die derzeit bereits im Sonderprogramm Studierenden hinzu, ist folglich ab Oktober 1995 mit einer Gesamtzahl von zunächst
I. 755 Weiterbildungsstudierenden zu rechnen.
Für die Ausweitung der dafür erforderlichen personellen Kapazitäten wird derzeit gesorgt, wobei die Vereinsstruktur eine wegen der engen Befristung des Programms erforderliche Flexibilität ermöglicht. Als besonders positiv bewertet wurde in diesem Zusammenhang von den beteiligten Ministerien, daß die Studienkosten sehr niedrig gehalten werden können: rund
II. 000 DM pro Absolvent sind nach den derzeitigen Erfahrungen zu veranschlagen, d.h. ca. 1.600 DM pro Studienplatz und Jahr.
Damit, so Prorektor Prof. Dr. Manfred Görtemaker, der Vorsitzende des Vereins, „liegen die reinen Studienkosten in der Größenordnung von Meisterkursen im Handwerk oder Umschulungskosten im Ver- waltungsbereich“.
Nach Angaben von Prof. Dr. Bernhard Muszynski, dem Leiter des Weiterbildungszentrums der Universität, sei man nun dabei, einen Beirat für dieses Sonderprogramm ins Leben zu rufen. Dessen Aufgabe solle vor allem darin bestehen, eine noch breitere Unterstützung durch die Lehrerverbände, aber auch durch Partner aus dem Handwerk und von wissenschaftlichen Einrichtungen, zu erreichen. Die Unterstützung seitens der Potsdamer Universität ist
bereits sehr groß: So obliegt der Universität die Fachaufsicht für die Weiterbildung, wurden die einzelnen Studienordnungen im wesentlichen durch die betreffenden Bereiche der Hochschule gestaltet und durch den Senat verabschiedet, es werden Personal und Räume zur Verfügung gestellt und es wurde akzeptiert, daß sich ihr Weiterbildungszentrum zunächst ausschließlich auf die Durchführung des Sonderprogramms konzentriert. Das bedeutet nicht, daß weitere Verbesserungen unnötig wären: „Die Universität muß die Sache verstärkt zu ihrer eigenen machen. Wir müssen noch mehr aufeinander zugehen“, erklärte beispielsweise Bernhard Muszynski kürzlich vor dem Senat. Hg.
BIBLIOTHEKSSTANDORT STEHT FEST
Architektenwettbewerb wird bereits vorbereitet
Seit zwei Jahren wissen die Bibliotheksmitarbeiter der Universität Potsdam nicht mehr wohin mit den Büchern. Dies hat zur Folge, daß bereits angeschaffte Werke mitunter bereits in diversen Magazinen gelagertwerden müssen. Doch nun ist ein Ende in Sicht. Hat man ihn doch nach längerer Suche gefunden: den Standort für die zentrale Bibliothek. Die Entscheidung der zuständigen Ministerien (Ministenum für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie Ministerium der Finanzen) und der Hochschule fiel auf das Gelände des T 1-Wohnheimes an der Kaiser-Friedrich-Straße Am Neuen Palais. Damit wurde auch ein Zeichen für die gesamte Standortplanung der Potsdamer Universität gesetzt, Zentraler Mittelpunkt der Hochschule, die sich auf vier verschiedene Standorte verteilt, ist und bleibt die Adresse Am Neuen Palais, unter der künftig nun auch die zentrale Bibliothek zu finden sein soll, Die einzelnen Pläne zur Realisierung des Bauvorhabens werden in enger Abstimmung mit der Stadt und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg hinsichtlich der städtebaulichen Verträglichkeit und der Einpassung in das kulturhistorisch wertvolle Areal am Neuen Palais erfolgen. Wie aus dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) zu erfahren war, ist bereits im Mai ein Planungsauftrag
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des Finanzministeriums an das Landesbauamt Potsdam ergangen. Ferner wird derzeit ein internationaler Architektenwettbewerb für den Bau vorbereitet, der noch dieses Jahr ausgelobt werden soll. Erste Ergebnisse wären dann Anfang 1996 zu erwarten, wobei normalerweise der Sieger des Wettbewerbs auch die weitere Planung übernehmen kann. Die öffentliche Vergabe ist jedenfalls für Anfang 1997 vorgesehen, so daß im zweiten Halbjahr 1997 Baubeginn sein soll. Man geht davon aus, daß sich die Gesamtkosten auf etwa 50 Millionen DM belaufen. Die Hälfte dieser Summe wird vom Bund und die andere Hälfte vom Land getragen, wobei die Ko
stenübernahme insgesamt noch von der positiven Empfehlung des Wissenschaftsrates abhängt. Dessen Arbeitsgruppe Bibliotheken wird Ende Juni dieses Jahres an der Universität zu einer entsprechenden Begehung erwartet,
Unabhängig davon besteht die Überlegung, das jetzige T 1-Wohnheimgebäude nicht abzureißen sondern mitzunutzen. Wie das gesamte Ensemble an der Kaiser-Friedrich-Straße letztendlich aussehen wird, ergibt sich jedoch erst nach dem Wettbewerb. Fest steht derzeit nur, daß für die rund 350 Wohnheimplätze, die das Gebäude für Studierende der Potsdamer Uni bietet, Ersatz gefunden werden muß. Dies soll nach Meinung aller Beteiligter - der Ministerien, der Hochschulleitung, des Studentenwerks und der Studierenden - möglichst in unmittelbarer Umgebung des Campus Am Neuen Palais geschehen. Vertreter des Wissenschaftsministeriums und des Studentenwerks suchen bereits nach geeigneten Grundstücken in der Nachbarschaft des T 1-Gebäudes.
Auf dem Ersatzstandort möchte man dann neue Wohnheime möglichst nach Art des bereits erstellten kleinen Studentendorfes am Standort Babelsberg-Griebnitzsee bauen. Das brächte für die Studierenden die Möglichkeit mit sich, in modernen Einzelzimmern zu wohnen (-das jetzige T 1-Gebäude verfügt ausschließlich über Mehrbettzimmer und sanitäre Anlagen auf der Etage-). Auch würde die gesamte Gestaltung des Campusgeländes Am Neuen Palais durch eine solche Anordnung gewinnen: Als Vision schwebt den Beteiligten eine Fußgängerachse vom Bahnhof Wildpark über den Komplex Neues Palais und Universität bis hin zur Bibliothek und den dahinter liegenden Wohnheimen vor. Die Studierenden haben jedenfalls bereits die Notwendigkeit von Leseraum und Lebensraum formuliert und vom Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Steffen Reiche, auch ein klares „Ja" als zustimmendes Signal erhalten (siehe dazu ebenfalls den Bericht „Einmal quer durch die Uni" an anderer Stelle dieser PUTZ). Hg.
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So sehen das T 1-Gebäude und die Grünflächen davor derzeit aus. Beides ist als Standort für die neue Zentalbibliothek der Universität ausgewählt worden. In welchem Maße das Gebäude abgetragen und die Bibliothek sich auch um das Bauwerk herum etablieren wird, hängt noch von dem aktuell vorbereiteten Architektenwettbewerb ab. Foto: Rüffert
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