CAMPUS
KOLLISION MIT RÄUMLICHEN PROBLEMEN
Das Konzil der Universität zog Bilanz
zungsvarianten zu erforschen, sowie den Wasserdurchsatz zu quantifizieren. Hier stellte H.-D. Portmann die Konzeption der Anlage und erste Ergebnisse vor.
Die Rieselfeldproblematik stand auch noch zu Beginn des zweiten Tages mit der Besichtigung der automatisierten Lysimeteranlage der Forschungsstelle Trebbin des Landesumweltamtes Brandenburg auf dem Programm. Im Verlaufe eines „Arbeitsfrühstücks ,, diskutierten die Teilnehmer mit H.-D. Portmann und 0. Blumenstein Forschungsansatz und -ergebnisse der Einrichtung. Bewertungsmethodiken, welche im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung zur Standorteignung aufgelassener Truppenübungsplätze für den geplanten Großflughafen Berlin-Brandenburg entwickelt bzw. angewendet wurden, waren Hauptgegenstand des weiteren Exkursionstages.
Am Beispiel des Truppenübungsplatzes Spe- renberg erläuterte H. Barsch zunächst die Quellen-Senken-Beziehung der Materieflüsse zwischen den Platten und Niederungen. W. Krüger und U. Steinhardt stellten charakteristische Bodentypen und deren ökologische Eigenschaften vor.
Im zentralen Teü des Truppenübungsplatzes Jüterbog-Ost wurden den Teilnehmern durch D. Knothe die Landschaftsgenese des Raumes erläutert und wiederum interessante Bodentypen vorgestellt, wobei optisch eindrucksvoll die Großräumigkeit dieses Altlastengebietes zum Ausdruck kam. Daran anknüpfend führte S. Itzerott die Nutzung einer Untersuchungsmethode zur Positionsbestimmung mittels Satelliten in unübersichtlichem Gelände vor. Am Standort einer Großtankstelle für Kampfpanzer faßte H. Barsch die inhaltlichen Schwerpunkte der Geländebegehung zusammen. K.G.
Auf Einladung von Prof. Di. Helmut Mikelskis besuchte der Leiter des Lehrstuhls für Physikdidaktik der Pädagogischen Universität Vilnius, Litauen, Prof. Di. Vladas Valentinavicius, kürzlich die Universität.
In einem Kolloquiumsvortrag berichtete der Gast aus Litauen über die Geschichte seines Landes sowie über die gegenwärtige Schulreform und die Lehrerausbildung.
In vielen Einzelgruppen sowie durch den Besuch zahlreicher Lehrveranstaltungen informierte sich Prof. Valentinavicius über die Lehrerausbildung und die physikdidaktische Forschung in Potsdam. Insbesondere interessierte er sich für die Gestaltung von Physiklehrbüchem und Ausbildungsmaterialien für Studenten, ist doch Valentinavicius der bekannteste Verfasser von Schulbüchern und einer Physikmethodik in Litauen.
Er äußerte den Wunsch, künftig auf dem Gebiet physikdidaktischer Forsch img bei der Erarbeitung neuer Physiklehrbücher mit der Potsdamer Universität zusammenzuarbeiten. Ein Gegenbesuch ist geplant. W.M.
Mitte Juli traf sich das erste Konzil der Universität zu seiner zweiten und letzten Sitzung. Die verkürzte Amtszeit des höchsten Organs der Hochschule ging am 30. September zu Ende; die Mitglieder des neuen Konziles sind im Juni bereits gewählt worden.
Die zweite Sitzung begann mit einem kleineren Eklat: mit nur 36 Anwesenden - 59 gehören zum KonzU - war die Beschlußfähigkeit nicht gegeben. Aber da es um einen Zwischenbericht über ohnehin weiterzuführende Arbeiten und einen Bericht des Rektors Prof. Dr. Rolf Mitzer ging, den er als „eigenen und nicht unbedingt den der Universitätsleitung" verstanden wissen wollte, ließ sich die Panne verschmerzen.
Professor Dr. Rolf Mitzner listete noch einmal die personellen und strukturellen Geschehnisse des letzten Halbjahres, wie Wahlen zu den akademischen Gremien und des Rektorates, Installation von Instituten und Interdisziplinären Zentren sowie Personalbewegungen auf.
Erklärlicherweise verläuft der Aufbau nicht ohne Probleme, von denen der Rektor die Verteüung der finanziellen Mittel, die bisher nicht optimal erfolgt sei, sowie die Abgrenzung von Kompetenzen einzelner Gremien nannte. Als Grundsatz sollte gelten: einheitliche Regelungen bei Erhalt der Spezifität (z.B. bei Rahmenordnungen).
Hinsichtlich des personellen Aufbaus wurden zwei entgegengesetzte Tendenzen festgestellt: Zum einen erfolgen die Ernennungen der Professoren jetzt zügiger, zum anderen
gestalten sich die gemeinsamen Berufungen schwieriger. 188 Stellen waren zum Zeitpunkt der Konzilsitzung ausgeschrieben worden, 152 Rufe angenommen, und 92 Professoren hatten ihre Ernennung bereits erhalten. Für 32 Professoren der beiden Vorgängereinrichtungen war die Überleitung abgeschlossen, in sieben Fällen standen die Gutachten noch aus. Daß dies keiner inhaltlichen Wertung gleichkomme, sondern fehlenden Gutachten und anderen Ursachen geschuldet sei, war dem Rektor wichtig zu betonen. Schwierig gestalteten sich in letzter Zeit die gemeinsamen Berufungen mit außeruniversitären Einrichtungen. Klärungsbedarf bestehe hier hinsichtlich finanzieller und haushaltsrechtlicher Fragen. Viele Angehörige der Universität bewegen solche Fragen wie nichtvollzogene Kündigungen, Möglichkeiten der Verbeamtung für den wissenschaftlichen Mittelbau und die Eingliederung von Mitarbeitern des Wissenschaftler-Inte- grationsprogramms (WIP).
Wie bereits des öfteren betonte der Rektor, daß man für die 75 von Kündigung bedrohten Kollegen innerhalb und außerhalb der Universität nach Arbeitsplätzen suche. Fachnahe Stellen und das Weiterbüdungszentrum, dessen Aufbau begonnen hat, wurden von ihm als eine Auffangmöglichkeit gesehen. Er hob ferner die Anstrengungen der Universität hervor, für die Wissenschaftler des Wissenschaftler-Integrationsprogramms gute Arbeitsbedingungen zu erhalten bzw. zu schaffen und gab seiner begründeten Hoffnung Ausdruck, daß es 1996 ein Anschlußprogramm geben werde.
Insgesamt konnte der Rektor eine positive Büanz ziehen: die Gründungsphase der Universität ist erfolgreich abgeschlossen, und erheblicher Zuwachs an Forschungskapazität ist zu verzeichnen. Ein äußerer Ausdruck dessen sei auch die Vergabe des Innovationskollegs „Formale Modelle kognitiver Komplexität" an die Universität. Im Herbst werde die Universität erstmals einen Forschungsbericht vorlegen.
Alle Inhalte allerdings - so der Rektor mit Sorge - kollidieren mit den räumlichen Problemen der Universität. Ins Haus stehen umfangreiche (letztlich erfreuliche) Sanierungen, für die alle Mitarbeiter in den nächsten Jahren Verständnis aufbringen müssen. Unbedingte Notwendigkeit sei ferner der Beginn des Neubaus eines Gebäudes für die Naturwissenschaften in Golm.
Entgegen aller Unkenrufe von außen hat die Universität Potsdam einen Entwicklungsstand erreicht, der sie „in Lehre und Forschung sehr aktiv sein läßt. Der Widerstand gegen sie“, so der Rektor resümierend, „sei mit ihren Erfolgen gewachsen.“ De.
BESUCH AUS LITAUEN
PUZ 14/94
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