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(1.1.2019) 05
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DER GESUNDHEIT ZULIEBE

Institut für Sportmedizin und Prävention sorgt engagiert für Weiterbildung

Nur wenige Institute der Universität Potsdam können gleich drei tragende Säulen ihr eigen nennen. Das Institut für Sportmedizin und Prävention kann es. Zu dessen vorran­gigen Aufgaben gehören sowohl Lehre und Forschung als auch die sportmedizinische Betreuung. Ausgebildet werden hier in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sportwis­senschaft vor allem Diplom-Sportwissenschaftler und künftige Sportlehrer. Noch zu den Ausnahmen zählen spätere Sportmanager oder auch -therapeuten. Die Forschung kon­zentriert sich insbesondere auf den Halte- und Bewegungsapparat bzw. das Muskel- skelettsystem. Dabei geht es den Wissenschaftlern um die frühzeitige Erkennung von Erkrankungen und die Empfehlung geeigneter Maßnahmen zu deren Vorbeugung. Die damit zusammenhängende medizinische Betreuung erstreckt sich bereits auf einen Patientenkreis, der weit über die Grenzen Brandenburgs reicht. Das Institut besitzt darüber hinaus die Berechtigung, medizinische Weiterbildung durchzuführen. Die entsprechende Klientel besteht nicht nur aus Ärzten, sondern auch aus mittlerem me­dizinischem Personal. Die Einrichtung selbst leitet Prof. Dr. Gernot Badtke. Mit ihm sprach PUTZ-Redakteurin Petra Görlich.

Artikel der Grundordnung diskutiert

Der erste Entwurf für die überarbeitete Grundordnung bestimmte auch die dritte Sitzung des Konzils am 27. April, nachdem bereits Anfang Februar die für die Erarbei­tung des Dokumentes zuständige Kommis­sion vor diesem Gremium berichtet hatte. Damit der Zeitdruck nicht zu stark wird, hat der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Steffen Reiche, auf Wunsch der Universität mit Verordnung vom 6.3.1995 die Geltungsdauer der Vorläufigen Grundord­nung bis zum 31.3.1996 verlängert. Beim Durchgehen der einzelnen Bestimmungen des Entwurfs wurden folgende Anfragen diskutiert und Anregungen gegeben, deren Wiedergabe im wesentlichen dem Protokoll folgt:

Art. 5 und 6: Unterteilung in Mitglieder und Angehörige der Universität sowie die Stel­lung von Emeriti, Privatdozenten und wis­senschaftlichen Hilfskräften;

Art. 10: Regelungen zur Eintragung und Streichung von Vereinigungen, über die der Senat zu befinden hat;

Art. 11: Aufgaben und Stellung der benann­ten zentralen Beauftragten;

Art. 13: der Begriffwichtiger Grund und Regelungen zur Wahl, die in der Wahlord­nung festzulegen sind;

Art. 23 und 25: Benennen der Hauptaufga­ben der beiden Gremien Konzil und Senat in der Einleitung;

Art. 24: Ergänzungen oder anderweitige Regelung der Wahl der Konzilsmitglieder; Art. 26: Für und Wider einer Erweiterung des Senats, angestrebt wird eine Verbreite­rung der demokratischen Basis, Vorschlag: alle Dekane sind Mitglieder des Senats mit Stimmrecht, hinzu kommen fünf weitere Professoren, die direkt in den Senat gewählt werden, wichtiges Kriterium aller Verände­rungen sollte der Erhalt der Arbeitsfähigkeit des Senates sein;

Art. 29: die Bezeichnungen der ständigen Senatskommissionen sollten überdacht und in eine einheitliche Diktion gebracht wer­den;

Art. 30: die Bezeichnung der Haupt- und nebenamtlichen Gleichstellungsbeauftrag­ten ist zu ändern; die Aufgaben des Umwelt­schutzbeauftragten sind zu überdenken;

Art. 43: die Institute bilden im Einklang mit geltendem Recht eine Unterorganisation der Fakultäten;

Art. 54: die nach dem Hochschulrahmen­gesetz (HRG) mögliche Abwahl des De­kans findet Zustimmung und Ablehnung; Art. 56: interdisziplinäre Zentren, die keine ständige Einrichtung sind, können länger als vier Jahre bestehen; vorliegen muß ein begründender Antrag;

Art. 57: die Aufgaben der Universitätsbiblio­thek sind exakter zu bestimmen. De.

PUTZ: Im April dieses Jahres fand in Schil­dow eine wissenschaftliche Fortbildungs- Veranstaltung zum ThemaSportmedizin und Naturheilverfahren statt. Das Institut für Sportmedizin und Prävention wirkte als Mitausrichter. Worum ging es konkret? Badtke: Der Landesverband Brandenburg der Gesellschaft für Sportmedizin und wir hatten mit diesem Angebot vorzugsweise Sportärzte angesprochen, die sich zumeist in pnvaten Niederlassungen befinden. Der aktuelle Anlaß: Das neue Gesundheits­strukturgesetz zwingt zu Einsparungen in allen Bereichen. Damit rücken auch die Naturheilverfahren wieder in den Vorder­grund. Hinzu kommen natürlich ökologi­sche und gesundheitsvorbeugende Überle­gungen. Im Moment verstärkt sich eine Abkehr von Medikamenten mit starken Nebenwirkungen zugunsten natürlicher Mittel. Darunter verstehen wir allerdings auch Eingriffe in die Integrität des Organis­mus, die nicht immer medikamentenfrei verlaufen. Zum Beispiel ging es uns darum, in welcher Weise Störfaktoren, wie Entzün­dungsherde im Kieferbereich oder anderen Organen, die Gesundheit des Organismus beeinflussen und auf welche Weise man sie ohne großen medikamentösen Aufwand eliminieren kann. Ferner wurden neue Meßverfahren vorgestellt, die für den Pati­enten in der Diagnostik absolut unschädlich sind. Bekanntlich ist das ja durchaus nicht immer der Fall. Ganz neu war die erstmali­ge Vorstellung eines Forschungsprojektes Melodie und Psyche. Ein Kollege aus Bad Saarow erstellte für das Vorhaben Hirn­strombilder von Migränepatienten. Diese erfuhren dann ihre Umsetzung in Töne. Die somit erhaltenen personenspezifischen Melodien sind nach eingehenden Tbsts dazu geeignet, die Schmerzen im Anfall zu beseitigen. Die Forschungen hierfür gehen natürlich weiter.

PUTZ: Hat sich nicht auch das Beschwer­debild des Ratientenkreises infolge des mo­dernen Computerzeitalters, aber auch auf­

grund neuer , im Einigungsprozeß entstan­dener sozialer Probleme stark geändert? Badtke: Ja. Gerade Angst und Depressions­erscheinungei} treten vermehrt auf. Diese wiederum begünstigen häufig Krankheits­bilder am Bewegungsapparat oder an inne­ren Organen. Deshalb war die Beeinflus-

Prof, Dr. Gernot Badtke leitet das Institut für Sportmedizin und Prävention der Universität Potsdam. Er und seine Mitarbeiter widmen sich in der Forschung insbesondere dem Halte- und Bewegungsapparat bzw. dem Muskelskelett­system des Menschen. Foto: Rüffert

sung von Angst auch ein Schwerpunkt in der Diskussion. Interessanterweise hat man sich zu deren Bekämpfung schon jetzt auf eine Reihe von Heilpflanzen aus der mittel- und unmittelbaren Umgebung besonnen. PUTZ: Konnten die Tägungsteilnehmer auch gleich praktische Tips mit nach Hau­se nehmen?

Badtke: Wir haben unter anderem die An­wendung von Wasser erläutert. Und nicht nur das. Die Gäste bekamen sie auch am eigenen Leibe zu spüren. So konnten Mög­lichkeiten und Grenzen einzelner Behand­lungsmethoden besser verdeutlicht werden. PUTZ: Wie ordnet sich die Veranstaltung in

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