Heft 
(1.1.2019) 08
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Nr. 8/94 - Seite 4

VORGESTELLT

Eine gute Adresse

Institut für Sportmedizin und Prävention mit umfassenden Aufgaben

Wer kennt sie nicht - die nicht nachlassen wollenden Rücken­schmerzen. Hinderlich oft bei Tätigkeiten im Beruf, Haushalt oder in der Freizeit. Eine gute Adresse für die Behandlung der Beschwerden sowie zum Ergrei­fen vorbeugender Maßnahmen ist das Institut für Sportmedizin und Prävention der Universität Potsdam. Gelegen ist es im Kom­plex I der Alma mater, Am Neu­en Palais 10.

Die wissenschaftliche Einrich­tung wurde als Institut für Sport­medizin und Gesundheitser­ziehung 1990 gegründet. Hervor ging sie aus dem entsprechenden WissenschaftsbereichSportme­dizin der Pädagogischen Hoch­schuleKarl Liebknecht- Vor­gängereinrichtung der Branden- burgischen Landeshochschule und späteren Universität Pots­dam.

Die drei Säulen des Instituts

Lehre, Forschung und sport­medizinische Betreuung sind die tragenden Bestandteile des Insti­tuts. Ausgebildet werden hier Sportlehrer und Sportwissen­schaftler. Mit den neuen Ausbil­dungsinhalten und -formen hat sich der Umfang der abzusichem- den Lehre bedeutend erhöht. Forschungen gibt es vor allem zum Halte- und Bewegungsap­parat bzw. Muskelskelettsystem. Die Wissenschaftler streben nach frühzeitiger Erkennung von Er­krankungen und der Empfehlung geeigneter Maßnahmen zu de­ren Vorbeugung. Grundlage ih­res Tuns ist die Tatsache einer stetig wachsenden Anzahl von Menschen, die mit Beschwerden im genannten Bereich leben. Er­gebnis der Forschungsleistungen sind auch zahlreiche zu dieser Thematik betreute Dissertatio­nen, etwa zur Hälfte von Medizi­nern angefertigt.

Die medizinische Betreuung er­streckt sich über einen breiten Patientenkreis. Neben Potsda­

mern finden sich immer häufiger mit Überweisungen ausgestatte­te, ärztlichen Rat suchende Er­krankte aus anderen Bundeslän­dern ein.

Das Institut besitzt die Berechti­gung, medizinische Weiterbil­dung durchzuführen. Hier kön­nen sich Ärzte Kenntnisse an­eignen, deren Nachweis zur Zu­satzbezeichnung Chirotherapie oder Sportmedizin führt. Als Teilausbildung wird auch die Umschulung von Masseuren zu Physiotherapeuten angeboten. Eine Weiterbildungsberechti­gung für Sportmasseure und Masseure besteht ebenfalls.

Die personelle Besetzung

Geleitet wird das Institut für Sportmedizin und Prävention von Herrn Prof. Gemot Badtke, der im übrigen bereits im vierten Jahr eine Gastprofessur an der Ruhr-Universität Bochum wahr­nimmt. Er vertritt dort den Lehr­komplexArthromuskuläre Dia­gnostik.

In Potsdam stehen ihm insge­samt 10 Kolleginnen zur Seite: 4 wissenschaftliche Mitarbeiter, 2 Schwestern, 1 medizinisch-tech­nische Assistentin, 1 Sekretärin sowie 2 Physiotherapeutinnen.

Der Gegenstand

Das zentrale Objekt der wissen­schaftlichen Arbeit war von Be­ginn an der Bewegungsapparat. Um seine Funktion mit hinrei­chender Genauigkeit beurteilen zu können, sind hochmoderne, sensible Geräte vonnöten. Zu DDR-Zeiten hatten die Wissen­schaftler häufig mit den ihnen im gerätetechnischen Bereich ge­setzten Grenzen zu kämpfen. Wir waren angehalten, mehr oder weniger manuell mit dem zu arbeiten, was zur Verfügung stand. Das war eine Tugend, aus der Not geboren, die uns heute zugute kommt, so Oberassistent Dr. Bittmann. Die Symbiose aus manuellen Fertigkeiten und

Ganganalyse mit Hilfe der Computer - Dynographie: Druck­verteilungsmessung unter den Fußsohlen während des Ge­hens auf dem Laufband

moderner Technik (demAuf­schwung Ost entstammend) bezeichnet er als ideal.

Die Potsdamer Körperschule

In erster Linie aus den wissen­schaftlichen Arbeiten Dr. Bitt­manns entstand die Potsdamer Körperschule. Sie basiert auf ei­nem komplexen Konzept zur Vermeidung von Erkrankungen am Bewegungsapparat bzw. zur Beeinflussung bereits eingetre­tener Funktionsstörungen.Wir betreuen nicht nur die unmittel­baren Nutzer, also den mit Be­schwerden behafteten Patienten, sondern haben auch eine Strecke entwickelt, die die Hausärzte befähigt, ihren Patienten die ge­eigneten Maßnahmen speziell für das individuell vorliegende Lei­den zu empfehlen. Die Resonanz ist erfreulich gut. Es sind viele sogenannte Rücken-, Knie- und Schulterschulen entstanden, aber diese konzentrieren sich meist auf ein Körperteil. Wir sind je­doch der Meinung, daß zu einem Knie oder einem Rücken das ganze Individuum gehört.

Internationale

Kontakte

Technisches Herzstück des In­stituts ist ein Bewegungslabor, das momentan fortgeschritten­ste Untersuchungstechnik be­

inhaltet. Diese ist z. T. noch in der Entwicklung, an der die Wis­senschaftler partiell beteiligt sind. Am Labor machen sich z. B. auch Projekte fest, deren Beginn unmittelbar bevorsteht.Es geht darum, für diese Technik Norm­werte zu schaffen, um sie dann auch in der Breite anwendbar zu machen, also um Befunde be­werten zu können, erläutert Dr. Bittmann. In diesem Zusammen­hang gibt es Kontakte zu interna­tionalen Partnern wie z. B. der Karls-Universität Prag, Abtei­lung Rehabilitation, dem Sport­wissenschaftlichen Institut Prag, dem Bio-Ingenieur-Institut Mai­land und der Universität Ensche­de.

Forschungsprojekte

Ausweis für den Anspruch der wissenschaftlichen Tätigkeit sind häufig die konzipierten For­schungsprojekte -, so auch in diesem Falle.

Zunächst zu erwähnen ist die Bearbeitung eines vom Bundes­institut für Sportwissenschaft Köln finanzierten Vorhabens. Es ist ausgerichtet auf die Unter­suchung der Wirbelsäulenbela­stung bei Ausdauerläufem und das Finden von Möglichkeiten, präventiv Schäden zu vermei­den.

Ebenfalls in Angriff genommen ist ein Schulprojekt, in dem