Heft 
(1.1.2019) 14
Einzelbild herunterladen

CAMPUS

ZUM 100. TODESTAG

Mit einem Kolloquium ehrte die Universität den in Potsdam geborenen und aufgewachsenen Natur­wissenschaftler Hermann von Helmholtz an seinem 100. Todestag, dem 8. September. An die einleitenden Worte von Prof. Dr. Hans Kaiser (Institut für Mathematik) schlossen sich fünf Fachvorträge mit Diskussion an. Die Referenten beleuchteten verschiedene Facetten des Werkes von Helmholtz, darunter mathe­matische und physikalische Erkenntnisse sowie Aussagen zur Farbenlehre und zur Musikwissenschaft. Auf dem Foto Prof. Kaiser (dritter von links) mit den Referenten (von links nach rechts) Prof. Dr. Benno Klotzek, Doz. Dr. sc. Rainer Schimming, Dr. sc. Uwe Kasper, Dipl-Physiker Stefan Reuter, Frau Angela Müller und Dr. Hans-Jürgen Schmidt, in dessen Händen die Vorbereitung der Tagung lag.

De./Foto: Tribukeit

ALTLASTENGEBIETE IN BRANDENBURG

Mitglieder der Deutschen Geographischen Gesellschaft in Potsdam

Wendigkeit hin, solche Fehler nun wieder rückgängig machen zu müssen - wobei er als lobendes Beispiel die Humboldt Universität zu Berlin und die Potsdamer Universität als die beiden einzigsten Hochschulen nannte, an denen auch ostdeutsche Politologen und Soziologen (die es ja durchaus gab) eine Chance erhalten hätten.

Darauf, wie die Struktur und Ausrichtung des Faches Politikwissenschaft an der Universi­tät Potsdam im einzelnen geregelt ist, ging im Zuge der Eröffnung des Kongresses Prof. Dr. Wilhelm Bürklin als der bisherige Dekan der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftli­chen Fakultät ein. Demnach sind in diesem Bereich mittlerweile fünf Lehrstühle, zwei C3-Professuren sowie eine außerplanmäßige Professur besetzt. Lediglich bei der interna­tionalen Politik existiere noch eine Lücke. Auf die insgesamtsehr gut gelungene Be­setzung der Potsdamer Politikwissen­schaften verwiesen auch der Rektor, Prof. Dr. Rolf Mitzner, und der bisherige Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Lan­des Brandenburg, Hinrich Enderlein. Wäh­rend Mitzner darüber hinaus das Werden der gesamten Universität aus den vorhandenen Stückwerken der früheren DDR und den neu­en Elementen skizzierte, betonte Enderlein dieAufgabe besonderer Art, neben dem Otto-Suhr-Institut in Berün eine Politik­wissenschaft in Potsdam aufzubauen. Sein Fazit:Dieser Aufbau ist mit einem eigenen Profil und alternativen fachlichen Schwer­punkten gelungen. Vor diesem Hintergrund erinnerte der Minister auch daran, daß es in der nahen Zukunft wahrscheinlich die noch flexiblen Hochschulen in den neuen Bundes­ländern sein dürften, welche Gesichtspunk­te einer Hochschulreform verwirklichen wür­den. - Im Gegensatz zu denziemlich unbe­weglichen Institutionen in den alten Bun­desländern, für die leicht die Charakterisie­rungex Oriente lux -Im Westen nichts Neues" zutreffen könnte.

Entsprechend dieser Vision Enderleins zeig­ten die während des DVPW-Kongresses auf­geworfenen Themen und Fragestellungen, daß im gesamten Deutschland und in Euro­pa nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes zwar sehr viel in Bewegung gekommen ist. Doch obwohl es für solch komplexe und noch andauernden Vorgänge wie den nahezu komplett durchgeführten Institutionen- Transfer vom Westen in den Osten noch ebensowenig eine abschließende Analyse wie für den Zusammenbruch des bislang existierenden kollektiven Sicherheitssystems und dessen Folgen gibt, wurde bei den mei­sten Diskussionen über diese Vorgänge eines deutlich: Im Zuge der Annäherung zwischen West und Ost (und gar einer deutsch-deut­schen Vereinigung) hat es zu wenig westli­che Selbstkritik gegeben, wurden die bislang geltenden Mechanismen zu wenig hinter­fragt. Hg.

Zu ihrer traditionellen Geländebe­gehung trafen sich die Mitglieder des zur Deutschen Geographischen Gesell­schaft gehörenden Arbeitskreises vor der Sommerpause in Potsdam. Das Tref­fen wurde organisiert und fachlich be­treut vom Institut für Geographie und Geoökologie der Universität. Die Auf­merksamkeit der Teilnehmer galt den Altlastengebieten im Bereich der Bran- denburgischen Platten und Niederun­gen, die durch jahrzehntelange Nutzung als Rieselfelder bzw. Truppenübungs­gelände erheblich verändert worden sind. Dieser inhaltliche Schwerpunkt stieß auf lebhaftes Interesse, da für die meisten der 18 aus Österreich und Deutschland angereisten Wissenschaft­ler Altlastengebiete solch großer Di­mensionNeuland waren.

In seinen einführenden Gedanken verwies H. Barsch auf die methodischen Schwierigkei­ten, welche die Anwendung gängiger, auf gewöhnliche Landschaftsräume abgestimm­ter Bewertungsansätze und Kartierungs­prinzipien in diesen großflächig kontaminier­ten Arealen bereitet. Daraus leitete er das Grundanliegen der Veranstaltung ab, Versu­che vorzustellen, welche das bewährte

Methodenspektrum mit neuentwickelten, sytemtheoretischen Prinzipien zu verbinden versuchen.

Nach einer Einführung in die Problematik des ersten Kartierungsraumes, der südlich von Berlin gelegenen Rieselfelder, stellte 0. Blumenstein einige theoretische Ansätze der Erfassung von Struktur und Dynamik dieser Flächen vor. Als ein weiteres Mitglied der ArbeitsgruppeStoffdynamik in Geosyste- men ging K. Grunewald auf die spezifischen Bodentypen und technogenen Elemente des Raumes ein. Während I. Schneider die Struk­tur und Dynamik der Mikrobionta beschrieb und R. Knösche die Vegetation der Riesel­feldlandschaft.

Die von K. Geldmacher erläuterte boden­ökologische Meßstation ist ein Bestandteil des durchgängigen scale-up Forschungs­programms der Gruppe. R. Schubert stellte die im geographischen Informationssystem erfaßten Daten anhand automatisiert erstell­ter Karten vor.

Das Fachprogramm des ersten Tages schloß mit einer Besichtigung der Modellversuchs­anlage Waßmannsdorf ab. Diese wurde vom Landesumweltamt Brandenburg mit dem Ziel eingerichtet, die Dynamik von Rieselfeld­systemen und ökosystemare Wirkungs­mechanismen unter verschiedenen Nut-

Seite 12

PUZ 14/94