Heft 
(1.1.2019) 14
Einzelbild herunterladen

KANZLERWECHSEL AN DER UNIVERSITÄT

Jens Prüß ging, Alfred Klein ist gekommen

if

t ! ß&i ISA

Der Wissenschaftsministez Hinnch Enderiem (rechts) mit dem bisherigen Kanzler, Mmisterialrat a.D. Jens Prüß (Unks)... Foto: R üffert

Mit Ablauf des Monats September hat sich an der Universität ein Kanzlerwechsel vollzogen: So neigte sich das Wirken ihres Gründungskanzlers, des Ministerialrates a. D. Jens Prüß, dem Ende zu und wurden die Geschäfte nunmehr von Alfred Klein übernommen. Während der Jurist Jens Prüß (66) selbst seine an der brandenbur- gischen Landeshochschule zugebrachten dreieinhalb Jahre als die mit Abstand schönste und erfolgreichste Dienstzeit bezeichnet, freute sich der Jurist Alfred Klein (49) schon auf seine Tätigkeit an einernoch jungen, nicht so festgefügten Hochschule. Den Mitgliedern der Universität wird die vom Gründungskanzler Jens Prüß geleistete Arbeit jedenfalls gut im Gedächtnis bleiben - breitete sich doch bald nach seinem Dienstantritt die Erkenntnis, daß mit ihm auch das Geld an die Hochschule gekommen wäre, wohltuend aus.

Der berufliche Werdegang prädestinierte den von Nordrhein-Westialen im Zuge der Amts- hiife freigestellten Juristen dafür geradezu: So war Jens Prüß bis zu seinem Dienstantritt in Potsdam als Haushaltsreferent für die Finanz­planung und überregionale Finanzbewillig­ung etwa 30 großer Einrichtungen im Mini­sterium für Forschung und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen zuständig. In die Nähe von Brandenburg rückte ihn dann schon eine mehrmonatige Beratertätigkeit des Ministers im Potsdamer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, bevor Prüß zum 2. Mai 1991 als Gründungskanzler an die vormaligeBrandenburgische Landes­hochschule und spätere Universität wech­selte.

An dieser hat der Haushaltsexperte es sich von Anfang zum Ziel gemacht, dem Aufbau der Hochschule einen kräftigen Schub nach vorne zu versetzen. Dies fiel ihm nach eige­nen Angaben leicht, da er bei Null beginnen konnte: Es fehlte beispielsweise jegliche Büroausstattung.Erleichtert wurde mir die Arbeit dabei stets durch ein menschlich sehr

angenehmes Klima. Ich kam als Idealist hier­her und traf auf Mitarbeiter, die sehr einsatz- freudig waren", lautet der kurze Rückblick von Prüß.

Den Studierenden der Universität wird sein Wissen jedenfalls weiter erhalten bleiben. So hat der Rat der Juristischen Fakultät bereits einstimmig beschlossen, dem bisherigen Kanzler einen Lehrauftrag für Haushaltsrecht zu erteilen. Der Beginn ist für dieses Winter­semester vorgesehen. Darüber hinaus bleibt Prüß der stellvertretende Vorsitzende der Universitätsgesellschaft, auch wenn ihn sein Weg mittlerweile an die Technische Univer­sität Bergakademie Freiberg in Sachsen ge­führt hat: Dort ist er mit einer zeitlich befri­steten Wahrnehmung der Geschäfte des Kanzlers beauftragt worden.

In Potsdam selber betätigt sich nun Alfred Klein als Leiter der Verwaltung. Der 1945 in Menden/Westfalen geborene Klein studierte nach einem Praktikum bei der Deutschen Bank 1965 zunächst an der Universität Tübin­gen und danach an der Freien Universität Berlin Jura. Nach Abschluß seines Studiums

Seite 6

mit der 2. juristischen Staatsprüfung 1974 war der neue Kanzler in Berlin bei der Senats­verwaltung für Wissenschaft und Forschung sowie an der Technischen Universität (TU) tätig, bevor er 1979 die Leitung des Refera­tes für Akademische Angelegenheiten der TU Berlin übernahm. Im März 1992 wurde er dann zum Kanzler der Technischen Fach­hochschule Berlin ernannt, wobei besonders erwähnenswert ist, daß die Hochschule un­ter seiner Leitung in die Berliner Kuratorial- verfassung übergeleitet werden konnte. Direkte Erfahrungen mit dem Neuaufbau ei­ner Hochschul-Verwaltungsstruktur hat Al­fred Klein übrigens bereits an der Fachhoch­schule für Technik und Wirtschaft in Berlin- Karlshorst gemacht, als deren Gründungs­kanzler er bis zum 1. April dieses Jahres fun­gierte. Die während dieser Gründungsphase erlebten positiven Erfahrungen bildeten für ihn nach eigenen Angaben dann auch das Hauptmotiv für seine Bewerbung in Pots­dam:Was an bereits etablierten Hochschu­len nur strukturell festgefügt vorhanden ist, kann an jungen Institutionen in Bewegung versetzt werden, schildert er seine Beweg­gründe für den Wechsel ans Neue Palais. Hier möchte er nun an das bereits Gewach­sene anknüpfen und möglichst gute Dienst­leistung für Forschung und Lehre anbieten. Als vordringlichstes Problem sieht der Jurist dabei die Lösung des räumlichen Engpasses der Universität an:Ich möchte zumindest die Landesvorbereitungen für den neuen Verfügungsbau am Standort Golm absi- chem, erklärte er. Ein weiteres Betätigungs­

und der neue Kanzler Alfred Klem.Foto: Rüffert

feld liegt für ihn jedoch auch in den Bezie­hungen zwischen der Stadt Potsdam undih­rer Universität, die er alsnoch nicht opti­mal" bezeichnete.

PUZ 14/94