Heft 
(1.1.2019) 14
Einzelbild herunterladen

BUCHTIPS

Bildung in Zahlen

Statistiken sind vielfältig einsetzbar und oft gefragt, um Sachverhalte zu verdeutlichen. Das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg erarbeitete deshalb Beiträge zur Statistik Brandenburgs. Bildung 1993. Diese kürzlich herausgegebene Bro­schüre enthält zahlreiche bildungsstatisti­sche Grund- und Strukturdaten zu allgemein­bildenden und beruflichen Schulen sowie Hochschulen. Einbezogen in die Betrachtung wurden Schulanfänger, Schulentlassene, Auszubildende, Studierende und Hochschul­personal. Aus Übersichten, Tabellen und Diagrammen sind beispielsweise Angaben zu entnehmen zur Anzahl der Schüler in den einzelnen Schulformen, zu Einschulungen in den verschiedenen Verwaltungsbezirken so­wie zu Lehrkräften an berufsbildenden Schu­len. Der AbschnittHochschulen beinhaltet Informationen über bestandene Prüfungen, die Anzahl der Hochschulen, Studierende und Studienanfänger, Studentenwohnplätze und Hochschulpersonal. B.E.

Der Statistische Beitrag zur Bildung ist beim Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg, Dezernat für Öffentlichkeitsarbeit, Dortustr. 46, 14467 Potsdam, Tel. 0331/39405, zum Preis von DM 5,50 erhältlich.

Alexander von Humboldt Buchhandlung GmbH

Ihre Fachbuchhandlung im Zentrum

Naturwissenschaften

Medizin

Recht und Wirtschaft Datenverarbeitung (EDV) Bauwesen Pädagogik

Taschenbücher Belletristik

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag von 9-18 Uhr Donnerstag bis 19 Uhr Samstag 9-13 Uhr

Am Kanal 47 14467 Potsdam Tel. 0331/29 25 39 Fax 29 35 74

l

Neuer Brandenburger Verlag stellte vor

Wer Umbruchzeiten erlebt hat, weiß, wie schwierig ihre Aufarbeitung werden kann. Zumeist erfolgt sie später, denn in derhei­ßen Phase gibt es andere Prioritäten. Über die Jahre gehen wichtige Daten oft verloren, oder die Anfänge sind nur bruchstückhaft zu rekonstruieren.

Hier liegt ein begrüßenswerter Ansatzpunkt des kürzlich gegründeten Verlages für Ber­lin-Brandenburg GmbH, der Ende August zur Vorstellung seiner ersten Publikationen ge­laden hatte. Die Akzente lagen - und so soll es bleiben - auf Veröffentlichungen aus dem Wissenschafts- und Kulturbereich. In der ReiheBrandenburger Schriften zu Wissen­schaft und Forschung wurden vier Bände vorgestellt, in der ReiheBrandenburger Tex­te zu Kunst und Kultur wurde eine Be­standsaufnahme der Kulturhäuser im Lande präsentiert. Für beide Reihen zeichnet das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur als Herausgeber.

Der Verlag selbst ist dem Wissenschafts - Verlag Nomos in Baden-Baden eng verbun­den. Dessen Geschäftsführer, Volker Schwarz, hält in Potsdam 50% der Anteile und ist Geschäftsführer. Auch der zweite Ge­schäftsführer, Arno Spitz vom Berlin-Verlag, ist kein Unbekannter in der Verlags­landschaft. Das wissenschaftliche Programm des Berlin-Verlages soll in das jüngste Bran­denburgerKind" eingehen, was sich aus dessen Namen auch herleiten läßt. An Bran­denburg reizte die Gründer dasinteressan­te Umfeld und die liberale Wissenschafts­politik".Hier in Brandenburg, so Volker Schwarz,entsteht eine kulturelle Identität. Man wolle die Universitäten, Fachhoch­schulen und Institute des Landes mit Hilfe von Literatur und elektronischen Medien in ihrer Entwicklung begleiten und auch ver­netzen. Vorstellbar sei ferner eine gemeinsa­me Wissenschaftszeitschrift aller entspre­chenden Brandenburger Einrichtungen.

Die Auftaktskollektion des Verlages für Ber­lin-Brandenburg wirkte nüchtern und un­spektakulär, zumal es sich um zwei dritte, wenn auch aktualisierte Auflagen der Emp­fehlungen der Brandenburgischen Landes­kommission zur Hochschul- und Forschungs­landschaft sowie zu den Fachhochschulen handelt. Die zwei anderen Bände dokumen­tieren die ersten beiden Brandenburger Sym­posien zur Hochschul- und Forschungs­planung vom Oktober und Dezember 1992. In Vorbereitung ist die Dokumentation der nächsten sechs Veranstaltungen dieser Art. Spätere Publikationen, darunter auch Bild­bände, sollen ein breiteres Publikum errei­chen. Für eine Ausweitung der Themen spricht vieles, nicht zuletzt der Name des neuen Verlages. De.

Barrieren und Mechanismen

Für weibliche Jugendliche sind die Chancen, im Land Brandenburg eine Lehrstelle in ei­nem Betrieb zu bekommen, deutlich geringer als für männliche Mitbewerber. Zu dieser Erkenntnis kommen, wenn auch leider nicht unerwartet, die Autorinnen Katrin Andru- schow und Rita Mersmann in ihrer jüngst vorgelegten Untersuchung zur Berufsorien­tierung und Ausbildungssituation der jungen Leute. Die Broschüre mit dem TitelIck globe, die wollten lieber einen Mann... ist eine Studie des Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrums Berlin-Brandenburg e.V. im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen des Landes Brandenburg. Sie vermittelt wichtige Einblik- ke in die unterschiedlichen Erfahrungen der Mädchen und Jungen bei ihren Bemühungen um eine Lehrstelle.

Vielfältige Barrieren und Mechanismen wer­den sichtbar, die Mädchen bei ihren Anstren­gungen um den gewünschten Ausbüdungs- vertrag behindern. Die Rolle von Schule, Be­rufsberatung und Betrieb erfährt hierbei eine kritische Wertung. Betont wird die Notwen­digkeit einer intensiven Zusammenarbeit al­ler Beteiligten am Berufsfindungsprozeß der Jugendlichen.

Der Leser findet die Lektüre in drei Teile untergliedert. Behandelt wird im ersten Ab­schnitt die Verstärkung des geschlechtsspe­zifisch segmentierten Ausbildungs- und Ar­beitsmarktes im Zuge der Wende sowie de­ren Konsequenzen. Unmittelbar damit im Zusammenhang steht eine Analyse des je­weiligen Berufswahlverhaltens und der Be­deutung der Berufsentscheidung für die Lebensplanung. Untersuchungsergebnisse zur Berufsorientierung in den Schulen Bran­denburgs, aber auch Empfehlungen für die diesbezügliche Arbeit der Lehrerinnen schließen sich an. Im dritten Teil geht es dann um die Qualität der Beratungsleistun­gen in den Arbeitsämtern, während der An­hang Adressen von Institutionen im Über­blick bietet.

Zu empfehlen ist die vorliegende Veröffent­lichung für Lehrkräfte der Sekundarstufe I und II, für Berufsberaterinnen, für Mitarbei­terinnen von Kammern und Betrieben, von Frauen- und Mädchenprojekten wie auch für Verantwortliche in Politik und Verwaltung, die sich vornehmlich mit der Thematik Berufsorientierung bzw. -ausbildung be­schäftigen. P.G.

Katrin Andruschow, Rita Mersmann, Jck globe, die wollten lieber einen Mann...", Hrsg, vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frau­en des Landes Brandenburg, Mai 1994.

PUZ 14/94

Seite 33