Heft 
(1.1.2019) 02
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Nr. 2/94-Seite 12

TECHNISCHE BILDUNG

LebendigeArbeitslehre

Es ist vielleicht kaum zu vermu­ten, aber auch gegenwärtig exi­stieren Schulfächer, für die der Lehrerbedarf nicht gedeckt ist. Dazu zählt die Unterrichtsdiszi­plinArbeitslehre. Und das, obwohl ein hoher Stundenanteil am Gesamtunterrichtsvolumen vorhanden ist und alle Schulfor­men des Landes in ihrem Stun­denplan das Fach ausweisen. Gründe genug, genauer nach Konzept und Schwerpunktset­zung in der entsprechenden Lehramtsausbildung an der Universität Potsdam zu fragen. Mit der politischen Wende vollzog sich, so Dr. Meier, Ge­schäftsführender Direktor des Bereiches Technische Bildung, eine Umprofilierung der aka­demischen Ausbildung von der einstigen Polytechnik, orientiert am sozialistischen Industriebe­trieb, hin zur Arbeitslehre. Ge­nerell gäbe es keinen länder- übergreifenden Ansatz einer ar­beitsorientierten, technisch ökonomischen sowie haushalts­bezogenen Bildung, fachliche Übereinstimmungen zwischen den einzelnen Ländern seien je­doch gegeben. Für das Land Brandenburg würden die von der Kultusministerkonferenz der alten Bundesländer 1987 zur Erprobung gegebenenMa­terialien zum Lemfeld Arbeits­lehre als Orientierungsgrund-

Erschienen

Im Landesamt für Datenverar­beitung und Statistik Branden­burg ist ein Verzeichnis der Hochschulen des Landes Bran­denburg erschienen.

Das Verzeichnis ist gegliedert nach Hochschularten und ent­hält die Namen und Anschriften einschließlich Telefon- und Te- lefaxnummem, die Gründungs­daten der Hochschulen, ihre Fa­kultäten/Abteilungen und Stu­diengänge im Wintersemester 1993/94.

Das Verzeichnis kostet 4,00 DM und kann beim Landesamt für Datenverarbeitung und Sta­tistik Brandenburg, Dezernat Z4, PF 6010 52, 14410 Potsdam bestellt werden.

läge genutzt. Die dort ausgewie- Die Studenten erfahren dabei senen Gegenstandsbereiche den konkreten Bezug zu den Er- Technik, Wirtschaft. Haushalt fordemissen der späteren Be- und Beruf gelten als Schwer- rufspraxis in der Schule. Dies punktbereiche. geschieht auch im Sinne des

Mit diesen Feldern verknüpft, Potsdamer Modells der Lehrer- so Dr. Meier, würden Themen bildung, das mit seiner inte-

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Seit zwei Jahren gehört zur Ausstattung des Fachbereiches Technische Bildung auch eine Küche. Hier absolvieren die Studentinnen ihr Praktikum auf dem Gebiet Hauswirtschaft/ Grundlagen der Ernährungslehre. Foto: Rüffert

der Ökologie und der Informa- grierten und stufenübergreifen- tik. Dies führe, im Unterschied den Ausbildung einer Profes- zu anderen Bundesländern, zu sionalisierung des Lehrerberufs einem integrativen Ansatz in schon während des Studiums der Lehre. Es erfolge vorder- anstrebt. Im Lehramtsstudium gründig keine Besinnung auf bieten sich aus der Sicht der einzelne Fachwissenschaften. Potsdamer Lehrkräfte vor allem Vielmehr würden im besonde- in den Bereichen Technik und ren in der Anfangsphase der Wirtschaft Möglichkeiten der Ausbildung integrative Lehr- Vertiefung. Dies scheint ver- veranstaltungen angeboten. ständlich auf Grund der Bedeu­

tung der Gegenstandsfelder. Zudem werden beide Schwer­punkte als Fächer in den Gym­nasien offeriert.

Projektorientierte Studienantei­le, so der Wissenschaftler, seien vor allem in den abschließenden Semestern zu finden. Die Stu­denten nutzen hier die Chance, bereits erworbenes Wissen in die Praxis umsetzen zu können. Mit viel Engagement und der notwendigen Besessenheit wid­men sie sich bestimmten Pro­blemen aus ihrem alltäglichen Umfeld. Jüngstes Beispiel ist die Entwicklung einer Kaftfahr- zeugsperre.

Die Grundlagen für ein erfolg­reiches Handeln in der späteren Berufspraxis werden durch ein solches Studienkonzept sicher gelegt. In den jeweiligen Schu­len wird sich zeigen müssen, in­wieweit es sich in der Zukunft bewährt.

Übrigens: Im zuständigen Bun­desverband GATWU (Gesell­schaft für Arbeit, Technik, Wirtschaft im Unterricht) hat Herr Dr. Meier auf mehreren Verbandssitzungen das in Pots­dam Angestrebte vorgestellt. Die Reaktion war positiv. Man bescheinigte ihm und seinen Mitstreitern, ein sehr progressi­ves Konzept erarbeitet zu ha­ben.

Petra Görlich

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