Heft 
(1.1.2019) 14
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KULTUR

IM GESPRÄCH g

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Als geradezusozial gefährlich sieht es die ehe­malige Gleichstellungsbeauftragte der Universität, Dr. Antje Zapf, wenn Absolventen heute eine wis­senschaftliche Laufbahn einschlagen und gleich­zeitig eine Familie gründen wollen. Foto: Rüffert

'Frauenbeauftragte sondern eineGleich­stellungsbeauftragte', um deutlich zu ma­chen, daß es uns um ein Stück Gerechtigkeit an den Hochschulen geht. Denn schließlich lassen sich frauenspezifische Probleme nicht ohne Männer lösen und führt der konfron­tative Weg zu nichts."

PUZ:Wo lagen denn die Schwerpunkte Ih­rer Arbeit?

Zapf:Zum einen wollten wir vom

Gleichstellungsrat während der ersten Pha­se der Hochschulgründung wirklich mit­gestalten und möglichst viele gute Frauen nach Potsdam holen. Allerdings achteten wir darauf, daß auch wirklich nur fachlich quali­fizierte Frauen berufen wurden. Quoten­frauen hatten und haben wir überhaupt nicht nötig - schließlich gab und gibt es genügend gut ausgebildete Frauen. Unser Motto war 'Für Potsdam nur die Besten. Eine Haupt­sorge galt ferner dem Mittelbau und der Fra­ge, wie dessen Überleitung in neue Struktu­ren stattfindet. Darüber hinaus habe ich dem Gleichstellungsrat aus meinen zahlreichen Kommissionssitzungen Informationen gelie­fert und über diesen auch verteilt. Gemein­sam arbeiteten wir dann an Vorschlägen für das Brandenburgische Hochschulgesetz mit dem Ergebnis, daß der Gleichstellungs­paragraph dieses Brandenburgischen Hoch­schulgesetzes fast dem entspricht, was wir einreichten. Ausgearbeitet wurde dann noch der Gleichstellungsparagraph für die noch vorläufige Grundordnung der Universität, und natürlich kümmerten wir uns die ganze Zeit über um die sozialen und materiellen Belan­ge der Studierenden - da taucht wieder der bereits angesprochene Punkt der Gerechtig­keit auf."

PUZ:Wenn Sie ein Resümee ziehen sollten, wie sähe das aus?

Zapf:Also, eines hat sich immer wieder ge­zeigt - wenn es gesamtgesellschaftlich un­gelöste Fragen gibt, dann ist es eine Illusion zu glauben, daß die Hochschule diese Fragen umschiffen oder gar lösen kann, weil der Rahmen für sie einfach abgesteckt ist. Ein weiteres Fazit ist die für mich immer wieder bestätigte Erkenntnis, daß es keinen Sinn hat, mit einer Frauenförderung erst bei der Berufung zu beginnen. Das muß schon im Studium oder gar in der Schule passieren. Ferner wäre es dringend erforderlich, für ei­nigermaßen soziale und materielle Unabhän­gigkeit der Studierenden und der wissen­schaftlichen Mitarbeiter zu sorgen. Es ist ja geradezu sozial gefährlich heute, eine wis­senschaftliche Laufbahn einschlagen zu wol­len und gleichzeitig eine Familie zu gründen - bei den stets nur befristet geltenden Ar­beitsverträgen! Hier liegt ein wichtiger An­satzpunkt auch für die Gleichstellungs­beauftragten."

PUZ:Frau Dr. Zapf, wir danken Ihnen für das Gespräch."

Frau und Musik"

Für einen Vortrag mit Diskussion zum The­maFrau und Musik - Komponistinnen und Interpretinnen in Geschichte und Gegen­wart konnte das Institut für Musik Prof. Dr. Eva Rieger von der Universität Bremen ge­winnen.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, den 19. Oktober um 19.00 Uhr in Golm, Haus 6, im dortigen Kammermusiksaal, statt. Sie ist universitätsoffen; Interessenten sind will­kommen. Ferner lädt am Mittwoch, den 26. Oktober um 19.00 Uhr die Abteilung Gesang zu einem Musizierabend in den Kammer­musiksaal (Haus 6) ein.

Es musizieren Absolventen des künstleri­schen Hauptfachs Gesang unter Leitung von Dr. Evelyne Unger-Fleck.

V.C.-G.

Abb. zg.

Indianische Malerei aus Ecuador

Noch bis zum 19. November ist im Film­museum Potsdam die AusstellungIndiani­sche Malerei aus Ecuador" zu sehen. Die Büder der Ausstellung werden zum Abschluß versteigert, wobei der Erlös für die Maler und ihren geplanten Gemeinschaftspavillon im Ejido-Park von Quito bestimmt ist. Damit dies verwirklicht werden könnte, müßten 10.000 Dollar gesammelt werden. Begleitend zur Ausstellung zeigt das Filmmuseum Spiel­

filme zur Thematik und ecuadorianische Do­kumentarfilme vom 26. bis zum 30.10.1994. Am 30. Oktober findet nach der 19 Uhr-Vor­stellung des FilmsDie Farben von Tigua" ein Gespräch mit Arno Ring, Latein­amerikanist, und Rainer Simon, dem Produ­zenten, statt. Die Ausstellung ist geöffnet Dienstag bis Freitag: 10 bis 17 Uhr sowie Sonnabend und Sonntag: 10 bis 18 Uhr. Ein­tritt: 2,- DM/1,- DM. mt.

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PUZ 14/94