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(1.1.2019) 04
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NICHT NUR FÜR FORMALE GLEICHBERECHTIGUNG

Frauenförderplan der Uni soll in Zukunft Konturen erhalten

An den Hochschulen der Bundesrepublik sind Professorinnen nach wie vor selten vertreten. Frauen an akademischen Ein­richtungen scheinen immer noch weni­ger Chancen als ihre männlichen Kolle­gen zu haben. Das gilt nicht nur für die Lehre und Forschung. Vor allem in den Verwaltungsbereichen herrschen oft un­gleiche Verhältnisse. Analysen von Stel­lenstrukturen lassen diesen Schluß zu.

Anlaß genug für Monika Stein, Gleichstel­lungsbeauftragte der Universität Potsdam, hartnäckig zu bleiben. Gemeinsam mit dem ihr zur Seite gestellten Gleichstel­lungsrat drängt sie auf die Erstellung eines längst fälligen Frauenförderplans. Dessen Vorbereitung ist eine der Aufgaben der ge­rade gebildeten Ständigen Senatskommis­sion für Rauenförderung. Ihr gehören Ver­treter aller Statusgruppen an. Wir konnten unsere Vorstellung verwirklichen, das Gre­mium nicht ausschließlich mit Rauen zu be­setzen und damit der verbreiteten Auffas­sung, Rauenförderung sei Aufgabe der Rauen, entgegenwirken, erzählt sie mit einigem Stolz.

Die konkrete Arbeit begann nun mit dem Anfang des Sommersemesters. Grundla­ge dafür bildet eine Ein­schätzung der Situation aller Mitarbeiterinnen an der Uni, und das sind immerhin 49,7% aller an der Alma mater Be­schäftigten. Dazu gibt es er­ste Vorbereitungen. So erfaßt eine vom Dezernat I erstellte Statistik beispielsweise dies­bezügliche quantitative und qualitative Parameter.Wir sollten uns Tbilziele setzen, erklärt Stein. Den Rauenför­derplan versteht sie als ein universitätsspezifisches In­strument zur Umsetzung ge­setzlicher Vorgaben. Enthal­ten sind diese unter anderem im Grundgesetz, Artikel Zwei, Hochschul­rahmengesetz oder auch Landeshoch­schulgesetz.Auch an der Potsdamer Uni­versität bestehen Fachbereiche, deren Stu- dentinnen-Anteil zu wünschen übrig läßt, konstatiert die studierte Deutsch/Russisch- Fachlehrerin.Das hat zur Folge, daß auch in den nachfolgenden Qualifikationsstufen das weibliche Geschlecht seltener vertre­ten ist. Hier müssen sich die jeweiligen In­stitute, wenn sie mit den gesetzlichen Be­stimmungen ernst machen wollen, Neues einfallen lassen: sowohl hinsichtlich der At­traktivität für Bewerberinnen als auch hin­sichtlich ihrer späteren Förderung,

Schließlich sei ein qualifiziertes weibliches Personal kein schlechter Ausweis für die Hochschule. Letztlich entwickle sich daraus auch wiederum ein TM der Professoren­schaft.

Großen Wert legt Monika Stein auf eine parallel zu den Kommissions-Sitzungen lau­fende öffentliche Diskussion der Themen. Dabei hofft sie auf die Unterstützung durch die Gleichstellungsbeauftragten der Fakul­täten, die sich vermutlich auch mit Wider­ständen auseinandersetzen müssen. Natür­lich weiß die Pädagogin um die Kinder­krankheiten ihres Engagements, denn häufig stehen die Anliegen der wissen­schaftlichen Mitarbeiterinnen zu sehr im Vordergrund. Die Probleme der nicht­wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und der Studentinnen erfordern jedoch ebensol­che Aufmerksamkeit.

Die Erarbeitung des Rauenförderplans soll bis Sommer 1996 abgeschlossen werden. Darin, in welcher Weise auch immer, zu berücksichtigende Kriterien stehen schon heute fest. So spielen sicher die strukturel­le Benachteiligung von Rauen bei Stellen­besetzungen, Berufungen und beruflichem

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Der künftige Frauenförderplan der Uni Potsdam soll auch ver­stärkt die Belange der nichtwissenschaftlichen Mitarbeiterinnen berücksichtigen. Auf unserem Foto: Evelyn Spur, tätig in der Be- reichsbibliothek Am Neuen Palais. Foto: Tribukeit

Aufstieg, die Vereinbarkeit von Kinderbe­treuung und Profession sowie Ragen der Weiterbildung eine wesentliche Rolle. Hin­zu kommen solche Aspekte wie die Not­wendigkeit der Erhöhung des Studentin­nenanteils in von ihnen unterrepräsentier­ten Studienfächern, die Institutionalisierung von Rauenforschung oder auch die ver­mehrte Förderung weiblicher Bewerber bei der Vergabe der Forschungs-Fördermittel. Noch ist das alles Zukunftsmusik, sagt Monika Stein. Damit sie bald Wirklichkeit wird, orientiert die Gleichstellungsbeauf­tragte auf einen zügigen Fortgang der Kom­missions-Gespräche, EG.

VON DEN OSTERINSELN ÜBER BONN NACH POTSDAM

Der Botanische Garten der Universität Potsdam ist nun um eine Attraktion reicher. Er beherbergt seit kurzem einen Toromiro-Baum (Sophora toromiro) in seinen Gemäuern. Das noch zier­liche Gewächs ist ein Gastgeschenk des Botani­schen Gartens der Partnerstadt Bonn. Überge­ben wurde es am 15. März dieses Jahres in der ehemaligen Bundeshauptstadt an Oberbürger­meister Grämlich. Der Anlaß: Der Potsdam Klub Bonn beging den fünften Jahrestag seines Bestehens.

Das Bäumchen hat eine ungewöhnliche Ge­schichte. DessenVorfahren stammen von den im Stillen Ozean liegenden Osterinseln. Hier starben sie zunächst m den 50er Jahren aus. 1956 sichtete der große norwegische Zoologe und Völkerkundler Thor Heyerdahl die letzte Pflanze. Er brachte schließlich ihren Samen nach Göteborg mit. Über diesen Umweg ge­langten vermutlich auchNachkommen" nach Bonn.

Wir versuchen nun hierin Potsdam, den Winz­ling zu vermehren, erklärte der Tbchnische Leiterder Uni-Einrichtung, Wolfgang Pifrement. Erste Stecklinge sind bereits abgenommen. Gelingt das Unterfangen, setzt es die Reihe enormer Leistungen Botanischer Gärten zur Erhaltung gefährdeter Pflanzen fort.

Übrigens, auf den Osterinseln sollen wieder ca. 100 der selten gewordenen Exemplare ausge­setzt werden, um sie in ihrer ursprünglichen Heimat erneut anzusiedeln. PG./Foto: Rüffert

ÖFFNUNGSZEITEN

DES BOTANISCHEN GARTENS:

Gewächshäuser

Sommerhalbjahr (1. April bis 30. Sep­tember), täglich 9.30-17.00 Uhr Winterhalbjahr (l.Oktober bis 31. März) täglich 9.30-16,00 Uhr

Reilandanlagen

Sommerhalbjahr (1. April bis 30. Sep­tember), täglich 8.00-17.00 Uhr 1. bis 31. Oktober, täglich 8.00-16.00 Uhr

PUTZ 4/95

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