PERSONALIA
NEU ERNANNTE PROFESSOREN
An der Universität Potsdam herrscht nach wie vor eine rege Aufbauphase. Zeichen dafür sind nicht nur zahlreiche Baugerüste, sondern u.a. auch die während der letzten Wochen sehr zahlreich ernannten Professoren. Sie alle an dieser Stelle vorzustellen, würde den Umfang der „PUZ“ sprengen. Wir bitten unsere Leserinnen und Leser daher um Verständnis dafür, daß in jeder Ausgabe lediglich sechs Professoren vorgestellt werden können - und zwar entsprechend der Chronologie ihres Ernennungsdatums.
Eine Professur für Volkswirtschaftslehre und insbesondere Wirtschaftspolitik bekleidet
Prof. Dr. habil. Norbert Eickhof in der
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät.
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Der 1943 in Dortmund geborene Wissenschaftler schloß sein Studium der Volkswirtschaftslehre an der Westfälischen Wilhelms- Universität Münster im Jahre 1968 als Diplom-Volkswirt ab. An dieser Hochschule war Norbert Eickhof anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem volkswirtschaftlichen Lehrstuhl bzw. als wissenschaftlicher Assistent tätig. In den Jahren 1973 bis 1977 forschte er zugleich als Mitglied in der interdisziplinären Gruppe „Kooperationsforschung“ (DFG-Unit). Ebenfalls in Münster promovierte er 1972 mit einer verbandsökonomischen Schrift und habilitierte sich 1979 für das Fach Volkswirtschaftslehre mit einer wettbewerbsökonomischen Arbeit. Ab 1980 führten ihn Professuren für Volkswirtschaftslehre und
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Volkswirtschaftspolitik an die Universitäten Bamberg und Bochum.
Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Wettbewerbs- und Industrieökonomik, Ordnungspolitik, Neue Politische Ökonomik, Struktur- und Industriepolitik, Agrar-, Energie- und Verkehrspolitik und Europäische Integration. Norbert Eickhof ist Mitglied des Ausschusses „Industrieökonomik“ der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, des Arbeitskreises „Neue Politische Ökonomie", des Arbeitskreises „Kartellrecht“ beim Bundeskartellamt und des Arbeitskreises „Deutscher Binnenmarkt“ der List-Gesellschaft. B.E.
Eine Professur für Heil- und rehabilitations- pädagogische Psychologie nimmt Prof. Dr. habil. Gerald Matthes wahr. Nach dem Studium zum Lehrer für die Klassen 1 bis 4 schloß sich für den 1943 in Freital/Saale geborenen Matthes eine über zehnjährige Tätigkeit als Unterstufenlehrer und Hilfsschullehrer an. Er erwarb sich die Befähigung für das Lehramt für Sonderpädagogik (Sprach- behindertenpädagogik und Verhaltensge- störtenpädagogik) und studierte Psychologie in Leipzig. 1974 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Psychologie der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR und 1988 Leiter der Abteüung Entwicklungsdiagnostik dieses Instituts. Der Wissenschaftler schloß 1979 seine „Promotion und 1987 seine Habilitation ab. Seit dem Wintersemester 1992/93 vertrat er den Lehrstuhl Heü- und rehabilitationspädagogische Psychologie an der Universität Potsdam. Neben Lehre und Forschung übte der Wissenschaftler praktische Tätigkeiten in der schulpsychologischen und sonderpädagogischen Beratung aus. So arbeitete er seit 1987 an integrativen, systematischen Beratungs
konzepten, war mit dem Aufbau und der Leitung einer lemtherapeutischen Beratungsstelle betraut und Lerntherapeut des Fachverbandes für Integrative Lerntherapie.
Zu den gegenwärtigen Arbeitsschwerpunkten von Gerald Matthes zählen behinderungsimmanente Lernstörungen im Bereich der Kulturtechniken unter besonderer Berücksichtigung des leistungsbezogenen Selbstkonzepts und der Handlungsregulation sowie Aneignungsprozeßanalysen bei Lernbeeinträchtigungen. B.E.
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Mit einer Professur für Grundschulpädagogik im Lembereich Deutsch ist Prof. Dr. Gerheid Scheerer-Neumann betraut. Sie wurde 1945 in Jena geboren, studierte Psychologie an der Johann-Wolfgang-Goethe- Universität in Frankfurt/M. und an der Ruhr- Universität in Bochum. Nach der Diplom-Prüfung 1970 folgte ein Graduiertenstudium mit dem Abschluß der Promotion an der Uni- versity of Rochester in Rochester, USA, als Stipendiatin des DAAD und der Heinrich- Hertz-Stiftung. Ihre Fächerkombination im Graduiertenstudium - u.a. Kognitive Psychologie, Psycholinguistik und Entwicklungspsychologie - legte den Grundstein für die Untersuchungen zum Schriftsprachenerwerb und zur Lese- Rechtschreibschwäche, die sie nach ihrer Rückkehr an die Ruhr-Universität Bochum als wissenschaftliche Assistentin ab 1973 durchführte. In mehreren Projekten zur Schulforschung wurden Trainingsprogramme erarbeitet und erprobt. Zu Fragen der theoretischen Voraussetzungen und didaktischen Möglichkeiten in einem geöffneten Erstlese- und Schreibunterricht führte sie seit 1989 Beobachtungen an der Laborschule in Bielefeld durch.
Das Spannungsfeld zwischen Systematik und Offenheit im Lese- und Schreibunterricht
PUZ 14/94