BUCHTIPS
Bildung in Zahlen
Statistiken sind vielfältig einsetzbar und oft gefragt, um Sachverhalte zu verdeutlichen. Das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg erarbeitete deshalb „Beiträge zur Statistik Brandenburgs. Bildung 1993“. Diese kürzlich herausgegebene Broschüre enthält zahlreiche bildungsstatistische Grund- und Strukturdaten zu allgemeinbildenden und beruflichen Schulen sowie Hochschulen. Einbezogen in die Betrachtung wurden Schulanfänger, Schulentlassene, Auszubildende, Studierende und Hochschulpersonal. Aus Übersichten, Tabellen und Diagrammen sind beispielsweise Angaben zu entnehmen zur Anzahl der Schüler in den einzelnen Schulformen, zu Einschulungen in den verschiedenen Verwaltungsbezirken sowie zu Lehrkräften an berufsbildenden Schulen. Der Abschnitt „Hochschulen“ beinhaltet Informationen über bestandene Prüfungen, die Anzahl der Hochschulen, Studierende und Studienanfänger, Studentenwohnplätze und Hochschulpersonal. B.E.
Der Statistische Beitrag zur Bildung ist beim Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg, Dezernat für Öffentlichkeitsarbeit, Dortustr. 46, 14467 Potsdam, Tel. 0331/39405, zum Preis von DM 5,50 erhältlich.
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Neuer Brandenburger Verlag stellte vor
Wer Umbruchzeiten erlebt hat, weiß, wie schwierig ihre Aufarbeitung werden kann. Zumeist erfolgt sie später, denn in der „heißen Phase“ gibt es andere Prioritäten. Über die Jahre gehen wichtige Daten oft verloren, oder die Anfänge sind nur bruchstückhaft zu rekonstruieren.
Hier liegt ein begrüßenswerter Ansatzpunkt des kürzlich gegründeten Verlages für Berlin-Brandenburg GmbH, der Ende August zur Vorstellung seiner ersten Publikationen geladen hatte. Die Akzente lagen - und so soll es bleiben - auf Veröffentlichungen aus dem Wissenschafts- und Kulturbereich. In der Reihe „Brandenburger Schriften zu Wissenschaft und Forschung“ wurden vier Bände vorgestellt, in der Reihe „Brandenburger Texte zu Kunst und Kultur“ wurde eine Bestandsaufnahme der Kulturhäuser im Lande präsentiert. Für beide Reihen zeichnet das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur als Herausgeber.
Der Verlag selbst ist dem Wissenschafts - Verlag Nomos in Baden-Baden eng verbunden. Dessen Geschäftsführer, Volker Schwarz, hält in Potsdam 50% der Anteile und ist Geschäftsführer. Auch der zweite Geschäftsführer, Arno Spitz vom Berlin-Verlag, ist kein Unbekannter in der Verlagslandschaft. Das wissenschaftliche Programm des Berlin-Verlages soll in das jüngste Brandenburger „Kind" eingehen, was sich aus dessen Namen auch herleiten läßt. An Brandenburg reizte die Gründer das „interessante Umfeld und die liberale Wissenschaftspolitik". „Hier in Brandenburg“, so Volker Schwarz, „entsteht eine kulturelle Identität.“ Man wolle die Universitäten, Fachhochschulen und Institute des Landes mit Hilfe von Literatur und elektronischen Medien in ihrer Entwicklung begleiten und auch vernetzen. Vorstellbar sei ferner eine gemeinsame Wissenschaftszeitschrift aller entsprechenden Brandenburger Einrichtungen.
Die Auftaktskollektion des Verlages für Berlin-Brandenburg wirkte nüchtern und unspektakulär, zumal es sich um zwei dritte, wenn auch aktualisierte Auflagen der Empfehlungen der Brandenburgischen Landeskommission zur Hochschul- und Forschungslandschaft sowie zu den Fachhochschulen handelt. Die zwei anderen Bände dokumentieren die ersten beiden Brandenburger Symposien zur Hochschul- und Forschungsplanung vom Oktober und Dezember 1992. In Vorbereitung ist die Dokumentation der nächsten sechs Veranstaltungen dieser Art. Spätere Publikationen, darunter auch Bildbände, sollen ein breiteres Publikum erreichen. Für eine Ausweitung der Themen spricht vieles, nicht zuletzt der Name des neuen Verlages. De.
Barrieren und Mechanismen
Für weibliche Jugendliche sind die Chancen, im Land Brandenburg eine Lehrstelle in einem Betrieb zu bekommen, deutlich geringer als für männliche Mitbewerber. Zu dieser Erkenntnis kommen, wenn auch leider nicht unerwartet, die Autorinnen Katrin Andru- schow und Rita Mersmann in ihrer jüngst vorgelegten Untersuchung zur Berufsorientierung und Ausbildungssituation der jungen Leute. Die Broschüre mit dem Titel „Ick globe, die wollten lieber einen Mann...“ ist eine Studie des Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrums Berlin-Brandenburg e.V. im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen des Landes Brandenburg. Sie vermittelt wichtige Einblik- ke in die unterschiedlichen Erfahrungen der Mädchen und Jungen bei ihren Bemühungen um eine Lehrstelle.
Vielfältige Barrieren und Mechanismen werden sichtbar, die Mädchen bei ihren Anstrengungen um den gewünschten Ausbüdungs- vertrag behindern. Die Rolle von Schule, Berufsberatung und Betrieb erfährt hierbei eine kritische Wertung. Betont wird die Notwendigkeit einer intensiven Zusammenarbeit aller Beteiligten am Berufsfindungsprozeß der Jugendlichen.
Der Leser findet die Lektüre in drei Teile untergliedert. Behandelt wird im ersten Abschnitt die Verstärkung des geschlechtsspezifisch segmentierten Ausbildungs- und Arbeitsmarktes im Zuge der Wende sowie deren Konsequenzen. Unmittelbar damit im Zusammenhang steht eine Analyse des jeweiligen Berufswahlverhaltens und der Bedeutung der Berufsentscheidung für die Lebensplanung. Untersuchungsergebnisse zur Berufsorientierung in den Schulen Brandenburgs, aber auch Empfehlungen für die diesbezügliche Arbeit der Lehrerinnen schließen sich an. Im dritten Teil geht es dann um die Qualität der Beratungsleistungen in den Arbeitsämtern, während der Anhang Adressen von Institutionen im Überblick bietet.
Zu empfehlen ist die vorliegende Veröffentlichung für Lehrkräfte der Sekundarstufe I und II, für Berufsberaterinnen, für Mitarbeiterinnen von Kammern und Betrieben, von Frauen- und Mädchenprojekten wie auch für Verantwortliche in Politik und Verwaltung, die sich vornehmlich mit der Thematik Berufsorientierung bzw. -ausbildung beschäftigen. P.G.
Katrin Andruschow, Rita Mersmann, Jck globe, die wollten lieber einen Mann...", Hrsg, vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen des Landes Brandenburg, Mai 1994.
PUZ 14/94
Seite 33