Heft 
(1.1.2019) 14
Einzelbild herunterladen

CAMPUS

INTEGRATIONSFELD MUSIKPADAGOGIK

Rege Kontakte der Musikwissenschaftler zum MOZARTEUM Salzburg

kon und Professor Dr. Bayer wieder belebten und in Richtung Westeuropa ergänzten.

Um diesen Zielen näherzukommen, initiier­te das Zentrum für Pädagogische Forschung und Lehrerbüdung eine Kooperation in For­schung und Lehre im Rahmen eines Europäi­schen Netzwerkes zur Lehrerbildung zwi­schen Hochschulen in Polen (Gdansk, Opole, Zielona Gora), Rußland (Saratow, Ekaterin- burg, St. Petersburg), Weißrußland (Minsk), Griechenland (Patras), (Ungarn (Szeged), Großbritannien (Canterburry, Bedford) und der Bundesrepublik (Osnabrück, Duisburg, Oldenburg). Diesehöheren Schulen haben es sich auf ihre Fahnen geschrieben, gemein­sam interessierende Probleme und Aufgaben in der Lehrerbüdung zu bearbeiten, wobei einer Untersuchung von Demokratisierungs­prozessen in der Lehrerbüdung, deren Evalu­ierung im internationalen Vergleich, einer Verstärkung der europäischen Dimension in der Lehrerbüdung und einer Erhöhung der Studenten-, Referendar- und Praktikanten­mobilität verstärktes Augenmerk gewidmet werden soü. Verschiedene Projekte zur Rea­lisierung dieser Arbeitsvorhaben sind bereits angelaufen, so z.B. dasjenige einerProfes- sionalisierung und Demokratisierung von Schule und Lehrerbildung im Kontext der Europäischen Dimension oder das einer Untersuchung derProfilierung der Gesamt­schulen des Landes Brandenburg durch Er­weiterung der pädagogischen Kompetenz der Lehrer Hg.

Der gewandelte Lehrer

mal ein Auge zudrücken

offenes Ohr

einen guten Riecher haben

humorvoll,' .mit Biß ,y

bereit zur \\ Konfrontation

dickes Fell

Mut, etwas im Raum stehen zu lassen

Flexibel

J sich U .durchsetzen \ können

standfest

sich in Frage stellen

So soll er nach Vorstellung der Lehrerfortbildung zum Unterrichtsfach Lebensgestaltung - Ethik - Religionen sein, der gewandelte Lehrer: offen, flexibel, mutig, hilfreich und doch standfest. Dies alles sind Eigenschaften, die das neue Zentrum fördern möchte. Zeichnung: Lehrerfortbildung

Die Vertreter der Musikdidaktik an der Universität Potsdam bemühen sich in Anbetracht neuer inhaltlicher Dimen­sionen und gestalterischer Möglichkei­ten musikbezogenen Lehrens und Ler­nens um neue Unterrichtstechnologien im Fach Musik. Doch auch fachüber­greifende Blickrichtungen und Thema­tisierungen, geschlechtsspezifische Merkmale musikalischer Lern- bzw. Leistungsmotivation und Integrations­ebenen der musikdidaktischen Prozeß­gestaltung finden ihr Interesse. Aufgrund dieser lehr- und forschungs­strategischen Orientierung bestehen nun seit einiger Zeit engere Kontakte zwischen der Abteüung Musikdidaktik an der Universität Potsdam und dem Institut für Polyästhetische Erziehung und Integrative Musikpädagogik im MOZARTEUM in Salzburg. Nachdem Potsdamer Musikwissenschaftler bereits wie­derholt an den jährlich stattfindenden Sym­posiums des MOZARTEUMS teügenommen haben, konnten die Mitarbeiter und Studie­renden des Bereichs Musik in Potsdam kürz­lich den derzeitigen Rektor des MOZAR­TEUMS, Prof. Dr. Wolfgang Roscher, anläß­lich eines Gastvortrags überPolyästhetische Erziehung in einer pluralisierten Welt und seminaristischen Demonstrationen von Text- Klang-Improvisationen in der Universität begrüßen.

Dank dieses Besuches erhielten die Potsda­mer Musikwissenschaftler nach Einschät­zung von Prof. Dr. Günter Olias einen sehr instruktiven und lebendigen" Eindruck von dem am MOZARTEUM praktizierten musik- didaktischen Konzept und dem persönlich- keitsbildenden Profil der polyästhetischen Erziehung. Dieses ist auf Mehrwahrnehmung der Sinne in unserer mehrgestaltigen Welt gerichtet und bemüht sich, das aktive, künst­lerisch-gestalterische Potential der Lehren­den und Lernenden zu entfalten und zu nut­zen. Mit wachem Interesse und improvisa­torischer Offenheit beteiligten sich auch die Studierenden an einfallsreichen Verklanglich- ungen von Texten, dabei von elementaren Musiziermodeüen ausgehend.

Über ihr improvisationspädagogisches Aus- büdungskonzept sprach in einem weiteren ' Seminar Eva Roscher. Sie demonstrierte an Klangbeispielen von Studenten die kreativen Resultate ihres Unterrichts, der immer wie­der auf Intensivierung des inneren Hörens und musikalischen Denkens abzielt, bot auch selbst modellhafte Beispiele für improvisa­torisches Spiel und bezog Studenten in ent­sprechende pädagogische Aktionen ein.

Mit seinem Vortrag zum ThemaMusik­dramatische Realisierung als Erfahrungsraum in Krisen schuf Dr. Wolfgang Mastnak,

gleichfalls vom Salzburger MOZARTEUM, zum Abschluß seines Habilitationsverfahrens an der Universität Potsdam einen weiteren Ansatzpunkt für Informationen und Diskus­sionen. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand ein Bericht über Konzeption und An­liegen desEuropean Project, das an Schu­len in England, Kroratien, Österreich und der Schweiz durchgeführt wird und in bezug auf krisenhafte Situationen neue Möglichkeiten der Integration von Kulturen, Traditionen und Sozietäten erprobt. Dabei wurde erkennbar, daß sich insbesondere grenzüberschreitende musikdramatische Realisationen als ein ef­fektives Medium zur Verminderung von Krisenspannungen und zur Lösungsannähe­rung in Krisen erweisen. Auch kamen dabei Integrationsbeziehungen zwischen Musik­pädagogik und Musiktherapie erneut zur Sprache, wie sie von Wolfgang Mastnak be­reits in seiner an der Universität Potsdam verteidigten Promotionsschrift im letzten Jahr ausführlicher dargelegt worden waren.

So konnten sich in Theorie und Praxis die wechselseitigen Kontakte und Impulse zu förderlichen Beziehungen entwickeln, zu dankbar aufgenommenen Anregungen auch für weitere Zusammenarbeiten auf dem Inte­grationsfeld der Musikpädagogik. G.O.

Ohne Moos nix los?

Das läßt sich ändern: Die Märkische Allgemeine sucht für Werbe­aktionen im November Studenten, die ihr Bafög aufbessern wollen. Die Veranstaltungen sind für den Zeitraum vom 1.- 5. 11.1994 ge­plant. Haben Sie Interesse und etwas Zeit? Gut! Dann rufen Sie bis zum 21.10.94 Herrn Kahl an: Tel. 0331 / 28 40 273. Wir freuen uns auf Ihren Anruf.

Märkische All g emeine

PUZ 14/94

Seite 5