Heft 
(1.1.2019) 14
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CAMPUS

ERÖFFNUNG BEI SOLARENERGIEWETTER

Photovoltaikanlage der Universität ging in Betrieb

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So sieht sie aus, die neue Solarenergeanlage der Universität Potsdam. Nicht auf dem Bild ist das in einem Container untergebrachte Meßzentrum der Anlage. Bedient und genutzt wird die neue Energiequelle u.a. von Prof. Dr. Ernst Schmeer, dem Direktor des Institutes für Berufspädagogik und Berufliche Fach­richtungen Elektro- und Metalltechnik (rechts) und von Dr. Detlef Gietzel, einem wissenschaftlichen Mitarbeiter der Berufspädagogik/Didaktik Metall- und Elektrotechnik (links). Foto: Thbukeit

Bei strahlendem Sonnenschein und sub­tropischen Temperaturen konnte vor Beginn der Semesterferien die Solar­energieanlage der Universität von Pro­fessor Dr. Emst Schmeer, dem Direktor des Institutes für Berufspädagogik und Berufliche Fachrichtungen Elektro- und Metalltechnik der Philosophischen Fa­kultät II, eingeweit werden.

Doch im Schatten dieser für Ostdeutsch­land bisher einmaligen Anlage ließ es sich für die zahlreich erschienenen Gä­ste aushalten. Unter ihnen waren als Referenten der Minister für Wissen­schaft, Forschung und Kultur, Hinrich Enderlein, Dr. Dietrich Gertenbach von der Industrie und Handelskammer Pots­dam, der Rektor der Universität, Profes­sor Dr. Rolf Mitzner, und die Dekanin der Philosophischen Fakultät n, Profes­sor Dr. Bärbel Kirsch.

Sie alle erhoffen sich von dieser Photo­voltaikanlage eine umweltfreundliche Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft - auf daß der Verbrauch sauberer Energie ansteige und das PotsdamerModell Schule mache.

Insgesamt dient die neue Energiequelle der Universität der Forschung, Lehre und der Demonstration für interessierte Besucher, die sich die Anlage an der Hauptstraße 123 in Eiche anschauen und erläutern lassen kön­nen. Zusätzlich fließt der gewonnene Strom allerdings auch schon in das Netz der Mär­kischen Energieversorgung AG (MEVAG) - wenngleich derzeit mit lediglich 17,7 Pfenni­gen pro Kilowattstunde bezahlt, wie der Re­ferent für Öffentlichkeitsarbeit der MEVAG, Thorsten Meinsen, erklärte. Der Uni hinge­gen entstehen bei der Produktion einer Kilo­wattstunde Kosten in Höhe von rund 2,50 DM.

Doch auch wenn sich die Stromproduktion derzeit finanziell noch nicht rechnet, wird anhand der Anlage demonstriert, wie und daß saubere Energie erzeugt und genutzt werden kann. In diesem Zusammenhang plä­dierte Professor Schmeer für deutlichere Anreize des Staates und der Wirtschaft für die Nutzung von Solarenergie:Wenn man bedenkt, wieviele Aufwendungen nach wie vor für die Kernenergie erbracht werden, und wie wenig im Vergleich dazu für die saube­ren Energiequellen, dann stimmt das schon nachdenklich", betonte er. Entsprechend nehme die Solarenergie derzeit auch nur zwei Prozent des weltweiten Primärenergie­verbrauchs ein.

In Potsdam jedenfalls ist der Anfang ge­macht: Die aus drei Teilen bestehende An­

lage kann bis zu zehn Kilowatt Strom produ­zieren - eine Leistung, die nach Angaben Emst Schmeers ausreicht, um zwei Vier-Per- sonen-Haushalte zu versorgen.

Neben diesen bereits ganz praktischen und nützlichen Aspekten soll die Photovoltaik­anlage aber auch der Erforschung eines noch effektiveren Einsatzes von Sonnenenergie dienen. So sind Langzeituntersuchungen an den derzeit handelsüblichen Solarmodulen geplant, deren Energiegewinn in Abhängig­keit von der jahres- und tageszeitlich unter­schiedlichen Einstrahlung meßtechnisch er­faßt werden soll. Auch möchte man heraus­finden, welche Ursachen die bisher beobach­tete schnelle Alterung der Solarzellen hat, durch die bereits nach einigen Jahren die Energieausbeute sinkt. Und schließlich gilt das Interesse von Ernst Schmeer und seinen Mitarbeitern aus dem Institut für Berufspäd­agogik und Berufliche Fachrichtungen Elek­tro- und Metalltechnik ebenfalls der Frage, wie bei der Einspeisung in das Netz der MEVAG möglichst wenig Energie verloren wird.

Doch neben diesen Forschungen sollen die Studierenden der Universität Potsdam nicht zu kurz kommen:Wir möchten die jungen Leute während ihrer Ausbildung mit dieser zukunftsträchtigen Technik vertraut machen, ihr Akzeptanzverhalten fördern und ihnen

helfen, die Vor- und Nachteile, Einsatzmög­lichkeiten und Grenzen von Photovoltaik­anlagen einschätzen zu lernen, sagte Pro­fessor Schmeer im Rahmen der Einweihungs- feier. Auf diese Weise könnten dann Stück für Stück die Kenntnisse übersaubere Arten der Energiegewinnung zunehmen und ver­breitet werden - beispielsweise durch Leh­rer, die ihr Wissen an Schüler weitergeben. In diese Richtung geht auch die dritte Auf­gabe der Photovoltaikanlage: Sie ist als Demonstrationsobjekt für Interessenten aus dem Land Brandenburg gedacht und soll durchaus auch der Beratung interessierter Bürgerinnen und Bürger dienen. Wissen- schaftsminister Hinrich Enderlein wertete die Anlage deshalb alsgeeignet, die Universi­tät Potsdam in den Köpfen und Herzen der Bevölkerung zu verankern. Schließlich sei sie ein Gebrauchsobjekt, deren Nutzen für die Allgemeinheit unstrittig ist. In diese Rich­tung geht auch die Hoffnung von Rektor Pro­fessor Dr. Rolf Mitzner, der die neue Solar­anlage alsprädestiniert, um Studierende und Bevölkerung zum Mitmachen zu gewin­nen, bezeichnete. Sein Dank wie auch der Professor Schmeers galt der Deutschen For­schungsgemeinschaft sowie dem Wissen­schaftsrat, die in erster Linie für die Finan­zierung der neuen Energiequelle gesorgt haben. Hg.

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PUZ 14/94