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(1.1.2019) 19
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FORSCHUNG

Nr. 19/93 Seite 9

Oxford-Stipendi­en für ostdeut­sche Dritte-Welt­Forscher

Zum dritten Mal können sich jüngere Ostdeutsche Geistes­und Gesellschaftswissenschaft­ler, die sich mit gegenwartsbe­zogenen Afrika-, Asien- und Lateinamerika-Forschungen befassen, für ein Forschungssti­pendium am renommierten St. Antony's College in Oxford be­werben.

Die Mittel für das auf fünf Jahre angelegte Programm wurden von der Volkswagen-Stiftung bereitgestellt.

Bewerber müssen promoviert sein, einschlägige Forschungs­erfahrungen und gute englische Sprachkenntnisse besitzen. Die in der Regel einjährigen For­schungsaufenthalte in Oxford eignen sich besonders für Habi­litanden. Bewerbungen und An­fragen sind zu richten an: Mr. A. J. Nicholls, Co-ordinator, Volkswagen-Fellowships, St. Antony College, Oxford OX2 6JF, England. Bewerbungs­schluß ist der 15. Januar 1994.

Effiziente Nutzung

piere, Seminararbeiten), multi­linguale Datenverarbeitung, Logik der Dateiverwaltung und Fremddatenübernahme. Hand­werkliche Aspekte stehen bei diesen Themen im Vorder­grund, wobei es um weit mehr geht als um einfache Bedienung eines bestimmten Programmsy­stems. Uns geht es vielmehr darum, angemessene Arbeits­strategien zu entwickeln. Reine Computer-Kurse können diese Basisfähigkeiten aber nicht ver­mitteln. Zu den oben aufgeführ­ten Themen werden über das Semester verteilt Seminare für alle Interessierten(also Studen­ten und wissenschaftliche Mit­arbeiter) angeboten. Bitte be­achten Sie dazu die Aushänge der Projektgruppe WINGS. Anregungen und Anfragen sind Zu richten an M. Michael, Tel.: 9.77.2415 oder 33 15.

Führend auf ihrem Forschungsgebiet

Team um Prof. Scheller arbeitet an der Weiterentwicklung von Biosensoren

Vielleicht kann in nicht allzu­ferner Zukunft die Arbeit der Drogenspürhunde durch Bio­sensoren ersetzt werden. Daß dieses gelingt, ist das Ziel von Wissenschaftlern der Universi­tät Potsdam.

Rauschgiftsuchhunde, zu die­sem Ergebnis kam man wäh­rend der Forschungen, spüren nicht das Rauschgift selbst auf, sondern reagieren auf dessen Nebenprodukte.Süchtig ge­macht werden sie nicht, um ihre Arbeit zu leisten. Ihr Nach­teil ist jedoch die nur auf kurze Dauer mögliche Verwendung für entsprechende Dienste. Sehr bald benötigen die Hunde Ru­hepausen. Um dem zu entge­hen, versuchen nun Wissen­

werden speziell entwickelte An­tikörper zusammen mit geeig­neten enzymatischen Verstär­kersystemen untersucht.

Eigentlich unvorstellbar ist die von den Instrumenten verlangte Empfindlichkeit. Konzentratio­nen von mehreren tausend Mo­lekülen müssen erfaßt werden eine außerordentlich große Her­ausforderung für die Wissen­schaftler.In letzter Zeit, so betont Prof. ‚Scheller,haben

wir Durchbrüche erreicht. Es ist uns gelungen, die Empfindlich­keit von üblichen Biosensoren

verweisen. Eines z. B. ist ange­siedelt im Rahmen von EURE­KA. Gemeinsam mit Kollegen aus Italien und England wird hier an der Entwicklung neuer Analysetechnologie für das Kli­nische Labor gearbeitet. Ein an­deres ist eingebunden in das EG-Umweltforschungspro­gramm. Es hat die Erfassung von Schadstoffen zum Gegen­stand.

Ich bin hier nach Potsdam ge­kommen, weil ich denke, daß hier noch etwas von der Auf­bruchstimmung zu spüren ist,

schaftler, Biosensoren auf dem|;

Gebiet der einsetzbar zu machen.

Angenommen hat sich dieser| Aufgabe Herr Prof. Scheller,|

seit dem 1. 10. 1993 Lehrstuhl­vertreter für Analytische Bio­

chemie an der Potsdamer Alma| mater. Gemeinsam mit seinem|}

sehr gemischten Team aus Ost und West ist er um die Fort­führung der bereits zu DDR­Zeiten weltweit anerkannten Forschungen auf dem Gebiet der Biosensorik bemüht. Der Biochemiker arbeitete damals am Zentralinstitut für Moleku­larbiologie in Berlin-Buch. Als erster in Deutschland entwik­kelte er Biosensoren. Stolz kann er für sich in Anspruch nehmen, sie bis zur Praxisreife gebracht zu haben. Diese Geräte konnten in großer Stückzahl hergestellt und verkauft werden.

Im Falle des Rauschgiftsensors geht es definitiv darum, bereits im Flugzeug oder auf dem Schiff Hinweise auf Rauschgift festzustellen. Dafür werden Biosensoren und Anreiche­rungsmodule für Cocain und Cannabisprodukte entwickelt und hinsichtlich ihrer späteren Einsatzmöglichkeiten in einem Drogendedektionsgerät gete­stet. Als reaktive Komponenten

Drogenfahndung|

Prof. Scheller bei der Präsentation von Meßgeräten im Bun­

desministerium für Forschung und Technologie

um etwa fünf bis sechs Größen­ordnungen zu steigern. Trotz alledem sind wir gegenwärtig noch etwa drei Größenordnun­gen, also Faktor 1000, von dem entfernt, was wir für den Ein­satz des Geräts benötigen. In jedem Fall aber ist bereits jetzt eine enorme Technologieent­wicklung, die für die Partner in der Industrie interessant ist, ab­zusehen.

Prof. Scheller steht mit seiner Arbeit nicht allein. Es gibt eine Kooperation mit den ABL Deutsche Aerospace AG(Dr. Hilpert) und mit der Boehringer Mannheim GmbH(Dr. Klein) sowie im Unterauftrag mit dem FhG IAP Teltow-Seehof.

Der Wissenschaftler kann ne­ben diesem auf weitere Projekte

so Prof. Scheller.Wir können im Osten nicht nur Bratwürste verkaufen, sondern sehr wohl auch High-Tech hervorbrin­gen. Sein Team gehört zu den international führenden fünf Forschungsgruppen auf dem Gebiet der Biosensorik. Für Forschung und Lehre an der Universität hat er sich viel vor­genommen.Wir wollen die in­terdisziplinäre Orientierung mit in die Ausbildung hineinneh­men, so daß wir den Studenten entsprechende Praktika ermög­lichen. Es sollen ganz spezielle Vorlesungen angeboten wer­den, die es an anderen deut­schen Universitäten noch nicht gibt möge es ihm gelingen.

Petra Görlich