DER GESUNDHEIT ZULIEBE
Institut für Sportmedizin und Prävention sorgt engagiert für Weiterbildung
Nur wenige Institute der Universität Potsdam können gleich drei tragende Säulen ihr eigen nennen. Das Institut für Sportmedizin und Prävention kann es. Zu dessen vorrangigen Aufgaben gehören sowohl Lehre und Forschung als auch die sportmedizinische Betreuung. Ausgebildet werden hier in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sportwissenschaft vor allem Diplom-Sportwissenschaftler und künftige Sportlehrer. Noch zu den Ausnahmen zählen spätere Sportmanager oder auch -therapeuten. Die Forschung konzentriert sich insbesondere auf den Halte- und Bewegungsapparat bzw. das Muskel- skelettsystem. Dabei geht es den Wissenschaftlern um die frühzeitige Erkennung von Erkrankungen und die Empfehlung geeigneter Maßnahmen zu deren Vorbeugung. Die damit zusammenhängende medizinische Betreuung erstreckt sich bereits auf einen Patientenkreis, der weit über die Grenzen Brandenburgs reicht. Das Institut besitzt darüber hinaus die Berechtigung, medizinische Weiterbildung durchzuführen. Die entsprechende Klientel besteht nicht nur aus Ärzten, sondern auch aus mittlerem medizinischem Personal. Die Einrichtung selbst leitet Prof. Dr. Gernot Badtke. Mit ihm sprach PUTZ-Redakteurin Petra Görlich.
Artikel der Grundordnung diskutiert
Der erste Entwurf für die überarbeitete Grundordnung bestimmte auch die dritte Sitzung des Konzils am 27. April, nachdem bereits Anfang Februar die für die Erarbeitung des Dokumentes zuständige Kommission vor diesem Gremium berichtet hatte. Damit der Zeitdruck nicht zu stark wird, hat der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Steffen Reiche, auf Wunsch der Universität mit Verordnung vom 6.3.1995 die Geltungsdauer der Vorläufigen Grundordnung bis zum 31.3.1996 verlängert. Beim Durchgehen der einzelnen Bestimmungen des Entwurfs wurden folgende Anfragen diskutiert und Anregungen gegeben, deren Wiedergabe im wesentlichen dem Protokoll folgt:
Art. 5 und 6: Unterteilung in Mitglieder und Angehörige der Universität sowie die Stellung von Emeriti, Privatdozenten und wissenschaftlichen Hilfskräften;
Art. 10: Regelungen zur Eintragung und Streichung von Vereinigungen, über die der Senat zu befinden hat;
Art. 11: Aufgaben und Stellung der benannten zentralen Beauftragten;
Art. 13: der Begriff „wichtiger Grund“ und Regelungen zur Wahl, die in der Wahlordnung festzulegen sind;
Art. 23 und 25: Benennen der Hauptaufgaben der beiden Gremien Konzil und Senat in der Einleitung;
Art. 24: Ergänzungen oder anderweitige Regelung der Wahl der Konzilsmitglieder; Art. 26: Für und Wider einer Erweiterung des Senats, angestrebt wird eine Verbreiterung der demokratischen Basis, Vorschlag: alle Dekane sind Mitglieder des Senats mit Stimmrecht, hinzu kommen fünf weitere Professoren, die direkt in den Senat gewählt werden, wichtiges Kriterium aller Veränderungen sollte der Erhalt der Arbeitsfähigkeit des Senates sein;
Art. 29: die Bezeichnungen der ständigen Senatskommissionen sollten überdacht und in eine einheitliche Diktion gebracht werden;
Art. 30: die Bezeichnung der Haupt- und nebenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten ist zu ändern; die Aufgaben des Umweltschutzbeauftragten sind zu überdenken;
Art. 43: die Institute bilden im Einklang mit geltendem Recht eine Unterorganisation der Fakultäten;
Art. 54: die nach dem Hochschulrahmengesetz (HRG) mögliche Abwahl des Dekans findet Zustimmung und Ablehnung; Art. 56: interdisziplinäre Zentren, die keine ständige Einrichtung sind, können länger als vier Jahre bestehen; vorliegen muß ein begründender Antrag;
Art. 57: die Aufgaben der Universitätsbibliothek sind exakter zu bestimmen. De.
PUTZ: Im April dieses Jahres fand in Schildow eine wissenschaftliche Fortbildungs- Veranstaltung zum Thema „Sportmedizin und Naturheilverfahren“ statt. Das Institut für Sportmedizin und Prävention wirkte als Mitausrichter. Worum ging es konkret? Badtke: Der Landesverband Brandenburg der Gesellschaft für Sportmedizin und wir hatten mit diesem Angebot vorzugsweise Sportärzte angesprochen, die sich zumeist in pnvaten Niederlassungen befinden. Der aktuelle Anlaß: Das neue Gesundheitsstrukturgesetz zwingt zu Einsparungen in allen Bereichen. Damit rücken auch die Naturheilverfahren wieder in den Vordergrund. Hinzu kommen natürlich ökologische und gesundheitsvorbeugende Überlegungen. Im Moment verstärkt sich eine Abkehr von Medikamenten mit starken Nebenwirkungen zugunsten natürlicher Mittel. Darunter verstehen wir allerdings auch Eingriffe in die Integrität des Organismus, die nicht immer medikamentenfrei verlaufen. Zum Beispiel ging es uns darum, in welcher Weise Störfaktoren, wie Entzündungsherde im Kieferbereich oder anderen Organen, die Gesundheit des Organismus beeinflussen und auf welche Weise man sie ohne großen medikamentösen Aufwand eliminieren kann. Ferner wurden neue Meßverfahren vorgestellt, die für den Patienten in der Diagnostik absolut unschädlich sind. Bekanntlich ist das ja durchaus nicht immer der Fall. Ganz neu war die erstmalige Vorstellung eines Forschungsprojektes „Melodie und Psyche“. Ein Kollege aus Bad Saarow erstellte für das Vorhaben Hirnstrombilder von Migränepatienten. Diese erfuhren dann ihre Umsetzung in Töne. Die somit erhaltenen personenspezifischen Melodien sind nach eingehenden Tbsts dazu geeignet, die Schmerzen im Anfall zu beseitigen. Die Forschungen hierfür gehen natürlich weiter.
PUTZ: Hat sich nicht auch das Beschwerdebild des Ratientenkreises infolge des modernen Computerzeitalters, aber auch auf
grund neuer , im Einigungsprozeß entstandener sozialer Probleme stark geändert? Badtke: Ja. Gerade Angst und Depressionserscheinungei} treten vermehrt auf. Diese wiederum begünstigen häufig Krankheitsbilder am Bewegungsapparat oder an inneren Organen. Deshalb war die Beeinflus-
Prof, Dr. Gernot Badtke leitet das Institut für Sportmedizin und Prävention der Universität Potsdam. Er und seine Mitarbeiter widmen sich in der Forschung insbesondere dem Halte- und Bewegungsapparat bzw. dem Muskelskelettsystem des Menschen. Foto: Rüffert
sung von Angst auch ein Schwerpunkt in der Diskussion. Interessanterweise hat man sich zu deren Bekämpfung schon jetzt auf eine Reihe von Heilpflanzen aus der mittel- und unmittelbaren Umgebung besonnen. PUTZ: Konnten die Tägungsteilnehmer auch gleich praktische Tips mit nach Hause nehmen?
Badtke: Wir haben unter anderem die Anwendung von Wasser erläutert. Und nicht nur das. Die Gäste bekamen sie auch am eigenen Leibe zu spüren. So konnten Möglichkeiten und Grenzen einzelner Behandlungsmethoden besser verdeutlicht werden. PUTZ: Wie ordnet sich die Veranstaltung in
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