ROMANISTENTAG
Nr. 15/93— Seite 7
XXIll. Deutscher Romanistentag
Bilder einer internationalen Fachtagung
Den XXIll. Romanistentag in den Räumen unserer Universität beehrten eine Reihe von Botschaftern und Angehörigen ihrer Landesvertretungen in Deutschland mit ihrem Besuch. So gab es zahlreiche Gespräche am Rande des Kongresses, die der Intensivierung der Kontakte dienten. Nicht zum ersten Mal konnte der Gründungsrektor der Universität Potsdam den Botschafter der Französischen Republik, Herrn Betrand Dufourcq(r.), begrüßen.
An der Eröffnungsveranstaltung im Schloßtheater des Neuen Palais nahm auch der Oberbürgermeister der Stadt Potsdam, Dr. Horst Gramlich, teil(hier im Gespräch mit dem Kanzler der Universtität Jens Prüß, r.).
In seinen Grußworten sprach er sich auch für eine enge Verbindung zwischen Universität und Stadt aus.
„Die Romanistik am Ende dieses Jahrhunderts“ hatte der kroatische Romanist Prof. Dr. Predrag Matvejevich als Thema seines überzeugenden Festvortrages gewählt. Die Bilanz eines Jahrhunderts Romanistik wurde an berühmten Namen und Werken festgemacht, zeigte das Auf und Ab einer Wissenschaft und ihre Verwurzelung in den gesellschaftlichen Verhältnissen. Es waren bewegende Minuten, als Matvejevich mit Zeilen von Montaigne aus den„Pensees“ Bezug auf seine Heimat nahm:„Wenn ich etwas wüßte, was nützlich wäre für meine Familie, aber nicht für mein Land, ich würde versuchen, es zu vergessen. Wenn ich etwas wüßte, was nützlich wäre für mein Land, aber schädlich für Europa, oder gut für Europa und schlecht für die Menschen, ich würde es für ein Verbrechen halten.“
Mit sichtbarer Freude eröffnete der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg den erstmalig in den neuen Ländern stattfindenden Romanistentag. In seiner Rede, die„Wissenschafts- und Kulturpolitik als Wegbereiter für Europa. Chancen und Probleme des gesellschaftlichen Wandels in Ost- und Mitteleuropa“ überschrieben war, setzte er Akzente, wie eine humane Gesellschaft aussehen müßte, welche Rolle die Wissenschafts- und Kulturpolitik dabei spielen und wie der Anteil der Romanistik aussehen könnte. Den romanischen Sprachen komme bei dieser Aufgabe die Rolle des„Türöffners“ zu, weil über sie ein Zugang zu den Wurzeln des europäischen Geistes führt, so der den Sprachen und ihrer kulturellen Wirkung stets verbundene Minister.
Fotos:Tribukeit