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(1.1.2019) 14
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CAMPUS

fessor Edelstem ebenso beteiligt wie an der Etablierung eines Diplomstudienganges für das Fach Psychologie.

Geboren 1929 in Freiburg, absolvierte Edel­stein nach einer Emigration im Jahre 1938 sein Abitur am Gymnasium in Reykjavik/Is- land. Es folgten Studien an der Universität Grenoble, der Universität Pans, dem College de France und der Universität Heidelberg. Dort promovierte der neue Honorarprofessor im Jahre 1962 mit einer Arbeit zuWeltbild und Erziehung in der Karolingerzeit - Studi­en zu Alkuins Briefen". Anschließend arbei­tete er an der Odenwaldschule in Ober Hambach, bevor er 1963 als wissenschaftli­cher Mitarbeiter an das Max-Planck-Institut für BUdungsforschung ging und Mitglied des Leitungsgremiums dieses Institutes wurde. Es folgten 1973 die Berufung zum Wissen­schaftlichen Mitglied des Max-Planck-Insti- tuts für BUdungsforschung, 1981 die Beru­fung zum Mitglied des Kollegiums und Direk­tor dieses Institutes sowie 1983 die Ernen­nung zum Honorarprofessor der Freien Uni­versität Berlin.

Eine beratende und unterstützende Tätigkeit beim Aufbau des Institutes für Sportwissen­schaft an der Universität Potsdam hat Wal­ther Träger, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland (NOK), wahrgenommen. Er ebnete vor allem im Bundesrahmen viele Wege und sorgte für geeignete Ansprechpartner und Hilfen.

Foto: Tribukeit

Geboren 1929 in Wunsiedel/Oberfranken, ging Troger nach seinem Abitur 1947 zum Studium der Rechtswissenschaften an die Universität Erlangen. Dort schloß er 1951 mit der 1. Juristischen Staatsprüfung ab und begann eine Referendarzeit, bevor er 1953 ein Angebot des Allgemeinen Deutschen Hoch­

schulsportverbandes annahm und dessen Generalsekretär wurde. Dieses Amt übte der neue Honorarprofessor bis 1961 aus. Dann trat er das Amt eines Abteilungsleiters für Internationale Beziehungen des Deutschen Sportbundes an, wurde gleichzeitig Sekretär und Geschäftsführer für das Nationale Olym­pische Komitee für Deutschland und schließ­lich - nach einer Trennung der Geschäftsfüh­rungen - Generalsekretär des NOK. Das blieb Walther Tröger auch, bis er im Jahre 1992 einstimmig zum ehrenamtlichen Präsidenten des NOK gewählt wurde. In diesem Amt bestätigten ihn die Mitglieder des NOK im Oktober 1993, so daß seine Amtszeit nun bis 1997 gilt. Für die Sportwissenschaft hat sich Tröger, der seit drei Jahren auch stellvertre­tender Vorsitzender der Deutschen Sporthilfe ist, bereits frühzeitig eingesetzt, indem er Anfang der 70er Jahre die Weiterführung der Olympischen Kongresse als internationale sportwissenschaftliche Veranstaltungen wie­der einführte. Hg.

HOHES KONFLIKT- POTENTIAL VON PRÜFUNGEN

Zur Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Martin Richter

Die Prüfungslehre entwickelte sich in den letzten 80 Jahren von einer hand­werklichen Kunstlehre und einer nor­mativ ausgerichteten Berufskunde über theoretisch-technologische Ansätze zu einer verwaltungswissenschaftlich ori­entierten Realwissenschaft.

In seiner AntrittsvorlesungTheorie be­triebswirtschaftlicher Prüfungen? - An­spruch, gegenwärtige Misere, Perspek­tiven schilderte Prof. Dr. Martin Rich­ter auf diese Weise die Entstehung der Betriebswirtschaftlichen Prüfungslehre als Wissenschaft.

Der aus der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften stammende Betriebs­wirtschaftswissenschaftler begründete dabei ausführlich, warum es wissenschaftlich wie praktisch fruchtbar sein könnte, Prüfungen als Problemhandhabungs-, Interaktions- und Konflikthandhabungsprozeß zu begreifen. Zum Beispiel sei das wechselseitige Bedro­hungsgefühl, das Geprüfte wie Prüfer in Prüfungsprozessen erleben, eine wesentliche Ursache für das hohe Konfliktpotential von Prüfungen.

In dem Vortrag wurde deutlich, daß betriebs­wirtschaftliche Prüfungen neben ihrer ökono­mischen Relevanz auch ein außerordentlich komplexes und intellektuell anspruchsvolles

Phänomen darstellen, das noch wenig er­forscht ist.

Die inhaltlichen Perspektiven, die Prof. Rich­ter für die betriebswirtschaftliche Prüfungs­lehre eröffnete, können zugleich als Arbeits- programm seines Lehrstuhls für Betriebswirt­schaftslehre mit dem Schwerpunkt Rech­nungswesen und Wirtschaftsprüfung ver­standen werden.

Prof. Richter studierte an den Universitäten München und Saarbrücken Jura und Be­triebswirtschaftslehre, wo er auch wissen­schaftlicher Mitarbeiter war. 1975 schloß er seine Promotion zum Dr. rer. oec. ab. Der Assistententätigkeit folgte jene als Direktor der Deutschen Bundesbank.

In der Wirtschaftsprüfungspraxis arbeitet Prof. Richter seit 1973. Hauptarbeitsgebiete seiner meist freiberuflichen Tätigkeit für eine renommierte deutsche Wirtschaftsprüfungs­gesellschaft waren bislang die Prüfung von Jahresabschlüssen und die Geschäftsfüh­rungsprüfung von Unternehmen sowie Unter­nehmensberatungen und Unternehmens­bewertungen.

Zum Sommersemester 1991 erfolgte eine Berufung auf eine Professur für Unter­nehmensrechnung an der Freien Universität Berlin. Danach wechselte er an die Univer­sität Potsdam, als deren Professor er im Herbst 1993 ernannt wurde.

F.W.

Hielt seine Antrittsvorlesung an der Universität Potsdam: Prof. Dr. Martin Richter. Foto: Rüffert

PUZ 14/94

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