CAMPUS
fessor Edelstem ebenso beteiligt wie an der Etablierung eines Diplomstudienganges für das Fach Psychologie.
Geboren 1929 in Freiburg, absolvierte Edelstein nach einer Emigration im Jahre 1938 sein Abitur am Gymnasium in Reykjavik/Is- land. Es folgten Studien an der Universität Grenoble, der Universität Pans, dem College de France und der Universität Heidelberg. Dort promovierte der neue Honorarprofessor im Jahre 1962 mit einer Arbeit zu „Weltbild und Erziehung in der Karolingerzeit - Studien zu Alkuins Briefen". Anschließend arbeitete er an der Odenwaldschule in Ober Hambach, bevor er 1963 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Max-Planck-Institut für BUdungsforschung ging und Mitglied des Leitungsgremiums dieses Institutes wurde. Es folgten 1973 die Berufung zum Wissenschaftlichen Mitglied des Max-Planck-Insti- tuts für BUdungsforschung, 1981 die Berufung zum Mitglied des Kollegiums und Direktor dieses Institutes sowie 1983 die Ernennung zum Honorarprofessor der Freien Universität Berlin.
Eine beratende und unterstützende Tätigkeit beim Aufbau des Institutes für Sportwissenschaft an der Universität Potsdam hat Walther Träger, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland (NOK), wahrgenommen. Er ebnete vor allem im Bundesrahmen viele Wege und sorgte für geeignete Ansprechpartner und Hilfen.
Foto: Tribukeit
Geboren 1929 in Wunsiedel/Oberfranken, ging Troger nach seinem Abitur 1947 zum Studium der Rechtswissenschaften an die Universität Erlangen. Dort schloß er 1951 mit der 1. Juristischen Staatsprüfung ab und begann eine Referendarzeit, bevor er 1953 ein Angebot des Allgemeinen Deutschen Hoch
schulsportverbandes annahm und dessen Generalsekretär wurde. Dieses Amt übte der neue Honorarprofessor bis 1961 aus. Dann trat er das Amt eines Abteilungsleiters für Internationale Beziehungen des Deutschen Sportbundes an, wurde gleichzeitig Sekretär und Geschäftsführer für das Nationale Olympische Komitee für Deutschland und schließlich - nach einer Trennung der Geschäftsführungen - Generalsekretär des NOK. Das blieb Walther Tröger auch, bis er im Jahre 1992 einstimmig zum ehrenamtlichen Präsidenten des NOK gewählt wurde. In diesem Amt bestätigten ihn die Mitglieder des NOK im Oktober 1993, so daß seine Amtszeit nun bis 1997 gilt. Für die Sportwissenschaft hat sich Tröger, der seit drei Jahren auch stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Sporthilfe ist, bereits frühzeitig eingesetzt, indem er Anfang der 70er Jahre die Weiterführung der Olympischen Kongresse als internationale sportwissenschaftliche Veranstaltungen wieder einführte. Hg.
HOHES KONFLIKT- POTENTIAL VON PRÜFUNGEN
Zur Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Martin Richter
Die Prüfungslehre entwickelte sich in den letzten 80 Jahren von einer handwerklichen Kunstlehre und einer normativ ausgerichteten Berufskunde über theoretisch-technologische Ansätze zu einer verwaltungswissenschaftlich orientierten Realwissenschaft.
In seiner Antrittsvorlesung „Theorie betriebswirtschaftlicher Prüfungen? - Anspruch, gegenwärtige Misere, Perspektiven“ schilderte Prof. Dr. Martin Richter auf diese Weise die Entstehung der Betriebswirtschaftlichen Prüfungslehre als Wissenschaft.
Der aus der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften stammende Betriebswirtschaftswissenschaftler begründete dabei ausführlich, warum es wissenschaftlich wie praktisch fruchtbar sein könnte, Prüfungen als Problemhandhabungs-, Interaktions- und Konflikthandhabungsprozeß zu begreifen. Zum Beispiel sei das wechselseitige Bedrohungsgefühl, das Geprüfte wie Prüfer in Prüfungsprozessen erleben, eine wesentliche Ursache für das hohe Konfliktpotential von Prüfungen.
In dem Vortrag wurde deutlich, daß betriebswirtschaftliche Prüfungen neben ihrer ökonomischen Relevanz auch ein außerordentlich komplexes und intellektuell anspruchsvolles
Phänomen darstellen, das noch wenig erforscht ist.
Die inhaltlichen Perspektiven, die Prof. Richter für die betriebswirtschaftliche Prüfungslehre eröffnete, können zugleich als Arbeits- programm seines Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung verstanden werden.
Prof. Richter studierte an den Universitäten München und Saarbrücken Jura und Betriebswirtschaftslehre, wo er auch wissenschaftlicher Mitarbeiter war. 1975 schloß er seine Promotion zum Dr. rer. oec. ab. Der Assistententätigkeit folgte jene als Direktor der Deutschen Bundesbank.
In der Wirtschaftsprüfungspraxis arbeitet Prof. Richter seit 1973. Hauptarbeitsgebiete seiner meist freiberuflichen Tätigkeit für eine renommierte deutsche Wirtschaftsprüfungsgesellschaft waren bislang die Prüfung von Jahresabschlüssen und die Geschäftsführungsprüfung von Unternehmen sowie Unternehmensberatungen und Unternehmensbewertungen.
Zum Sommersemester 1991 erfolgte eine Berufung auf eine Professur für Unternehmensrechnung an der Freien Universität Berlin. Danach wechselte er an die Universität Potsdam, als deren Professor er im Herbst 1993 ernannt wurde.
F.W.
Hielt seine Antrittsvorlesung an der Universität Potsdam: Prof. Dr. Martin Richter. Foto: Rüffert
PUZ 14/94
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