MEHR GELD, ABER NATÜRLICH NICHT GENUG
Anhebung von BAföG-Bedarfssätzen und -Freibeträgen
Semesterticket ja oder nein?
Vor zwei Jahren fand eine Umfrage über das Für und Wider eines Semestertickets statt. Die Arbeitsgemeinschaft (AG) Verkehr, die diese Umfrage organisierte, erhielt fast einhellige Zustimmung zum Ticket. Zum Verhandlungstermin erschienen dann aber nur einige der Vertreter, um mit den in der AG Engagierten bzw. dem damaligen Studentenrat konkrete Abmachungen über die Einführung des Fahrscheins zu treffen. Diesmal soll alles ganz anders werden. Das Semesterticket ist kein exotischer Fahrschein mehr. Es gibt ebensolche mittlerweile in einer langen Reihe westdeutscher wie ostdeutscher Universitätsstädte. Es hat sich „eigentlich" durchgesetzt oder herumgesprochen, daß dieser Fahrschein kein Loch in die Kasse der Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs reißt. Im Moment laufen Verhandlungen zwischen den drei Berliner Unis und der BVG (Berliner Verkehrs-Gemeinschaft), die aber wegen überhöhter Forderungen der BVG in einer Sackgasse stecken. HVG (Havelbus-Verkehrsgesellschaft) und ViP (Verkehrsbetrieb in Potsdam) sind bereit, ein Semesterticket einzuführen. Aus diesem Grund sind nun Ansprüche an das Ticket, Preisvorstellungen, Routen u.ä. zu formulieren. Genaueres steht in einem Fragebogen, der von so vielen wie möglich ausgefüllt werden soll. Die Daten werden statistisch korrekt ausgewertet und veröffentlicht! Sie bilden die Verhandlungsbasis mit ViP HVG und der Bahn. Wenn alles klappt, dann könnten Potsdams Studis schon im Wintersemester 95/96 mit dem Semesterticket fahren.
Es steht nicht nur das Ticket zur Verhandlung, Auch die Anbindung Golms an die Stadt (606er Bus und Regionalbahn), die Verbindung der Uni-Komplexe Park Babelsberg und Griebnitzsee, der Zugang des Komplexes Griebnitzsee zum S-Bahnhof müssen verbessert werden.
Vielleicht fragen sich einige: Wer ist überhaupt die AG Verkehr? “ Die meisten kennen wahrscheinlich nur das Fahrplaninfo. Weniger Leute wissen von der Fahrradwerkstatt und noch weniger von den anderen Aktivitäten. Die Mitglieder der AG kümmern sich weitestgehend um Umweltangelegenheiten, die die Universität betreffen. Im engeren Sinne versuchen sie mit kleinen, wenn auch nicht unwichtigen, Maßstäben auf eine ökologische Verkehrspolitik hinzuwirken. Konkrete Probleme, die noch angegangen werden müssen, sind ein Rarkraumbe- wirtschaftungskonzept für die Wohnheime, der endlich zu bauende Radweg in der Lindenallee und eventuell eine zweite Fahrradwerkstatt in Golm. Darüber hinaus werden dringend noch ein paar Mitstreiter gesucht!
Mario Parade
Der Deutsche Bundestag hatte am 16. Juni
1994 die Bundesregierung aufgefordert, die Möglichkeit einer Erhöhung der BaföG- Bedarfssätze zum Herbst 1995 zu prüfen und ihm darüber bis zum 1. März 1995 zu berichten. Dies geschah durch den Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Tbchnologie, Jürgen Rüttgers. Anfang März stimmte das Bundeskabinett seinem Bericht zu.
Die Anhebung der Bedarfssätze sowie die Änderung der Härteverordnung zur Berücksichtigung besonderer Entwicklungen in den neuen Bundesländern sei zum Herbst
1995 angemessen und möglich. Minister Rüttgers schlug vor, im Rahmen der 17. BAföG-Novelle die Bedarfssätze in diesem Jahr um vier Prozent zu erhöhen. Im übrigen bleibe es bei der in der Beschlußfassung des Deutschen Bundestages vom 16. Juni 1994 vorgesehenen Anpassung der Sozialpauschalen zum Herbst 1995 sowie der Anhebung der Freibeträge um vier Prozent, Weiterhin sei es erforderlich, eine generelle Novellierung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes so vorzunehmen, daß gemeinsam mit den Ländern eine Reform des Hochschulwesens möglich werde. Dazu zählten die Neuordnung der Förderungshöchstdauer, die Einschränkung der Förderung von Fachrichtungswechslern oder denjenigen, die ein Zweitstudium absolvieren, sowie die Förderung von Berufsakademie-Absolventen in Zusatzausbildungen.
Die Förderungshöchstdauer nach dem BAföG soll für Universitätsstudiengänge künftig generell neun Semester betragen.
3. Französische Sommeruniversität Leipzig
Vom 3, bis 16. September 1995 veranstaltet das Frankreichzentrum der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Institut francais de Leipzig und der französischen Botschaft zum dritten Mal eine Französische Sommeruniversität. Ihr Ziel ist die Vermittlung französischer Sprache und Kultur mit Hilfe moderner Sprachlehrmetho- den, landeskundlicher Veranstaltungen zum Thema „1945 - 50 Jahre danach“ und eines umfangreichen Kulturprogramms. Gleichzeitig bietet die Französische Sommeruniversität Gelegenheit zur Begegnung mit französischen Studenten und Studierenden aus Polen und Tschechien. Nachfragen und Anmeldungen sind bis zum 20. Mai an das Rankreichzentrum der Universität Leipzig, Augustusplatz 10-11 (Tbl. 0341/ 9730230; Fax 9659629) zu richten. mt.
Vorgesehen seien auch weitere Angleichungen zugunsten der Studierenden und Schüler in den neuen Bundesländern, beispielsweise bei den noch unterschiedlichen Regelungen des Berechnungszeitraumes für das Einkommen der Eltern und des Ehegatten des Auszubildenden.
Dazu Hendrik Zank, Vertreter für Soziales im Studentenrat der Universität Potsdam: „Die Erhöhung entspricht lediglich der Inflation des laufenden Jahres, die realen Einkommensverluste sind damit keineswegs ausgeglichen. Die vollständige /Ingleichung an das West-BAföG ist nicht vorgesehen. Denn die Berechnungszeiträume bleiben und ein Mietzuschuß wird dem Weststandard nur schrittweise angepaßt. Auch die umstrittene Leistungsüberprüfung nach dem zweiten Semester ist noch immer nicht vom Tisch." Er stellt sich außerdem die Rage, „ob wir die Landesregierung auffordern sollten, diese Vorschläge abzulehnen. So riskieren wir allerdings, eine Verbesserung des BAföG um ein weiteres Jahr zu verzögern.“ B.E.
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Foto: hribukeit
Studienmöglichkeiten an deutschen Hochschulen
Über die Studienmöglichkeiten und Zulassungsbeschränkungen für Studienanfänger an den deutschen Hochschulen im Sommersemester 1995 informiert die erschienene sogenannte „ Pünktchenliste “ der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Die Übersicht dokumentiert vollständig die mehr als 700 Studiengänge an den staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen. Die HRK ermittelt diese Daten regelmäßig bei den deutschen Hochschulen. Die „Pünktchenliste" kann in den Studienberatungsstellen und Bibliotheken der Hochschulen eingesehen oder gegen einen mit 1,50 DM frankierten und dem Vermerk „Büchersendung“ versehenen C4-Rückum- schlag im Sekretariat der HRK, Ahrstraße 39, 53175 Bonn, angefordert werden, id.
PUTZ 3/95
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