PLASTIKGARTEN AUF UNIVERSITATSGELANDE
Studierende und Künstler trafen sich in der Glindower Ziegelei
Etwas Besonderes wollte Eveline Joppien den Studierenden bieten. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Sonderpädagogik und musischästhetische Erziehung zog mit ihrem universitätsoffenen Kurs „Ton-Steine- Erde“ im Frühjahr 1993 auf das Gelände der Glindower Ziegelei. Außerdem bilden - so Joppien - Glindower Alpen, Glindower See und die dörfliche Gutshofumgebung eine ideale Kulisse für die Entstehung von künstlerischen Arbeiten. Hinzu kommt die Ziegelei mit einem 130 Jahre alten Industriedenkmal, dem runden, auch heute noch kohlebetriebenen Hoffmannschen Kammerringofen. Hervorragende Voraussetzungen also für die Durchführung von Lehrveranstaltungen mit Studierenden der Sonder-, Freizeit- und Grundschulpädagogik „vor Ort“, wobei auch eng mit dem Keramikverein „Gebrannte Erde“ e.V. Potsdam zusammengearbeitet wird.
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Glindower Steingeschichten. - Foto: Rüffert
Bereits im Juni 1993 führten Verein und Kurs einen „Tag der offenen Tür“ durch, der großen Anklang fand. Während der Semesterferien formten Studenten mit Ferienkindern des Inselparadieses Petzow kleine Plastiken und Gegenstände aus Ton. Im Sommer 1993 gestalteten Studierende nach einer Idee von Eveline Joppien das Relief „Glindower Steingeschichten", das vor die alte Lagerhallen
wand gemauert wurde. In den heißen Julitagen des vergangenen Sommers nun wurde ein neues Projekt, gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung ünd Kultur des Landes Brandenburg, dem Kulturamt Potsdam, der Universität Potsdam und der Ziegelei Glindow in Angriff genommen. Studierende der Potsdamer Universität, der Humboldt-Universität, Kunststudenten, Ver
einsmitglieder und Künstler trafen sich zu einem ein wöchigen Symposium. Initiiert haben das Vorhaben Evelinie Joppien und Andre Gerlach, Keramikmeister der Glindower Ziegelei. Sich gegenseitig anregend, schufen die 23 Beteiligten Plastiken und Gefäße aus Ziegelton und Ziegelrohlingen. Nach sorgsamer Trocknung wurden die vielfältigen, bis zu 1,20 m großen Arbeiten im Ringofen gebrannt. Die dann wetterbeständigen Kunstwerke sollen auf dem Universitätsgelände in Golm in einem Plastikgarten ihren Platz finden. Ausgesucht hat man sich die Fläche gegenüber dem Haus 9. Das Bestreben besteht darin, ein erstes „plastisches Zeichen" für künstlerischkreatives Gestalten an der Universität zu setzen. So bringen die Skulpturen von Bassirou Sarr und Kassy Mansour Ciss aus Senegal afrikanisches Flair an die Hochschule. Die Künstlerinnen Marika Voß, Anne Ochmann und Corinna Dahme hinterlassen ebenso ihre Handschriften wie die Studenten.
B.E.
Marika Voß beim „Werkeln“ in der Glindower Ziegelei Foto: Rüffert
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