STUDENTEN
Nr. 6/94-Seite 15
Spaß am Spiel
Unverbrauchte Ideen auf Potsdamer Studentenbühne
wird oftmals weniger mit der dem, vor allem natürlich im Land Sprache als vielmehr mit dem Brandenburg selbst, erstmals und Körper agiert. Auf gestisch perspektivisch ein Podium zu und mimisch starkes Aktions- schaffen. Bisher kann man von theater mit großer Experimen- einer funktionierenden Studen- tierfreude darf der Zuschauer tentheaterszene nicht sprechen, gespannt sein. Lediglich einzelne Kabarett-
Etwa acht Studentenbühnen wer- gruppen, so z. B. in Leipzig und den sich für fünf Tage in Pots- Magdeburg, versuchen, sich dam treffen, um ihre aktuellen langfristig zu etablieren. Inszenierungen darzubieten. Für die Universität Potsdam ist Möglichkeiten, über das Gese- es eine Chance, auf kultureller hene zu debattieren, produktive Ebene Profil zu entwickeln. Die Kritik zu üben, das Medium „schrittmacherischen" Dienste
Die Gruppe aus Landau mit ihrer letzten Inszenierung „Totenfluß“ von Harald Müller.
Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. In diesem Fall ist es das von 22. - 26. Juni diesen Jahres stattfindende 1. Internationale Potsdamer Studententheaterfestival „UNIDRAM ’94". Ins Leben gerufen wird es von DeGater '87, dem Potsdamer Studententheater. Internationale Gäste z. B. aus Polen, Tschechien, Estland und Litauen werden erwartet. Erst kürzlich konnten die Veranstalter während einer Festivaltournee mit Aufenthalten in Köln und Nantes noch einmal Anregungen, Ideen und Impulse hinsichtlich der Organisation des Vorhabens aufnehmen. Vorrangig gilt dies für Franka Schwuchow und Thomas Pösl, Hauptverant- wortliche in Sachen Vorbereitung.
DeGater '87 gibt es nun seit 7 Jahren. Entstanden ist die Gruppe durch eine Initiative mehrerer Germanistik- und Geschichtsstudenten der damaligen Pädagogischen Hochschule. 1987 begannen die Gründungsmitglieder ihr Studium. Bis heute arbeiten die 10 jungen Leute in nahezu unveränderter Besetzung. Die Aufführungen lassen trotz der ausschließlich autodidaktischen Arbeitsweise in allen Bereichen (Regie, Schauspiel, Bühnenbild) zunehmend ein hohes Maß an Professionalität erkennen. Bislang wurden vier Inszenierungen erarbeitet: „Bremer Freiheit" (R. W. Fassbinder/1989), „Cali- gula" (A. Camus/1992),
„Jelisaweta Bam" (D. Charms/ 1993). Den Beginn der gemeinsamen Arbeit markierte eine szenische Collage über den schwedischen Dichter Stig Dagerman und seine Erzählung„Der Mann, der nicht weinen wollte". Konzipiert ist UNIDRAM '94 als Begegnung internationaler Theatergruppen. Besonderen Wert legt man hierbei auf die Beteiligung osteuropäischer Vertreter der Studententheaterszene. Hier
Theater „abzuklopfen", wird es reichlich geben. Eventuell zwei Aufführungen am Tag will man anbieten. An die zur Durchführung anschließender Diskussionsrunden notwendigen Dolmetscher ist gedacht. Gegenwärtig bemüht man sich um die Teilnahme kompetenter Gesprächspartner. Zusagen liegen beispielsweise von Prof. Helmut John, Lothar Trolle und Axel Schalk vor. DeGater '87 wird im übrigen noch einmal mit der Inszenierung der „Jelisaweta Bam" zu erleben sein.
Als Aufführungsort ist das Kultur- und Medienzentrum Waldschloß vorgesehen. Mit seinen Spielstätten bietet es nahezu ideale Bedingungen für Vorstellungen, Foren Konzerte und Diskotheken.
Wichtig ist den Organisatoren des Festivals, dem Studententheater in den neuen Bundeslän
der Gruppe verdienen auch deshalb weitere Unterstützung. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Referat Theater, leistet vorbehaltlos Hilfe. Bedeckt hält sich der Magistrat der Stadt Potsdam2 - eine nicht ganz neue Erfahrung für alle Kulturinteressierten.
Über Verstärkung bei den vielfältigen organisatorischen Vorbereitungsarbeiten würden sich Franka Schwuchow und Thomas Pösl freuen. Sie wünschen sich noch Mitstreiter, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und mit Idealismus, Spaß und Engagement zum Gelingen des Festivals beitragen möchten. Gleichgesinnte mögen sich melden. Die „Theater-Macher" sind zu erreichen unter der Telefonnummer 9 77/2 1 83 (Fachbereich Germanistik, Golm).
Petra Görlich
Liederfest in Vorbereitung
Studenlnnen und Lehrkräfte des Instituts für Grundschulpädagogik i. G. der Universität Potsdam planen unter dem Dach des Kulturkreises Petzow e. V. im „Inselparadies Petzow" vom 27. bis zum 29. Mai 1994 ein Liederfest. Teilnehmen können ca. 200 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren. Das Motto der Veranstaltung wird sein:
„Ich singe Dir mein Lieblingslied.
Als Gäste werden neben dem mitausrichtenden Chor der Grundschulpädagogik beliebte, dem Kinderlied verpflichtete Künstler erwartet. Eine Teilförderung des Vorhabens hat das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport in Aussicht gestellt. Für das Gelingen des Projektes ist jedoch weitere Unterstützung notwendig. Gesucht werden dringend Sponsoren, u. a. für die Finanzierung der Künstlerhonorare und eines Liedertextwettbewerbes,
Zu erreichen sind die Organisatoren des Festes unter folgender Adresse:
Universität Potsdam Lehrstuhl Schulpädagogik / Institut für
Grundschulpädagogik i. G. PF 7 21 (Golm)
PF 60 15 53
14415 Potsdam
Tel.-Nr.: (03 31)9772004.