WISSENSCHAFT AKTUELL
GEMEINSAMER BAUSTEIN FÜR DIE FORSCHUNG
Kooperationsvertrag mit Fraunhofer-Einrichtungen unterzeichnet
Genaues Beobachten der Unterzeichnung des Vertrages zwischen der Fraunhofer-Gesellschaft und der Potsdamer Universität gemeinsam mit dem Land Brandenburg: unser Bild zeigt von links nach rechts den Präsidenten der FhG, Prof Dr. Hans-Jürgen Wamecke, den Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Hinrich Enderlein, und den Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität, Prof. Dr. Gerhard Kempter. Foto: Rüffert
Erfreut ob dieser Entwicklungsmöglichkeit zeigte sich auch Prorektor Professor Dr. Gerhard Kempter, der den Kooperationsvertrag im Namen der Universität unterschrieb: „Die neugegründete Universität Potsdam als der Betrieb mit der größten Beschäftigtenzahl der Stadt ist mittlerweile in der Lage, ein gleichberechtigter Partner für die Fraunhofer-Gesellschaft zu sein", betonte er. Allerdings würde es die Zusammenarbeit ganz erheblich erleichtern, wenn beispielsweise die derzeit noch in Teltow-Seehof und in Bergholz-Rehbrücke angesiedelten Außenstellen des Fraunhofer-Instituts auch bald in räumliche Nähe zur Universität rücken könnten. - Auf den Neubau in Golm warten alle sehnsüchtigst, wie sich einmal mehr bei dieser Vertragsunterzeichnung zeigte. Hg.
Kommunikationsprobleme zwischen Wirtschaft, Politik, der Wissenschaft und der Gesellschaft macht der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), Professor Dr. Hans-Jürgen Warnecke, nach seinen Worten zwar häufig aus. Doch bemüht er sich im Namen der FhG auch darum, diese so oft wie möglich auszuräumen. Ein Mittel dazu stellen institutionalisierte Zusammenarbeiten zwischen Wissenschaft und angewandter Forschung dar, die dann auch leichter Industriebetriebe anlocken. Um eine solche Kooperation auch in Brandenburg - in dem nach der Wende circa 80 Prozent der anwendungsorientierten Industrieforschung weggebrochen sind - zu etablieren, haben die Universität Potsdam und die Fraunhofer-Gesellschaft gemeinsam mit dem Land nun einen Kooperationsvertrag abgeschlossen.
Eine wichtige Klammer für die Zusammenarbeit der zwei Institutionen sollen dabei gemeinsame Berufungen sein. In einem ersten Schritt ist es geplant, die Leitung des Fraunhofer-Instituts für Polymerforschung und den Lehrstuhl für Polymerforschung in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität gemeinsam zu besetzen. In diesem Modell der Personalunion, so der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Hinrich Enderiem, findet „ein gemeinsames Interesse von Forschungseinrichtung und Universität seinen Ausdruck".
Um die Ausstattungen der an der Kooperation beteiligten Institute auf internationalen Standard zu heben, sieht der Vertrag eine Übergangszeit von fünf Jahren vor. Das Fraunhofer-Institut erhält in der Nähe der Potsdamer Universität ein neues Institutsgebäude mit modernen Geräten. Das Land
stellt Mittel für eine „angemessene personelle, sachliche und räumliche Ausstattung des Lehrstuhls“ bereit. Nach Angaben von Hans- Jürgen Warnecke wird die FhG für den Neubau dieses Polymer-Institutes insgesamt 28 Millionen DM aufbringen. Auch sollen bei der Anschaffung von Geräten künftig enge Absprachen mit der Universität geführt werden, wobei ein für beide Seiten stets kostenneutraler Austausch angestrebt wird.
Eine Ergänzung des gegenseitig vorhandenen Know-hows und gemeinsam betreute Diplomanden und Doktoranden stehen nun auf dem Plan der Kooperationspartner, die auf diese Weise für einen Technologietransfer von der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung in die Wirtschaft beschleunigen und Studierenden damit einen leichteren Start in den Beruf ermöglichen wollen. Dabei profitieren beide Partner von der Zusammenarbeit: Die Grundlagenforschung an den Hochschulen wird bereichert durch anwendungsorientierte Ausbildung und die Möglichkeiten der Umsetzung ihrer Forschungsergebnisse in die Praxis. Die angewandte Forschung erhält wichtige Impulse aus der Einbindung der grundlagenorientierten Forschung der Universität - eine ideale Basis zur Verbesserung des Wissenstandes in den jeweiligen Fachgebieten. Schließlich wird durch die Verbindung eine optimale Nutzung der personellen Kapazitäten und Geräte erreicht. Nicht zu unterschätzen ist der Transfer der Köpfe: Die Studenten können während des Studiums an den Fraunhofer-Einrichtungen praktische Erfahrungen sammeln, Diplomarbeiten oder Dissertationen anfertigen. Viele wechseln über die Projektarbeit mit industriellen Partnern schließlich in die Wirtschaft. Durch diese Fluktuation wird immer wieder Platz geschaffen für junge Wissenschaftler, die neue Ideen und neuen Schwung mitbringen.
ENERGIEFORSCHUNG LOHNT SICH
Drittmittelvertrag in Höhe von 2,3 Mio. DM unterschrieben
Der Forschungsgruppe Solarenergie des Instituts Berufspädagogik/Berufliche Fachrichtungen Elektro- und Metalltechnik der Philosophischen Fakultät II ist es gelungen, in das Förderprogramm „Solarthermie - 2000“ des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) aufgenommen zu werden.
Seit kurzem gibt es einen entsprechenden Forschungs- und Entwicklungsvertrag zwischen dem BMFT, vertreten durch die „Forschungszentrum Jülich GmbH“ sowie dem Projektträger „Biologie, Energie, Ökologie“ und der Universität Potsdam, gemäß dem vor allem der Forschungsgruppe Solarenergie unter der Leitung von Professor Dr. Ernst Schmeer und Professor Dr. Hans Sträßner Drittmittel in Höhe von 2,3 Mio. DM zur Verfügung gestellt werden.
Ausgangspunkt für das BMFT war die Überlegung, daß die Nutzung regenerativer Energien noch immer zu teuer ist und deshalb nach neuen Wegen und Verfahrensweisen gesucht werden müsse. Die Ziele sind dabei die Reduzierung der Umweltbelastung und eine Schonung endlicher Ressourcen.
Mit „Solarthermie - 2000“ ist deshalb für die Dauer von neun Jahren die Installation und Erprobung von bis zu 100 mittelgroßen solarthermischen Einrichtungen vorgesehen. Ihr Domizil bekommen sie an öffentlichen Gebäuden, die eine Mindestgröße der Solar- Kollektor-Fläche von 100 m 2 erlauben.
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PUZ 14/94