Nr. 15/93— Seite 8
FÖRDERUNGSPROGRAMME
EG-Staaten verstärken Förderung der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit mit der früheren Sowjetunion
Mit der ersten Sitzung ihrer Generalversammlung hat am 29. 06. 1993 in Luxemburg die „Internationale Vereinigung zur Förderung der Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus den unabhängigen Staaten der früheren Sowjetunion“ ihre Tätigkeit aufgenommen.
Die Vereinigung, deren Gründungsmitglieder die EG und ihre 12 Mitgliedsstaaten sind, hat die Aufgabe, die wissenschaftliche Forschung in der ehemaligen Sowjetunion sowie die Zusammenarbeit der dortigen Wissenschaftler mit der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft zu fördern. Ziel ist die Unterstützung und Stärkung des— z. T. hervorragenden— wissenschaftlichen Potentials dieser Länder. Sie ist damit Teil der umfangreichen Bemühungen des Westens, zum sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt und zur Festigung der Demokratie.in den unabhängigen Staaten der früheren Sowjetunion beizutragen. Die Gründung der Vereinigung geht zurück auf die deutsche Initiative zur Schaffung eines „Internationalen Hilfspro
gramms für die GUS-Wissenschaft‘ sowie auf u. a. von Frankreich vorgebrachte Vorschläge, für diese Aufgabe eine internationale Stiftung einzurichten. Die EG hat diese Initiativen aufgegriffen und gemeinsam mit ihren Mitgliedsstaaten die Gründung in der Rechtsform einer internationalen gemeinnützigen Vereinigung nach belgischem Recht mit Sitz in Brüssel vorbereitet.
Für die Arbeit der„Internationalen Vereinigung‘ werden 1993 voraussichtlich ca. 20-25 Mio. ECU— überwiegend aus EGMitteln— zur Verfügung stehen. Die Bundesrepublik Deutschland hat noch für dieses Jahr einen freiwilligen Sonderbeitrag in Höhe von DM 200.000 in Aussicht gestellt. Die Bundesregierung erwartet, daß im 4. Forschungs-Rahmenprogramm der EG, das gegenwärtig vorbereitet wird, auch für die kommenden Jahre namhafte Beträge für die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit mit den Staaten der früheren Sowjetunion bereitgestellt werden.
Die Vereinigung soll zunächst
gemeinsame Forschungsprojekte zwischen Wissenschaftlern aus der früheren Sowjetunion und aus den Mitgliedsstaaten der Vereinigung fördern sowie wissenschaftliche Netzwerke unterstützen. Eine Beschränkung auf bestimmte Fachgebiete ist derzeit nicht vorgesehen. An gemeinsamen Forschungsprojekten müssen Wissenschaftler aus mindestens einem Staat der früheren Sowjetunion und mindestens zwei verschiedenen Mitgliedsstaaten der Vereinigung beteiligt sein. Die Fördermittel müssen jedoch ganz überwiegend(zu mind. 75%) den Wissenschaftlern in der früheren Sowjetunion zugute kommen.
Zentrales Entscheidungs- und Aufsichtsgremium der Vereinigung ist die Generalversammlung, in der die Mitglieder vertreten sind. Als Beratungsgremium in allen wissenschaftlichen Angelegenheiten ist ein wissenschaftlicher Beirat eingesetzt worden, dem Wissenschaftler internationaler Reputation aus den Mitgliedsstaaten und den Staaten der früheren
Sowjetunion angehören. Das Sekretariat der Vereinigung wird von der EG-Kommission gestellt. Weitere Staaten sowie nationale oder internationale gemeinnützige Organisationen können der Vereinigung gegen Leistung eines wesentlichen Beitrages zum Haushalt beitreten. Die Bundesregierung würde eine Beteiligung weiterer europäischer und außereuropäischer Länder an der Vereinigung sehr begrüßen.
Pressemitteilung,
30. 06. 1993
Anmerkung:
Der Entwurf eines Informationspaketes über die Möglichkeiten der Förderung durch o. g. Vereinigung, der schon jetzt als Grundlage für die Vorbereitung von Förderanträgen verwendet werden kann, liegt im Dezernat 1, Zi. 0.11 oder 1.03 zur Einsichtnahme bereit. Mit einer Ausschreibung der Förderprogramme ist im Frühherbst zu rechnen.
DAAD-Förderungsprogramme für Aufenthalte deutscher Wissenschaftler in Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa
Die Voraussetzungen für Studien-, Forschungs- und Lehraufenthalte in den östlichen Nachbarländern sind mit den dort vollzogenen politischen Veränderungen günstiger geworden. Die Förderungsprogramme des DAAD für deutsche Wissenschaftler bieten Hilfe bei der Herstellung von Kontakten und bei der Finanzierung der Aufenthalte.
Hochschullehreraustausch Im Rahmen von Kulturaus
tauschprogrammen und anderen Vereinbarungen hat der DAAD
die Möglichkeit, deutsche promovierte, an Hochschulen und Forschungsinstituten tätige Wissenschaftler zur Förderung von Studien- und Forschungsaufenthalten durch ausländische Partnerinstitutionen vorzuschlagen. Die angebotene Förderung sieht die Übernahme der internationalen Reisekosten durch den DAAD vor; die Aufenthaltskosten werden durch die ausländische Partnerinstitution getra
gen. Anträge sollten spätestens.
drei Monate vor dem geplanten Aufenthalt, vorzugsweise aber vor Jahresbeginn für das folgende Kalenderjahr beim DAAD gestellt werden. Mit Bearbei
tungszeiten von sechs Monaten muß gerechnet werden.
Die beabsichtigte Aufenthaltsdauer sollte mindestens 14 Tage betragen. Kurzfristige Vortragsreisen sowie Konferenzbesuche können im Rahmen dieses Programms nicht gefördert werden. Für Anfragen und die Bearbeitung der Anträge sind zuständig: Referat 323: Polen, Tschechische Republik, Slowakische Republik, Ungarn;
Referat 324: Albanien, BosnienHerzegowina, Bulgarien, Jugoslawien, Kroatien, Makedonien, Rumänien, Slowenien;
Referat 325: Estland, Lettland, Litauen, Rußland, Ukraine,
Weißrußland, Moldawien, Armenien, Aserbaidschan, Turkmenistan, Kyrgystan, Usbekistan, Kasachstan, Tadschikistan, Georgien.
Vermittlung von_wissenschaftlichen Lehrkräften und Lektoren
Der DAAD vermittelt und fördert langfristige Lehrtätigkeiten jüngerer deutscher Germanisten im Rahmen eines Lektorenproramms(Stellenausschreibungen im September jeden Jahres) sowie länger- und kürzerfristige