Heft 
(1.1.2019) 05
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INFORMATION

Nr. 5/94 - Seite 9

Die Hochschullandschaft Israels

Europäische Studie über Ernährung und Krebs

Das Land Israel hat sieben Hochschulen und vier Fachhochschu­len. Die Universitäten werden größtenteils von der öffentlichen Hand und der Jewish Agency finanziert, z. T. auch über Studien­gebühren. Fast alle Universitäten haben Repräsentanzen in Deutschland.

Technion

Hebräische Universität Universität Tel Aviv Bar-Ilan Universität

Universität Haifa Ben-Gurion Universität

Weizmann-Institut

älteste Hochschule, 1912 gegründet, Sitz: Haifa

1918 gegründet, 1925 eröffnet,

Sitz: Jerusalem

1953 gegründet, 1956 ausgebaut, größte Hochschule 1953 gegründet, 1955 eröffnet, Pflichtfach Jüdische Studien,

Sitz: Tel Aviv 1963 eröffnet 1965 gegründet,

Sitz: Beersheva naturwissenschaftliches Forschungsinstitut für graduierte Studenten,

1934 gegründet, 1948 erweitert, Sitz: Rehovot

In allen skizzierten Hochschulen ist ein Studium der Naturwissen­schaften möglich, in allen Einrichtungen (außer Weizmann-Insti­tut) auch das Studium der Geisteswissenschaften. Für technische Studien stehen das Technion und die Universitäten Tel Aviv und Ben-Gurion zur Verfügung.

Erhebungen auch im Raum Potsdam

In der Ernährungswissenschaft gibt es eine Reihe von gut begrün­deten Vorstellungen über den Zusammenhang von Krebs und Er­nährung. Unter dem TitelDiet, Nutrition and the Prevention of Chronic Diseases wurden 1990 von der Weltgesundheitsorgani­sation entsprechende Forschungsergebnisse einer internationalen Expertengruppe veröffentlicht. In den kommenden zehn bis fünf­zehn Jahren soll eine große epidemiologische Studie, an der die Länder Spanien, Italien, Griechenland, die Niederlande und Deutschland beteiligt sind, zusätzliche Kenntnisse und statisti­sche Gewißheit über Zusammenhänge zwischen Emährungsge- wohnheiten und Krankheitsentstehung erbringen. Das krebsepi­demiologische Forschungsinstitut der WHO in Lyon hat die Ko­ordination der Studie übernommen, in die 400 000 Personen ein­bezogen werden. In Deutschland werden die Erhebungen im Raum Heidelberg vom Deutschen Krebsforschungszentrum und im Raum Potsdam vom Deutschen Institut für Emährungsfor- schung Potsdam-Rehbrücke (DIFE) - jeweils in enger Zusam­menarbeit mit dem Gesundheitsamt - vorgenommen.

In zunehmendem Maße hat die Ernährungswissenschaft in den letzten Jahren die Bedeutung von Substanzen in der Nahrung er­kannt, die dem Prozeß der Krebsentstehung entgegensteuem. Dazu gehören in erster Linie die Vitamine E und C und die Caro­tinoide, also Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse. Sie und andere sogenannteAntioxidantien schützen die Erbanlagen und damit den Organismus vor Tumoren. Die molekularbiologische For­schungsrichtung der Ernährungswissenschaft arbeitet zur Zeit an der Aufklärung dieses Mechanismus. Den Nachweis über die Be­teiligung der Ernährungsweise an der Entstehung von Krebs muß jedoch zunächst die Epidemiologie erbringen.

30 000 Brandenburger um Mitarbeit gebeten

Im Raum Potsdam beginnt in den nächsten Wochen die vierjähri­geRekrutierungsphase dieser Studie, d. h. über 30 000 Perso­nen werden angeschrieben und um ihre Mitwirkung gebeten (Männer zwischen 40 und 64 Jahren, Frauen zwischen 35 und 64 Jahren). Sie werden über ihre Lebens- und Emährungsgewohn- heiten befragt. Außerdem erfolgt eine körperliche Untersuchung, und eine Blutprobe wird entnommen. Entscheidend für den Er­folg der Studie ist der regelmäßige Kontakt der Teilnehmer mit dem Studienzentrum, das im Gesundheitsamt der Stadt Potsdam eingerichtet wird. Dabei geht es um das Auftreten chronischer Erkrankungen im Zeitraum der Untersuchung.

Brandenburgs reichhaltige Wissenschaftslandschaft ist ge­prägt von Tradition und Neuaufbau. Für die Profilierung der Wissenschaft sind fachübergreifende Kooperation und inter­nationale Kontakte unerläßlich. Für den internationalen An­spruch von Wissenschaft steht auch der Name Albert Ein­stein, dessen Lebenswerk sich das Land Brandenburg in be­sonderer Weise verpflichtet fühlt. Mit der Gründung des Ein­stein Forums in der brandenburgischen Landeshauptstadt wurde diese Verpflichtung auch institutionell verankert. Das Foto zeigt Einstein mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ben-Gurion 1951 in Princeton.

Die beteiligten Forscher in Potsdam und Umgebung, die Epide­miologen des DIFE, erhoffen sich Antworten zur Schutzfunktion einzelner Vitamine sowie zur Rolle von Fetten bei der Entstehung verschiedener Krebsformen. Erkenntnisse erwartet man ferner zum Zusammenspiel verschiedener Aspekte der Ernährung sowie mit anderen Merkmalen. Es wird angestrebt, die Forschungser­gebnisse in fundierte Empfehlungen einfließen zu lassen.

(gekürzte Pressemitteilung des DIFE)