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(1.1.2019) 05
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den gesamten Tügungsrhythmus ein? Badtke: Eine solche vor allem für Sportme­diziner geeignete Konferenz gibt es jähr­lich. Im Zwei-Jahres-Rhythmus hingegen statten wir in Potsdam eine internationale wissenschaftliche Veranstaltung aus. Schwerpunktmäßig geht es dabei um den Bewegungsapparat und ihn betreffende Forschungsergebnisse hinsichtlich der Ver­hinderung von Störungen und Erkrankun­gen an ihm. Gewonnene Forschungsresul­tate werden hier dem Fachpublikum nicht nur unterbreitet, vielmehr bekommen die

Grözinger ließ sich in seinen Überlegungen von der Intention leiten, Zusammenhänge zwischen Sprache und Zugehörigkeit aufzu­zeigen. Obwohl gerade das Hebräische über lange Zeitendie Funktion der Um­gangssprache einer mehr oder weniger geschlossenen Gruppe" nicht erfüllte, hat diese Sprache hinsichtlich der Zusammen- gehöngkeit Beachtliches geleistet. Wie war das möglich?

Grözinger korrigierte zunächst die offenbar lange Zeit vorherrschende wissenschaftli­che Meinung vom Ausgestorbensein des Hebräischen. Häufig seien die Juden mehr­sprachig gewesen, und ihre Kultur lebte oft in anderer Sprache fort, so im Arabischen, Spanischen oder Jiddischen. Die lange Zeit, in der das Hebräische nicht die Mutterspra­che war, endete mit den ostjüdischen Auf­klärern und endgültig mit der Gründung des Staates Israel. Die große persönlich- keitsstiftende Kraft des Hebräischen stehe außer Drage und resultiere in erster Linie aus seiner Rolle,heilige Sprache zu sein. Das Sprechen der hebräischen Sprache ist ein religiöser, das ewige Leben verbürgen­der Akt und stifte insofern Identität für die Gruppe und den einzelnen. Bis zur Zeit der Assimilation - in religiösen Kreisen noch heute - vermittelte sich dieser Akt über das Lernen der Tora, womit in der Familie be­gonnen wird, wenn das Kind zu sprechen beginnt. Grözinger berichtete, daß der rhei­nische Sefer Hasidim, dasBuch der From­men, aus dem 13. Jahrhundert für die Un­terweisung der Jungen Hebräisch zwin­gend vorschrieb, für die Mädchen indessen jede ihnen verständliche Sprache erlaubte. Der enge Zusammenhang zwischen Religi­on und dieser Sprache habe sich bis heute erhalten: An jüdischen Schulen sei sie inte­graler Bestandteil des Religionsunterrichts - an deutschen Universitäten dagegen kön-

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Wissenschaftler auch die Möglichkeit, die­se an neuen Geräten ebenfalls zu demon­strieren. Die dazugehörigen Workshops dienen dann dem Vertrautmachen mit der Bedienung der Untersuchungssysteme. Selbstverständlich bieten wir des weiteren kleinere Weiterbildungsmaßnahmen an. PUTZ: Ist eine solche internationale Ar­beitstagung nicht gerade zu Ende gegan­gen?

Badtke: Ja. Vom 9.-11. Juni 1995 trafen sich Spezialisten aus aller Welt, um gemeinsam zu beraten. So kamen beispielsweise Gäste

ne man z. B. katholische Theologie studie­ren, ohne des Hebräischen mächtig zu sein. Über die Religion hat die hebräische Spra­che identitätsstiftend gewirkt, selbst in Zei­ten, da sie als gesprochene Sprache nicht existierte. Einzelne Wörter und Floskeln allerdings blieben immer erhalten. Grözm- ger sprach davon,daß hebräische Schlüs­selwörter in fremde Sprachen gelangten. An diesen Spuren erkennen sich Juden un­tereinander, wie deren Nichtbeherrschen auf einen Außenstehenden verweist. Daß es zu keinem Aufgehen in fremden Spra­chen gekommen ist, begründete der Religionswissenschaftler mit dem Fakt, daß die hebräische Sprache nach dem Ver­ständnis der jüdischen Religion die Spra­che Gottes ist, mit der er die Welt erschaf­fen habe, der Gebrauch des Hebräischen ist religiös gebotene imitatio dei. Eine zwei­te Erklärung resultiert aus dem jüdischen Ideal der Mehrsprachigkeit (von Moses wird erzählt, daß er in siebzig Sprachen zu Hause gewesen sei). Vor dem Türmbau sprachen alle Völker die eine Sprache, die zukünftig wieder angestrebt werde. Dieser ursprüngliche Zusammenhang sei es auch, der das Lesen der Tora in allen Sprachen rechtfertige.

Grözinger charakterisierte abschließend das für Juden so typischeZwischen den Sprachen", indem er Franz Rosenzweig zi­tierte: Während also jedes andere Volk mit der ihm eigenen Sprache eins ist und ihm die Sprache im Munde verdorrt, wenn es aufhört Volk zu sein, wächst das jüdische Volk mit den Sprachen, die es spricht, nie mehr ganz zusammen... Die eigene Spra­che aber ist seit unvordenklicher Zeit nicht mehr die Sprache des täglichen Lebens, und dennoch ... alles andere als eine tote Sprache. Sie ist nicht tote, sondern, wie das Volk sie selbst nennt, 'heilige' Sprache. De.

aus Belgien, Israel, Tschechien, Kanada. Sie alle verständigten sich zum Problem: Komplexe Bewegungsanalyse; Schwer­punktthema Wirbelsäule. Daran schloß sich ein Zwei-Täge-FortbildungskursAp­plied Kinesology an. Der Kanadier Hans W Boehnke bestritt mit seinen Referaten und unterstützenden Veranschaulichungen da­bei den Löwenanteil. Er richtete sich in sei­nen Äußerungen vorwiegend an chirothera- peutisch und krankengymnastisch orien­tierte medizinische Berufsgruppen.

PUTZ: Vielen Dank für das Gespräch.

AUS DEM SENAT BERICHTET

In seiner 19. Sitzung am 27. April 1995 hat sich der Senat der Universität u. a. mit fol­genden Themen befaßt bzw. folgende Be­schlüsse gefaßt: Zunächst berichtete der Rektor, Prof. Dr. Rolf Mitzner, über die Er­gebnisse einer Besprechung von Vertretern des Rektorates und der Dekane bei dem Staatssekretär des Ministeriums für Wis­senschaft, Forschung und Kultur (MWFK), Prof. Dr. Friedrich Buttler. In dieser Bespre­chung wurden für die Universität Potsdam 243 Professoren als Zwischenausbaustufe vereinbart sowie die Zusage gegeben, daß das MWFK von der Hochschule eine Liste erhalten würde, aus der hervorginge, um welche Professorenstellen es sich dabei handeln würde.Mit dieser Festschrei­bung", so der Rektor,möchte Staatssekre­tär Buttler dann auch in die Verhandlungen mit Berlin eintreten."

Darüber hinaus konnte der Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nach­wuchs, Prof. Dr. Gerhard Kempter, informie­ren, daß die Universität Potsdam nun zur Wahlstelle der Deutschen Forschungsge­meinschaft (DFG) ernannt wurde und da­her künftig die Wahl der DFG-Gutachter auch durch Mitglieder der Potsdamer Uni­versität erfolgen sollte.

Auf Antrag des Dekans der Mathematisch- Naturwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Helmut Mikelskis, unterstützte der Senat eine von dessen Fakultät formulierte Reso­lution zur derzeitigen räumlichen Situation an der Universität. Sie lautet:Die derzeiti­ge Situation und der planmäßige Ausbau der Universität Potsdam erfordern zwin­gend eine beschleunigte Realisierung der ersten Ausbaustufe der Verfügungsbauten für die Naturwissenschaften in Golm bis zum Jahre 1998. Eine Bestätigung des von der Universität Potsdam vorgelegten Raum­konzeptes noch in diesem Jahr ist deshalb dringend geboten." Im Anschluß informier­ten der Prorektor für Lehre und Studium, Prof. Dr. Manfred Görtemaker, und der Ge­schäftsführer des Vereins zur Weiterquali­fizierung brandenburgischer Lehrerinnen und Lehrer, Peter Wolters, über die Start-

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SPRACHE ALS IDENTITÄTSSTIFTER

Die Sprache Gottes und des Volkes Israel

Im zu Ende gehenden Sommersemester boten Wissenschaftler verschiedenster Insti­tute der Universität Potsdam im Rahmen des Studienganges Jüdische Studien eine Ring­vorlesung unter dem MottoSprache und Identität an. Die Eröffnungsvorlesung wur­de von Prof. Dr. Karl E. Grözinger gehalten, der als Religionswissenschaftler das Thema Das Hebräische und die Juden gewählt hatte.