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ZUSAMMENARBEIT
Beratung zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Israel und Brandenburg
Im letzten Jahr besuchte eine Gruppe israelischer Rektoren die neuen Bundesländer, um über die eigene Hochschullandschaft zu informieren und Kontakte zu knüpfen. Die Reise führte nach Leipzig, Halle, Jena und Erfurt und wurde als Erfolg angesehen. Diese Einschätzung gab der stellvertretende israelische Generalkonsul in Berlin, Tibor Schlosser, am 17. 02. 1994 in Potsdam.
In Potsdam, in den Räumen der Universität, hatte sich an diesem Tag auf Einladung des Branden- burgischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) eine große Runde aus Vertretern wissenschaftlicher Einrichtungen des Landes zusammengefunden. Gemeinsam mit Dr. Schlosser, Dr. Rafael Schnitzer (Wissenschaftsattache der israelischen Botschaft in Bonn) und Vertretern des MWFK unter Leitung von Ministerialdirigent Klaus Faber wollte man über die bran- denburgischen Wissenschaftseinrichtungen informieren, bestehende Kontakte zwischen beiden Ländern bilanzieren und vor allem Vorstellungen und Wege für neue erschließen.
worden seien, jetzt darum, die konkreten Beziehungen schnell und umfassend zu fördern. Die Beratung diene dem gegenseitigen Kennenlemen und der Information. Die Idee dazu sei in Gesprächen mit israelischen Diplomaten entstanden.
Die große Wissenschaftsrunde vermittelte ein repräsentatives Bild der reichhaltigen Brandenburger Wissenschaftslandschaft, die Neuaufbau und Tradition sinnvoll zusammenführt. Anwesend waren Vertreter der drei Brandenburger Universitä
ses erwies sich in mehrfacher Hinsicht als günstig. So gelang in einer Vorstellungsrunde eine relativ umfassende Information der Gäste und der Wissenschaftler untereinander. Eine knappe Selbstdarstellung jeder Institution, Aussagen über ausgewählte Forschungsschwerpunkte und existierende bzw. gewünschte Kooperation mit israelischen Hochschulen bestimmten den ersten Teil der Veranstaltung. Dabei wurde sichtbar, daß die Bandbreite der Kontakte von noch fehlenden über wenig und zumeist
Zur Beratung über die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Israel und dem Land Brandenburg konnte der Gastgeber vom MWFK und Leiter der dortigen Abteilung, Ministerialdirigent Klaus Faber (links), den stellvertretenden Generalkonsul Israels, Dr. Schlosser (Mitte), sowie den israelischen Wissenschaftsattache in Deutschland, Dr. Schnitzer, begrüßen. Foto: Tribukeit
Vorausgegangen war im Dezember vorigen Jahres eine Reise des Ministers für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Hinrich Enderlein, nach Israel. Er konnte dort eine Reihe wissenschaftlicher und kultureller Beziehungen anbahnen. Zwischen der Hebräischen Universität in Jerusalem, an der Einsteins schriftlicher Nachlaß aufbewahrt wird, und dem in Potsdam ansässigen Einstein Forum wurde während des Besuchs eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.
Wie der Abteilungsleiter im Wissenschaftsministerium, Ministerialdirigent Klaus Faber, zu Beginn der Potsdamer Beratung erklärte, gehe es, nachdem auf politischer Ebene dafür gute Rahmenbedingungen geschaffen
ten, der Hochschule für Film und Fernsehen, der Fachhochschulen Potsdam, Brandenburg, Eberswalde und Lausitz sowie des Einstein Forums und des Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien. Präsent waren ferner folgende Einrichtungen: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e.V., GeoForschungsZentrum, Deutsches Elektronen-Synchro- tron/Forschungsstelle Zeuthen, Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung, Institut für Halbleiterphysik, Deutsches Institut für Emäh- rungsforschung, Astrophysika- lisches Institut Potsdam und das Zentrum für zeithistorische Studien. Die Zusammensetzung dieses großen 'Teilnehmerkrei-
an Einzelpersonen gebundene Beziehungen bis zu intensiver, aus dem Gegenstand resultierender Zusammenarbeit reicht (z. B. Einstein Forum und Moses Mendelssohn Zentrum). Nicht ausgespart blieben Finanzierungsprobleme. Als schwierig wurde von brandenburgischer Seite die Finanzierung längerer Aufenthalte genannt, wie sie beispielsweise für die Forschungsstelle Zeuten des Deutschen Elektronen-Syn- chrotrons erforderlich sind.
Hier schloß sich eine ausführliche Information Dr. Schnitzers an, der im zweiten Teil der Veranstaltung einen Überblick über die Hochschulen seines Landes, die mit Wissenschaftsfragen befaßten ministeriellen Gremien und Finanzierungsmöglichkeiten
für Austauschbeziehungen gab.
Zunächst verwies er darauf, daß nicht alle bereitgestellten Gelder für die neuen Bundesländer ausgeschöpft seien. Er gab eine ausführliche Darstellung der German-Israeli Foundation (G.I.F.), machte auf das Minerva-Programm der Max-Planck-Gesellschaft und das israelische Stipendienprogramm für die neuen Länder aufmerksam, das Kontaktaufenthalte in Israel bis zu zwei Wochen finanziert. Bei der German-Israeli Foundation, die 1986 gegründet wurde, handelt es sich um eine gesetzliche Stiftung in Israel und Deutschland. Auch das Kapital - derzeit 150 Mio. DM - kommt zu gleichen Teilen aus beiden Ländern. Im März 1993 wurde eine Verdopplung der Einlage stufenweise bis 1996 beschlossen. Das Kapital wird möglichst zinsgünstig angelegt, die Zinsen stehen jedes Jahr zur Verfügung. Förderte man zunächst nur Projekte aus der Grundlagenforschung, ist jetzt auch die angewandte Forschung einbezogen worden. Anträge sind bis Oktober jeden Jahres zu stellen. Die Bearbeitungszeit beträgt sechs Monate. Im Mai jeden Jahres werden die Themen für das nächste Jahr bekannt gegeben. Eine wichtige Rolle kommt der Anmeldung zu, da die Aufnahme in sogenannte Meldelisten den Erhalt aller notwendigen Informationen sichert. Gefördert werden Projekte mit bis zu maximal 300 000 DM.
Im Namen seines Ministeriums, das sich auch als Vermittler für Kooperationsbeziehungen zwischen beiden Ländern versteht, bedankte sich Ministerialdirigent Klaus Faber abschließend bei den Gästen und Wissenschaftlern für den konstruktiven Gedankenaustausch. Eine Empfehlung der Gesprächsteilnehmer aufnehmend, regte er eine Fortsetzung derartiger Begegnungen an.
Regine Derdack