KULTUR
IM GESPRÄCH g
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Als geradezu „sozial gefährlich“ sieht es die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der Universität, Dr. Antje Zapf, wenn Absolventen heute eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen und gleichzeitig eine Familie gründen wollen. Foto: Rüffert
'Frauenbeauftragte’ sondern eine ‘Gleichstellungsbeauftragte', um deutlich zu machen, daß es uns um ein Stück Gerechtigkeit an den Hochschulen geht. Denn schließlich lassen sich frauenspezifische Probleme nicht ohne Männer lösen und führt der konfrontative Weg zu nichts."
PUZ: „Wo lagen denn die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?“
Zapf: „Zum einen wollten wir vom
Gleichstellungsrat während der ersten Phase der Hochschulgründung wirklich mitgestalten und möglichst viele gute Frauen nach Potsdam holen. Allerdings achteten wir darauf, daß auch wirklich nur fachlich qualifizierte Frauen berufen wurden. Quotenfrauen hatten und haben wir überhaupt nicht nötig - schließlich gab und gibt es genügend gut ausgebildete Frauen. Unser Motto war 'Für Potsdam nur die Besten’. Eine Hauptsorge galt ferner dem Mittelbau und der Frage, wie dessen Überleitung in neue Strukturen stattfindet. Darüber hinaus habe ich dem Gleichstellungsrat aus meinen zahlreichen Kommissionssitzungen Informationen geliefert und über diesen auch verteilt. Gemeinsam arbeiteten wir dann an Vorschlägen für das Brandenburgische Hochschulgesetz mit dem Ergebnis, daß der Gleichstellungsparagraph dieses Brandenburgischen Hochschulgesetzes fast dem entspricht, was wir einreichten. Ausgearbeitet wurde dann noch der Gleichstellungsparagraph für die noch vorläufige Grundordnung der Universität, und natürlich kümmerten wir uns die ganze Zeit über um die sozialen und materiellen Belange der Studierenden - da taucht wieder der bereits angesprochene Punkt der Gerechtigkeit auf."
PUZ: „Wenn Sie ein Resümee ziehen sollten, wie sähe das aus?“
Zapf: „Also, eines hat sich immer wieder gezeigt - wenn es gesamtgesellschaftlich ungelöste Fragen gibt, dann ist es eine Illusion zu glauben, daß die Hochschule diese Fragen umschiffen oder gar lösen kann, weil der Rahmen für sie einfach abgesteckt ist. Ein weiteres Fazit ist die für mich immer wieder bestätigte Erkenntnis, daß es keinen Sinn hat, mit einer Frauenförderung erst bei der Berufung zu beginnen. Das muß schon im Studium oder gar in der Schule passieren. Ferner wäre es dringend erforderlich, für einigermaßen soziale und materielle Unabhängigkeit der Studierenden und der wissenschaftlichen Mitarbeiter zu sorgen. Es ist ja geradezu sozial gefährlich heute, eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen zu wollen und gleichzeitig eine Familie zu gründen - bei den stets nur befristet geltenden Arbeitsverträgen! Hier liegt ein wichtiger Ansatzpunkt auch für die Gleichstellungsbeauftragten."
PUZ: „Frau Dr. Zapf, wir danken Ihnen für das Gespräch."
„Frau und Musik"
Für einen Vortrag mit Diskussion zum Thema „Frau und Musik - Komponistinnen und Interpretinnen in Geschichte und Gegenwart“ konnte das Institut für Musik Prof. Dr. Eva Rieger von der Universität Bremen gewinnen.
Die Veranstaltung findet am Mittwoch, den 19. Oktober um 19.00 Uhr in Golm, Haus 6, im dortigen Kammermusiksaal, statt. Sie ist universitätsoffen; Interessenten sind willkommen. Ferner lädt am Mittwoch, den 26. Oktober um 19.00 Uhr die Abteilung Gesang zu einem Musizierabend in den Kammermusiksaal (Haus 6) ein.
Es musizieren Absolventen des künstlerischen Hauptfachs Gesang unter Leitung von Dr. Evelyne Unger-Fleck.
V.C.-G.
Abb. zg.
Indianische Malerei aus Ecuador
Noch bis zum 19. November ist im Filmmuseum Potsdam die Ausstellung „Indianische Malerei aus Ecuador" zu sehen. Die Büder der Ausstellung werden zum Abschluß versteigert, wobei der Erlös für die Maler und ihren geplanten Gemeinschaftspavillon im Ejido-Park von Quito bestimmt ist. Damit dies verwirklicht werden könnte, müßten 10.000 Dollar gesammelt werden. Begleitend zur Ausstellung zeigt das Filmmuseum Spiel
filme zur Thematik und ecuadorianische Dokumentarfilme vom 26. bis zum 30.10.1994. Am 30. Oktober findet nach der 19 Uhr-Vorstellung des Films „Die Farben von Tigua" ein Gespräch mit Arno Ring, Lateinamerikanist, und Rainer Simon, dem Produzenten, statt. Die Ausstellung ist geöffnet Dienstag bis Freitag: 10 bis 17 Uhr sowie Sonnabend und Sonntag: 10 bis 18 Uhr. Eintritt: 2,- DM/1,- DM. mt.
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PUZ 14/94