Heft 
(1.1.2019) 13
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_ EINDRÜCKE

Im Großen Saal des Hauses 5, Universitätskomplex II Golm, fand am 2. Juli 1993 das bereits angekündigte_amerikanisch­deutsche Benefizkonzert statt. | Eingeladen dazu hatten die Uni­| versität Potsdam und der LIONS-Club Potsdam Sanssou­ci.

Beteiligte der Veranstaltung waren das Crane Wind Ensem­ble der Crane Scool of Music des Potsdam College of the State University of New York/ USA | sowie die Big Band und die Di­_ xieland-Gruppe der Universität _ Potsdam. Gespielt wurden Wer­ke zeitgenössischer amerikani­scher Komponisten für Blasor­chester und klassischer Big­| Band- und Dixieland-Sound. Nach dem Konzert gab es, je nach Ermessen, die Möglichkeit einer finanziellen Spende. Das Geld soll dem Kindergarten und der Kinderkrippe, in denen vor­wiegend Kinder Studierender unserer Alma mater unterge­bracht sind, zugute kommen. Das Musikereignis war einge­bunden in den einwöchigen Besuch einer 45 köpfigen Dele­=|gation von Musikstudenten aus Potsdam/ New York. Den Rah­men hierfür bildete die 1000­Jahrfeier der Landeshauptstadt. Maßgeblichen Anteil am Zu­standekommen der Kontakte zwischen Potsdam/Branden­burg und Potsdam/NY hat der Herausgeber des hiesigen Stadt­Journals, Herr H. Ehrengard. Seinen Bemühungen und Ideen ist es zu danken, daß die vorhan­denen Beziehungen mit Leben erfüllt werden. Zunächst noch in überschaubarem Rahmen ist die Niversität Potsdam in die Zu­Sammenarbeit integriert. So vird von September-Dezember ne amerikanische Kollegin Prof, Sheila Weisse) hier Eng­lisch sowie Didaktik der engli­Schein Sprache lehren. Im glei­. Chen Zeitraum wird Frau Dr. ü ck, FB Anglistik und Ameri­anistik, sowie die Studentin Silvia Hübner(für 1 Jahr!) in die

USA reisen, um am Potsdam College zu lehren bzw. zu stu­dieren. Ab September wird ein Student der ClarksonUniversity ein Semester an unserer Univer­sität weilen, um in den Fachge­bieten Politik, Geschichte und Germanistik sein Wissen zu erweitern. Im Laufe des akademischen Jahres soll zwei Kollegen des Fachbereiches Musik ein zwei­monatiger Lehraufenthalt in Potsdam/NY gewährt werden. Erste Schritte auf dem Weg zu intensiver deutsch-amerikani­scher Kooperation sind dem­nach getan. Ein Fortführen die­ser Bemühungen sollte sich Johnen.....

P. Görlich

Brennpunkt ­

Man(n) glaubt es kaum, die Bundeswehr zeigte sich uns nicht nur als Streitkraft, sondern auch durchausstreitkräftig. Zum ThemenkomplexSicher­heitspolitik der Bundesrepu­blik wurden Dozenten und Stu­dierende unserer Universität vom 15. bis 19. August nach Königswinter bei Bonn zur In­formation und Diskussion ein­geladen. Obwohl im Rahmen des Seminars so interessante Themen wie zum BeispielDer Islam- Eine Bedrohung für den Weltfrieden? oderDer Einsatz deutscher Soldaten bei UN-Mis­sionen referiert wurden, nah­men insgesamt nur zehn Studie­rende und ein Dozent dieses Angebot wahr.

Studenten spielen für Studenten

Im Oktober zeigt das Studenten­theater der Uni, DeGater87, nochmals seine neueste Insze­nierung:

JELISAWETA BAM Daniil Charms.

Nach erfolgreicher Premiere im Juli diesen Jahres im Lindenpark erhofft sich die Gruppe wieder zahlreiche Zuschauer. Vor allem Studenten, die bedauerlicher­weise zu den ersten beiden Vor­stellungen größtenteils ausblie­ben. Wohl aus Unkenntnis so­wohl der Gruppe als auch des Autors, obgleich Charms zur Zeit überall entdeckt wird. Charms, frühvollendet und wäh­rend der Leningrader Blockade 1942 im Gefängnis am Hunger­tod früh verstorben, hat mit sei­nerJELISAWETA BAM ei­nen merkwürdigen Mischmasch aus Absurdität, Überraschung, Unfaßbarkeit und Bestürzung

von

geschaffen und gleichsam ein|

Lebens- oder Traumgefühl der

nachrevolutionären Zeit in Ruß-;

land als unentwirrbares Durch­einander brillant und beklem­

mend zugleich gezeichnet.

Zwar hat das Stück sehr viel mit Rußland zu tun, doch erhellen die lakonischen und übersteiger­ten Miniaturen weit mehr als die große: russische: Seele, die bekanntermaßen zu einem be­sonderen Spiegelbild des mo­dernen europäischen Bewußt­seins avancierte. Wie scheinbar nur fern wir ihr sind und doch nie nah genug, offenbart uns DeGa­ter87 am 5. und 6. Oktober, jeweils 20.00 Uhr im Linden­park. Togo

Szenenfoto

Nr. 13/93 Seite 13

Bundeswehr

Hier bot sich die Gelegenheit im Auswärtigen Amt, im Verteidi­gungsministerium bzw. auf der Hardthöhe konträre Standpunk­te zu vertreten und einen kon­struktiven Dialog zu führen.

Trotzdem konnten wir uns des Eindrucks nicht erwehren, daß sich hinter der propagierten Auf­geschlossenheit und dem(neu­en)humanen Antlitz der Bundeswehr(männer) immer noch Hardliner verbergen. Au­ßerdem wäre es auch empfeh­lenswert für die Führungsspitze der Bundeswehr, ihren deut­schen Sprachschatz in Zukunft zu überprüfen, da von rassisti­schen über sexistische bis hin zu alten Feindbild-Äußerungen einiges zu hören war...

In einer abschließenden gemüt­lichen Runde mit Vertretern der SPD, CDU/CSU und der Bun­desakademie für Sicherheitspo­litik wurde die Reformbedürf­tigkeit der UNO als Instrument des Nordens bzw. Westens an­gesprochen, eine gemeinsame Konzeption kam aufgrund des parteipolitischen Schlagabtau­sches und der knapp bemesse­nen Zeit leider und auch ver­ständlicherweise nicht zustande. Alles in allem ein interessantes Seminar mit vielen Anregungen, die zur Vertiefung reizen, so daß wir es in diesem Sinne weiter­empfehlen möchten.(Es wird höchstwahrscheinlich im näch­sten Sommer noch einmal statt­finden.)

PS: Herzlichen Dank auch Herrn Prof. Bürklin, der sich dafür verwendete, den wissenschaftli­chen Anteil des Seminars zu er­höhen; aus diesem Grund blieb uns kaum Zeit, die wunderbare und kulturell interessante Rhein­gegend zu erkunden. Dies müßte also beim nächsten Mal stärker berücksichtigt werden! Sabine Mahnert Stefanie Demmler Sozialwissenschaften