Heft 
(1.1.2019) 14
Einzelbild herunterladen

PLASTIKGARTEN AUF UNIVERSITATSGELANDE

Studierende und Künstler trafen sich in der Glindower Ziegelei

Etwas Besonderes wollte Eveline Joppien den Studierenden bieten. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin im Be­reich Sonderpädagogik und musisch­ästhetische Erziehung zog mit ihrem universitätsoffenen KursTon-Steine- Erde im Frühjahr 1993 auf das Gelän­de der Glindower Ziegelei. Außerdem bilden - so Joppien - Glindower Alpen, Glindower See und die dörfliche Gutshofumgebung eine ideale Kulisse für die Entstehung von künstlerischen Arbeiten. Hinzu kommt die Ziegelei mit einem 130 Jahre alten Industrie­denkmal, dem runden, auch heute noch kohlebetriebenen Hoffmannschen Kammerringofen. Hervorragende Vor­aussetzungen also für die Durchführung von Lehrveranstaltungen mit Studieren­den der Sonder-, Freizeit- und Grundschulpädagogikvor Ort, wobei auch eng mit dem KeramikvereinGe­brannte Erde e.V. Potsdam zusammen­gearbeitet wird.

4tT' >

V x

Glindower Steingeschichten. - Foto: Rüffert

Bereits im Juni 1993 führten Verein und Kurs einenTag der offenen Tür durch, der gro­ßen Anklang fand. Während der Semesterfe­rien formten Studenten mit Ferienkindern des Inselparadieses Petzow kleine Plastiken und Gegenstände aus Ton. Im Sommer 1993 ge­stalteten Studierende nach einer Idee von Eveline Joppien das ReliefGlindower Stein­geschichten", das vor die alte Lagerhallen­

wand gemauert wurde. In den heißen Juli­tagen des vergangenen Sommers nun wur­de ein neues Projekt, gefördert vom Ministe­rium für Wissenschaft, Forschung ünd Kul­tur des Landes Brandenburg, dem Kulturamt Potsdam, der Universität Potsdam und der Ziegelei Glindow in Angriff genommen. Stu­dierende der Potsdamer Universität, der Humboldt-Universität, Kunststudenten, Ver­

einsmitglieder und Künstler trafen sich zu einem ein wöchigen Symposium. Initiiert ha­ben das Vorhaben Evelinie Joppien und Andre Gerlach, Keramikmeister der Glin­dower Ziegelei. Sich gegenseitig anregend, schufen die 23 Beteiligten Plastiken und Ge­fäße aus Ziegelton und Ziegelrohlingen. Nach sorgsamer Trocknung wurden die vielfälti­gen, bis zu 1,20 m großen Arbeiten im Ring­ofen gebrannt. Die dann wetterbeständigen Kunstwerke sollen auf dem Universitätsgelände in Golm in einem Plastik­garten ihren Platz finden. Ausgesucht hat man sich die Fläche gegenüber dem Haus 9. Das Bestre­ben besteht darin, ein er­stesplastisches Zei­chen" für künstlerisch­kreatives Gestalten an der Universität zu setzen. So bringen die Skulptu­ren von Bassirou Sarr und Kassy Mansour Ciss aus Senegal afrikanisches Flair an die Hochschule. Die Künstlerinnen Marika Voß, Anne Ochmann und Corinna Dahme hinter­lassen ebenso ihre Hand­schriften wie die Studen­ten.

B.E.

Marika Voß beimWerkeln in der Glindower Ziegelei Foto: Rüffert

4P»

Seite 30 PUZ 14/94