Nr. 14/93— Seite 12
UMWELT
Umwelterziehung- eine Aufgabe, die alle angeht
Die Zerstörung unserer natürlichen Umwelt schreitet rasant voran. Eine lebens- und erlebenswerte Zukunft wird entscheidend davon abhängen, wie wir in nächster Zeit unser Verhältnis zur Natur gestalten werden.
Weil uns die Erhaltung und der Schutz unserer Umwelt sehr am Herzen liegt, und wir das anderen Menschen, vor allem unseren Schulkindern weitergeben möchten, haben wir uns zu einem zweijährigen Aufbaustudium im Ergänzungsfach Umwelterziehung entschlossen. Wir, das sind 27 Studenten— vorwiegend Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Vertreter an
derer Berufsgruppen aus dem Land Brandenburg, aus Berlin und aus den neuen Bundesländern. So erweiterten wir in dem Studium unsere biologischen Kenntnisse, lernten das Umweltrecht kennen, erfuhren viel über den Natur- und Landschaftsschutz und pflegten regen Erfahrungsaustausch.
In zahlreichen Exkursionen konnten wir unsere Artenkenntnis auffrischen und erweitern, die Wechselwirkungen von Standort und Lebensgemeinschaft beobachten und ökologische Standortuntersuchungen durchführen. Besonders lehrreich waren für uns die Praktika in Gülpe und im Biosphärenre
servat in der Schorfheide in Dölln. Wollen wir doch in Zukunft besonderen Wert darauf legen, bei unseren Schülerinnen und Schülern durch die Schulung der Sinne und durch die Vermittlung ökologischer Kenntnisse eine Handlungsbereitschaft für die Natur und die Umwelt anzubahnen. Für ihr ökologisches Handeln brauchen sie die Hoffnung und den Glauben, daß durch ihr Tun etwas Positives bewirkt werden kann. Nur indem sie erkennen, daß wir alle bestehenden Verhaltensmuster korrigieren und ändern müssen, können wir sie zu unseren Mitstreitern machen. Sehr wichtig für den Erfolg unseres Anliegens ist auch die Unterstüt
Biologiedidaktiker und Biologielehrer in Struveshof vereint
Vor wenigen Tagen(19.-24. 9. 1993) fand die erste gemeinsame Tagung der Biologiedidaktiker und der Biologielehrer Deutschlands in den neuen Bundesländern statt. Die Sektion Fachdidaktik des Verbandes Deutscher Biologen hatte, zusammen mit dem Institut für Biologiedidaktik der Universität Potsdam, zur 9. internationalen Tagung mit dem Thema ‚„Interdisziplinäre Themenbereiche und Projekte im Biologieunter
richt‘ in das Pädagogische Lan-£ desinstitut Brandenburg einge-|?
Zahlreiche Projekte für die Praxis des Biologieunterrichts im Fachraum und im Freiland erlangten ebenso Aufmerksamkeit wie die große Posterausstellung „Markt der Möglichkeiten‘
sowie die Buch- und Lehrmittel
laden. 240 Teilnehmer, darunter[28
ein Drittel aus den neuen Bundesländern und 21 Gäste aus ganz Europa, stellten schulpraktische Erfahrungen und biologiedidaktische Forschungsergebnisse vor und diskutierten in fünf Symposien über die Beziehungen des Biologieunterrichts mit anderen Schulfächern. Ein enges Zusammenwirken im Sinne einer vernetzten Allgemeinbildung ergab sich bei den Themenbereichen Gesundheit, Umwelt, Formenvielfalt, Biotechnik und Erkenntnis der Natur.
Blick ins Präsidium
angebote. An einem Exkursions- und Besichtigungstag bot sich den Teilnehmern in der Schorfheide, am Gülper See, in den Ravensbergen, im Park Sanssouci sowie im Botanischen Garten mit der Botanikschule, dem Zoologischen Garten mit der Zooschule und im Naturkundemuseum in Berlin und dem Getreideinstitut in Potsdam
Rehbrücke Gelegenheit, hervorragend geeignete Projektgebiete kennenzulernen. Die erfolgreich verlaufende Tagung bestätigte den alten Humboldtschen Gedanken, daß der Reichtum der Natur nicht mehr in der Fülle,
sondern in der Verkettung der Tatsachen bestehe, der jedoch durch einen neuartigen Biologieunterricht den Schülern bewußt werden muß. Für die nächste Tagung der Sektion Fachdidaktik des Verbandes Deutscher Biologen e. V. im Jahre 1995 wurde die Universität Gießen gewählt.
Prof. Dr. Ottokar Grönke
zung durch die Schulleitungen, die Schulämter und die Behörden. Doch diese läßt noch oft zu wünschen übrig.
Viele Kenntnisse und Anregungen vermittelten uns Frau Dr. Wipper, Herr Dr. Neubauer und Herr Dr. Berndt von der Universität Potsdam, die mit großem Engagement die Lehrveranstaltungen durchführten und uns in den vier Semestern sehr gut betreut haben. Auf diesem Wege möchten wir uns bei ihnen recht herzlich bedanken.
Studenten des Aufbaustudiengangs Umwelterziehung Matrikel E 10911
Informationen zur Forschungsförderung
Es liegen die Absichtserklärungen für die„Internationale Vereinigung zur Förderung der Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus den unabhängigen Staaten der früheren Sowjetunion“ vor, weiterhin Informationen über die Antragstellung sowie die Antragsformulare. Der Termin für Anträge aus den Fachbereichen ist mit dem 15. Oktober 1993 sehr kurzfristig. Das gesamte Informationspaket kann im Dezernat I, Zi. 011, eingesehen werden.
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