Heft 
(1.1.2019) 03
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MEHR GELD, ABER NATÜRLICH NICHT GENUG

Anhebung von BAföG-Bedarfssätzen und -Freibeträgen

Semesterticket ja oder nein?

Vor zwei Jahren fand eine Umfrage über das Für und Wider eines Semestertickets statt. Die Arbeitsgemeinschaft (AG) Verkehr, die diese Umfrage organisierte, erhielt fast ein­hellige Zustimmung zum Ticket. Zum Ver­handlungstermin erschienen dann aber nur einige der Vertreter, um mit den in der AG Engagierten bzw. dem damaligen Studen­tenrat konkrete Abmachungen über die Ein­führung des Fahrscheins zu treffen. Diesmal soll alles ganz anders werden. Das Semesterticket ist kein exotischer Fahr­schein mehr. Es gibt ebensolche mittlerwei­le in einer langen Reihe westdeutscher wie ostdeutscher Universitätsstädte. Es hat sich eigentlich" durchgesetzt oder herumge­sprochen, daß dieser Fahrschein kein Loch in die Kasse der Unternehmen des Öffent­lichen Personennahverkehrs reißt. Im Mo­ment laufen Verhandlungen zwischen den drei Berliner Unis und der BVG (Berliner Verkehrs-Gemeinschaft), die aber wegen überhöhter Forderungen der BVG in einer Sackgasse stecken. HVG (Havelbus-Ver­kehrsgesellschaft) und ViP (Verkehrsbe­trieb in Potsdam) sind bereit, ein Seme­sterticket einzuführen. Aus diesem Grund sind nun Ansprüche an das Ticket, Preisvor­stellungen, Routen u.ä. zu formulieren. Genaueres steht in einem Fragebogen, der von so vielen wie möglich ausgefüllt wer­den soll. Die Daten werden statistisch kor­rekt ausgewertet und veröffentlicht! Sie bil­den die Verhandlungsbasis mit ViP HVG und der Bahn. Wenn alles klappt, dann könnten Potsdams Studis schon im Winter­semester 95/96 mit dem Semesterticket fah­ren.

Es steht nicht nur das Ticket zur Verhand­lung, Auch die Anbindung Golms an die Stadt (606er Bus und Regionalbahn), die Verbindung der Uni-Komplexe Park Babels­berg und Griebnitzsee, der Zugang des Komplexes Griebnitzsee zum S-Bahnhof müssen verbessert werden.

Vielleicht fragen sich einige: Wer ist über­haupt die AG Verkehr? Die meisten kennen wahrscheinlich nur das Fahrplaninfo. Weni­ger Leute wissen von der Fahrradwerkstatt und noch weniger von den anderen Aktivi­täten. Die Mitglieder der AG kümmern sich weitestgehend um Umweltangelegenhei­ten, die die Universität betreffen. Im enge­ren Sinne versuchen sie mit kleinen, wenn auch nicht unwichtigen, Maßstäben auf eine ökologische Verkehrspolitik hinzuwir­ken. Konkrete Probleme, die noch angegan­gen werden müssen, sind ein Rarkraumbe- wirtschaftungskonzept für die Wohnheime, der endlich zu bauende Radweg in der Lin­denallee und eventuell eine zweite Fahrrad­werkstatt in Golm. Darüber hinaus werden dringend noch ein paar Mitstreiter gesucht!

Mario Parade

Der Deutsche Bundestag hatte am 16. Juni

1994 die Bundesregierung aufgefordert, die Möglichkeit einer Erhöhung der BaföG- Bedarfssätze zum Herbst 1995 zu prüfen und ihm darüber bis zum 1. März 1995 zu berichten. Dies geschah durch den Bun­desminister für Bildung, Wissenschaft, For­schung und Tbchnologie, Jürgen Rüttgers. Anfang März stimmte das Bundeskabinett seinem Bericht zu.

Die Anhebung der Bedarfssätze sowie die Änderung der Härteverordnung zur Berück­sichtigung besonderer Entwicklungen in den neuen Bundesländern sei zum Herbst

1995 angemessen und möglich. Minister Rüttgers schlug vor, im Rahmen der 17. BAföG-Novelle die Bedarfssätze in diesem Jahr um vier Prozent zu erhöhen. Im übrigen bleibe es bei der in der Beschlußfassung des Deutschen Bundestages vom 16. Juni 1994 vorgesehenen Anpassung der Sozial­pauschalen zum Herbst 1995 sowie der Anhebung der Freibeträge um vier Prozent, Weiterhin sei es erforderlich, eine generel­le Novellierung des Bundesausbildungsför­derungsgesetzes so vorzunehmen, daß gemeinsam mit den Ländern eine Reform des Hochschulwesens möglich werde. Dazu zählten die Neuordnung der Förderungshöchstdauer, die Einschrän­kung der Förderung von Fachrichtungs­wechslern oder denjenigen, die ein Zweit­studium absolvieren, sowie die Förderung von Berufsakademie-Absolventen in Zusatz­ausbildungen.

Die Förderungshöchstdauer nach dem BAföG soll für Universitätsstudiengänge künftig generell neun Semester betragen.

3. Französische Sommeruniversität Leipzig

Vom 3, bis 16. September 1995 veranstaltet das Frankreichzentrum der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Insti­tut francais de Leipzig und der französi­schen Botschaft zum dritten Mal eine Fran­zösische Sommeruniversität. Ihr Ziel ist die Vermittlung französischer Sprache und Kul­tur mit Hilfe moderner Sprachlehrmetho- den, landeskundlicher Veranstaltungen zum Thema1945 - 50 Jahre danach und eines umfangreichen Kulturprogramms. Gleichzeitig bietet die Französische Som­meruniversität Gelegenheit zur Begegnung mit französischen Studenten und Studieren­den aus Polen und Tschechien. Nachfragen und Anmeldungen sind bis zum 20. Mai an das Rankreichzentrum der Universität Leipzig, Augustusplatz 10-11 (Tbl. 0341/ 9730230; Fax 9659629) zu richten. mt.

Vorgesehen seien auch weitere Angleichun­gen zugunsten der Studierenden und Schü­ler in den neuen Bundesländern, beispiels­weise bei den noch unterschiedlichen Re­gelungen des Berechnungszeitraumes für das Einkommen der Eltern und des Ehe­gatten des Auszubildenden.

Dazu Hendrik Zank, Vertreter für Soziales im Studentenrat der Universität Potsdam: Die Erhöhung entspricht lediglich der In­flation des laufenden Jahres, die realen Ein­kommensverluste sind damit keineswegs ausgeglichen. Die vollständige /Inglei­chung an das West-BAföG ist nicht vorgese­hen. Denn die Berechnungszeiträume blei­ben und ein Mietzuschuß wird dem West­standard nur schrittweise angepaßt. Auch die umstrittene Leistungsüberprüfung nach dem zweiten Semester ist noch immer nicht vom Tisch." Er stellt sich außerdem die Ra­ge,ob wir die Landesregierung auffordern sollten, diese Vorschläge abzulehnen. So riskieren wir allerdings, eine Verbesserung des BAföG um ein weiteres Jahr zu verzö­gern. B.E.

Mehr Geld für's studentische Portemonnaie?

Foto: hribukeit

Studienmöglichkeiten an deutschen Hochschulen

Über die Studienmöglichkeiten und Zulas­sungsbeschränkungen für Studienanfänger an den deutschen Hochschulen im Som­mersemester 1995 informiert die er­schienene sogenannte Pünktchenliste der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Die Übersicht dokumentiert vollständig die mehr als 700 Studiengänge an den staatli­chen und staatlich anerkannten Hochschu­len. Die HRK ermittelt diese Daten regelmä­ßig bei den deutschen Hochschulen. Die Pünktchenliste" kann in den Studienbera­tungsstellen und Bibliotheken der Hoch­schulen eingesehen oder gegen einen mit 1,50 DM frankierten und dem Vermerk Büchersendung versehenen C4-Rückum- schlag im Sekretariat der HRK, Ahrstraße 39, 53175 Bonn, angefordert werden, id.

PUTZ 3/95

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