STUDENTEN
Ich bin am Ende September 1992 in Potsdam vom ‚Insel' angekommen. Als britischer Student der Fakultät Fremdsprachen bei der Coventry University in England, mußte ich als ein Teil meines Studiengangs ein Semester in Deutschland verbringen. Ich habe die Stadt Potsdam gewählt: eine Gelegenheit mit dem„ehemaligen Feind“ reden, wohnen, studieren und Spaß machen können, könnte ich einfach nicht verpassen. Ich bin mit dieser Entscheidung, nach Potsdam zu kommen, sehr zufrieden.
Am Anfang fühlte ich mich unbequem. Ich war müde in eine fremde Stadt angekommen und ich hatte weder ein Trabi noch ein Ikarus nie zuvor gesehen. Die Hakenkreuze, die ich ab und zu sah beunruhigten mich zum Teil, trotz dem Bestehen eines von dem unter Brandenburg liegenden Land herkommenden Bürger, daß ich tatsächlich kein Ausländer, sondern ein Anglosachser bin!
Dank dem englischen Wetter (das eigentlich nicht immer so
beim akademischen Auslandsamt angekommen und es hat deswegen anfangs einige Probleme gegeben, eine Unterkunft zu finden. Doch nach ein paar Tagen war alles in Ordnung und ich wurde mit einigen netten Menschen bekannt, die mich damit halfen, mich völlig Zuhause zu füllen.
Ganz ehrlich gesagt, habe ich Nicht erwartet, ein Zimmer mit zwei anderen teilen müssen. Zum Glück hatten mein deutscher Kommilitone und ich ein ähnliches Geschmack für Musik und dadurch auch ein oft diskuUertes Unterhaltungsthema, gemeinsam mit Umwelt- und Gesellschaftsprobleme, Rechts©Xtremismus: ohne„das zarte Geschlecht“ zu vergessen! Wie Eesagt, die Nachbarn waren freundlich und ich glaube, daß ICh nie wieder in meinem Leben
schlecht ist) bin ich spät abends
bei Freunden so viel Tee und Kaffee trinken werde, wie ich sie in Potsdam getrunken habe, ohne was von meiner WhiskyErfahrung mit meinen polnischen Freunden zu erwähnen: na gut!— man hat mich gewarnt! Probleme als solche habe ich nicht gekannt: selbst mit der ganzen Bürokratie beim Polizeirevier, die eigentlich nicht halb so schlecht war wie die französische Bürokratie, die ich im Sommer dieses Jahres knapp überlebt habe. Die Leute beim akademischen Auslandsamt waren sehr hilfreich und sie haben mich immer nachgefragt, ob alles in Ordnung war und ob ich irgendeine Probleme hatte. Gegen Kritik waren sie völlig offen, obwohl ich tatsächlich keine Kritik in Zusammenhang mit dem Auslandsamt habe. Das was verbessert werden könnte, wenn sie nicht schon verbessert worden ist, wäre die Häufigkeit der Busse zwischen Neuem Palais und Platz der Einheit aber dies ist natürlich Sache der Stadtbehörde und des offentlichen Verkehrssystem. Ausländerfeindlichkeit habe ich selbst nicht begegnet, obwohl ich von einigen Fällen gehört habe. Ich kann also nicht viel davon sprechen. Eines ist klar—
Nr. 14/93— Seite 13
Die Erlebnisse eines britischen Austauschstudenten in Potsdam
überall in der Welt gibt es einige traurige, klägliche und blöde Menschen, die den Weg des Extremismus und Gewalt folgen und Unschuldige und Schwäche zu Sündenböcken machen, weil sie offensichtlich immer noch auf leeren und durchgefallenen gefährlichen politischen Doktrine der Vergangenheit stehen, die nur zu Katastrophe und Elend führen— traurig aber war. Gottseidank sind solche„Menschen‘“‘ nur eine Minderheit der Bevölkerung, wie es mir durch die Reaktion des deutschen Volkes nach den Brandanschlägen klar wurde. Es gibt nur ein Rat für gehirnlose Radikalisten— Grow a brain!
Es bleibt nicht viel zu sagen, außerdem, daß ich den Semester in Potsdam und insbesondere die ganze Weihnachtsstimmung genoß. Die Stadt ist schön, die Leute fand ich freundlich und sehr offen.. Ich hatte es vor, während des Sommers zurückzukommen aber wegen Finanzierung fiel das durch. Ich gebe doch nicht auf und werde ganz bestimmt die Stadt nochmal besuchen. Danke Potsdam und die Uni!
John Chivers 25. August 1993
Buchbindermeister
Heinz Bullert
Büro-& Schulbedarf/ Kopierarbeiten
[) Handeinbände 7 Zeitschrifteneinbände
L] Mappen aller Art Aufblocken von Bildern
= Q
Abschlußarbeiten kopieren, sortieren, einbinden
[] Alben, Kassetten, Kästen
Farbk®
Hand- und Preßvergoldung Sortiments- und Partiearbeiten
pien
Charlottenstraße 115 Ecke Lindenstraße 14467 Potsdam Telefon 2 31 84 Telefon+ Fax 48 30 04
Neue Beitragssätze in Studenten
versicherungen
Neues für die Studenten gibt es in Sachen Krankenversicherung mit dem Wintersemester 1993/ 94: In den alten Bundesländern erhöht sich der Beitragssatz auf 9,4 Prozent, in den neuen Bundesländern sinkt er dagegen auf 8,8 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen. Damit erhöht sich der Beitrag für die versicherungspflichtigen Studenten im Westen von DM 69,96 auf DM 74,73. In den neuen Ländern geht der Beitrag von DM 57,85 auf DM 57,20 zurück. Versicherungspflichtige Praktikanten, Auszubildende ohne Arbeitsentgelt und Auszubildende des Zweiten Bildungsweges sowie freiwillig versicherte Berufsfachschüler sind entsprechend betroffen. Für sie ändern sich die Beiträge zum 1. Oktober. Auch Examenskandidaten in den alten Bundesländern müssen ab 1. Oktober mehr für ihre Krankenversicherung auf den Tisch legen: Statt DM 108,83 sind dann DM 116,25 fällig. Dagegen sinkt der Beitrag für Examenskandidaten in den neuen Ländern geringfügig von DM 80,99 auf DM 80,08.
Guido A. Reinhardt
Energie- und CO,-Bilanzierung nachwachsender Rohstoffe
Theoretische Grundlagen und Fallstudie Raps
Wiesbaden/Braunschweig: Vieweg 2., durchges. und erw. Auflage 1993. VIII, 192 S., 16,2 x 22,9 cm, Geb., DM 68,
ISBN 3 528 16501 4
Im Auftrag des Umweltbundesamtes wurde eine Studie der gesamtökologischen und-ökonomischen Bewertung von Rapsöl(„Ökobilanz Rapsöl‘) erstellt.