ES IST FÜNF VOR ZWÖLF
Studenten organisierten Veranstaltungsreihe zum Klimaschutz an der Uni
Ursachen des zusätzlichen Treibhauseffektes
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Weltweite Emissionen klimarelevanter Spurengase aus verschiedenen Bereichen Foto: zg.
Mitte April verlieh die Goldman-Stiftung in San Francisco ihren mit insgesamt 450 000 DM dotierten Preis an sechs Umweltschützer aus sechs Ländern. Die solchermaßen ausgezeichneten Männer und Rauen aus Großbritannien, Nigeria, El Salvador, den USA, Südkorea sowie der Pazifikinsel Palau hatten sich zuvor auf sehr verschiedene Weise Verdienste um den Erhalt eines intakten Lebensraumes erworben. Noch gehören sie jedoch zu einer Minderheit Engagierter. Dem Umweltschutz fehlt die Lobby. Das zeigte sich auch auf dem kürzlich in Berlin ausgetragenen Klimagipfel. Immerhin: Es gab sogar erste Erfolge. Schließlich kam es zu einer Einigung darüber, daß bis spätestens 1997 schärfere Maßnahmen gegen die Erderwärmung festgeschrieben sein müßten. Weitgehende Übereinstimmung bestand auch über die diesbezügliche künftige Zusammenarbeit von Industrie- und Entwicklungsländern. Parallel dazu fand aus Anlaß dieses Treffens an der Universität Potsdam eine Veranstaltungsreihe zum gleichen Thema statt. Die Idee hierfür stammte von einigen an der Alma mater eingeschriebenen jungen Leuten. Sie verbanden mit ihrer Aktion die Hoffnung, mehr Sensibilität für das Problem zu schaffen.
Dabei orientierten sich die einzelnen Veranstaltungsformen weniger auf ein Fachpublikum. Vielmehr lag es in der Absicht der Organisatoren, gerade auch Kommilitonen anzusprechen. Und diese kamen - wenngleich in unterschiedlicher Anzahl. Im Angebot befanden sich überwiegend Einzelvorträge, aber auch Filmvorführungen oder Fotoausstellungen. Sachkundige Gesprächspartner stellten sich der Diskussion. Dazu gehörten u.a. Matthias Platzeck, Minister für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg,
Prof. Dr. Rolf Mitzner, Rektor der Universität Potsdam und Chemiker, Prof. Dr. Hans- Joachim Schellnhuber, Direktor des Instituts für Klimafolgeforschung der märkischen Landeshauptstadt, Dr. FVank Neumann, Vertreter des hiesigen Wirtschaftsministeriums, sowie Carsten Linke, Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft „Energie” von Bündnis 90/Die Grünen und bundesweiter energiepolitischer Sprecher der Landtagsfraktionen.
Im Zentrum des Interesses stand immer wieder die unmittelbare Situation im Land Brandenburg. Diese ist gegenwärtig insbesondere gekennzeichnet durch eine noch mangelnde Effizienz der Energieumwandlung und Energieanwendung, des weiteren durch eine rasante Zunahme verkehrsbedingter CO a -Emissionen. Darüber hinaus hat die langjährige energiewirtschaftliche Braunkohle-Monostruktur zu überdurchschnittlichen absoluten und spezifischen
C0 2 -Emissionen auch nach dem industrie- ellen Wandel 1990 geführt.
Die Konsequenz beschrieb Carsten Linke: „Der unfaire Vergleich des Pro-Kopf-C0 2 - Ausstoßes Brandenburgs mit allen Staaten der Welt bringt für die Energieregion der einstigen DDR ein äußerst negatives Ergebnis. Danach rangiert das Land noch hinter den USA, Während es dort rund 22 Mio Tonnen (Mt) je Einwohner sind, kommen die Brandenburger auf nahezu 30 Mio. Tonnen. Das ist weltweit »Spitze«."
Die Schadstoffbelastung insgesamt entfällt je zu einem Drittel auf die Industrie, den Verkehr und die Haushalte. Große Sorgen bereitet dabei die Entwicklung im Verkehrsbereich. Die Tbndenz sei eindeutig negativ, so Linke. Für das Jahr 2010 rechnet man hier mit einer CO a -Emission von 13,0 Mt, was einer Zunahme um 80% gegenüber 1991 entspricht. Den Löwenanteil dabei übernimmt der Straßenverkehr mit 85%. Positiv dagegen verläuft der Trend bei den Kleinverbrauchern und Haushalten. Durch die Mittelstandsförderung von Bund und Land sowie die Förderung des Landes auf dem Energie- und Umweltsektor zeigen sich auf jenem Gebiet die besten Resultate bei der Umstellung von Wärmeerzeugungsanlagen auf emissionsärmere Energieträger wie Erdgas und Heizöl. Die Anpassung an ein modernes Heizungssystem in den Haushalten geht zunehmend einher mit einer Wärmedämmung der Gebäudehülle,
Minister Platzeck äußerte sich auch zur Braunkohle. Deren Förderung werde auf einen bestimmten Sockel heruntergeschraubt, ,Von ehemals zwölf Thgebauen
COj-Emissionen in Millionen Tonnen Tonnen pro Einwohner
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Land Brandenburg Frankreich
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C02-Emission ausgewählter Regionen (Stand 1991) Foto: zg.
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