Heft 
(1.1.2019) 02
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STUDIOSI

AFRO-LATIN PERCUSSION + MUSIC

Studierende wünschen sich auchandere Art von Musik"

Ein Amerikaner in Potsdam - das ließe sich, in Anlehnung an Gershwins be­kannte Komposition, von Prof. Dr. Emilio Mendoza behaupten. Er, der eigentlich an der Crane School of Music in Potsdam/NY (USA) unterrichtet, tauschte seinen Job gegen den eines Gastdozenten an der hiesigen Universität ein.

Prof. Mendoza, der gleichzeitig Musiker und Komponist ist, hielt einige Vorträge und ver­anstaltete zwei Seminare sowie den Work­shopAfro-Latin Percussion + Music", des­sen AbschlußEine Kleine Latin-Fiesta bil­dete. Schon in der BezeichnungAfro-Latin (sic!) Music" (im Gegensatz zu der bei uns gängigeren BezeichnungLateinamerikani­sche Musik") wird die enge Verknüpfung la­teinamerikanischer und afrikanischer Musik­kultur offenkun­dig. Deshalb, so Prof. Mendoza in einem Ge­spräch, sei diese auch im Gefolge der in den USA geführten De­batten umpo- litical correct- ness entstan­den.

HinterAfro-La­tin Music ver­birgt sich eine breite Palette an unterschiedlich­sten Musikrich­tungen, wie z.B.

Salsa, Son oder Bembe. Prof.

Mendoza stellte einige in seinen Veranstaltungen mit den hierfür typischen Instrumenten (Congas, Ma- racas, Guiro und Claves) vor. Seine Vorstel­lung war, die Studentinnen und Studenten allmählich ein Gespür für diese andere Art von Musik entwickeln zu lassen". Am Anfang schien die metrisch diffizile Gestalt den Umgang mit dieser Musik zu erschweren. Dem war nur durch stetes Üben beizukom­men. Es wurde einzeln oder in Gruppen ge­übt; Rhythmen wurden vorgegeben und nachgespielt und immer wieder das (Aufein- ander-)Horen trainiert. Die Aktivität jedes Einzelnen war gefragt. Leider konnten nicht alle interessierten Kommilitoninnen und Kommilitonen teilnehmen, da nicht ausrei­chend Instrumente zur Verfügung standen. Daß trotz solcherart von Widrigkeiten die Angebote dankbar wahr genommen wurden, spricht zum einen für ein großes Interesse am Gegenstand, zum anderen für einen Unter­richt, der sich trotz hohem Niveau Praxisnä­he und eine locker-kreative Atmosphäre be­wahrte. Nach Aussagen Mendozas habe er hier in Potsdam die Erfahrung gemacht,daß

das Interesse der Studenten an dieser Musik sehr, sehr groß ist und sie deswegen stark motiviert gewesen sind. Dies zeigte sich auch an einem im vergangenen Jahr veran­stalteten Trommelworkshop, der unter der Leitung von H. Schanderl von der HdK Ber­lin stattfand und ebenfalls großen Zuspruch durch die Studierenden erfuhr.

Vorstellbar sei nun, so Prof. Mendoza, daß derartige Angebote erweitert und damit fe­ster Bestandteü der Ausbildung werden. Da­durch verlören diese Veranstal­tungen ihren Intermezzo'-ar- tigen Charakter. Die Studieren­den sind jeden­falls der Mei­nung, daß von den Verant­wortlichen ernsthaft eine solche Konzep­tion erarbeitet und auf den Weg gebracht werden sollte. Das hiesige Musikstudium könnte dadurch an Attraktivität gewinnen. So gesehen konnte nicht nur derAmerika­ner in Potsdam', Prof. Mendoza, bei seinem Aufenthalt vielfältige Eindrücke sammeln, sondern wurden auch hier wertvolle Anre­gungen vermittelt. Seitens der Musikinter­essierten an der Uni Potsdam hofft man nun, daß sich das Gerücht bestätigt und im näch­sten Semester ein Gastdozent eine Veranstal­tung über Fragen der Musikethnologie hal­ten wird. steffen schulz

BERATUNGEN FÜR STUDENTEN

Mit einem neuen Informationsangebot wen­det sich die Barmer Ersatzkasse in Potsdam seit dem 1. Februar auch direkt an die Stu­denten. So beantwortet seitdem ein Mitarbei­ter der Barmer jeden ersten und dritten Mitt­woch im Monat von 11 bis 13 Uhr Fragen zum Thema Krankenversicherung in der Uni- Mensa und informiert über Versicherungsfra­gen. zg.

IAESTE-

Auslandspraktika für Studierende

Auf der diesjährigen Generalkonferenz der International Association for the Ex­change of Students for Technical Ex- perience (IAESTE) in Athen konnte das Deutsche Komitee der IAESTE, das vom Deutschen Akademischen Austausch­dienst (DAAD) gestellt wird, mit neuen Rekordzahlen für den Praktikantenaus­tausch 1995 in Deutschland aufwarten: Rund 1200 Praktikumsstellen konnten vom DAAD bei der deutschen Wirt­schaft für ausländische Studierende der Fachrichtungen Natur- und Ingenieur­wissenschaften sowie Land- und Forst­wirtschaft eingeworben werden. Im Gegenzug erhielt der DAAD auf der Generalkonferenz von den ausländi­schen IAESTE-Partnern in über 60 Län­dern mehr als 800 Praktikantenplätze für deutsche Studierende, die von den lokalen IAESTE-Stellen an den Hoch­schulen an qualifizierte Bewerber ver­geben werden. An der Uni Potsdam ist diese IAESTE-Stelle im Büro des Stu­dentenrates (Tel. 977-1795 oder -1225) untergebracht.

Die meisten Plätze sind für Studierende der Fächer Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik ausgeschrieben. Die Praktika wer­den neben den Ländern der Europäischen Union vor allem in Brasilien und der Türkei angeboten. Immer größeres Gewicht gewinnt auch der Austausch mit Asien und Ost­europa.

Die Beliebtheit des weltweit ältesten Prakti­kantenprogramms ist bei den deutschen Stu­dierenden - mit der zunehmend stärkeren Bedeutung von studienbegleitenden Praxis­erfahrungen im Ausland - in den letzten Jah­ren derart gestiegen, daß bei weitem nicht alle Bewerber einen der begehrten Prakti­kumsplätze in Europa und Übersee erhalten können. Immerhin ist durchschnittlich aber noch jeder fünfte Studierende mit seiner Be­werbung erfolgreich.

Das LAESTE-Programm, das in Deutschland in diesem Jahr sein 45jähriges Bestehen fei­ert, arbeitet eng mit der Zentralstelle für Ar­beitsvermittlung (ZAV) zusammen und wird vom Auswärtigen Amt und vom Bundesmi­nisterium für Bildung, Wissenschaft, For­schung und Technologie (BMBF) finanziell unterstützt. Auskünfte zum Programm sind beim Deutschen Komitee der IAESTE im Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), Kennedyallee 50, 53175 Bonn (Tel.: 0228/882-231) erhältlich oder direkt bei Anke Pritzsche und Uwe Englisch vom IAESTE- Lokalkomitee der Universität Potsdam, pn.

Erbrachte den Studierenden lateinamerikanische und afrikani­sche Musikkultur näher: Prof. Dr. Emilio Mendoza.

Foto: privat

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PUTZ 2/95