Heft 
(1.1.2019) 14
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CAMPUS

KOLLISION MIT RÄUMLICHEN PROBLEMEN

Das Konzil der Universität zog Bilanz

zungsvarianten zu erforschen, sowie den Wasserdurchsatz zu quantifizieren. Hier stell­te H.-D. Portmann die Konzeption der Anla­ge und erste Ergebnisse vor.

Die Rieselfeldproblematik stand auch noch zu Beginn des zweiten Tages mit der Besichti­gung der automatisierten Lysimeteranlage der Forschungsstelle Trebbin des Landesum­weltamtes Brandenburg auf dem Programm. Im Verlaufe einesArbeitsfrühstücks ,, disku­tierten die Teilnehmer mit H.-D. Portmann und 0. Blumenstein Forschungsansatz und -ergebnisse der Einrichtung. Bewertungsmethodiken, welche im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung zur Standorteignung aufgelassener Truppen­übungsplätze für den geplanten Großflugha­fen Berlin-Brandenburg entwickelt bzw. an­gewendet wurden, waren Hauptgegenstand des weiteren Exkursionstages.

Am Beispiel des Truppenübungsplatzes Spe- renberg erläuterte H. Barsch zunächst die Quellen-Senken-Beziehung der Materieflüsse zwischen den Platten und Niederungen. W. Krüger und U. Steinhardt stellten charakte­ristische Bodentypen und deren ökologische Eigenschaften vor.

Im zentralen Teü des Truppenübungsplatzes Jüterbog-Ost wurden den Teilnehmern durch D. Knothe die Landschaftsgenese des Rau­mes erläutert und wiederum interessante Bodentypen vorgestellt, wobei optisch ein­drucksvoll die Großräumigkeit dieses Alt­lastengebietes zum Ausdruck kam. Daran anknüpfend führte S. Itzerott die Nutzung einer Untersuchungsmethode zur Positions­bestimmung mittels Satelliten in unüber­sichtlichem Gelände vor. Am Standort einer Großtankstelle für Kampfpanzer faßte H. Barsch die inhaltlichen Schwerpunkte der Geländebegehung zusammen. K.G.

Auf Einladung von Prof. Di. Helmut Mikelskis besuchte der Leiter des Lehrstuhls für Physik­didaktik der Pädagogischen Universität Vilnius, Litauen, Prof. Di. Vladas Valentinavicius, kürzlich die Universität.

In einem Kolloquiumsvortrag berichtete der Gast aus Litauen über die Geschichte seines Landes sowie über die gegenwärtige Schulreform und die Lehrerausbildung.

In vielen Einzelgruppen sowie durch den Besuch zahlreicher Lehrveranstaltungen informierte sich Prof. Valentinavicius über die Lehrerausbildung und die physikdidaktische Forschung in Potsdam. Insbesondere interessierte er sich für die Gestaltung von Physiklehrbüchem und Aus­bildungsmaterialien für Studenten, ist doch Valentinavicius der bekannteste Verfasser von Schulbüchern und einer Physikmethodik in Litauen.

Er äußerte den Wunsch, künftig auf dem Gebiet physikdidaktischer Forsch img bei der Erarbeitung neuer Physiklehrbücher mit der Potsdamer Universität zusammenzuarbeiten. Ein Gegen­besuch ist geplant. W.M.

Mitte Juli traf sich das erste Konzil der Universität zu seiner zweiten und letz­ten Sitzung. Die verkürzte Amtszeit des höchsten Organs der Hochschule ging am 30. September zu Ende; die Mitglie­der des neuen Konziles sind im Juni bereits gewählt worden.

Die zweite Sitzung begann mit einem kleine­ren Eklat: mit nur 36 Anwesenden - 59 ge­hören zum KonzU - war die Beschlußfähig­keit nicht gegeben. Aber da es um einen Zwi­schenbericht über ohnehin weiterzuführen­de Arbeiten und einen Bericht des Rektors Prof. Dr. Rolf Mitzer ging, den er alseige­nen und nicht unbedingt den der Universi­tätsleitung" verstanden wissen wollte, ließ sich die Panne verschmerzen.

Professor Dr. Rolf Mitzner listete noch einmal die personellen und strukturellen Gescheh­nisse des letzten Halbjahres, wie Wahlen zu den akademischen Gremien und des Rekto­rates, Installation von Instituten und Interdis­ziplinären Zentren sowie Personalbewegun­gen auf.

Erklärlicherweise verläuft der Aufbau nicht ohne Probleme, von denen der Rektor die Verteüung der finanziellen Mittel, die bisher nicht optimal erfolgt sei, sowie die Abgren­zung von Kompetenzen einzelner Gremien nannte. Als Grundsatz sollte gelten: einheit­liche Regelungen bei Erhalt der Spezifität (z.B. bei Rahmenordnungen).

Hinsichtlich des personellen Aufbaus wurden zwei entgegengesetzte Tendenzen festge­stellt: Zum einen erfolgen die Ernennungen der Professoren jetzt zügiger, zum anderen

gestalten sich die gemeinsamen Berufungen schwieriger. 188 Stellen waren zum Zeit­punkt der Konzilsitzung ausgeschrieben worden, 152 Rufe angenommen, und 92 Pro­fessoren hatten ihre Ernennung bereits erhal­ten. Für 32 Professoren der beiden Vorgänge­reinrichtungen war die Überleitung abge­schlossen, in sieben Fällen standen die Gut­achten noch aus. Daß dies keiner inhaltlichen Wertung gleichkomme, sondern fehlenden Gutachten und anderen Ursachen geschuldet sei, war dem Rektor wichtig zu betonen. Schwierig gestalteten sich in letzter Zeit die gemeinsamen Berufungen mit außeruniver­sitären Einrichtungen. Klärungsbedarf beste­he hier hinsichtlich finanzieller und haus­haltsrechtlicher Fragen. Viele Angehörige der Universität bewegen solche Fragen wie nichtvollzogene Kündigungen, Möglich­keiten der Verbeamtung für den wissen­schaftlichen Mittelbau und die Eingliederung von Mitarbeitern des Wissenschaftler-Inte- grationsprogramms (WIP).

Wie bereits des öfteren betonte der Rektor, daß man für die 75 von Kündigung bedroh­ten Kollegen innerhalb und außerhalb der Universität nach Arbeitsplätzen suche. Fach­nahe Stellen und das Weiterbüdungszentrum, dessen Aufbau begonnen hat, wurden von ihm als eine Auffangmöglichkeit gesehen. Er hob ferner die Anstrengungen der Universi­tät hervor, für die Wissenschaftler des Wis­senschaftler-Integrationsprogramms gute Arbeitsbedingungen zu erhalten bzw. zu schaffen und gab seiner begründeten Hoff­nung Ausdruck, daß es 1996 ein Anschluß­programm geben werde.

Insgesamt konnte der Rektor eine positive Büanz ziehen: die Gründungsphase der Uni­versität ist erfolgreich abgeschlossen, und erheblicher Zuwachs an Forschungskapazität ist zu verzeichnen. Ein äußerer Ausdruck dessen sei auch die Vergabe des Innova­tionskollegsFormale Modelle kognitiver Komplexität" an die Universität. Im Herbst werde die Universität erstmals einen For­schungsbericht vorlegen.

Alle Inhalte allerdings - so der Rektor mit Sorge - kollidieren mit den räumlichen Pro­blemen der Universität. Ins Haus stehen um­fangreiche (letztlich erfreuliche) Sanierun­gen, für die alle Mitarbeiter in den nächsten Jahren Verständnis aufbringen müssen. Un­bedingte Notwendigkeit sei ferner der Beginn des Neubaus eines Gebäudes für die Natur­wissenschaften in Golm.

Entgegen aller Unkenrufe von außen hat die Universität Potsdam einen Entwicklungs­stand erreicht, der siein Lehre und For­schung sehr aktiv sein läßt. Der Widerstand gegen sie, so der Rektor resümierend,sei mit ihren Erfolgen gewachsen. De.

BESUCH AUS LITAUEN

PUZ 14/94

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