
Trotzdem konnten wir uns des Eindrucks nicht erwehren, daß sich hinter der propagierten Aufgeschlossenheit und dem(neuen)“humanen Antlitz” der Bundeswehr(männer) immer noch Hardliner verbergen. Außerdem wäre es auch empfehlenswert für die Führungsspitze der Bundeswehr, ihren deutschen Sprachschatz in Zukunft zu überprüfen, da von rassistischen über sexistische bis hin zu alten Feindbild-Äußerungen einiges zu hören war...
In einer abschließenden gemütlichen Runde mit Vertretern der SPD, CDU/CSU und der Bundesakademie für Sicherheitspolitik wurde die Reformbedürftigkeit der UNO als Instrument des Nordens bzw. Westens angesprochen, eine gemeinsame Konzeption kam aufgrund des parteipolitischen Schlagabtausches und der knapp bemessenen Zeit leider und auch verständlicherweise nicht zustande. Alles in allem ein interessantes Seminar mit vielen Anregungen, die zur Vertiefung reizen, so daß wir es in diesem Sinne weiterempfehlen möchten.(Es wird höchstwahrscheinlich im nächsten Sommer noch einmal stattfinden.)
PS: Herzlichen Dank auch Herrn Prof. Bürklin, der sich dafür verwendete, den wissenschaftlichen Anteil des Seminars zu erhöhen; aus diesem Grund blieb uns kaum Zeit, die wunderbare und kulturell interessante Rheingegend zu erkunden. Dies müßte also beim nächsten Mal stärker berücksichtigt werden! Sabine Mahnert Stefanie Demmler Sozialwissenschaften