Heft 
(1.1.2019) 16
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ZUKUNFTSMINISTER

INFOTHEK

ZENTRALE FORSCHUNGSSTÄTTE ALS ZIEL

Ein vom Ministerium für Wissenschaft, For­schung und Kultur des Landes Brandenburg gefördetes Projekt des URANIA-Vereins Wilhelm Foerster Potsdam e.V. beschäftigt sich unter dem Titel3 x FOERSTER seit August 1994 mit der Erforschung von Leben und Werk Wilhelm, Friedrich Wilhelm und Karl Foersters. Der Astronom Wilhelm Foer­ster (1832-1921), Vater von Karl und Fried­rich Wilhelm, war, neben seiner wissen­schaftlichen Tätigkeit (u.a. Initiator der Ba­belsberger Sternwarte und der Einrichtungen auf dem Potsdamer Telegrafenberg), 1888 Mitbegründer der, auch heute noch existie­renden,Urania" - einer Vereinigung, die sich die populäre Verbreitung von Wissen­schaft zum Ziel gesetzt hat.

Weltberühmt wurde Karl Foerster (1874 1970) alsStauden-Foerster. In seinem 1910/ 11 gebauten Bornimer Landhaus hat er in der eigenen Gärtnerei vor allem Rittersporn und Phlox gezüchtet. Sein am Haus angelegter immerblühender Senkgarten gilt auch heute noch als mustergültig. Im Schatten des Bru­ders und des Vaters steht Friedrich Wilhelm Foerster (1869-1966), obwohl selbst Robert Musil und Franz Kafka sich über seine 1906 erschieneneJugendlehre" äußerten. Der Pä­dagoge und Bildungsreformer zog als Pazifist den Haß Rechtsradikaler auf sich. 1922 emi­grierte er in die Schweiz, da er das zweite Feme-Mordopfer nach Walther Rathenau werden sollte. Besondere Berücksichtigung in diesem Forschungsprojekt findet das au­ßergewöhnliche, von klassischen Generati­

onskonflikten unberührte, Zusammenwirken der drei Persönlichkeiten, das aus dem Fami­lienzusammenhang allein nicht erklärbar ist. Aus diesem Grunde ist eines der Fernziele des Projektes die Errichtung einer zentralen Forschungsstätte, in der sich Archivalien, Primär- und Sekundärliteratur desFoerster- Trios befinden, um, neben den Leistungen jedes einzelnen, diesen familiären Zusam­menhang umfangreich dokumentieren zu können. Daraus ergeben sich die ersten Pro­jektarbeitsschritte, wie: umfangreiche Re­cherchen zu Leben und Werk der drei Ge­nannten; neben den bekannten und vorhan­denen Nachlässen gilt es, bisher unbekann­te Quellen und Materialien zu erschließen (hauptsächlich von Wilhelm und Friedrich Wilhelm Foerster); Erstellung aktueller biblio­graphischer Verzeichnisse der Schriften (Pri­mär- und Sekundärliteratur) und die Erstel­lung von Nachlaßkarteien, um eine weiter­führende wissenschaftliche Beschäftigung mit Leben und Werk der Foersters zu ermög­lichen.

Wer sich für dieses Projekt interessiert, wer Hinweise (z.B. über Sekundärliteratur oder bislang unbekannte Standorte von Archiva­lien) und Anregungen geben kann, wer als Vortragender oder Gast an einer vom 16. - 19.03.1995 dazu stattfindenden Tagung teil­nehmen möchte, kann sich an den URANIA - VereinWilhelm Foerster Potsdam e.V., Brandenburger Str. 38, 14467 Potsdam, Tel. 0331/29 17 41, Fax 29 36 83, wenden.

Mathias Iven

BLAUE LISTE" EMPFOHLEN

Der DFN-Verein (Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes) wurde 1984 als Selbsthilfeeinrichtung für dje Wissen­schaft gemeinsam von Hochschulen, außer­universitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit dem Ziel gegründet, für die Wissenschaft in der Bundesrepublik Deutschland eine lei­stungsfähige Datenkommunikations-Infra- struktur aufzubauen.

Inzwischen stellt er Wissenschaft und For­schung mit dem Wissenschaftsnetz (WIN) eine nationale Infrastruktur zur Verfügung und versorgt alle angeschlossenen Einrich­tungen mit grundlegenden Datenkommuni­kationsleistungen, auch die Einrichtungen von Wissenschaft und Forschung in den neu­en Ländern.

Der Wissenschaftsrat stellt fest, daß der DFN- Verein als zentrale Einrichtung für die Daten­kommunikation in Wissenschaft und For­schung wichtige übergeordnete Aufgaben wahrnimmt, deren Bedeutung in Zukunft im Hinblick auf die Deregulierung des Marktes

noch zunehmen wird. Er empfiehlt dem DFN- Verein deshalb, mit hoher Priorität das Ziel anzustreben, die technischen und organisa­torischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß Wissenschaft und Forschung ein Hoch- geschwindigkeitsnetz zur Verfügung gestellt werden kann.

Ferner hält es der Wissenschaftsrat für wich­tig, daß im Rahmen der Bewertung und Pro­grammplanung künftiger Entwicklungsziele stärker der Rat von externen Sachverständi­gen eingeholt wird. Zur Finanzierung des DFN-Vereins empfiehlt der Wissenschaftrat die Aufnahme des Vereins als Serviceein­richtung in die Blaue Liste, wofür jährlich 8 Millionen DM notwendig sind.

Auch künftig sollen die vom DFN-Verein an­gebotenen nutzungsabhängigen Dienstlei­stungen durch kostendeckende Gebühren finanziert und das längerfristige Entwick­lungsprogramm einschließlich der Erprobung neuer Dienste mit Mitteln des BMFT (Bun­desministerium für Forschung und Techno­logie) gefördert werden. wr.

Neuer Bundesminister fürZukunft ist Dr. Jürgen Rüttgers, der bisherige parlamentarische Ge­schäftsführer der CDU/CSU-Fraktion. Rüttgers steht den (wieder-)vereinigten Ministerien für Bildung (bisherMinisterium für Bildung und Wissenschaft) und Forschung (bisherMinis­terium für Forschung und Technologie) vor, die künftig unter dem SchlagwortZukunftsminis­terium geführt werden sollen. Foto: min.

Die Adresse dieses für viele Wissenschaftler wich­tigen Ansprechpartners lautet: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Techno­logie, Ffeinemannstiaße 2, 53175 Bonn, Telefon: 0228/59-0, Telefax: 0228/59-36 01.

Impressum

PUZ. Die Potsdamer Universitätszeitung ISSN 0947-1650

Herausgeber

Der Rektor der Universität Potsdam,

Prof. Dr. Rolf Mitzner

Redaktion

Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; Myriam Honig (Hg.) (v.i.S.d.P.), Regine Derdack (De.), Dr. Barbara Eckardt (B.E.), Petra Görlich (P.G.) Texterfassung Sigrid Penquitt Anschrift der Redaktion Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam,

Telefon 0331/977-1496 oder -1474, -1782, -1676, Telefax 0331/977-1145 Redaktionsschluß

der Januar-Ausgabe: 19. Dezember 1994 Nachdruck gegen Belegexemplar bei Quellen- und Autorenangabe frei.

Verlag und Anzeigenverwaltung News & Media Public Relations,

Marcus v. Arnsberg,

Kopenicker Str. 9 b, 10997 Berlin,

Telefon 030/611 22 91, Telefax 618 92 93 Es gilt Anzeigen-Preisliste Nr. 1 (1.9.1994) Anzeigenschluß

der Januar-Ausgabe: 27. Dezember 1994

PUZ 16/94

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