Heft 
(1.1.2019) 14
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WISSENSCHAFT AKTUELL

GEMEINSAMER BAUSTEIN FÜR DIE FORSCHUNG

Kooperationsvertrag mit Fraunhofer-Einrichtungen unterzeichnet

Genaues Beobachten der Unterzeichnung des Vertrages zwischen der Fraunhofer-Gesellschaft und der Potsdamer Universität gemeinsam mit dem Land Brandenburg: unser Bild zeigt von links nach rechts den Präsidenten der FhG, Prof Dr. Hans-Jürgen Wamecke, den Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Hinrich Enderlein, und den Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität, Prof. Dr. Gerhard Kempter. Foto: Rüffert

Erfreut ob dieser Entwicklungsmöglichkeit zeigte sich auch Prorektor Professor Dr. Ger­hard Kempter, der den Kooperationsvertrag im Namen der Universität unterschrieb:Die neugegründete Universität Potsdam als der Betrieb mit der größten Beschäftigtenzahl der Stadt ist mittlerweile in der Lage, ein gleich­berechtigter Partner für die Fraunhofer-Ge­sellschaft zu sein", betonte er. Allerdings würde es die Zusammenarbeit ganz erheb­lich erleichtern, wenn beispielsweise die derzeit noch in Teltow-Seehof und in Berg­holz-Rehbrücke angesiedelten Außenstellen des Fraunhofer-Instituts auch bald in räum­liche Nähe zur Universität rücken könnten. - Auf den Neubau in Golm warten alle sehn­süchtigst, wie sich einmal mehr bei dieser Vertragsunterzeichnung zeigte. Hg.

Kommunikationsprobleme zwischen Wirtschaft, Politik, der Wissenschaft und der Gesellschaft macht der Präsi­dent der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), Professor Dr. Hans-Jürgen Warnecke, nach seinen Worten zwar häufig aus. Doch bemüht er sich im Namen der FhG auch darum, diese so oft wie möglich auszuräumen. Ein Mittel dazu stellen institutionalisierte Zusammenarbeiten zwischen Wissenschaft und angewand­ter Forschung dar, die dann auch leich­ter Industriebetriebe anlocken. Um eine solche Kooperation auch in Branden­burg - in dem nach der Wende circa 80 Prozent der anwendungsorientierten Industrieforschung weggebrochen sind - zu etablieren, haben die Universität Potsdam und die Fraunhofer-Gesell­schaft gemeinsam mit dem Land nun ei­nen Kooperationsvertrag abgeschlos­sen.

Eine wichtige Klammer für die Zusammen­arbeit der zwei Institutionen sollen dabei ge­meinsame Berufungen sein. In einem ersten Schritt ist es geplant, die Leitung des Fraun­hofer-Instituts für Polymerforschung und den Lehrstuhl für Polymerforschung in der mathe­matisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität gemeinsam zu besetzen. In diesem Modell der Personalunion, so der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Hinrich Enderiem, findetein gemein­sames Interesse von Forschungseinrichtung und Universität seinen Ausdruck".

Um die Ausstattungen der an der Koopera­tion beteiligten Institute auf internationalen Standard zu heben, sieht der Vertrag eine Übergangszeit von fünf Jahren vor. Das Fraunhofer-Institut erhält in der Nähe der Potsdamer Universität ein neues Instituts­gebäude mit modernen Geräten. Das Land

stellt Mittel für eineangemessene personel­le, sachliche und räumliche Ausstattung des Lehrstuhls bereit. Nach Angaben von Hans- Jürgen Warnecke wird die FhG für den Neu­bau dieses Polymer-Institutes insgesamt 28 Millionen DM aufbringen. Auch sollen bei der Anschaffung von Geräten künftig enge Ab­sprachen mit der Universität geführt werden, wobei ein für beide Seiten stets kosten­neutraler Austausch angestrebt wird.

Eine Ergänzung des gegenseitig vorhande­nen Know-hows und gemeinsam betreute Diplomanden und Doktoranden stehen nun auf dem Plan der Kooperationspartner, die auf diese Weise für einen Technologietransfer von der Grundlagenforschung über die ange­wandte Forschung in die Wirtschaft be­schleunigen und Studierenden damit einen leichteren Start in den Beruf ermöglichen wollen. Dabei profitieren beide Partner von der Zusammenarbeit: Die Grundlagenfor­schung an den Hochschulen wird bereichert durch anwendungsorientierte Ausbildung und die Möglichkeiten der Umsetzung ihrer Forschungsergebnisse in die Praxis. Die an­gewandte Forschung erhält wichtige Impul­se aus der Einbindung der grundlagenorien­tierten Forschung der Universität - eine idea­le Basis zur Verbesserung des Wissenstandes in den jeweiligen Fachgebieten. Schließlich wird durch die Verbindung eine optimale Nutzung der personellen Kapazitäten und Geräte erreicht. Nicht zu unterschätzen ist der Transfer der Köpfe: Die Studenten kön­nen während des Studiums an den Fraun­hofer-Einrichtungen praktische Erfahrungen sammeln, Diplomarbeiten oder Dissertatio­nen anfertigen. Viele wechseln über die Pro­jektarbeit mit industriellen Partnern schließ­lich in die Wirtschaft. Durch diese Fluktua­tion wird immer wieder Platz geschaffen für junge Wissenschaftler, die neue Ideen und neuen Schwung mitbringen.

ENERGIEFORSCHUNG LOHNT SICH

Drittmittelvertrag in Höhe von 2,3 Mio. DM unterschrieben

Der Forschungsgruppe Solarenergie des Instituts Berufspädagogik/Berufliche Fachrichtungen Elektro- und Metall­technik der Philosophischen Fakultät II ist es gelungen, in das Förderprogramm Solarthermie - 2000 des Bundes­ministeriums für Forschung und Tech­nologie (BMFT) aufgenommen zu wer­den.

Seit kurzem gibt es einen entsprechen­den Forschungs- und Entwicklungs­vertrag zwischen dem BMFT, vertreten durch dieForschungszentrum Jülich GmbH sowie dem ProjektträgerBio­logie, Energie, Ökologie und der Uni­versität Potsdam, gemäß dem vor allem der Forschungsgruppe Solarenergie un­ter der Leitung von Professor Dr. Ernst Schmeer und Professor Dr. Hans Sträßner Drittmittel in Höhe von 2,3 Mio. DM zur Verfügung gestellt werden.

Ausgangspunkt für das BMFT war die Über­legung, daß die Nutzung regenerativer Ener­gien noch immer zu teuer ist und deshalb nach neuen Wegen und Verfahrensweisen gesucht werden müsse. Die Ziele sind dabei die Reduzierung der Umweltbelastung und eine Schonung endlicher Ressourcen.

MitSolarthermie - 2000 ist deshalb für die Dauer von neun Jahren die Installation und Erprobung von bis zu 100 mittelgroßen solar­thermischen Einrichtungen vorgesehen. Ihr Domizil bekommen sie an öffentlichen Ge­bäuden, die eine Mindestgröße der Solar- Kollektor-Fläche von 100 m 2 erlauben.

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PUZ 14/94