STUDIOSI
AFRO-LATIN PERCUSSION + MUSIC
Studierende wünschen sich auch „andere Art von Musik"
„Ein Amerikaner in Potsdam“ - das ließe sich, in Anlehnung an Gershwins bekannte Komposition, von Prof. Dr. Emilio Mendoza behaupten. Er, der eigentlich an der Crane School of Music in Potsdam/NY (USA) unterrichtet, tauschte seinen ‘Job’ gegen den eines Gastdozenten an der hiesigen Universität ein.
Prof. Mendoza, der gleichzeitig Musiker und Komponist ist, hielt einige Vorträge und veranstaltete zwei Seminare sowie den Workshop „Afro-Latin Percussion + Music", dessen Abschluß „Eine Kleine Latin-Fiesta“ bildete. Schon in der Bezeichnung „Afro-Latin (sic!) Music" (im Gegensatz zu der bei uns gängigeren Bezeichnung „Lateinamerikanische Musik") wird die enge Verknüpfung lateinamerikanischer und afrikanischer Musikkultur offenkundig. Deshalb, so Prof. Mendoza in einem Gespräch, sei diese auch im Gefolge der in den USA geführten Debatten um ‘po- litical correct- ness’ entstanden.
Hinter „Afro-Latin Music“ verbirgt sich eine breite Palette an unterschiedlichsten Musikrichtungen, wie z.B.
Salsa, Son oder Bembe. Prof.
Mendoza stellte einige in seinen Veranstaltungen mit den hierfür typischen Instrumenten (Congas, Ma- racas, Guiro und Claves) vor. Seine Vorstellung war, die Studentinnen und Studenten „allmählich ein Gespür für diese andere Art von Musik entwickeln zu lassen". Am Anfang schien die metrisch diffizile Gestalt den Umgang mit dieser Musik zu erschweren. Dem war nur durch stetes Üben beizukommen. Es wurde einzeln oder in Gruppen geübt; Rhythmen wurden vorgegeben und nachgespielt und immer wieder das (Aufein- ander-)Horen trainiert. Die Aktivität jedes Einzelnen war gefragt. Leider konnten nicht alle interessierten Kommilitoninnen und Kommilitonen teilnehmen, da nicht ausreichend Instrumente zur Verfügung standen. Daß trotz solcherart von Widrigkeiten die Angebote dankbar wahr genommen wurden, spricht zum einen für ein großes Interesse am Gegenstand, zum anderen für einen Unterricht, der sich trotz hohem Niveau Praxisnähe und eine locker-kreative Atmosphäre bewahrte. Nach Aussagen Mendozas habe er hier in Potsdam die Erfahrung gemacht, „daß
das Interesse der Studenten an dieser Musik sehr, sehr groß ist und sie deswegen stark motiviert gewesen sind“. Dies zeigte sich auch an einem im vergangenen Jahr veranstalteten Trommelworkshop, der unter der Leitung von H. Schanderl von der HdK Berlin stattfand und ebenfalls großen Zuspruch durch die Studierenden erfuhr.
Vorstellbar sei nun, so Prof. Mendoza, daß derartige Angebote erweitert und damit fester Bestandteü der Ausbildung werden. Dadurch verlören diese Veranstaltungen ihren ‘Intermezzo'-ar- tigen Charakter. Die Studierenden sind jedenfalls der Meinung, daß von den Verantwortlichen ernsthaft eine solche Konzeption erarbeitet und auf den Weg gebracht werden sollte. Das hiesige Musikstudium könnte dadurch an Attraktivität gewinnen. So gesehen konnte nicht nur der ‘Amerikaner in Potsdam', Prof. Mendoza, bei seinem Aufenthalt vielfältige Eindrücke sammeln, sondern wurden auch hier wertvolle Anregungen vermittelt. Seitens der Musikinteressierten an der Uni Potsdam hofft man nun, daß sich das Gerücht bestätigt und im nächsten Semester ein Gastdozent eine Veranstaltung über Fragen der Musikethnologie halten wird. steffen schulz
BERATUNGEN FÜR STUDENTEN
Mit einem neuen Informationsangebot wendet sich die Barmer Ersatzkasse in Potsdam seit dem 1. Februar auch direkt an die Studenten. So beantwortet seitdem ein Mitarbeiter der Barmer jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat von 11 bis 13 Uhr Fragen zum Thema Krankenversicherung in der Uni- Mensa und informiert über Versicherungsfragen. zg.
IAESTE-
Auslandspraktika für Studierende
Auf der diesjährigen Generalkonferenz der International Association for the Exchange of Students for Technical Ex- perience (IAESTE) in Athen konnte das Deutsche Komitee der IAESTE, das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gestellt wird, mit neuen Rekordzahlen für den Praktikantenaustausch 1995 in Deutschland aufwarten: Rund 1200 Praktikumsstellen konnten vom DAAD bei der deutschen Wirtschaft für ausländische Studierende der Fachrichtungen Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie Land- und Forstwirtschaft eingeworben werden. Im Gegenzug erhielt der DAAD auf der Generalkonferenz von den ausländischen IAESTE-Partnern in über 60 Ländern mehr als 800 Praktikantenplätze für deutsche Studierende, die von den lokalen IAESTE-Stellen an den Hochschulen an qualifizierte Bewerber vergeben werden. An der Uni Potsdam ist diese IAESTE-Stelle im Büro des Studentenrates (Tel. 977-1795 oder -1225) untergebracht.
Die meisten Plätze sind für Studierende der Fächer Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik ausgeschrieben. Die Praktika werden neben den Ländern der Europäischen Union vor allem in Brasilien und der Türkei angeboten. Immer größeres Gewicht gewinnt auch der Austausch mit Asien und Osteuropa.
Die Beliebtheit des weltweit ältesten Praktikantenprogramms ist bei den deutschen Studierenden - mit der zunehmend stärkeren Bedeutung von studienbegleitenden Praxiserfahrungen im Ausland - in den letzten Jahren derart gestiegen, daß bei weitem nicht alle Bewerber einen der begehrten Praktikumsplätze in Europa und Übersee erhalten können. Immerhin ist durchschnittlich aber noch jeder fünfte Studierende mit seiner Bewerbung erfolgreich.
Das LAESTE-Programm, das in Deutschland in diesem Jahr sein 45jähriges Bestehen feiert, arbeitet eng mit der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) zusammen und wird vom Auswärtigen Amt und vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF) finanziell unterstützt. Auskünfte zum Programm sind beim Deutschen Komitee der IAESTE im Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), Kennedyallee 50, 53175 Bonn (Tel.: 0228/882-231) erhältlich oder direkt bei Anke Pritzsche und Uwe Englisch vom IAESTE- Lokalkomitee der Universität Potsdam, pn.
Erbrachte den Studierenden lateinamerikanische und afrikanische Musikkultur näher: Prof. Dr. Emilio Mendoza.
Foto: privat
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PUTZ 2/95