ZUKUNFTSMINISTER
INFOTHEK
ZENTRALE FORSCHUNGSSTÄTTE ALS ZIEL
Ein vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg gefördetes Projekt des URANIA-Vereins „Wilhelm Foerster“ Potsdam e.V. beschäftigt sich unter dem Titel „3 x FOERSTER“ seit August 1994 mit der Erforschung von Leben und Werk Wilhelm, Friedrich Wilhelm und Karl Foersters. Der Astronom Wilhelm Foerster (1832-1921), Vater von Karl und Friedrich Wilhelm, war, neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit (u.a. Initiator der Babelsberger Sternwarte und der Einrichtungen auf dem Potsdamer Telegrafenberg), 1888 Mitbegründer der, auch heute noch existierenden, „Urania" - einer Vereinigung, die sich die populäre Verbreitung von Wissenschaft zum Ziel gesetzt hat.
Weltberühmt wurde Karl Foerster (1874— 1970) als „Stauden-Foerster“. In seinem 1910/ 11 gebauten Bornimer Landhaus hat er in der eigenen Gärtnerei vor allem Rittersporn und Phlox gezüchtet. Sein am Haus angelegter immerblühender Senkgarten gilt auch heute noch als mustergültig. Im Schatten des Bruders und des Vaters steht Friedrich Wilhelm Foerster (1869-1966), obwohl selbst Robert Musil und Franz Kafka sich über seine 1906 erschienene „Jugendlehre" äußerten. Der Pädagoge und Bildungsreformer zog als Pazifist den Haß Rechtsradikaler auf sich. 1922 emigrierte er in die Schweiz, da er das zweite Feme-Mordopfer nach Walther Rathenau werden sollte. Besondere Berücksichtigung in diesem Forschungsprojekt findet das außergewöhnliche, von klassischen Generati
onskonflikten unberührte, Zusammenwirken der drei Persönlichkeiten, das aus dem Familienzusammenhang allein nicht erklärbar ist. Aus diesem Grunde ist eines der Fernziele des Projektes die Errichtung einer zentralen Forschungsstätte, in der sich Archivalien, Primär- und Sekundärliteratur des „Foerster- Trios“ befinden, um, neben den Leistungen jedes einzelnen, diesen familiären Zusammenhang umfangreich dokumentieren zu können. Daraus ergeben sich die ersten Projektarbeitsschritte, wie: umfangreiche Recherchen zu Leben und Werk der drei Genannten; neben den bekannten und vorhandenen Nachlässen gilt es, bisher unbekannte Quellen und Materialien zu erschließen (hauptsächlich von Wilhelm und Friedrich Wilhelm Foerster); Erstellung aktueller bibliographischer Verzeichnisse der Schriften (Primär- und Sekundärliteratur) und die Erstellung von Nachlaßkarteien, um eine weiterführende wissenschaftliche Beschäftigung mit Leben und Werk der Foersters zu ermöglichen.
Wer sich für dieses Projekt interessiert, wer Hinweise (z.B. über Sekundärliteratur oder bislang unbekannte Standorte von Archivalien) und Anregungen geben kann, wer als Vortragender oder Gast an einer vom 16. - 19.03.1995 dazu stattfindenden Tagung teilnehmen möchte, kann sich an den URANIA - Verein „Wilhelm Foerster“ Potsdam e.V., Brandenburger Str. 38, 14467 Potsdam, Tel. 0331/29 17 41, Fax 29 36 83, wenden.
Mathias Iven
„BLAUE LISTE" EMPFOHLEN
Der DFN-Verein (Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes) wurde 1984 als Selbsthilfeeinrichtung für dje Wissenschaft gemeinsam von Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit dem Ziel gegründet, für die Wissenschaft in der Bundesrepublik Deutschland eine leistungsfähige Datenkommunikations-Infra- struktur aufzubauen.
Inzwischen stellt er Wissenschaft und Forschung mit dem Wissenschaftsnetz (WIN) eine nationale Infrastruktur zur Verfügung und versorgt alle angeschlossenen Einrichtungen mit grundlegenden Datenkommunikationsleistungen, auch die Einrichtungen von Wissenschaft und Forschung in den neuen Ländern.
Der Wissenschaftsrat stellt fest, daß der DFN- Verein als zentrale Einrichtung für die Datenkommunikation in Wissenschaft und Forschung wichtige übergeordnete Aufgaben wahrnimmt, deren Bedeutung in Zukunft im Hinblick auf die Deregulierung des Marktes
noch zunehmen wird. Er empfiehlt dem DFN- Verein deshalb, mit hoher Priorität das Ziel anzustreben, die technischen und organisatorischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß Wissenschaft und Forschung ein Hoch- geschwindigkeitsnetz zur Verfügung gestellt werden kann.
Ferner hält es der Wissenschaftsrat für wichtig, daß im Rahmen der Bewertung und Programmplanung künftiger Entwicklungsziele stärker der Rat von externen Sachverständigen eingeholt wird. Zur Finanzierung des DFN-Vereins empfiehlt der Wissenschaftrat die Aufnahme des Vereins als Serviceeinrichtung in die Blaue Liste, wofür jährlich 8 Millionen DM notwendig sind.
Auch künftig sollen die vom DFN-Verein angebotenen nutzungsabhängigen Dienstleistungen durch kostendeckende Gebühren finanziert und das längerfristige Entwicklungsprogramm einschließlich der Erprobung neuer Dienste mit Mitteln des BMFT (Bundesministerium für Forschung und Technologie) gefördert werden. wr.
Neuer Bundesminister für „Zukunft“ ist Dr. Jürgen Rüttgers, der bisherige parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion. Rüttgers steht den (wieder-)vereinigten Ministerien für Bildung (bisher „Ministerium für Bildung und Wissenschaft“) und Forschung (bisher „Ministerium für Forschung und Technologie“) vor, die künftig unter dem Schlagwort „Zukunftsministerium“ geführt werden sollen. Foto: min.
Die Adresse dieses für viele Wissenschaftler wichtigen Ansprechpartners lautet: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie, Ffeinemannstiaße 2, 53175 Bonn, Telefon: 0228/59-0, Telefax: 0228/59-36 01.
Impressum
PUZ. Die Potsdamer Universitätszeitung ISSN 0947-1650
Herausgeber
Der Rektor der Universität Potsdam,
Prof. Dr. Rolf Mitzner
Redaktion
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; Myriam Honig (Hg.) (v.i.S.d.P.), Regine Derdack (De.), Dr. Barbara Eckardt (B.E.), Petra Görlich (P.G.) Texterfassung Sigrid Penquitt Anschrift der Redaktion Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam,
Telefon 0331/977-1496 oder -1474, -1782, -1676, Telefax 0331/977-1145 Redaktionsschluß
der Januar-Ausgabe: 19. Dezember 1994 Nachdruck gegen Belegexemplar bei Quellen- und Autorenangabe frei.
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Kopenicker Str. 9 b, 10997 Berlin,
Telefon 030/611 22 91, Telefax 618 92 93 Es gilt Anzeigen-Preisliste Nr. 1 (1.9.1994) Anzeigenschluß
der Januar-Ausgabe: 27. Dezember 1994
PUZ 16/94
Seite 35