Heft 
(1.1.2019) 04
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SOLARENERGIEANLAGE INTERESSANT FÜR KLIMAGIPFELBESUCHER

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Anschauungsunterricht vor Ort wurde Journalisten aus aller Welt gewährt, die den Berliner Klima­gipfel publizistisch begleiteten. Denn auf ihrem Besuchsprogramm stand auch die im Sommer 1994 in Betrieb genommene Solarenergieanlage der Universität Potsdam. Diesem Ostdeutschland bisher einmalige Photovoltaikanlage dient sowohl Forschungs- als auch Ausbildungs- und Demonstra­tionszwecken. Die täglich während des zehntägigen Gipfels Ende März/Anfang April angereisten Gäste informierten sich bei den Mitarbeitern des Institutes für Berufspädagogik/Berufliche Fachrichtungen Elektro- und Metalltechnik über die Funktionsweise und den Aufbau der das Energiereservoir der Sonne nutzenden Anlage. Foto: Tribukeit

existieren demnächst noch drei." Dieser eingeschlagene Weg bedeutet die Entlas­sung zehntausender Beschäftigter.Das ist die soziale Schmerzgrenze auch dieser Region, so der Politiker. Aus der Entwick­lung ergebe sich nun die Notwendigkeit einer langfristigen Umstrukturierung. Da­bei sei Kernkraftenergieerzeugung für ihn nicht akzeptabel. Und das aus zweierlei Gründen: zum einen wegen der nicht ab­sehbaren Lösung der Endlagerungsproble­matik, zum anderen aufgrund der von der­artigen Reaktoren ausgehenden Gefahr bei Kriegszuständen.

Regenerative Energien allerdings - so schien man sich weitgehend einig - stellen vor allem im Zusammenhang mit dezentra­len Strukturen eine Hoffnung dar. Im Land Brandenburg wurden z. B, 1991 Windräder installiert. Ein zunächst belachtes Projekt in einem Binnenland weit weg von der Küste! Heute aber, so Platzeck dazu,sind wir in der Lage nachzuweisen, daß für eine erheb­liche Zahl Windenergieerzeugungsanlagen tatsächlich das Windpotential vorhanden ist. Ca. 1000 Windräder könnten sich hier drehen. Dafür wären rund 50 Mio DM För­derung pro Jahr erforderlich. Und die sind nicht da. Von Wirtschaftlichkeit ist dem­nach noch keine Rede. Der Minister be­nannte auch die Ursachen: ,jWir benötigen veränderte Rahmenbedingungen und eine erhöhte Stückzahl.

Das waldreiche Brandenburg bietet jedoch noch eine andere Ressource: Biomasse mit C0 2 -neutraler Abfallholzverbrennung. Von allen Bundesländern existiert hier das höchste Pro-Kopf-Potential für die energeti­sche Nutzung. Dennoch, den Weg bis hin zu einer umfangreichen Anwendung er­neuerbarer Energien beschrieb Dr. Frank Neumann als lang. Noch läge ihr Anteil in Brandenburg bei 0,5%, bundesweit bei ca. 2,5%. Eines wurde deutlich: Momentan er­weist sich insbesondere der Weg des En­ergie-Sparens als erfolgversprechend. Grö­ßere Fortschritte könnte es durch drastische finanzielle Einschnitte geben. Platzeck machte aus dieser Ansicht keinen Hehl. So begrüßte er die noch während der Berliner Klimakonferenz gestartete Initiative Däne­marks, den C0 2 -Ausstoß und anderes zu besteuern.Ohne dem wird es nicht ge­hen", sein Kommentar.

Das neben der Thgebaurestflächensanie- rung größte geförderte Einzelprojekt im Brandenburgischen ist derzeit die Ausge­staltung Rheinsbergs zu einer energie- ökologischen Modellstadt. Die Ziele: Sen­kung des Wärmebedarfs auf 40% und der C0 2 -Emission auf 15% im Jahre 1999 ge­genüber 1989. Die Fachleute vermelden be­reits Positives. Ihnen gelang die Sanierung und der Ausbau des Fernwärmenetzes für 85% aller Verbraucher, die Errichtung eines Blockheizkraftwerkes und einiger Kesselan­

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lagen für Holzhackschnitzel sowie eine großzügige Gebäudesanierung mit Verstär­kung der Wärmedämmung und Erneue­rung der Heizungstechnik.

Eine Vielzahl von Empfehlungen und Gut­achten liegt nunmehr auf dem Tisch. Allen gleich ist das Anliegen: die Verbesserung der Umweltverhältnisse zugunsten eines funktionierenden Klimas.Jetzt müssen die­se Ausarbeitungen gebündelt werden und endlich in einem Landesenergiekonzept münden. Das wiederum müßte mehr sein als ein bloßes Braunkohle-Szenario, meint Linke.

Die Frage nach dem Gelingen der Umkeh­rung bestehender Klima- und Umweltver­hältnisse stellte auf der abschließenden Podiumsdiskussion Moderator Helmut Henneberg vom ORB. Prof. Dr. Hans-Joa- chim Schellnhuber beantwortete sie wie folgt:Ich glaube, daß dies geschafft wird. Wir haben keine Alternative.

Henneberg selbst gab sich pessimisti­scher:Ich glaube nein, und wünsche, daß ich mich täusche. Für mich ist nicht erkenn­bar, daß das Gute im Menschen schon et­was bewirkt hätte. Ich fürchte, erst eine ein­tretende Katastrophe führt eventuell zu Ver­änderung. Vorausgesetzt, ihr Ausmaß läßt dies noch zu. Meine Hoffnung ist sehr ge­nug." RG.

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