Heft 
(1.1.2019) 14
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CAMPUS

NEUE WEGE BEI DER LEHRERBILDUNG

Zentrum für Pädagogische Forschung und Lehrerbildung gegründet

INI

Unter dem MottoLehrerbildung im Gegenwind" wurde das Zentrum für Pädagogische Forschung und Lehrerbildung gegründet. Zur feierüchen Eröffnungsveranstaltung sprachen Rektor Professor Dr. Rolf Mitzner, der Staatssekretär im btandenburgischen Bildungsministerium, Dt. Gerd Harms, Wissenschaftsminister Hinrich Enderlein, der bisherige Senatsbeauftragte für die Lehrerbildung, Professor Dr. Manfred Bayer, Professor Dr. Wolfgang Edelstein vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und der Direktor des Zentrums, Dozent Dr. Uwe Wyschkon (von links nach rechts). Foto: Tribukeit

Mit der Gründung des interdisziplinä­ren Zentrums für Pädagogische For­schung und Lehrerbildung am Ende des vergangenen Sommersemesters gingen die Potsdamer Wissenschaftler neue Wege: Existiert doch nach Angaben des Zentrum-Direktors und Hochschuldo­zenten Dr. Uwe Wyschkon nur noch an der Uni Bielefeld eine vergleichbare Einrichtung. Die Potsdamer Einrichtung für Pädagogische Forschung und Leh­rerbildung soll jedenfalls der interdiszi­plinären Erforschung pädagogischer Prozesse in unterschiedlichen Institu­tionen, Handlungs- und Praxisfeldern dienen.

Die Mitglieder des Zentrums aus der Universität und darüber hinaus wollen durch eine fächerübergreifende Koope­ration und Kommunikation die Ausbil­dung, die Fortbildung und die Weiter­bildung von Lehrern auf nationaler und internationaler Ebene befördern. Damit möchte man zugleich einen Beitrag zur Überwindung von Fachisolation und Fachegoismus leisten.

Dabei steht das neugegründete Zentrum natürlich in engem Zusammenhang mit dem Potsdamer Modell der Lehrerbildung", wel­ches nicht zuletzt mit Hilfe des Zentrums strukturell umgesetzt werden soll. Zentrale Anliegen sind dabei vor allem, die Studieren­den bereits frühzeitig mit der Praxis des Schulalltags, pädagogischen Vermittlungs­problemen und der Frage zu konfrontieren, wie man die Schüler befähigt, an sich stän­dig erweiternde Informationen heranzukom­men, mit diesen umzugehen und für ihren ei­

genen Lernprozeß zweckmäßig zu organisie­ren. Wie gestaltet man beispielsweise den Unterricht für eine Klasse mit leistungsfähig stark unterschiedlichen Schülern? Wie tritt man Jugendlichen aus anderen Kulturkreisen gegenüber? Fachwissen allein dürfte da nicht viel weiterhelfen.

Darüber hinaus hofft man, sich mit einer stufenübergreifenden Ausbüdung dem Auf und Ab der Nachfrage nach Lehramtsstu­denten besser anpassen zu können. Im Ge­gensatz dazu war es bisher so, daß Lehrer für die Primarstufe (Klasse 1 bis 6) eine gänzlich andere Ausbildung erhielten als ihre Kollegen für die Sekundarstufe I (Klasse 7 bis 10) so­wie für die Sekundarstufe E (Klasse 11 bis 13). Folglich konnten Sekundarstufen-Lehrer auch nicht im Falle eines aktuellen Bedarfes an Primarstufenlehrern zusätzlich zu diesen eingesetzt werden (und umgekehrt).

Damit solchen Zielen besser entsprochen werden kann, möchte das Zentrum für Päd­agogische Forschung und Lehrerbüdung ein Bindeglied zwischen der Praxis und der Uni­versität sein. Folgerichtig gehörten ihm zum Zeitpunkt der Gründung im Juli dieses Jah­res bereits an die 40 in- und externe Mitglie­der an, worunter als Direktor der Hochschul­dozent Dr. Uwe Wyschkon zu nennen wäre, der von dem früheren Senatsbeauftragten für die Lehrerbildung, Professor Dr. Manfred Bayer, und dem Leiter des Landesprüfungs­amtes im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, Hans-Jürgen Krzyweck, vertreten wird. Das insgesamt siebenköpfige Leitungs­gremium strebt nun vor allem die Mitglied­schaft von Schulen und Studienseminaren an - ein Ziel, dem sich auch Dr. Gerd Harms als der Staatssekretär im Bildungsministerium

verschrieben hat:Ich wünsche mir eine engstmögliche Verbindung zwischen dem universitären Zentrum und den Studien­seminaren - auf daß von diesem Zentrum eine Innovation für die Schulentwicklung in Brandenburg ausgehen möge", erklärte er im Rahmen der feierlichen Eröffnungsveranstal­tung.

Zur Realisierung dieser Ziele stehen dem Zentmm jedenfalls derzeit drei Arbeitsstellen zur Verfügung: eine für die Pädagogische Forschung und die Beziehungen zwischen Theorie und Praxis im Studium, eine für die Pädagogische Forschung in der und zur Leh­rerbildung sowie eine für die Medienpäda­gogik.

In dieses Bild des angestrebten Austausches von Erfahrungen, Wissen sowie Informatio­nen mit den Schulbehörden und pädagogisch tätigen Einrichtungen paßt auch die Idee, Kooperationsverträge mit anderen Hoch­schulen abzuschließen. Um bereits den Stu­dierenden durch solchermaßen ermöglichte Mobilität mehr Weltoffenheit gegenüber an­deren Kulturen und Bräuchen zu vermitteln, hat sich vor allem Professor Dr. Manfred Bay­er für einEurolehrerprogramm" im Rahmen des europäischen Förderprogramms einge­setzt, das nun ab 1995 von den Studierenden in Potsdamangezapft" werden kann. Die Studenten erhalten dadurch die Möglichkeit, im Rahmen vonSokrates" Anträge an die EU zu stellen und verstärkt an Partner­hochschulen zu reisen sowie dortige Schu­len kennenzulernen. An der Potsdamer Uni­versität profitierte man dabei von einem be­reits an der früheren Pädagogischen Hoch­schule existierenden Netz von Kontakten nach Mittel- und^Osteuropa, das Dr. Wysch-

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