Heft 
(1.1.2019) 04
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ES IST FÜNF VOR ZWÖLF

Studenten organisierten Veranstaltungsreihe zum Klimaschutz an der Uni

Ursachen des zusätzlichen Treibhauseffektes

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Weltweite Emissionen klimarelevanter Spurengase aus verschiedenen Bereichen Foto: zg.

Mitte April verlieh die Goldman-Stiftung in San Francisco ihren mit insgesamt 450 000 DM dotierten Preis an sechs Um­weltschützer aus sechs Ländern. Die sol­chermaßen ausgezeichneten Männer und Rauen aus Großbritannien, Nigeria, El Salvador, den USA, Südkorea sowie der Pazifikinsel Palau hatten sich zuvor auf sehr verschiedene Weise Verdienste um den Erhalt eines intakten Lebensrau­mes erworben. Noch gehören sie jedoch zu einer Minderheit Engagierter. Dem Umweltschutz fehlt die Lobby. Das zeig­te sich auch auf dem kürzlich in Berlin ausgetragenen Klimagipfel. Immerhin: Es gab sogar erste Erfolge. Schließlich kam es zu einer Einigung darüber, daß bis spätestens 1997 schärfere Maßnahmen gegen die Erderwärmung festgeschrie­ben sein müßten. Weitgehende Überein­stimmung bestand auch über die diesbe­zügliche künftige Zusammenarbeit von Industrie- und Entwicklungsländern. Parallel dazu fand aus Anlaß dieses Tref­fens an der Universität Potsdam eine Veranstaltungsreihe zum gleichen Thema statt. Die Idee hierfür stammte von eini­gen an der Alma mater eingeschriebenen jungen Leuten. Sie verbanden mit ihrer Aktion die Hoffnung, mehr Sensibilität für das Problem zu schaffen.

Dabei orientierten sich die einzelnen Veran­staltungsformen weniger auf ein Fachpubli­kum. Vielmehr lag es in der Absicht der Organisatoren, gerade auch Kommilitonen anzusprechen. Und diese kamen - wenn­gleich in unterschiedlicher Anzahl. Im An­gebot befanden sich überwiegend Einzel­vorträge, aber auch Filmvorführungen oder Fotoausstellungen. Sachkundige Ge­sprächspartner stellten sich der Diskussi­on. Dazu gehörten u.a. Matthias Platzeck, Minister für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg,

Prof. Dr. Rolf Mitzner, Rektor der Universi­tät Potsdam und Chemiker, Prof. Dr. Hans- Joachim Schellnhuber, Direktor des Instituts für Klimafolgeforschung der märkischen Landeshauptstadt, Dr. FVank Neumann, Ver­treter des hiesigen Wirtschaftsministeri­ums, sowie Carsten Linke, Sprecher der BundesarbeitsgemeinschaftEnergie von Bündnis 90/Die Grünen und bundesweiter energiepolitischer Sprecher der Landtags­fraktionen.

Im Zentrum des Interesses stand immer wieder die unmittelbare Situation im Land Brandenburg. Diese ist gegenwärtig insbe­sondere gekennzeichnet durch eine noch mangelnde Effizienz der Energieumwand­lung und Energieanwendung, des weiteren durch eine rasante Zunahme verkehrs­bedingter CO a -Emissionen. Darüber hinaus hat die langjährige energiewirtschaftliche Braunkohle-Monostruktur zu überdurch­schnittlichen absoluten und spezifischen

C0 2 -Emissionen auch nach dem industrie- ellen Wandel 1990 geführt.

Die Konsequenz beschrieb Carsten Linke: Der unfaire Vergleich des Pro-Kopf-C0 2 - Ausstoßes Brandenburgs mit allen Staaten der Welt bringt für die Energieregion der einstigen DDR ein äußerst negatives Ergeb­nis. Danach rangiert das Land noch hinter den USA, Während es dort rund 22 Mio Tonnen (Mt) je Einwohner sind, kommen die Brandenburger auf nahezu 30 Mio. Ton­nen. Das ist weltweit »Spitze«."

Die Schadstoffbelastung insgesamt entfällt je zu einem Drittel auf die Industrie, den Verkehr und die Haushalte. Große Sorgen bereitet dabei die Entwicklung im Verkehrs­bereich. Die Tbndenz sei eindeutig negativ, so Linke. Für das Jahr 2010 rechnet man hier mit einer CO a -Emission von 13,0 Mt, was einer Zunahme um 80% gegenüber 1991 entspricht. Den Löwenanteil dabei übernimmt der Straßenverkehr mit 85%. Positiv dagegen verläuft der Trend bei den Kleinverbrauchern und Haushalten. Durch die Mittelstandsförderung von Bund und Land sowie die Förderung des Landes auf dem Energie- und Umweltsektor zeigen sich auf jenem Gebiet die besten Resultate bei der Umstellung von Wärmeerzeu­gungsanlagen auf emissionsärmere Ener­gieträger wie Erdgas und Heizöl. Die An­passung an ein modernes Heizungssystem in den Haushalten geht zunehmend einher mit einer Wärmedämmung der Gebäude­hülle,

Minister Platzeck äußerte sich auch zur Braunkohle. Deren Förderung werde auf einen bestimmten Sockel herunterge­schraubt, ,Von ehemals zwölf Thgebauen

COj-Emissionen in Millionen Tonnen Tonnen pro Einwohner

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C02-Emission ausgewählter Regionen (Stand 1991) Foto: zg.

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PUTZ 4/95